Nachrichten ins Weltall senden

4 Antworten

Wenn Du nicht in die ewigen Weiten des Weltalls willst sondern nur in den Weltraum, dann kannst Du Dich ja mal über die Betriebsart "EME" informieren. EME steht für Erde-Mond-Erde oder Erth-Moon-Erth und bedeutet, dass Du mit einer Richtantenne (z.B. einer Yagi) eine Richtfunk- Aussendung zum Mond "schiesst", der sie dann auf die zurückreflektiert und damit Funkverbindungen möglich macht.

EME wird im Amateurfunk gemacht. Du brauchst hier eine entsprechende vielelemntige Yagi- Antenne und ein paar kW Leistung... und eine Amateurfunklizenz.

Mfg

Hinsichtlich der Nachrichtenübermittlung gelten für den Weltraum prinzipiell die gleichen technischen Regeln wie für den irdischen Bereich auch, von einigen ziemlich beiläufigen Problemen abgesehen. Grundsätzlich strahlt jeder Radiosender seine Signale auch mehr oder weniger (je nach Frequenz, Reflexion und Richtungsbündelung) in den Weltraum ab. Ausgeschlossen ist im Weltraum nur die Schallübertragung.

Um Daten in das Weltall zu senden, benutzt man elektromagnetsche Wellen. Das können z.B. alltäglich gebräuchliche Funkwellen sein oder, wenigstens theoretisch, auch Lichtwellen, wobei Lichtsignale hier energetisch ziemlich ineffizient sind.

Zur technischen Ausrüstung gehört ein Rundfunksender mit der entsprechenden gewünschten Leistung. Davon und von der technischen Ausstattung des jeweiligen Empfängers hängt die Reichweite ab, da gibt es so wenig eine Grenze wie bei Gewicht oder Temperatur. Für Bau und Betrieb des Senders sind nachrichtentechnische Kenntnisse hilfreich. Zur Berechnung der jeweiligen (unter Umständen veränderlichen) Übertragungsstrecken sind astronomische Kenntnisse hilfreich.

Die Intensität der elektromagnetischen Strahlung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Da gibt es nur eine endlose Schwächung, aber keine endgültige "Auflösung". Die auf die Trägerwelle aufmodulierten "Daten" (Ob anlog oder digital spielt hier gar keine Rolle) sind zunächst physikalisch an ihre Trägerwelle gebunden. Wenn diese Daten von einem intelligenten Wesen empfangen werden, können sie von diesem nach Belieben konserviert werden, z.B. über eigenes Gedächtnis, elektronische Speicherung, Weitergabe an Andere, schriftliche Niederlegung und dergl. Auch eine rein maschinelle Speicherung ist machbar, ohne unmittelbare menschliche Beteiligung, wie im irdischen Alltag auch. Was sollte da anders sein?

Noch eine kleine technische Ergänzung:

Eben weil die Intensität mit dem Quadrat der Entfernung ab nimmt, ist man an einem hohen Richtfaktor der Antennen interessiert. Aus diesem Grund benutzt man große Parabolantennen, welche dadurch recht charakteristisch für die Raumfahrt sind.

Gute Antwort!

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@ATmega

Danke, daran habe gerade nicht gedacht. Da haben wir endlich eine Besonderheit in der Raumfahrt-Kommunikation.

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@dompfeifer

...und wenn man die Wellen gut richtet, dann kann man nur einen ganz kleinen Bereich bestreichen.

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@Szintilator

Bei Amateurfunkern sind auch Morsezeichen beliebt: - Im Tastfunk lässt sich für den Empfänger dann die Info viel leichter vom restlichen Wellensalat trennen. So kann man auch mit wenig Leistung erstaunliche Weiten erreichen.

