Schülerpraktikant Fachinformatiker Anwendungsentwicklung beschäftigen?

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5 Antworten

Das kommt stark auf das Vorwissen an, daher wäre das erste, ihn mal zu interviewen, ob er schon einiges selbst gemacht hat, Homepages oder was auch immer. Wenn er ebenfalls bereits privat Kenntnisse hat, kann man sich einfache Aufgabenstellungen ausdenken oder ggf. sogar in einem aktuellen Projekt finden. Tatsächlich etwas, was man auch in wenigen Stunden lösen kann. Schauen, wie er damit umgeht, ihn dabei betreuen, aber auch erklären, wieso Code-Dokumentation wichtig ist.

Der Einblick sollte ansonsten vor allem auch den Schwerpunkt legen darauf, wie in der Praxis und in der Wirtschaft (also jenseits dem privaten Hacken) eine Projektarbeit stattfindet. Dass der Schüler ein Gefühl dafür bekommt, dass es solche Dinge wie Pflichtenhefte gibt, wie man Teamarbeit koordiniert (Daily-Meetings/ Scrum, Wasserfall-Modell), wie das in der Praxis im Code koordiniert wird (SVN) und wie ein Unternehmen funktioniert (Vertrieb, Fachentwicklung/Architektur, Software-Entwicklung, Kundenbetreuung, Wartung, Betrieb).

Das wäre meine Meinung. Also eine gesunde Mischung zwischen dem, was die Projektarbeit ausmacht und dem tatsächlichen Entwickeln. Das Ziel eines Schulpraktika ist ja nicht, direkt eine Ausbildung zu beginnen. Das Ziel ist ein Hineinschnuppern in einen Berufszweig. Und vielleicht sagt sich der Bub dann am Ende: "Du, das Software-Entwickeln liegt mir nicht so, aber ich war total begeistert davon, mal in einem Meeting zu sehen, wie eine Software-Idee ausgearbeitet wird und wie Vorgaben für Entwickler erarbeitet werden." Du kannst dem Schüler nur einen Einblick geben.

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Kommentar von LupaAtrata
22.01.2016, 09:28

Das sind z.B. Aspekte, die ich jetzt nur im Hinterkopf hatte, die aber wirklich immens wichtig sind. Das werde ich auf jeden Fall ansprechen!
Natürlich kann, und will, ich ihn nicht dazu "drängen" jetzt auch wirklich Anwendungsentwickler zu werden.
Allerdings war auch ich am Anfang der Ausbildung ziemlich erschlagen, da hier kaum der "Standard" abgearbeitet wird und wir nicht immer das selbe machen.
Ohne Vorkenntnisse wäre ich hier verloren gewesen, auch weil die Anforderungen am Anfang schon sehr hoch waren. Dieses Gefühl möchte ich dem Jungen ersparen.

Deswegen wurde ich ja auch gebeten mit zu überlegen: Normalerweise haben wir "erfahrene Anfänger" oder Studenten ab dem 3ten Semester hier und ich kann noch am ehsten nachempfinden, wie es ganz am Anfang war. Und mitschauen, dass es für den Anfang und einen Einblick nicht zu viel wird. Denn erfahrungsgemäß kann es auch demotivierend sein, gleich mal 7 "einfache Dinge" zu zeigen, die für uns Alltag sind, wobei man für jedes einzelne schon 3 Wochen zum Grundverständnis bräuchte.

Natürlich ist unser Job nicht leicht und manchmal verzweifeln hier selbst die erfahrendsten, studierten MA an den Anforderungen, aber er soll auch sehen, dass es unglaublich viel Spaß macht und wie motivierend Erfolge sind.

Entschuldige, jetzt bin ich etwas ausschweifend geworden.
Auf jeden Fall vielen Dank für deine Anregung!

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Als ich noch Programmier-Anfänger war, hat mich Scratch am meisten fasziniert. Du könntest ihn vor einem Rechner mit einem Scratch-Tutorial setzen, das sollte ihn für eine weile beschäftigen.

