Ost-Berlin und West-Berlin

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Der gelernte Westberliner hieß in der DDR "Ständiger Einwohner von Berlin (West)", darbte unter dem Vier-Mächte-Besatzungsregime, glaubte in der freiesten Stadt der Welt zu leben, wobei er sich auf John F. Kennedy berief und war rundum eingemauert, wobei er genau anders herum den DDR-Bürger vorwarf, eingemauert zu sein. Er war "deutscher Staatsangehöriger" nach dem Reichsstaatsangehörigkeitsrecht des Deutschen Reiches von 1913, was in der DDR politisch für Belustigung sorgte, da man das Deutsche Reich für im II. Weltkrieg als untergegangen betrachtete. In Westberlin lebten die "ewig Gestrigen", in Ostberlin die "Erbauer der Zukunft". So schizophren war das, natürlich wegen der Bonner Ultras und der Revanchisten in den deutschen Landsmannschaften einerseits und den Betonköpfen der SED-Funktionäre andererseits.

NEIN,die westberliner waren NICHT bürger der bundesrepublik, sondern hatten einen eigenen\speziellen personalausweis, der wie ein westdeutscher reisepass von den behörden der ddr anerkannt wurde. westberlin war NIEMALS teil der bundesrepublik:z.b. hatten die westberliner abgeordneten im bundestag einen besonderen status und gelegentliche sitzungen des bundestages in berlin (west) wurden mit schöner regelmäßigkeit von seiten der ddr als auch der sowjetunion als "bruch des viermächteabkommens" bezeichnet, was zum quasi serienmäßigen kasperletheater aller beteiligten staaten und regierungen gehörte, die irgendwie mit dem thema berlin und deutscher zweistaatlichkeit zu tun hatten. die westberliner konnten nach abschluß eines transitabkommens über einige festgelegte strecken in die brd reisen- witzigerweise sogar mit dem fahrrad über autobahnen. ich weiß den namen nicht mehr, es gab aber mindestens einen verrückten, der diese möglichkeit nutzte.

die west-berliner waren keine bürger der bundesrepublik, sondern hatten ihren eigenen westberliner personalausweis und reisepass. genaue daten mußt du ergoogeln, aber nach meiner erinnerung konnten die westberliner ebenso wie bundesbürger erst nach abschluß des sog. transitabkommens über bestimmte grenzkontrollstellen auf festgelegten routen nach westdeutschland reisen. per bahn liefen "interzonenzüge" bis weit in die 60iger jahre zwischen berlin und dem bundesgebiet. die grenzabfertigung im straßenverkehr war von seiten der ddr in den ersten jahren sehr schleppend und schikanös außerdem wurden gebühren für transitvisa erhoben, die erst in den 70iger jahren durch neue vereinbarungen wegfielen. dann normalisierte sich die abfertigung so halbwegs auf internationalen standard, bis mal wieder irgendwelche mißstimmungen zwischen beiden deutschen staaten auftraten.: dann wurde prompt wieder "sehr gemütlich" abgefertigt, so dass gelegentlich staus von mehreren kilometern im westen auftraten, weil im osten die einfahrtsampel auf rot stand.

Ergänzung : Im Berliner Ausweis West stand folgendes

"Behelfsmäßiger Personalausweis

Der Inhaber dieses Ausweises ist deutscher Staatsangehöriger""

Der Polizeipräsident in Berlin Meldestelle 26

Die Bezeichnung Westberlin gab es in den Dokumenten in Berlin-West nicht.

Diese Bezeichnung benutzten die DDR Organe.

Die Bürger Berliner West bezeichneten sich selber gerne als Westberliner,.

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Die Westberliner konnten per Autobahn, Flugzeug oder Bahn reisen. Und wenn sie sich eingesperrt fühlten da waren sie selbser schuld, aber dazu müßte man sachlich die Ursachen der Berliner Grenze untersuchen. Aber das will ja keiner.

mit dem sachlich untersuchen gehe ich mit. Aber mit dem selbst schuld nicht. Kein Westberliner konnte etwas für die Nachkriegsentwicklung und deren politische Entscheidungen.

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