Pro Kontra Schwimmunterricht Benotung freiwillig?

5 Antworten

Pro: weil viele Kinder heute nicht mehr schwimmen können, weil die Eltern zu faul sind es ihnen beizubringen. Diese Kinder sollte man dafür nicht bestrafen, sondern ihnen helfen schwimmen zu lernen ohne Druck und Noten.

Contra: Schüler geben sich weniger Mühe wirklich schwimmen zu üben, weil sie wissen, dass es nicht benotet wird. Manche melden sich auch einfach immer krank, weil es ihnen egal ist. Ihnen fehlt ja keine Note.

Rein formal: Nicht der Schwimmunterricht wird benotet, sondern deine Leistung im Schwimmunterricht.

Im regulären Unterricht gibt es eben Noten - warum denn nicht?

Es kommt allerdingsdarauf an, wie die Noten im Schwimmen gegeben werden.

So wäre es verfehlt, die Noten nach den erreichten Qualifikationen und messbaren Streckenzeiten zu geben, da jeder Schüler andere Voraussetzungen mitbringt, die er dann auch noch außerhalb des Sportunterrichtes erworben hat.

Die Vorschriften zur Sportbewertung sehen dann in NRW etwa so aus:

 http://www.schulsport-nrw.de/index.php?id=94

Zitat daraus: Die Leistungsbewertungen ......, in dem keine Klausuren geschrieben werden, erfolgen demnach ausschließlich im Beurteilungsbereich sonstige Mitarbeit. Sie beziehen sich auf alle im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen, also nicht nur auf das erreichte Bewegungskönnen (sportmotorische Leistungen), sondern auch auf die im Zusammenhang mit dem Unterricht erworbenen fachlichen Kenntnisse, methodischen Fähigkeiten und Lernerfolge in den fachspezifisch wichtigen Schlüsselqualifikationen.

Beispiel: Für mich hat ein Schüler, der sich vom Nichtschwimmer bis zum Silberabzeichen mit Mühe durchgearbeitet hat und das erste Mal vom 3m-Brett springt, eine bessere Zensur verdient als der Schüler, der sich nicht anstrengt, aber die besten Zeiten krault, weil er im Verein Leistungsschwimmer ist.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Das hat unser Lehrer auch so ähnlich gemacht im normalen Sport :)

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Über welche Klassenstufen reden wir hier?
Ich hatte Schwimmen nur in der Grundschule und war mir da gar nicht bewusst, dass es eine Note geben würde. Schwimmen fand im Rahmen des Sportunterrichts ausschließlich im Sommer in der Schwimmhalle statt und das auch nur ein paar Wochen lang.

Die Frage ist, welche Lernziele man verfolgt. Wenn es nur darum geht, dass jedes Kind schwimmen lernt, also Seepferdchen und vielleicht noch ein bis zwei weitere Abzeichen macht, dann sollte es keine Noten geben, sondern es sollte der Fokus darauf gelegt werden, dass das jeder schafft und ggf. der Fokus darauf gelegt werden, dass keiner Angst vor dem Wasser hat und kein Mobbing im oder durch den Schwimmunterricht stattfindet. Also auch kein Wettbewerb.

Noten bedeuten, dass man gegeneinander antritt, die Noten vergleicht, dass man ein Ziel erreichen muss - und wenn man das unter Druck macht, lässt sich der Einzelne vielleicht nicht genug Zeit zum Lernen.

Allerdings würde ich dies schon mit einer Anwesenheitspflicht verbinden. Das könnte evtl. in höheren Klassen zum Problem werden; wenn man in der Grundschule gemeinsam zum Schwimmbad aufbricht, dürfte kaum einer schwänzen.