Als kurzen Lückenfüller, könnte er auch mal das XSS-Game von Google probieren: https://xss-game.appspot.com/ 

Auf jedem Fall solltest du ihm richtiges Programmieren ebenfalls zeigen. 3 Wochen sind da eig. viel Zeit, in denen er ein Tutorial durcharbeiten kann und bei Fragen auf dich zukommen kann.
Am schönsten ist Programmieren für Anfänger immer mit einem Hübschen WindowBuilder mit einer relativ leichten Syntax fürs programmieren. Am besten setzt du ihn also vor C# oder Java (im idealfall das was du selbst auch am besten kannst ^^).

Und wie mepeisen schon schrieb, frag ihn unbedingt was er schon kann und passe die Aufgabenstellungen daran an. Und lass ihm dir sein Können präsentieren und tu beeindruckt, das wird ihn motivieren ;-)

LG
Lukas

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Kommentar von mepeisen
22.01.2016, 10:58

Als kurzen Lückenfüller, könnte er auch mal das XSS-Game von Google probieren:  

Eine gute Idee. Vor allem, weil es natürlich durchaus spielerisch auf einen weiteren Aspekt jenseits des Codens hinweist: Fehlersuche, Fehleranalyse und Sicherheit (gerade in der heutigen Zeit enorm wichtig).

Habe selbst, bevor ich deinen Beitrag gelesen habe, auch so noch so einen Tipp abgegeben. Monkey-Tests um Bugs zu finden. Wo der Praktikant sich also auch mal etwas überlegen kann, was er testet und wie.

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Zeig ihm 1-2 Tage etwas, lass ihn aktiv mit machen in dem er leichte Aufgaben bekommt oder lass ihn 2-3 Tage https://www.codecademy.com/ machen. Dann lernt er auch HTML/CSS und Co. 

Die restlichen 2 Wochen könnte er dann eine eigene Idee ausdenken und sich bauen. Eventuell z.B. ne Simple Seite mit Bildern, einen Timer den er sich baut mit Javascript oder ähnliches...

So haben wir das damals gemacht bei Praktikanten und gleichzeitig, konnte man als Betrieb sehen, ob die Person sich dafür begeistert hat und es eventuell auch am Ende recht gut drauf hatte.

Eventuell könnte man ihm auch zeigen, wie z.B. eine Webseite aufgebaut ist und läuft... das wissen viele z.B. auch nicht, wie sowas funktioniert.

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Ich kann nur über C# sprechen. Ich würde ihm die gängigsten Variablen zeigen (string, int, double, decimal etc) aber nicht die Wertebereiche, die schrecken am Anfang nur ab. Es reicht, wenn er weiß, womit man Kommazahlen ausdrücken kann und womit Wörter usw. Er kann ja ein einfaches Programm schreiben, in dem er das Alter berechnen muss (Aus geburtsjahr und ob er dieses Jahr schon Geb hatte). So habe ich zumindest angefangen und es hat super funktioniert.

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Kommentar von enderboyHD
22.01.2016, 09:34

dafür braucht er kein Praktikum machen... FI-AE ist viel mehr als Code runterzimmern... die Berufsschule ist im übrigen sehr kaufmannslastig, da muss man Lust drauf haben

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Das kommt ganz auf sein Vorwissen an. Am besten unterhaltet ihr euch am Anfang erstmal ein bisschen. Sollte er noch keinerlei Programmiererfahrung haben fangt langsam mit den gängigen Datentypen, Schleifen, Abfragen, Listen etc. an und geht dann später zur Objektorientierung über. (Dafür eignet sich z.B. BlueJ ganz gut)

Sollte er schon mehr Erfahrung haben könntet ihr ja versuchen ihn ein wenig Einzubeziehen und ihm eure entsprechenden Techniken beizubringen (SQL/HTML?).

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