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Lieber dompfeifer, vielen Dank für deine ausführliche und interessante Antwort. Da ich, was Funktechnik angeht, ein absoluter Laie bin habe ich noch eine ergänzende Frage. Wie technisch komplex und finanziell aufwendig ist so ein Sender? Kann ich so einen Sender wohlmöglich im nächsten Elektrohandel kaufen oder handelt es sich da um Spzial-Ausrüstung, die nicht so leicht zu erweben oder zu leihen ist. Der HIntergund meiner Frage ist eine Kunstaktion, bei der Nachrichten ins Weltall geschickt werden sollen. Gar nicht unbedingt weit. Nur raus aus der Erdatmosphäre in die Schwerelosigkeit. Sicher kannst du mir auch hierzu weiterhelfen. Ich sage schon mal Danke und wünsche noch einen schönen Tag. Jimbo

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@JImboJiggler

Ein Sender wie ein Dipol an sich ist ein Stück Draht mit bestimmter Länge. Schwieriger ist es den auch zum elektronischen schwingen zu bringen, ist aber machbar. Dann musst du aber auch die Daten auf das Signal aufmodellieren und auch entsprechend hohe Sendeleistungen erreichen. Das Signal sollte sehr sehr gerichtet sein, also sollte eine Parabolantenne benutzt werden, wozu man eine "Satellitenschüssel" benutzen könnte oder sich selbst eine baut. Wenn der Satellit nicht im geosynchronem Orbit ist, muss eine Nachführung der Antenne vorhanden sein. Bedenke aber, dass es Vorschriften gibt auf welchen Frequenzen und mit welcher Leistung du senden darfst!

Die Schwerelosigkeit kommt übrigens nur durch den Orbit, auf dem sich der Gegenstand bewegt, in Höhe der ISS herrschen immer noch rund 95% der Erdanziehung :)

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Natürlich reicht der einfachste Funksender dazu aus. Denn nach offizieller DEfinition beginnt der Weltraum in 100 km Höhe.

Wenn Du aber mit Weltall wirklich echte Astronomische Entfernungen meinst, dann klappt das leider nicht, denn die Entfernung zum nächsten Stern beträgt über 4 Lichtjahre. Und da die Empfangsleistung mit dem Quadrat der Entfernung nimmt, kommt eine so kleine Signalleistung dort an, dass sie mit dem besten Empfänger nicht mehr detektiert werden kann.

Ich habe es mal berechnet:

Wenn man in 4 Lichtjahren Entfernung ein zweites Arecibo-Observatorium erbaut und mit dem der Erde mit 500kW bei 0.1° sendet, dann kommen etwa 2.66 * 10^-21 W am Detektor an. Wird wohl eher nichts oder ist das detektierbar?

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@ATmega

Upps, verrechnet...

Es ist tausend mal mehr was ankommt, also 2.66 * 10^-18 W dem nach 2.66 Attowatt.

Jedoch lassen sich deutlich kleinere Winkel realisieren, nur eben nicht mit dem Arecibo-Observatorium, welches die nötige Leistung erbringt(ich habe übrigens mit 0.2° gerechnet, nicht mit 0.1°).

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Lieber BurkeUndCo,

vielen Dank für deine leicht verständliche Antwort.

Nein, die Nachrichten sollen gar nicht unbedingt bis zum nächsten Stern reichen. Es reicht, wenn die Nachrichten in der Schwerelosigkeit ankommen.

Wie aufwendig ist für so einen Anspruch das technische Equipment? Kann ich so einen Sender im nächsten Elektohandel kaufen oder handelt es sich dabei doch um "Spezialausrüstung" für Funkprofis?

Sicher kannst du mir auch hierzu weiterhelfen. Ich sage schon mal Vielen Dank! Viele Grüße Jimbo

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@JImboJiggler

Es ist durchaus möglich, die ISS anzufunken, frage mal einen Hobby Funker aus deiner Nachbarschaft :)

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@JImboJiggler

Wie gesagt: der Weltraum beginnt nach offizieller Definition in 100 km Höhe. Ein entsprechender Sender ist kein Problem, und auch nicht besonders teuer. Es gibt ja keine Wände, Gebäude oder sonstige Hindernisse dazwischen. Aber was hast du damit erreicht?

Wenn Du Informationen austauschen willst, dann brauchst Du immer auch einen Empfänger und wer soll das sein?

Die Besatzung der ISS hat sicher anderes zu tun, deren Zeit ist sicher zuu teuer.

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