Reiten lernen mit 20?

12 Antworten

Wenn Du eine gewisse Grundsportlichkeit und Beweglichkeit mitbringst, Kann es sogar durchaus von Vorteil sein, dass Du Du eben kein kleines Kind mehr bist. Weil Du das, was der Reitlehrer Dir erklärt, ja ganz anders verstehst und umsetzen kannst. Kleine Kinder machen zwar viel intuitiv und angstloser, aber sie sind auch unkonzentriert und bisweilen sogar verträumt und deutlich weniger fokussiert.

Es gibt viele Reitschulen, die insbesondere Reiten für Erwachsene Anfänger anbieten. Ich würde einfach mal reihum bei den Reitschulen in Deiner Umgebung anrufen und mich informieren und mich dann für diejenige entscheiden, die Dir rein gefühlsmäßig zusagt. Wenn Du aber im Laufe der Zeit feststellst, dass es Dir dort doch nicht zusagt, hör nicht mit dem Reiten auf, sondern wechsele lieber die Reitschule, denn es ist Freizeit und Hobby und da sollte man sich wohlfühlen und Spaß haben.

An unserem Stall gibt es eine Reitschülerin, die hat auch erst als Erwachsene mit dem Reiten angefangen und den Weg über einen Anfänger-Ferienkurs im Rahmen eines Reiturlaubes gewählt, weil sie da intensiv eine Woche lange die Grundbegriffe gelernt hat. Sie kam dann zu uns, nahm noch einige Sitzlongen und nimmt nun an den Erwachsenen-Abendstunden teil. Das ist auch ein ziemlich guter Weg.

du kannst dich in jedem reitstall anmelden, der kleinpferde und grosspferde und nicht nur ponys im stall stehen hat.

reiten lernen kannst du auch mit über 50 noch. du brauchst dich also nicht allzu sehr beeilen.

schau dir mehrere ställe in deiner umgebung an, schau dir in jedem mal den unterricht an und schau, ob die art des unterrichts dir zusagt. und vor allem schau, ob ausritte angeboten werden, da das ja das ist, was du möchtest.

ums reitenlernen in der reitbahn kommst du nicht drumrum, da du ja schritt, trab, galopp reiten können musst und natürlich auch ein paar bahnfiguren, also kurven und wendungen und auch auf dem boden liegende stangen musst du mit dem pferd überwinden können, da der boden in der natur ja nicht immer topfeben ist.

das sind eigentlich so die kriterien für dich.

ganz am anfang bekommst du sowieso erst mal einzelunterricht (an der longe meist) und wenn du die ersten grundzüge gelernt hast, kommst du in eine anfängergruppe - entweder mit älteren jugendlichen oder mit erwachsenen. und wenn du dann das pferd gut genug beherrscht, kannst du bei den ausritten mitmachen. in vielen ställen brauchst du dafür kein eigenes pferd und keine reitbeteiligung, sondern gehst mit dem schulpferd.

ausritte werden natürlich in stadtställen nicht angeboten, also musst du ein bisschen nach ländlich gelegenen ställen suchen, die am ortsrand oder ausserhalb liegen.

Kein Problem, außer du hättest körperliche Einschränkungen, aber ist ja nicht unbedingt abhängig vom Alter. "Kunststücke" sind beim, ich nenne es mal, normalen Reiten nicht gefragt, die kannst du getrost den Zirkusleuten überlassen ;))

Jedoch sind auch als "Feld-Wald-Wiesen-Reiter" 2 Dinge essentiell: zum Einen ist ein Pferd per se nicht dazu gemacht, einen Reiter zu tragen. Mein Lieblingszitat in diesem Zusammenhang: Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur (Bent Branderup). Um das Pferd gesunderhaltend zu reiten, ist es ein gewisses Maß an Dressur unerlässlich. Nur so kann es die benötigten Muskeln, Koordination, Geschmeidigkeit erlangen und erhalten, um den Reiter ohne Schaden zu nehmen tragen zu können. Auch, wenn man vornehmlich nur ausreiten geht.

Zum zweiten muss jeder Reiter, der alleine mit einem Pferd unterwegs ist, sowieso im Gelände, die Hilfen und einen unabhängigen Sitz soweit beherrschen, dass er das Pferd unter Kontrolle hat. Ergo sollte wirklich auch lang genug vernünftiger Unterricht genommen werden, bis man so weit ist und zumindest die Grundgangarten sicher reiten kann.

Viel Spaß :-)

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Reiten ist eine Kunst.

Allerdings bis du nicht zu alt sondern genau richtig.

Der eine Teil ist richtig auf dem Pferd zu sitzen und ihm verständliche Signale zu vermitteln, der wesentliche Teil ist aber Führungsperson zu sein.

Nur einem vertrauenswürdigen, intelligenten, fairen, souveränen, geistig starken , fürsorglichen Führer wird ein Pferd vertrauen und folgen, so gut es kann. Das ist man aber eher erst ab 16/18. Du bist also nicht zu alt.

