Schwarze Rhetorik - Welche Fragen einem Gläubigen stellen?

11 Antworten

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Also, was Du genau mit "Schwarzer Rhetorik" meinst, weiß ich nicht, und will mich da jetzt auch nicht extra einlesen.

Und wie Du Deinen Katholiken zum Nachdenken bringen kannst, hängt natürlich sehr davon ab, woran der genau glaubt.

Wenn er einem sehr naiven Glauben anhängt, wirst Du ihn schon mit einfachen logischen Spielchen à la "Wenn Gott allmächtig ist, kann er dann einen Stein erschaffen, den er selbst nicht heben kann?", "Wenn Gott die Welt erschaffen hat, wer oder was hat dann Gott erschaffen? " in Verlegenheit bringen. Der Klassiker ist natürlich das sogenannte Theodizeeproblem: "Wenn Gott allwissend, allmächtig und gut ist, warum gibt es dann das Böse in der Welt?". Zu diesem Problem wurden wahrscheinlich ganze Bibliotheken verfasst, aber richtig gelöst hat es noch niemand.

Gewisse theologische Interna eignen sich natürlich auch gut dazu, gewisse Leute ins Schleudern zu bringen: So sind z.B. die Evangelien in der Bibel alle deutlicxh nach der Kreuzigung Jesu entstanden. Das vermutlich jüngste Evangelium, das nach Markus, entstand wohl nach 70 n.Chr. (die Kreuzigung Jesu wird auf etwa 30 n. Chr. datiert), das Johannesevangelium wird meistens auf ca. 100 n. Chr. datiert.

Und wenn man bedenkt, dass ein normales Gerücht im Freundeskreis sich schon nach wenigen Wochen erheblich verfremden kann, lässt das die ohnehin abenteuerlichen Geschichten doch noch unglaubwürdiger erscheinen. Dazu kommt noch, dass die drei ersten Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas), die sich in vielem überschneiden, wohl auf gemeinsame Quellen zurückgehen und das Johannesevangelium in weiten Teilen eine ganz andere Geschichte erzählt.

Dann kannst Du z.B. noch mit der angekündigten und seit fast 2000 Jahren ausbleibenden Wiederkunft Christi kommen. ...

So, ich muss jetzt erst mal schluss machen, ich hab Besuch.

Ich klink' mich hier aber noch mal ein ...

Jedenfalls müsstest Du, wenn Du ihn wirklich zum Nachdenken bringen willst, Dich selbst in die theologische Materie einfuchsen. Er wird es wohl merken, wenn Du nur Aufgeschnapptes nachplapperst.

Dazu könntest Du z.B. mal "Abermals krähte der Hahn" von Karlheinz Deschner lesen ...

Die andere Möglichkeit ist natürlich die, dass Du in der philosophischen Logik gut bist (was ich oben zuerst nannte) und ihn damit aufs Kreuz legst. Aber dazu musst Du auch gut sein, das schaffst Du nicht mit ein-zwei Tricks, die wir Dir hier auf GF nennen können.

Dazu könntest Du etwa mal einige der von Platon aufgeschriebenen Dialoge des Sokrates lesen. Der führt eigentlich ganz gut vor, wie man so was macht ...

Wenn Du wirklich einen ganz kurzen Tipp haben möchtest, würde ich empfehlen, nichts als gegeben hinzunehmen und alles mit gesundem Menschenverstand infrage zu stellen. Dann dürfte er irgendwann nicht mehr weiter wissen oder ihr müsstet an einen Punkt geraten, an dem ihr Euch einig seid, und von dem Ihr dann ausgehen könnt.

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Oh, da ist mir ein Fehler unterlaufen: Das Markusevangelium ist natürlich das Älteste und nicht das Jüngste.

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Ich denke mal, da ist der Ansatz verkehrt! Lass denjenigen doch glauben, was er möchte, aber mach ihm einfach klar, dass du nicht von ihm missioniert werden möchtest! Ich denke, das ist einfacher.

Ist es auch

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@Antidevil95

Du kannst ihm ja sagen ,dass er genau wie ein Pharisäer war. Die wollten immer ,dass alle ihren Glauben glauben weil sie dachten sie hätten den besten und niemand wäre besser als sie.

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Frag ihn doch einfach direkt was ihn an Gott glauben lässt - die meisten (hier in Deutschland) sind nämlich entweder deswegen gläubig weil sie so erzogen wurden, weil sie eine schwierige Phase hatten in der ihnen der Glaube an Gott geholfen hat oder schlicht und ergreifend weil ihnen die Vorstellung gefällt dass da ein barmherziger Gott ist der für Gerechtigkeit sorgt. Eine dieser 3 Möglichkeiten werden es garantiert sein.

Wirklich umbiegen lassen wird er sich höchstens wenn er gewisse Bücher liest. Fordere ihn mal dazu auf "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins zu lesen - mal sehen wie seine Ansichten danach sind. Und frag ihn was ihm lieber ist; eine scheinbar schöne heile Welt, oder einfach die nackte Wahrheit, so grausam sie manchmal auch sein mag.

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