Sollte man (in dieser Situation) mit Dreieckszügeln reiten?

6 Antworten

Ich glaube zuerst mal nicht dass der Umstieg von Schulpferden auf ein 6-jähriges, wenig ausgebildetes Pferd sinnvoll ist, aber gut, das ist jedem selbst überlassen. Ich persönlich hätte eine Reitbeteiligung erstmal für sinnvoller gehalten. Wenn du weißt wie es geht würde ich keine benutzen, vor allem nicht wenn das Pferd nicht wirklich ausgebildet ist. Die Dinger Zwängen das Pferd in eine Haltung die es möglicherweise eigentlich (muskeltechnisch) noch gar nicht halten kann. Also probier es mal ohne, wenn es gar nicht geht kannst du ja Immernoch welche holen:D

Es gibt keine Situation, in der man mit Dreieckszügeln reiten sollte. Die suggerieren zwar eine äußere Form, aber das einzige, was anders ist als die ungesunde Haltung, ist, dass der Kopf irgendwie weiter unten ist. Gesund macht es deshalb noch nichts. Der Rücken geht nicht "auf", das Pferd beginnt nicht zu tragen, die Hüfte schwingt nicht in der richtigen Weise nach vorne ... im Gegenteil: Das freie Pferd-Reiter-Paar kann das mit viel Geduld beim Training erlernen, das ausgebundene nicht. Lieber in kurzen Einheiten ein bisschen gut erarbeiten und nach und nach die Muskulatur entwickeln lassen, dass irgendwann länger gut geht als für immer schlecht, weil man eine Krücke hernimmt. Einen Trainer, der das Wort "Dreieckszügel" auch nur in den Mund nimmt, würde ich nicht engagieren.

Ich hoffe doch, du reitest dein  Pferd dort zunächst überwiegend unter fachlicher Anleitung?

Dann besprich das doch mit Deinem Reitlehrer! Wenn Du dort gelernt hadt, sowohl mit als auch ohne Dreiecker zu reiten, wirst du das am besten gemeinsam mit dem Reitlehrer deines Vertrauens rausfinden.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Dreiecker sehr oft von Nutzen sind. Aber ich verstehe auch die Gegner, denn ich habe auch schon Pferde erlebt, die damit überhaupt nicht zurecht kamen, und die mir damit richtig leid taten. 

Von hier aus kann man ja auch nicht wissen, welcher Art die Schwierigkeiten sind, die Du mit diesem Pferd zu erwarten hättest. Ob es schwierig an die Hand zu reiten ist, oder ob du Kontrollverlust befürchtest... je nach dem gibt es auch andere der Situation angepasste Hilfzügel. 

Wenn das Pferd mit Dreieckern zufrieden läuft und es dir ( wenn auch nur psychisch😉) hilft, locker zu bleiben, finde ich nichts dagegen einzuwenden. 

Besser Hilfmittel benutzen, als angespannt auf dem Pferd zu hocken. Ist halt meine Ansicht.😅

Ja klar, ich werde ihn 2 mal wöchentlich im Beritt haben und regelmäßig Unterricht nehmen. Mit meiner Reitlehrerin sprechen wollte ich dann sowieso, nur dachte ich, da es verschiedene Meinungen dazu gibt wollte ich auch nochmal andere Meinungen einholen. :) 

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@Starlightsun

Das finde ich gut!

Also, du schreibst, du kannst das Pferd durchs Genick reiten, „nur nicht durchgängig“. Das Pferd sei noch nicht gut ausgebildet. Da könnte ich mir vorstellen, dass das Pferd einfach noch nicht die Ausdauer hat, um länger so in der Haltung zu laufen, die wir uns wünschen. Daher wäre es sicher gut, dem Pferd nach jeder anstrengenden Einheit eine Pause am langen Zügel zu gönnen. Das ist natürlich mit Dreieckern nicht ganz so einfach. 

