Pferd in Anlehnung reiten, aber wie?

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6 Antworten

Reiten lernen lernt man nur durch Reiten. Die Theorie ist´wichtig, aber sie ersetzt keinen praktischen Unterricht. Man benutzt die Theorie, um NACH der Reitstunde noch mal nachzulesen und um dann das Ganze zu vertiefen. Aber Theorie statt Unterricht funktioniert nie.
Erst praktischer Unterricht, dann Theorie. Da gibt es viele gute Reitlehren für, und ein RL sollte natürlich auch immer das, was er sagt, theoretisch erklären können. "Reiten mit Verstand und Gefühl" von Michael Putz ist z.B. sehr gut. Aber wie gesagt, selbst wenn du das Buch auswendig kannst, wirst du es erst verstehen, wenn du die praktische Erfahrung machst.
Leider erreicht jede Theorie nur das rationale Denken. Aber Reiten ist zu 90% Gefühl. Man muss fühlen, was das Pferd durch seinen Körper sagen will. Und das ersetzt keine Theorie. Erklär einem Blinden mal den Sonnenuntergang.
Ich habe eine Freundin, die, wenn ein RL in der MItte steht, sehr gut reitet. Besser als ich! Finde ich. Meine RL aber, die ihr längere Zeit Unterricht gegeben hat, sagt, dass sie in Wahrheit keine gute Reiterin sei. "Sie kann alles umsetzen, was ich ihr sage. Aber sie hat kein Gefühl. Sie behandelt das Pferd wie einen GEgenstand und daher wird sie nie wirklich gut reiten können,"

Der Körper und die Zügel sollen einen Dialog mit dem Pferd führen. Hinhören, was das Pferd sagt, darauf reagieren.

Ich gebe zu, dass ist sauschwer. Leute mit viel Talent lernen es schneller, Leute ohne Talent vielleicht nie.

Ich will jetzt nicht sagen, dass die Besitzerin deines Pferdes schlecht ist.  Vielleicht kann sie nur schlecht erklären und hat halt die Zügelführung versucht zu erklären und alles andere vergessen. Da ist sie nicht alleine, übrigens. Auch der große Reiter Philippe Karl wird oft nur auf die Zügelführung reduziert, und dabei wird vergessen, dass er 99,9% mit seinem unvergleichlichen Sitz macht.

Dir wird nichts anderes übrig bleiben, als guten Reitunterricht zu nehmen. Und auch dann brauchst du einige Zeit, wenn du nicht gerade ein unentdecktes Reitgenie bist, bis du es einigermaßen kannst. Du musst  einfach lernen zu fühlen. Ein RL kann dir helfen, wenn das Pferd es kann, das Pferd so zu reiten, dass es in seiner Stunde in die Anlehnung geht. Merke: die Anlehnung stellt das Pferd her, nicht der Reiter. Das heißt noch lange nicht, dass du das dann alleine kannst. Das dauert! Aber du bekommst schon mal das Gefühl dafür, wie es sich anfühlt.

Geil, kann ich nur sagen.

Achte bis dahin - abgesehen vom Sitz ;-) - mal darauf, die Zügel immer so zu  halten, dass sie niemals springen. Gerade Reiterinnen, die nett sein wollen, reiten ihr Pferd oft mit Schlackerzügeln und meinen, das sei nett. Das ist es aber genau nicht. Du hast, wenn das Pferd sich in die Anlehnung begibt, durchaus etwas in der Hand, nämlich einen angenehmen Zug auf dem Zügel, aber das Pferd stellt ihn her, niemals du. Auch beim Nachgeben darf der Zügel nicht springen. Stell dir vor, du hast zwei Stöcke als Zügel.

Aber wie gesagt, du kannst die besten Reitlehren der Welt lesen und beten können, du wirst es nicht nachreiten können. Das kannst du nur durch Reiten lernen. Aber hinterher kannst du dann nachlesen, was vorhin passiert war. Und das ist dann durchaus nützlich.

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Kommentar von Viowow
02.09.2016, 14:20

stimmt, die "legéreté -reiter "hier bei uns reiten alle sehr handlastig... lernen aber naturlich auch nicht direkt bei philippe.

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Die Frage nach dem "wie" lernt man in gutem Reitunterricht. Die Suche nach Informationen oder theoretischen Ausführungen zur Erklärung ist ja ganz gut und schön, aber leider hilft sie einem reiterlich nur bedingt weiter.

Zu wissen, was man theoretisch korrekt tun sollte und dies dann auch zu 100% richtig auszuführen, ohne, dass einem dabei jemand auf die "Finger schaut", halte ich für sehr schwer, gerade wenn man noch in den Anfangsphasen der Reiterei steckt!

Insofern glaube ich persönlich, dass die Frage nach dem "wie reite ich (was auch immer) richtig" nur mit dem guten Reitunterricht gelöst werden kann. Ob das jetzt ein hochdekorierter Reitlehrer oder ein gut reitender Pferdebesitzer mit guten Unterrichtsfähigkeiten ist, bleibt mal dahingestellt.

Wichtig ist die Kontrolle vor Ort. Und zwar nicht nur mal für fünf Minuten, sondern für eine Reiteinheit. Dies ist insofern auch wichtig, weil sich oft (teilweise komplett unbewusst) die Körperhaltung, der Sitz verändert, wen man etwas anderes oder neues ausprobiert. Und da das Reiten ein komplexes Zusammenspiel von allen möglichen Hilfen ist, nutzt es einem nicht viel, wenn z. B. die Hand alles richtig macht, dafür aber an allen anderen Hilfen wieder korrigiert werden müsse. Und das kann eben nur der RL vor Ort, der darauf achtet...

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Erstmal stimme ich viowow vollkommen zu!

