Redoxreaktion Eisen(II)-sulfat und Chlorwasserstoff?

3 Antworten

Von Experte Picus48 bestätigt

Moin,

ja, das liegt nicht so sehr an dir, sondern an der „beknackten” Aufgabenstellung und daran, dass du offenbar wenig „Laborerfahrung” hast (was nicht dein Fehler ist)...

Fangen wir von vorne an:

Zunächst ist das KEINE Redoxreaktion, sondern eine Säure-Base-Austauschreaktion. Gemäß der Regel, dass eine stärkere Säure eine schwächere Säure aus deren Salzen verdrängt, passiert erst einmal folgendes:

FeSO4 (aq) + 2 HCl (aq) → FeCl2 (aq) + H2SO4 (aq)

Da sich hier bei keinem Reaktionsteilnehmer die Oxidationszahl ändert, kann das kein Redoxvorgang sein.

Doch nun kommen die „Metabotschaften” der Aufgabe dazu. Beachte folgende Hinweise:

„... frisch bereitete...”
und
„... eine gelbe Lösung...”

Eisen(II)chlorid-Lösungen sind (je nach Konzentration) grünlich bis tiefgrün. Und wozu der Hinweis auf eine frisch bereitete Eisen(II)sulfat-Lösung? Geht das mit einer älteren Lösung, die schon eine Weile steht, nicht mehr? Und wenn nein, warum nicht? Und warum gibt es diese offenbar unpassende Aufgabe unter den Übungen zu Redoxreaktionen?

Tja, Eisen(II)-Lösungen sind grün, aber Eisen(III)-Lösungen sind (je nach Konzentration) gelb bis (gelb)braun! Moment... gelb!? Stand das nicht in der Aufgabe? Ja, ja, da war von einer gelbgefärbten Lösung die Rede. Daraus musst du folgern, dass in der Lösung die Eisen(II)- in Eisen(III)-Ionen umgewandelt werden. Doch das passiert nicht durch Sulfat- oder Chlorid-Säurereste, sondern durch den Sauerstoff aus der Luft (oxidierende Umgebung). Und dazu musst du wissen, dass in einer oxidierenden Umgebung die Eisen(III)-Kationen thermodynamisch stabiler sind als Eisen(II)-Kationen.

Darum muss das auch mit einer frisch zubereiteten Eisen(II)salzlösung erfolgen, weil bei älteren Lösungen, die schon länger stehen, diese Redoxvorgänge auch ablaufen bzw. abgelaufen sind.

Kommst du nun alleine weiter?

Übrigens der Hinweis, dass in der Lösung Chlorid-Anionen nachweisbar sind, ist - gelinde gesagt - überflüssig. Natürlich sind da Chlorid-Anionen nachweisbar, denn man gibt ja selbst zu der Eisen(II)sulfat-Lösung Salzsäure hinzu! Man führt damit also selbst Chlorid-Anionen ein. Wundert es einen dann wirklich, dass man sie später nachweisen kann?

Wie gesagt, die Aufgabe ist bescheuert gestellt...

Wenn du trotz des Hinweises, dass die Eisen(II)-Ionen mit Hilfe von Luftsauerstoff zu Eisen(III)-Ionen oxidiert werden, nicht weiter kommst, schreib das im Kommentar, dann helfe ich noch weiter.

LG von der Waterkant

Vielleicht ist es ein Schreibfehler, und es müßte Eisen( III) Sulfat heißen. Dann könnte HCl zu Chlor oxidiert werden ( möglicherweise, ich habe die Redoxpotentiale nicht im Kopf )

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Picus48  05.03.2026, 18:23

Aufgrund der Standardpotentiale ist die Oxidation von Chlorid zu Chlor durch Fe(III) nicht möglich. Dazu benötigt man schon potentere Oxidationsmittel, wie beispielsweise Permanganat oder Chromat/Dichromat.

  1. Bei dieser Aufgabe kommt jede Hilfe zu spät. Die Aufgabenstellung ist einfach unsinnig.
  2. 2 Fe³⁺ + 2 I⁻→ 2 Fe²⁺ + I2