Man muss sich mMn immer fragen, warum man Noten braucht, was die aussagen. Eine 5 in Bio sagt aus, dass man über die Themen des Halbjahres fast nichts weiß, wenig Interesse und wenig Begabung für den Unterricht zeigte. Was sagt eine 5 im Schwimmen aus? Eventuell, dass man Angst vor dem Wasser oder vor Mobbing hatte oder noch länger Zeit gebraucht hätte zum Lernen, weil einem Erfahrungen fehlten, die andere im Frühschwimmen hatten. Wer verkrampft ist, weil er Angst hat, dass er wegen seiner Figur oder Unsportlichkeit ausgelacht wird, dürfte schwer in dieser Situation auch schwimmen oder gar anspruchsvollere Aktiviäten (verschiedene Schwimmstile, Sprünge, Tauchen etc.) lernen.

Notenfreiheit kann diese Angst zumindest etwas mindern, dazu müssten noch strenge Regeln gegen Kommentare, "Faxen", Ärgern oder Ähnliches vor, im und nach dem Unterricht kommen.

Pro Noten: Proargumente sehe ich nur für freiwillige Schwimm-AGs, also wenn sich jeder ein Thema aussuchen muss und andere statt Schwimmen dann etwas anderes machen wie Segeln, Reiten, Leichtathletik etc. in einer Form, die im übrigen Unterricht nicht vorkommt. Es sind dann alles fit und interessiert und wissen, worauf sie sich einlassen und WOLLEN sich in dem Bereich freiwillig weiterbilden als nur bis zum Basiswissen.

In diesem Klima tritt man gern in den Wettbewerb mit den Mitschülern; 5en dürften selten sein, es dürfte eher um die Noten 1 bis 3 gehen.

Übrigens noch ein aktueller Punkt: Was ist mit Flüchtlingskindern, deren Verwandte eventuell vor ihren Augen im Mittelmeer ertranken? Die dürften so stark zum Thema Wasser traumatisiert sein, dass ein Schwimmunterricht nicht zu verantworten wäre.

Ich persönlich bin dagegen das es freiwillig sein soll,denn dann strengen sich die Kinder nicht mehr an,ist ja freiwillig.wer gute Noten will, muss eben was dafür tun.

Was ist das eigentlich für ein Schülerbild? Schüler strengen sich sehr an für freiwillige AGs, Projekte, Unterricht, der Spaß macht und ihnen sinnvoll erscheint. Wer sich nicht anstrengt, weil es keine Noten gibt, hat schon mal ein Grundproblem, das es zu erkunden gilt. Anstrengen heißt hier sich Mühe geben, sich mit der Aufgabe zu befassen, zu versuchen, die Aufgabe zu bewältigen - nicht bis zur Selbstaufgabe an der Aufgabe zu arbeiten!

Sport und auch Schwimmen sind Paradefächer, bei denen das Vorwissen sehr unterschiedlich sein kann, der eine hat schon mit Eltern Fußball gespielt und ist in den Ferien zum Baden gefahren, war früh im Sportverein usw. und der andere hatte diese Möglichkeiten gar nicht und ihm fehlt einfach viel Erfahrung mit seinem Körper und mit Training.

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@Tasha

Das heißt aber nicht das der der keine Erfahrung hat es nicht Lernen kann. Und oft gibts auch Schüler die sich das nicht trauen und die würden dann nichts tun. Und ganz ehrlich die meisten machen nicht alles freiwillig. Das sind eher die wenigsten. Und einige haben eben Vorteile und andere nicht,soll man jetzt alle benachteiligten nicht benoten? Dann müssen sie mehr üben.

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@Peppi26

Sich nicht trauen ist genau das Problem, das kann durch Druck eher noch verstärkt werden: Man macht es dann, hat aber noch mehr Angst als vorher. Und das Problem mit der ungleichen Vorbildung ist vor allem im Sport (oft) eng verknüpft mit dem eigenen Ansehen bei den Klassenkameraden. Wer in Bio schlecht ist, ist das halt, wer in Sport schlecht ist, wird evtl. ausgelacht. Daher muss man hier besonders sensibel vorgehen und viel stärker motivieren als in den anderen Fächern und eben auch unterschiedliche Vorbildung eingehen, gerade bis zur Mittelstufe, weil mangelnde Vorbildung oft von Mitschülern als unsportlich interpretiert wird und unsportlich mit "irgendwie dumm" gleichgesetzt wird. Wer viel Erfahrungen mit Sport hatte (inklusive Schwimmen) und vieles "einfach so kann", versteht als jüngerer Schüler oft nicht, warum es anderen nicht genauso geht und das kann dann leicht auch zum Ausschluss unsportlicher Schüler und damit zu noch mehr Druck und noch mehr Verbindung negativer Gefühle mit dem Fach (und dem Selbstbild) führen.

