Sollte man mädchenbeschneidung akzeptieren?

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10 Antworten

Seit 1992 unterstütze ich in Westfarika (mit Unterbrechungen, weil es noch andere Projekte gibt, die auch Unterstützung verdienen) Organisationen, die die Abschaffung der Genitalverstümmelung zum Ziel haben.

Es ist ein sehr sensibles Thema. Was die Männer betrifft: Sie sind in den allermeisten Fällen überhaupt nicht darüber aufgeklärt, was bei der Beschneidung bei der Frau überhaupt gemacht wird, und welche Folgen das hat. Sie vergleichen das mit ihrer eigenen Beschneidung und finden, das sei ja nicht sooo schlimm. Wenn sie dann aufgeklärt werden, kommen ihnen oft die Tränen. Ich habe das in Workshops schon beobachtet.

Durchgeführt wird das Ritual von Frauen, die möchten, dass sie nichts versäumen, was ihre Töchter zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft macht. Und die auch oft so unaufgeklärt sind, dass sie sich der Folgen nicht bewusst sind. Viele ihrer Beschwerden bringen sie gar nicht mit dem Eingriff in Verbindung, da sie oft Analphabetinnen sind und keinen Zugang zu westlichen Medien haben.

Ich hatte einen Fall in meiner Familie. Mein Sohn hat die Tochter meiner Schwägerin mit Schulgeld unterstützt, unter der Bedingung, dass sie nicht beschnitten wird. Sie wurde trotzdem beschnitten. Die Tradition war stärker, obwohl mein Mann - rühmliche Ausnahme - sich als Afrikaner in der Familie dafür stark gemacht hat, dass es nicht gemacht wird, und auch versucht hat, die anwesenden Frauen aufzuklären. Das ist aber Frauensache,da haben sie sich von einem Mann nicht hineinreden lassen. Und von einer weißen Frau auch nicht. Man muss sehr aufpassen, dass Aufklärung nicht bevormundend rüberkommt, sonst hat man gleich verloren!

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  • Weibliche Genitalverstümmelung ist eine grausame Praxis. Selbstverständlich gehört sie in Europa verboten.
  • Sollte man was in anderen Ländern dagegen unternehmen? Nun, das ist eine viel schwierigere Frage. Schließlich muss jedes Volk sich die eigenen Regeln geben und die eigenen Werte und Traditionen leben. Aus meiner Sicht ist es trotzdem wünschenswert, durch Aufklärung und Bildung gegen diese Praktiken vorzugehen. Einfluss auf deren Gesetzgebung haben wir kaum. Und realistisch betrachtet gibt es in den betroffenen Ländern leider auch erheblich drastischere Probleme als ausgerechnet weibliche Beschneidung. Das soll dieses Thema wahrlich nicht verniedlichen, aber wo Demokratie ein Fremdwort ist, Korruption vorherrscht, Hundertausende ermordert werden und Bürgerkrieg herrscht, oder starke Hungersnöte und Misswirtschaft an der Tagesordnung sind, müssen erst ganz andere Herausforderungen bewältigt werden. Ich nehme sehr stark an, dass sich damit dann auch automatisch das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung lösen würde: Demokratie, Bildung, Aufklärung sind die Grundpfeiler von freier Entscheidung.
  • Bedenke zudem, dass Genitalverstümmelung in etlichen afrikanischen Ländern bereits verboten ist und dennoch ungebrochen praktiziert wird. Wo keine Rechtsstaatlichkeit herrscht, bringen Verbote nur wenig.
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Niemand sollte irgendwo auf der Welt weibliche Genitalverstümmelung (FGM, female genital mutilations) akzeptieren. 

Ausnahme: man arbeitet aktiv dagegen an und hat Klügeres vor, als die Leute zu bevormunden und vor den Kopf zu stoßen und sich und ihnen so den Zugang zu Aufklärung zu verschließen. 

Man muss natürlich sehr kultursensibel vorgehen. Hier ist es wie bei allen anderen "Hilfs"-Projekten auch: man braucht lokale Partner. Leute, die die gleiche Sprache sprechen, die sozialen Strukturen kennen, die gleiche Religion haben. Und idealerweise: dasselbe Geschlecht haben.

Hier hilft nicht die Axt im Walde und wildes Gekreische, man würde irgendwas nicht akzeptieren, hier müssen Konzepte erarbeitet und Projekte menschlich und fachlich optimiert begleitet und umgesetzt werden. Das scheint in vielen Fällen sogar recht einfach: mir ist ein Fall bekannt, in der den betreffenden Frauen mithilfe eines ortsansässigen Imams lediglich erklärt worden ist, dass es ja überhaupt nicht im Kor´an steht, dass frau das mit ihren Töchtern machen soll. Das hat schon gereicht!

Was die wenigsten wissen: FGM ist ein Phänomen, das sich im Zuge der Globalisierung auch in Deutschland (und anderen "westlichen" Ländern) ausbreitet. Genauso im übrigen wie die sog. "Hymenrekonstruktion", die medizinisch gesehen Unsinn und aus aufgeklärter Perspektive unmoralisch ist. Im Ausland ist es eine weit verbreitete Meinung, und ich finde, da ist was dran, "Biodeutsche" (doof aber ok) seien überaus romantisch - auch da noch, wo´s schon wehtut. Vielleicht noch leicht angeschlagen aus dem 2.Weltkrieg?  Was den Begriff "Kultur" angeht, müssen wir fast zwanghaft alles akzeptieren. Je weniger es uns deutsch erscheint, desto unbedingter hat es eine Daseinsberechtigung. Das führt leider oft zu der paradoxen Situation in Gerichten, mit dem Hinweis auf "die andere Kultur" Gerichtsurteile zu fällen, die den Menschenrechten der betroffenen Frauen oftmals kräftig in den Hintern treten - und die völlig anders entschieden würden, wären beide Beteiligten "Biodeutsche". (Leider sogar recht häufig: "In dem Herkunftskulturkreis ist es nicht unüblich, Frauen zu schlagen, also kann das nicht so hart bestraft werden wie man einen Mann bestrafen müsste, der mitten in Deutschland von deutschen Eltern sozialisiert wurde und seine Frau schlägt". Schöne Grüße an die verprügelte Frau und Art.1 GG.)

