Religion: Sollte man als Gläubiger seinen Glauben hinterfragen?

Das Ergebnis basiert auf 27 Abstimmungen

Ja, man muss seinen eigenen Glauben sogar hinterfragen. 74%
Man kann ihn hinterfragen, ist aber kein Muss. 22%
Nein, auf keinen Fall hinterfragen, das ist eine Sünde. 4%

15 Antworten

Man sollte das "Gehörte" (2.Kor.11,14; Offb.17,1-4)

schon mit der "Wahrheit" (Jes.45,5; Joh.17,17) vergleichen (Offb.12,9).

Ja, man muss seinen eigenen Glauben sogar hinterfragen.

Fragen hat wohl jeder. Diese unbeantwortet zu lassen, kann nicht der Grund sein, dass Gott uns mit Verstand begabt hat.

Fragen, Zweifel, konkurrierende Aussagen zum eigenen Glauben sind berechtigt. Schlüssige Antworten darauf können den Glauben festigen. Bleiben zu viele Widersprüche, die einfach nicht plausibel aufgeklärt werden können und kann der (bisherige) Glauben nicht den eigenen Ansprüchen an Wahrheit gerecht werden, hat man von Gott den freien Willen zugestanden bekommen, seinen bisherigen Glauben aufzugeben und ggf. neue Überzeugungen anzunehmen.

Verstand und freier Wille befähigen uns zu einer eigenen, selbstgewählten Beziehung zu Gott. Es ist die eigene Entscheidung.

Eine erzwungene, aufdoktrinierte oder blinde Unterwerfung hingegen hat sich Gott bestimmt nicht gewünscht. Dann hätte ER uns anders "konstruiert" und Puppen, Sklaven oder Roboter erschaffen.

Die meisten Menschen wachsen mit einer Religion auf, weil ihre Eltern an diese Religion glauben. Sie verfolgen die religiösen Praktiken und sind von ihrer Religion überzeugt. Aber diese Überzeugung beruht einfach auf die entsprechende Erfahrung, weil man es so vorgelebt bekam.

Ich halte es daher für sehr wichtig, dass man seine Religion hinterfragt, andere Religionen betrachtet und sich möglichst viel Wissen aneignet. Denn nur dadurch kann eine wirklich ernsthafte Überzeugung entstehen.

Ich selbst hinterfrage als Muslim meine Religion und habe mich auch mit verschiedenen anderen Religionen befasst. Dies hat meinen Glauben gestärkt, da die Überzeugungen im Islam für mich logisch sind im Vergleich zu anderen Religionen.

Leider habe ich von Muslimen teilweise heftige Kritik bis hin zu Vorwürfen, man sei kein Muslim, anhören müssen. Ich erlebe leider, dass viele Muslime nichts hinterfragen, sondern blind glauben. Bei der kleinsten Kritik folgen heftige Vorwürfe. Das habe ich alles schon erlebt. Es ist insbesondere vor dem Hintergrund traurig, dass uns der Islam dazu anhält, uns Wissen anzueignen:

Der Erwerb und Besitz von Wissen ('ilm) hat im Islam einen hohen Stellenwert, denn Wissen wird vom Heiligen Koran und den muslimischen Gelehrten sehr gefördert. Gott, der Erhabene, stellt sich selbst 122 Mal im Koran mit dem Adjektiv "allwissend" ('aleem) vor. Darüber hinaus verherrlicht der Koran bei mehreren Gelegenheiten diejenigen, die Wissen besitzen, wie Gelehrte ('alim) und Lehrer (mu'allim).

Viele Muslime leben den Islam nicht so. Die leben den Islam als eine Art Haram-Halal-Religion. Sie fragen sich, ob dieses oder jenes haram (verboten) oder halal (erlaubt) ist. Sie hinterfragen nichts, folgen blind irgendwelchen Regeln und lassen keine Kritik zu.

Vor dem Hintergrund der islamischen Geschichte ist diese Entwicklung traurig, da es früher Zeiten gab, in denen Wissen einen hohen Stellenwert hatte und die islamische Gemeinschaft nicht so eingestellt war, wie sie es heute in weiten Teilen leider ist.

Kannst Du erläutern, was Du am Islam "logisch" findest?

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@verreisterNutzer

KEINE LOGIK GEFUNDEN - in 33 Büchern nicht! - Deshalb hatte ich Dich gefragt - Aber ich denke: Dir geht es ähnlich;)

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@verreisterNutzer

Wenn DU mir sagst, welche LOGIK in den "richtigen Büchern" steht, dann bin ich Dir dankbar!

Ich habe den Verdacht: Auch in den "richtigen Büchern" findet sich keine Logik!

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Was ist am Islam Logisch?

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Ja, man muss seinen eigenen Glauben sogar hinterfragen.

Ja natürlich,weil ein nicht reflektierter Glaube wird beim ersten Windhauch umkippen.

Und was du nicht begründen kannst mit eigenen Worten ,ist nichts Wert.

Weil es dann sichtlich nichts echtes ist .

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Sel. Stud. isl.Schr /Recherche /Unzählige Disk. m.Muslimen
Ja, man muss seinen eigenen Glauben sogar hinterfragen.

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und der Buddha fordert in seiner Rede an die Kalamer, wie die Einwohner der Stadt Kesaputta genannt wurden, explizit dazu auf

"Aus diesem Grunde eben, Kâlâmer, haben wir es gesagt: Geht, Kâlâmer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters!
Wenn ihr aber, Kâlâmer, selber erkennt: 'diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann, o Kâlâmer, möget ihr sie aufgeben.
[...] Wenn ihr aber, Kâlâmer, selber erkennt: 'diese Dinge sind heilsam, sind untadelig, werden von Verständigen gepriesen, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Segen und Wohl', dann, o Kâlâmer, möget ihr sie euch zu eigen machen.

(Kalama Sutta, Anguttara Nikaya 3:66)

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