Schule in den USA und in Deutschland vor und Nachteile?

1 Antwort

Hier eine Antwort, die ich schon 2011 zur selben Frage gegeben habe. Geändert hat sich meiner Erfahrung nach seitdem wenig....

"In den USA gibt es riesige Unterschiede einmal zwischen den öffentlichen (public) und privaten (privat schools) Schulen und dann auch enorme Unterschiede zwischen den public schools an sich, weil die Qualität der Schule (Ausstattung, Lehrpersonal etc.) auch von der jeweiligen Kommune abhängt.

In "schlechten" Wohngegenden kommt also zu dem überdurchschnittlich hohen Teil an Problemkindern noch die unterdurchschnittliche Finanzierung.

Man muss auch überlegen was man vergleicht. Die Amis versuchen generell alle Kinder weiterzubringen (google mal NCLB -No Child Left Behind Act ) und sie haben zum Teil deutlich andere Schwerpunkte in den Bewertungen der schulischen Leistungen.

Z.B. haben extra-curriculare Aktivitäten die zum Schulumfeld gehören einen viel höheren Stellenwert und es wird auch viel mehr Einsatz erwartet (Sport, Musik, AGs...) als in Deutschland.

Während der gesamten High-School-Zeit wird auch jedem Schüler immer wieder bewusst gemacht, dass seine weiter (akademische) Ausbildung einmal an dem Notenschnitt hängt (GPA- Grade Point Average) und auch von standardisierten Tests (SAT oder ACT) die von den Colleges/Universitäten als Zugangskriterium verlangt werden.

Wenn man die Leistungen / Kompetenzen der Gesamtschülerzahl (also nach Alter und Schulbildung, ABER nicht nach Schulart) vergleicht, liegen die Amis meist im unteren Mittelfeld (außer in einigen Mathe/Science Test).

Die Schulabschlüsse sind auch nicht einfach zu vergleichen. Meiner Erfahrung nach gehen die Amis mit den Unbegabten und Kindern aus bildungsfernen Schichten ähnlich schlecht um, wie die Deutschen mit ihren Haupt- und Sonderschülern.

Mittlere Abschlüsse sind sehr schwer zu vergleiche, weil sie sich z.T. sehr stark unterscheiden und sich mit den höheren Abschlüssen überschneiden.

Die High-School mit der Zulassung zur Uni ist am besten mit unserem Abi und dem Hochschulzugang zu vergleichen (wobei bei den Amis die Hochschulzulassung nochmal ein separater Gang ist und nicht ganz so automatisiert wie in D).

Mein Fazit: Die Deutschen Schulen liefern im Schnitt bessere, insbesondere gleichförmigere, Ergebnisse, weil sie auch vom Gesamtsystem her wesentlich homogener sind.

Aber genau betrachtet liefern deutsche Schulen auch überwiegend nur Durchschnitt während die Amis letztendlich eine größere Bandbreite mit einem wesentlich höheren Anteil an gut geförderten Überfliegern (Begabte, Hochbegabte, Strebsame....) liefern, die dann auch eine wesentlich „höherwertige“ akademische Elite bilden.

(Hierzu muss man anmerken, dass 2/3 aller US -Studenten sich ihr Studium ohne Förderung (subventionierte Studentenkredite; Stipendien aus Spenden, Stiftungen usw., oder die ROTC-Programme) nicht leisten könnten- was wiederum ein klares Indiz für die Förderung der Begabten darstellt, die in Deutschland leider völlig verkommt.)"

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