Sind Finnen keine Europäer?

13 Antworten

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Die finnische Sprache gehört (zusammen mit Estnisch, den samischen Sprachen und den uralfinnischen Sprachen) zu einer Gruppe, die auch in Teilen Russlands vertreten ist. Diese "finnischen Sprachen" bilden gemeinsam mit den "ugrischen Sprachen" (zu diesen gehört Ungarisch, zudem 2 recht selten gewordene Sprachen in Russland) die "finno-ugrischen Sprachen".

Diese bilden wiederum mit den samojedischen Sprachen eine Einheit, die meist "uralische Sprachen" genannt werden. Das Alter der Trennung der Gruppen sollte nicht unterschätzt werden, und die Differenz zwischen Finnisch und Ungarisch ist wesentlich größer, als dies zumeist hierzulande angenommen wird.

Natürlich gehört Finnland heute zu den modernen Staaten in Nordeuropa, wirtschaftlich durchaus vergleichbar mit Schweden. Was natürlich auch damit zusammenhängt, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den allermeisten Fällen sehr gut war.

Jedoch war dies nicht immer so. In römischen oder griechischen Quellen werden die Finnen schon erwähnt, und damals gehörten sie noch nicht wirklich zu der europäischen Kulturgemeinschaft, die damals vor allem von Südeuropa aus geprägt war (Rom, Athen).

Selbst in der finnischen Sprache finden sich griechische Bezüge (wenig bekannt hierzulande), und die ganz alten Quellen betonen, wie arm und einfach dieses Volk früher war. Bis zu ca. 1900 war Finnland eines der ärmsten Länder Europas, vor allem durch den Holzhandel und Pelzhandel (danach wurde Turku benannt) bekannt.

Erst danach (vor allem seit der Unabhängigkeit von Russland) legte Finnland einen bemerkenswerten Aufschwung hin, bis es ein hohes Niveau in Technik und Bildung erreichte. Natürlich half die enge Anbindung an Schweden und andere Länder Nordeuropas.

Nur wenig ist geblieben von der früher sehr eigenständigen Religion und Weltvorstellung der Finnen. Es gibt ein Buch von Arto Paasilinna (das habe ich aber selber noch zu lesen), das darauf Bezug nimmt. Es gibt die Kalevala, die einen eigenen Schöpfungsmythos hat. Es gibt viele Geschichten rund um uns fremde Gestalten, die einen eigenen, oftmals schrägen Charme haben (auch so etwas wie "Heinzelmännchen" gibt es).

Filme von Aki Kaurismäki haben auch diesen etwas verschrobenen Humor, und der finnische Tango ist eine höchst seltsame Mixtur aus eigentlich südlicher Musik und der den Finnen eigenen Steifheit, was eigentlich ein Widerspruch in sich ist, aber Finnland ist eben auch das Land der Gegensätze.

Nicht nur die Sauna und die Seenlandschaft ist typisch Finnland, sondern auch Black Metal, und manche verschrobene Gestalt. Matti Nykänen war nicht nur einer der besten Skispringer, sondern auch Musiker und bekannter Säufer und Schläger, er sagte von sich selber mal "ryyppäisin ja naisin koko ajan jos en hyppäisi" (wenn ich nicht springen würde, würde ich die ganze Zeit saufen und Sex haben).

Die Sprache lerne ich gerade, und auch wenn sie fremd ist, muss ich sagen: sie hat eine strikte Logik. Der erste Finne, den ich traf, war Schachspieler. Finnen sind zumeist sehr freundlich, lernbereit, haben aber manchmal eine eigenartige Strenge, und einen eigenen (oft etwas schwarzen) Humor.

Ich lese gerade (auf Schwedisch) einen Krimi, und der Kommissar ist ein finnischstämmiger Schwede (Joona Linna), der zugleich scharfsinniger Logiker ist, und auch seinen trockenen finnischen Humor bei seinen Kollegen anbringt (syö tilli, pojat!, esst euren Dill, Jungs!).  

Hallo Edmundbauer

Aus Ethnologischer Sicht ist das was du hier schreibst falsch.

Europäer stammen nicht von den Indern ab, sondern haben gemeinsame Vorfahren, also sogesehen sind Inder ethnologisch Europäer.

Deswegen trägt die "Urgruppe" aus der sich alle Europäer, die Perser, sowie die Inder entwickelt haben auch den Namen Indogermanen und alle von diesen abstammenden Völker werden zu den Indoeuropäern gezählt

Was die Finnen betrifft, diese gehören zusammen mit den Ungarn und den Sami zu einer weiteren Volksgruppe, zu den Türken und Turkmenen besteht aber keine Verwandtschaft, sondern eher zu den Samojeden.

Allerdings leben die Finnen schon solange in Europa, dass sie ich evolutionär angepasst haben und das in Finnland vorherrschende Aussehen eher Skandinavisch ist.

Außerdem sind die Uralischen Völker, zu denen Finnen, Ungarn, Sami und Samojeden gehören, eigentlich die Völker, die am nächsten mit den Indoeuropäschen Völkern verwandt sind, nocheinmal näher als Türken und Turkmenen, auf jeden Fall näher als als Asiaten.

Groß kannst du dir das so vorstelle, dass als der moderne Mensch aus Afrika ausgewandert ist, sich zuerst eine Gruppe abgespalten hat und nach Asien gewandert ist, aus denen die Asiaten wurden.

Außerdem ist ein Teil der Gruppe nicht weitergewandert und siedelt im Übergang zwischen Afrika und Eurasien, aus diesen Gruppen wurden dann die Ägypter, Araber, die Hebräer und die Berber, welche man zu den Semitischen Völkern zählt.

Von der Gruppe, die nach Europa wanderte, spalteten sich dann zuerst diejenigen ab, deren Nachfahren die Völker wurden, die im Südlichen Zentralasien siedelt, also Türken/Turkmenen.

Erst zuletzt spalteten sich die Urahnen der Uralischen Völker ab, welche im Übergang zwischen Europa und Asien (Ural) siedelten.

Im Grunde genommen kann man also sagen, dass Finnen ethnisch betrachtet fast Europäer sind, deswegen gibt es auch den Oberbegriff der Kaukasiden, zu denen sowohl die Indoeuropäischen, also auch die Uralischen Völker zählen.

Kulturell betrachtet, ist klar, dass Finnen zu den Europäern zählen, Finnland war, seid es die neuere Europäische Kultur gibt, als Teil des schwedischen Königreiches (Österland) Teil von Europa.

LG

Darkmalvet


Ich weiß ja nicht, was du mit "gescheite Europäer" meinst, aber es gibt keinen Zweifel daran, dass Finnland zu Europa gehört und die Finnen damit Europäer sind.

Nur weil die ursprüngliche Bevölkerung vor tausenden Jahren aus dem nördlichen Asien gekommen zu sein scheint und die Finnische Sprache zu den sog. uralischen Sprachen gehört, hat das nichts mit der Identität der Finnen zu tun.

Die finnische Bevölkerung war immer in den europäischen Kontext einbezogen, sei es in der Zeit der Wikinger oder ab dem 12. Jahrhundert als Teil Schwedens. Damit war immer eine Anbindung an die europäische Kultur vorhanden, sei es in Religions-, Handels- oder Verwaltungsfragen.

Es ergibt keine Sinn, nach irgendwelchen biologischen oder abstammungsgeschichtlichen Identitäten in der Geschichte zu suchen. Wenn es danach ginge, müssten wir uns alle als Afrikaner sehen. Denn das ist der einzige gemeinsame Nullpunkt.

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