Ich persönlich könnte mir vorstellen , wenn ich befürchten müßte, dass das Pferd sich auch mal völlig rausheben könnte, eher Thiedemann-Zügel zu nehmen. Die sind zwar, wenn sie zur Wirkung kommen, etwas schärfer, lassen sich aber variabler einstellen, und hindern das Pferd bei entsprechender Länge überhaupt nicht daran, sich nac vorne und unten zu dehnen. 

Aber wie gesagr, ich kenne weder Dich moch dein Pferd - sicher wird es ratsam sein, dich völlig auf deinen Reitlehrer zu verlassen, der dir ja wohl auch bisher shcon so viel beigebracht hat, dass du dir jetzt ein unerfahrenes Pferd zutraust.😌

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Dreieckszügel führen dazu, dass im Falle, dass das Pferd eben nicht in Anlehnung geht, es in seinem Maul ruckt. Ich denke das weißt du auch und du brauchst nicht meine Erklärung dazu, aber was ich damit sagen möchte ist, das Pferd wird damit nur schlechte Erfahrungen sammeln (sobald die Hilfszügel wirksam werden). Es soll doch Vertrauen zur Hand entwickeln und daraus eine konstante Anlehnung. Wie soll dieses Vertrauen zustande kommen, wenn es ständlich mit einem unangenehmen Druck im Maul überrascht wird?

Das Pferd weiß doch nicht einfach, dass es keinen Druck gibt wenn es lieb mitmacht. Es ist ein Fluchttier, es versucht zu entkommen, jedes Pferd auf seine Weise. (Mit entkommen meine ich nicht zwingend weglaufen, sondern auch Dinge wie auf den Zügel legen oder hinter dem Zügel verkriechen).

Ich rate dir gründlich darüber nachzudenken, in welchen Situationen dein Pferd eine Wirkung vom Hilfszügel erfährt und wie du an seiner Stelle reagieren und dich verhalten würdest. Sind das die gewünschten Ergebnisse des Hilfszügels?

LG Blitzhufe

Hey,

die Frage, ob du Hilfszügel verwenden sollst, hängt im Wesentlichen davon ab, WAS du mit einem Pferd machen willst und WIE du dein Pferd reiten willst.

Es gibt für Pferde grundsätzlich drei unterschiedliche Ausbildungsmethoden:

1. Ausbildung zum spezialisierten Sportpferd:
Hier geht es darum, dass das Pferd möglichst schnell ein gewisses Lektionsniveau erreicht, damit man erfolgreich auf Turnieren teilnehmen (und im Idealfall auch gewinnen) kann. 

2. Ausbildung in Richtung "Klassische Dressur" im Sinne der "alten Meister"
Hierbei geht es darum, dem Pferd insgesamt ein besseres Körpergefühl zu vermitteln, dem Pferd also tatsächlich die "richtige" Ausführung einer Lektion in möglichst vielen einzelnen kleinen Schritten zu lernen. So wie eine Ballerina, die ewig an der "perfekten" Pirouette trainiert.

3. Ausbildung zum vielseitigen Pferd
Dabei will man ein möglichst vielseitiges Pferd erzeugen, das mit seinem Reiter durch "dick und dünn" geht und von allem ein bisschen macht - aber nichts "perfekt".

ALLE drei Varianten sind gleichwertig. Hier ist keiner besser oder schlechter - die unterscheiden sich nur in dem Zweck, WARUM man reitet.

Variante 1 ist eher die "Hilfszügelfraktion" weil man eben mit Hilfe von Dreieckszügeln de Pferd relativ schnell begreiflich machen kann, wo sein Kopf hingehört (nämlich nicht die Nase in den Wind strecken). Allerdings passiert es relativ schnell bei eher unerfahrenen Reitern, dass sich die Pferde anfangen sich auf den Zügel zu legen und mit den Hinterbeinen nicht genug zu arbeiten.Und das merkt der eher ungeübte Reiter einfach noch nicht. 

Variante 2 lehnt Hilfszügel eher kategorisch ab, weil sie eben dem Pferd eine Haltung vorgeben, die das Pferd selbständig noch nicht ehrlich halten kann. Einzige Ausnahme sind Sitzlongen für Anfänger, bei denen der Reitlehrer mit der Peitsche für genug Engagement der Hinterbeine sorgt.