Denkanstoß: In ausnahmslos allen Kulturen und allen Zeiten wird maximal (schmerzhaft) an Körpern rumgefummelt. Korsett (hochaktuell, siehe google Bildersuche). Lotosfuß. Brustvergrößerung. Anal Bleaching. Oberschenkelknochen brechen und Strecken, damit die Beine länger werden. Thema Haarentfernung....o_O.... Da ist die Praxis, mit rostigen, stumpfen Messern Schamlippen und Kitzler bei kleinen Mädchen ohne Betäubung zu entfernen (damit sie übrigens später bitte keinen Spaß am Sex haben und dann noch aufmüpfig werden) der unmenschliche Gipfel. 

Zeit, das einfach zu lassen. 

Es ist völlig richtig und zeugt von gesundem Menschenverstand, dass Du dagegen hältst. Damit es den z.Zt. ca 6000 in Deutschland (leider wahr) von GFM bedrohten Mädchen nicht in Zukunft so geht wie der geschlagenen Ehefrau braucht es Leute wie Dich. Weiter so!

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Kommentar von lanaa178
11.10.2016, 11:42

Vielen Dank für die anzw

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Das ist meiner Meinung nach Körperverletzung. Die Mädchen schreien vor schmerzen wie ich gesehen habe und wollen es gar nicht

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Kommentar von Wiesel1978
12.09.2016, 20:02

Bei muslimischen, maskulinen Beschneidungen werden die Jungs auch kein Samba tanzen, weil es nichts war ;)

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Ich nehme an, du bist eine Frau/Mädchen?

Stell dir mal vor, dir würde man die Schamlippen wegschneiden. Ohne Narkose häufig. Dann evt. schlampig zunähen, so dass du nur noch schwer pinkeln kannst und dein erster Freund/Mann dich quasi auftrennen müsste, um in dich einzudringen.

Wie stehst du zu der Frage, wenn man es dir antun wollen würde?

Es gehört nicht nur verboten, sondern auch schwer bestraft. Am besten dem Mann seinen ganzen Schniedel abschneiden, anders kann man sowas wohl nicht bremsen.

Wenn es keine Männer mehr gibt, die auf Jungfrauen und Frauen, die bloß keinen Spaß am Sex haben sollen, bestehen, dann ist die Beschneidung nicht mehr nötig.

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Kommentar von lanaa178
12.09.2016, 20:09

Auch ohne darüber nachzudenken wie ICH mich fühlen würde , war ich schon dagegen, denn was man diesen Mädchen antut ist echt schlimm und sie wollen es auch nicht , d.h die werden dazu gezwungen und es passiert häufig , dass die Mädchen dadurch sterben wegen den Infektionen. Da frage ich mich echt , wieso die Mütter die Tradition und die Tatsache, dass die Tochter mal keinen Mann finden würde unterstützen und das Leben des Kindes aufs Spiel setzten 

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Du bist ja ein Mädchen...oder? Stelle dir einfach mal vor....deine Eltern würden dies bei dir vornehmen....was denkst du, wie dies für dich wäre?

So und nun frage dich dies nochmals!!!

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Kommentar von lanaa178
12.09.2016, 20:01

Ich habe mir schon vor meiner Frage Gedanken darüber gemacht und mir auch schon meine eigene Meinung darüber gebildet, die mit den anderen Antworten übereinstimmt. Ich wollte nur wissen wie es andere Leute so sehen :)

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Das ist das größte Verbrechen, das man heute immer noch vielen Mädchen antut. Wie könnte man so etwas gutheißen? Das muss weltweit verboten werden!

Und weißt was? Auf solche Traditionen sch... ich einen großen Haufen. Entschuldigung, ist sonst nicht meine Art.

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Kommentar von lanaa178
12.09.2016, 20:05

Ja genauso sehe ich das nämlich auch ! Danke für deine Antwort👍🏻

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Halloo, das ist Verstümmelung. 

Aus Zeiten der Pharaonen. Das gehört nicht in unsere Welt. Traurig, dass man darüber noch diskutieren muss. 

Einige Mädchen sterben am Blutverlust. Sie werden zugenäht bis auf ein winziges Loch zum Pinkeln. Schmerzen und Infektionen sind Folgen. Jede Menstruation wird zur Qual. Der erste Sex reisst sie auf. Eine Geburt... Usw. 

Dein Ernst?  Schöne Tradition. Ich hoffe, du bist ein Troll. 

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Kommentar von lanaa178
12.09.2016, 20:12

Du hoffst ich bin ein Troll ? Hahah das ich nicht lache. Ich denke ich habe meine Frage nur etwas falsch formuliert, ich wollte einfach fragen was andere Menschen noch davon halten denn ich bin auch dafür , dass es verboten wird

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Das sollte ein Weltweites Verbot sein.

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Verbieten

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