Daher sollte man gerade Grundwissen hier so vermitteln, dass der Schüler Spaß hat und nicht das Gefühl, dass sehr viel Druck (fehlendes Grundwissen und dann muss man es innerhalb von einer Stunde sofort können) auf ihm lastet.

Viele Menschen können vieles lernen, wenn die Umgebung entspannt ist und sie Zeit haben und man ihnen auch Grundtechniken zeigt, die Begabte einfach intuitiv können. Das gilt besonders für den Sport- und Schwimmunterricht.

Schüler lachen dann gern mal Mitschüler aus, die etwas nicht können, das in ihren Augen "jeder kann". Das können auch Dinge wie Ballwerfen oder -fangen oder Bewegungen beim Schwimmen sein. Es gibt z.B. Kinder, die nicht tauchen können, die stecken den Kopf unter Wasser und bleiben mit dem Kopf an der Wasseroberfläche und das wars dann. Denen muss man also genau sagen und zeigen, wie das geht und ggf. auch Angst vor Ertrinken etc. nehmen, die andere Mitschüler sich gar nicht vorstellen können.

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@Tasha

PS

Ich hatte mein gesamtes Schülerleben von der Mittel- zur Oberstufe Stress im Sport und Angst davor, dadurch ausgeschlossen oder ausgelacht zu werden.

Ich konnte nicht werfen, nicht fangen, nicht zielen. Glücklicherweise haben wir dann ab der der 9. Klasse vor allem getanzt.

Mit 16 hatte ich ein Bowlingtraining mit meinen Eltern, die in der Mannschaft spielten, ich lief also eher so mit. Der Trainer hat uns vier Stunden gegeben und mir in 10 min beigebracht, wie ich zielen soll, etwas, das KEIN einziger Sportlehrer jemals vorher angesprochen hatte, da ging es immer nur um Einführung einer neuen Technik, üben mit Mitschülern, die viel mehr konnten und dann nach ca. 20 min Benotung.

Vergleich: Ein Anfänger einer Fremdsprache soll sich mit einem Muttersprachler unterhalten und dann werden beide bewertet. Der Anfänger versteht gar nichts, kann nicht nachfragen und hat fast keine Chance.

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@Tasha

Du sollst ihn ja nicht ins kalte Wasser schmeißen und sagen schwimm,sondern ich finde jeder muss entsprechend seiner Leistung benotet werden. Gibt er sich Mühe,kann es aber nicht würde ich niemals jemanden schlecht benoten,aber mitmachen muss jeder. Wenn manche keine Noten bekommen, fühlen sich andere benachteiligt die eben dafür benotet werden. Und Druck ist nicht immer schlecht,es kann auch dazu führen daß jemand über sich hinaus wächst. Auch im Beruf gibt's Druck und dem muss man sich irgendwann anpassen.

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@Peppi26

Ich war auch in Sportarten grotten schlecht,dann ist eben so, dafür in anderen ziemlich gut. Ich habe mich aber immer bemüht und mein bestes gegeben. Das Wort aufgeben gibt's nicht,einfach machen,wenn es eben Mal schlecht war ist das so,aber ich habe mich bemüht. Aber wer es nicht versucht, weiß auch nicht was in ihm steckt. Aber deswegen Benotung abschaffen würde ich nicht. Dann wäre singen und zeichnen ja genau so,die einen können das toll und die anderen überhaupt nicht.

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Und das nächste Fach ist dann Sport? Und das danach Deutsch? Und dann ...

Die Schule benotet das, was Du leistest. Wer sich Mühe gibt, kommt vorwärts. Nur darauf kommt es an. Und Mühe geben kann sich jeder!

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