Variante 3 lehnt Hilfszügel ebenfalls ab, weil sie dem Pferd die Möglichkeit nehmen, seinen Job (nämlich den Reiter sicher von A nach B bringen) möglichst gut auszuführen. Denn ein Pferd, das sich angewöhnt sich am Zügel abzustützen, ist insbesondere fürs Reiten im Gelände, unsicher.

Um die Frage für dich selbst zu beantworten, musst du daher in erster Linie für dich selbst entscheiden, WAS du mit deinem Pferd machen willst und WIE du dein Pferd reiten willst.

Wenn du möglichst schnell "den Kopf unten" haben willst (und das für dich persönlich auch wichtig ist, weil du ansonsten persönlich die "Krise" oder bekommst) und möglichst schnell Dressur-Turniere starten willst, wirst du im unteren Bereich (E/A) vermutlich schnellere Erfolge erzielen, wenn du dein Pferd eine zeitlang mit Dreieckszügeln reitest. Sobald du allerdings den Sprung zu L-Dressur angehst, wirst du bei einem Pferd, das gelernt hat, sich am Zügel abzustüzen und die Hinterbeine nicht ordentlich herzunehmen, anstehen bzw. wird es einfach mühsamer werden.

Wenn du den klassischen Dressur-Weg (NICHT Sport-Dressur!) einschlagen willst, ist der Einsatz von Hilfszügeln meist kontraproduktiv. Es gibt in dieser Ausbildungsrichtung allerdings einige Situationen, in denen Hilfszügel verwenden werden - das aber meist nur bei schon weit ausgebildeten Pferden.

Wenn du ein vielseitiges Pferd haben willst, dann sind Hilfszügel absolut kontraproduktiv, weil ein vielseitiges Pferd soll eben gerade lernen, selbst mitzudenken und seinen Körper selbst in jeder Lage in die "richtige" Position zu bringen.

Soviel zur Ausbildung fürs Pferd.

Nun gibt es aber auch noch dich als Reiter und deine reiterliche Ausbildung - denn auch wenn wir alle supertoll reiten wollen - meistens liegt zwischen Theorie und Praxis ein gewaltiger Unterschied.

Bitte nicht falsch verstehen, aber Schulpferde die "durchs Genick" gehen, halten meistens einfach nur den Kopf unten und sind "brav" - einfach weil sie gelernt haben, dass der Reiter oben weniger an den Zügel herumzieht, wenn sie den Kopf unten halten. Sie sind also praktisch darauf konditioniert und geben dir meist kein ehrliches Feedback - so lange du dich "nur" auf die Kopfhaltung fokussierst.

Dreieckszügel können dir als ungeübten Reiter aber helfen, dein Pferd erstmal "auf Kopf unten" zu konditionieren. Dadurch fühlst du dich wahrscheinlich auch sicherer, weil das Pferd zunächst vielleicht leichter kontrollierbarer für dich wird. Mit dieser Methode wirst du dein Pferd allerdings früher oder später auf oder hinter den Zügel reiten. Das ist grundsätzlich nicht dramatisch - du musst es halt dann wieder korrigieren.

Von daher: Optimal wäre, wenn du reiterlich schon so weit bist (und vor allem auch einen Reitlehrer hast, der dich in die richtige Richtung unterstützt), dass "Kopf unten" nicht alles ist, sondern, dass die Musik von Hinten kommt und gerade bei einem jungen (oder wenig ausgebildeten) Pferd die Kopf/Halshaltung nebensächlich ist.

Wenn in deinem Kopf allerdings noch alles auf "Kopf unten" eingestellt ist, tust du dir und deinem Pferd einen gefallen, wenn du Dreieckszügel verwendest. Dadurch lernt dein Pferd praktisch "von selbst" dass es den Kopf unten tragen soll und du musst nicht grob am Zügel herumfuhrwerken, damit das Pferd den Kopf nach unten nimmt. 

 LG Anna

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