Fang erst mit den Grundlagen der Reitkunst an. Sei konsequent, aber sensibel und und sanft. Pferde wurden gezüchtet grundsätzlich alles zu machen was ein Mensch will, drum macht es nicht was man will, hat man falsche Signale gegeben und man muss den Fehler meist bzw. immer bei sich suchen.

Achte darauf, dass du linke Seite und rechte Seite ausgeglichen hast (Kraft im linken rechten Bein sollte gleich gross sein wie auf der anderen Seite, sonst trainiere und gleiche aus.

Reite nicht mit Zügeln, sondern mit deinem Gewicht und Beinen. Zügel sind nur für kurze Signale da und man sollte nie zerren.

Sitze so oft auf dem Pferd wie es geht, nur so lernst du es. Eine Frage der Stunden im Sattel. Drum geh ausreiten, auf Wanderritte usw. sobald du einigermassen zurecht kommst. Besonders gut lernt man zb in einer wochenlangen Wanderreitferien. Das ist auch eine der schönsten Möglichkeiten ein fremdes Land kennen zu lernen.

Lerne so schnell wie möglich ohne Zügel zu reiten.

Bedenke, so bald du die Grundlagen hast, wichtiger als reiten ist die Beziehung zum Pferd und die Akzeptanz als Leader auf dem Boden. Die Akzeptanz erlangst du leichter am Boden im täglichen Umgang (putzen!) oder mit Bodenarbeit. Nur ein Pferd dass dich als Leader akzeptiert, ist ein sicheres Pferd. Sobald es dir blind bei jeder Gefahr vertraut, am Boden und im Sattel, ist es vollkommen sicher, DAS ist das Ziel neben der eigentlichen Reitkunst.

Solange du nicht soweit bist, ist der Leader die Reitlehrin und der Besitzer und du solltest nie ohne sie sein.

Viel Spass.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Na ja...

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Natürlich geht das. DAs geht auch mit 40 noch. Also echt.... mit 20 zu alt? Kopfschüttel. In Reken hatten sie mal einen Kurs veranstaltet, wo 70 jährige Reitunterricht bekamen. 70 j., die noch nie auf einem Pferd gesessen hatten, wohlgemerkt.

Ich kenne mich in deiner Gegend natürlich nicht aus, da musst du schon selbst aktiv werden. Hör dich um und rufe die Reitschule an.

Ähem... ob es schwer ist, reiten zu lernen? Nun ja, ich will dich nicht entmutigen, aber Reiten dürfte der schwerste Sport sein, den es gibt. Denn das Sportgerät hat blöderweise auch noch einen eigenen Willen. Ein Leben reicht leider nicht, um Reiten zu lernen. Seufz... Ich reite seit 45 Jahren und meine jetzige Stute (19) wird mein letztes Pferd sein. Oft ertappe ich mich dabei, dass ich denke: "beim nächsten Pferd würde ich das und jenes anders machen." Und dann merke ich: "Es gibt kein nächstes Pferd mehr."

Aber auf der anderen Seite willst du ja auch nicht nach Olympia. Allerdings muss auch ein Pferd, das mit einem Reiter nur durch Wälder und Wiesen wandern soll, einigermaßen anständig geritten werden. Denn Reiten ist mehr als Oben zu Sitzen, nicht runterzufallen und das Pferd zu lenken. Dieses Ziel kann man je nach Sportlichkeit mit 1 x in der Woche in einem Jahr erlernen.

ABer es kommt darauf an, dass man das Pferd so reitet, dass es keinen Schaden nimmt. Seufz... und das dauert leider ein Leben lang. Man lernt niemals aus, auch wenn man nicht nach Olympia will.

Mit 20 kannst du also locker noch anfangen, aber was jeder Reiter, jeder Reitschüler mitbringen muss, ist eine gewisse Art von Biss. Er muss lernen, auch mit Frustrationen klar zu kommen, weil man nämlich das Gefühl hat: "ich lerne es nie." Man muss lange Dürrephasen aushalten können.

Na ja, ein bißchen Mut sollte man auch mitbringen, denn - ja! - man wird auch hin und wieder runterpurzeln. Und wenn man dann vor Angst vergeht, ist das Reiten vielleicht nicht der richtige Sport.

Denn wie gesagt, das Sportgerät lebt auch, nicht nur der Reiter.

IIch habe mit 15 angefangen. Keiner aus meiner näheren Familie hatte je mit Pferden zu tun. Nach einem Jahr hatte ich ungefähr 30 Reitstunden hinter mir und betrachtete mich als fortgeschritten. Und war entsprechend stolz. Dann besuchte uns ein angeheirateter Onkel, der mit Pferden aufgewachsen war. Ich erzählte ihm stolz von meinen Reitkünsten. Und er meinte nur: "35 Stunden? Da kannst du noch nichts. So ab er 100. Stunde bekommst du langsam eine Ahnung davon, was Reiten sein könnte."

Was war ich beleidigt. Heute aber nach 40 Jahren weiß ich, dass er recht hatte.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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