Ein Pferd reitet man nicht mit den zügeln in Anlehnung. Viel wichtiger ist hierbei der Sitz und ich vermute mal, dass es daran hapert. Du selbst musst ausbalanciert sein, damit das Pferd sich ausbalancieren kann. Dann treibst du mit dem inneren Schenkel an den äußeren Zügel. Der äußere Schenkel begrenzt. Jeder Schritt wird durchgetrieben. Auch im Rücken brauchst du eine gewisse Spannung. Besser kann ich es leider nicht erklären. Ist etwas wie fahrradfahren: man hat es drin und macht es, aber wenn man erklären soll wie es geht, dann ist man was überfragt.
Am besten suchst du dir einen Reitlehrer. Vielleicht gibt es ja auch jemanden im Stall, der die basics kann und auch erklären kann und dir günstig oder sogar kostenlos Unterricht gibt. Die Besitzerin bringt dir anscheinend nichts

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Kommentar von mariaaa26
02.09.2016, 13:00

Danke schonmal, ich finde es auf jeden Fall hilfreicher als vieles was ich bisher im Internet gelesen habe! Nur was genau bedeutet mit dem inneren Schenkel an den äußeren Zügel treiben? Und der äußere Schenkel begrenzt? Also was genau soll ich da machen? 

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Kommentar von miriamkelzer
02.09.2016, 13:04

Du hast ja schon gelernt, dass der äußere Zügel stehen bleibt. Mit dem inneren Schenkel treibst du. Nun kann es aber sein, dass das Pferd sich dem Schenkel entweichen will und daher musst du mit dem äußeren Bein dran bleiben. Ich gucke mal, ob ich was anschauliches finde

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Kommentar von Viowow
02.09.2016, 13:05

wahrscheinlich wird die besi gegen "guten" unterricht sein.

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ach je. wenn die besi dir sagt, du sollt die hand seitlich und runter nehmen, ist das pferd garantiert nicht gut geritten.
man macht mit der hand gar nichts. das ist ein typisches beispiel von "von vorne nach hinten geritten".
kommt die HH mit? wölbt sich der rücken auf? bestimmt nicht, wenn nur mit der hand geritten wird.
eine korrekte anlehnung bekommst du, wenn du im zügel fein und nachgebend bist, und das pferd von hinten dort rantreibst. das pferd soll den zügel von selber suchen, und nicht daran gezuppelt werden.
weist du was passiert, wenn man die hand runter nimmt? das gebiss quetscht die zunge ein.da würde ich als pferd wohl auch lieber machen was man mir sagt...

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Kommentar von mariaaa26
02.09.2016, 12:57

Also ich war selber etwas verwundert aber sie meinte das wäre anfangs halt besser also auch nicht ruckartig jetzt die Hand zur Seite, sondern ich soll sie langsam und sanft in Richtung Knie bewegen. Ich habe auch viel gelesen, dass das Pferd die Anlehnung von selbst sucht wenn man eine sanfte Handführung hat und gut treibt damit die Hinterhand aktiviert wird allerdings frage ich mich warum das bei mir dann nicht klappt, sondern nur wenn ich es so mache wie die Besitzerin sagt. Bei ihr klappt es auch allerdings hält sie ihre Hände auch immer ziemlich weit auseinander und Richtung Knie..

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Kommentar von miriamkelzer
02.09.2016, 12:59

Klingt nicht sehr angenehm und entspannt fürs Pferd... Würde mir ein anderes Pferd suchen

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Kommentar von Viowow
02.09.2016, 13:04

die besitzerin hat so ziemlich die gruseligste art zu reiten die es gibt. so jemanden ziehe ich vom pferd wenn ich ihn sehe. so wie du es beschreibst ist es richtig. naturlich klappt es auf dem pferd nicht, da es komplett falsch geritten ist. du kannst dir also jetzt diesen grauenhaften reitstil aneignen, und das pferd mit kaputtreiten oder dir ein anderes pferd suchen. oder, was am besten wäre, die besi von ihrem fehler überzeugen und das pferd von null an neu ausbilden. aber solche leute lassen nicht mit sich reden. sei beruhigt, der fehler liegt in diesem fall nicht bei dir.

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Kommentar von miriamkelzer
02.09.2016, 13:09

Drück dir mal bitte auf die Zunge damit du mal fühlst wie es sich anfühlt, wenn ein Gebiss drauf drückt. Unangenehm oder? Das Pferd wird mit Schmerzen in eine Haltung gezwängt. Das Pferd muss mit dem ganzen Körper in der Anlehnung sein und nicht nur der Kopf (ich möchte das eigentlich nicht Anlehnung nennen...)

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Kommentar von Viowow
02.09.2016, 13:10

ganz genau so ist es:)

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Kommentar von Viowow
02.09.2016, 13:42

mach das mal. aber pass auf das du ihr nicht "auf die füsse trittst";)

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Nimm Unterricht bei einem guten Trainer.

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Kommentar von mariaaa26
02.09.2016, 12:47

Danke für den hilfreichen Tipp... Das habe ich vor, allerdings möchte ich es auch theoretisch verstehen und ich denke das ist sehr wohl möglich. Und nicht jeder kann sich Reitunterricht leisten, sowas sollte man auch beachten bevor man mit so tollen Tipps um sich wirft.

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Kommentar von miriamkelzer
02.09.2016, 13:02

Wenn man es will, dann kann man auch Unterricht nehmen. Ich selbst versorge zwei Pferde und habe im Gegenzug beide als reitbeteiligung und kriege auch kostenlos Unterricht von der Besitzerin. Die Besitzerin kann aber sehr gut reiten und auch unterrichten

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Übergänge reiten hilft
& das Bein nie vergesseb

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