Mit 13 von Mama geduscht?


16.08.2023, 22:01

Entwarnung: bei mir ist das so aber ich habe mir vorgestellt wie das für mich wäre

Das Ergebnis basiert auf 47 Abstimmungen

Ja 81%
Nein 19%

Entscheidest du das oder deine Mama?

Das ist hypothetisch. Aber schreib einfach beide Möglichkeiten in die Antwort

27 Antworten

Bei einer normal entwickelten Jungendlichen wäre das nicht nötig. Es könnte aber Fälle geben, bei denen es nötig und dann komplett unproblematisch wäre, vor allem, wenn die Tochter eine körperliche Behinderung hat und sich daher nicht alleine duschen kann oder nur unter großen Anstrengungen und vielleicht keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen möchte.

Die Frage wäre: Braucht sie das, möchte sie das, oder empfindet sie es als übergriffig? Im letztgenannten Fall wäre es natürlich absolut tabu und dann wäre, im Falle einer Behinderung, ein Pflegedienst die bessere Lösung.

Und wenn sie das möchte ?

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@Fiona236

Wenn sie das möchte und Mama das möchte/ mitmacht, ist doch alles okay.

Es gibt Familien, in denen ganz selbstverständlich Dinge passieren, die für andere undenkbar sind, und ich rede hier nicht von Missbrauch.

Mein Bruder hatte Downsynddrom und wurde lange bis ins Erwachsenenalter von meiner Mutter geduscht (und sie hat ihm auch beim Säubern nach dem Toilettengang geholfen). Grund war, dass er sich lange Zeit alleine nicht zuverlässig geduscht hat, was aber sein musste, da er sonst an verschiedenen Stellen wund wurde. Beim Toilettengang brauchte er aufgrund kürzerer Arme und Hände Hilfe, weil er sonst nicht ganz sauber geworden wäre (wir hatten kein Bidet, erfuhren aber leider erst zu spät, dass wir Anspruch auf Beihilfe zur Badrenovierung gehabt hätten, um so etwas zu bekommen).

Der Punkt ist: Es kommt auf die Situation an. Normalerweise, also: bei den meisten Familien, möchte der Teenager alleine duschen und auch hinter verschlossener Badezimmertür.

In Einzelfällen kann es Konstellationen geben (Angst vor Wasser, vor dem Ausrutschen, eben körperliche Einschränkugen etc.), in denen es sinnvoll ist, dass auch der Teenager dabei noch Hilfestellung bekommt. Mein Bruder wurde bis er ca. 20 war von meiner Mutter angezogen. Ausziehen konnte er sich meist alleine, anziehen (in die Hose steigen, das Unterhemd in die Unterhose stecken, Reißverschlüsse schließen, Schuhe anziehen) war aber schwierig und klappte lange nicht ohne Hilfe. Das hat ihn nie gestört, das war einfach so, es war für ihn keine Übergriffigkeit oder peinliche Abhängigkeit.

Andere hätten es anders empfunden.

Ein Teenager, der das komplett alleine gekonnt hätte, hätte es als Übergriffigkeit und massiven Stress empfunden, wenn die Mama ihn jeden Morgen angezogen hätte. So etwas wäre dann auch wohl in den Bereich Missbrauch (zumindest auf emotionaler Ebene) gefallen.

Es kommt also sehr auf die Situation an. Auf das Verhältnis von Eltern und Kind, auf die Normen im Haushalt, auf die Gründe, auf den Willen von Mutter und Kind (wer möchte was).

Für autistische Kinder oder Kinder mit massiven Ängsten können ganz andere Sachen normal und sinnvoll sein als für Kinder ohne Einschränkungen.

Meine Eltern haben tatsächlich nach und nach das ganze Haus mit Fliegengitter versehen, weil mein Bruder bis in seine Teenagerzeit ins Bett gebracht werden musste und sehr oft wieder ins Wohnzimmer kam aus Angst, dass "die Spinne reinkommt". Es gab nichts, was ihn davon überzeugen konnte, dass nachts keine Spinnen oder Geister ins Zimmer kommen konnten - bis eben Fliegengitter vor den Fenstern waren, durch die "niemand" mehr reinkommen konnte.

In anderen Familien wäre dieses Verhalten überzogen gewesen, da hätte man schon das Kind überzeugen könnten, dass seine Angst unberechtigt wäre.

Was in einer Familie durchaus übergriffig sein kann, kann in der anderen rücksichtsvoll und sinnvoll sein.

Man sollte aber immer bedenken, wie sich jeder verhält, nicht nur, was er sagt, sondern auch, wie er reagiert, um zu prüfen, ob Regeln oder Abläufe, die früher sinnvoll waren es immer noch sind.

Jeder Mensch, jede Familie braucht andere Regeln und Abläufe. Der eine braucht mehr Freiheit, der andere mehr Sicherheit, einer mehr Unterstützung, einer mehr Anleitung zur Selbständigkeit.

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Also ich denke, es kommt für jeden auf seine eigene Situation ein. Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich auch verhältnismäßig spät gelernt habe, allein zu duschen, allein zu schlafen usw.

Lg Ria

Wenn der 13jährige Teenager Hilfe benötigt (weil beispielsweise grade körperlich eingeschränkt durch eine Verletzung): Absolut legitim. Besser so, als zu stinken.

Wenn der 13jährige Teenager allgemein bei irgendwas Hilfe benötigt (beispielsweise beim Waschen der Haare: Auch kein Problem.

Aber grundsätzlich "weil Mama das so will": fände ich falsch

Nein

Schlimm ist es nicht, wenn das Kind selbst dazu in der Lage wäre, ist es allerdings etwas ungewöhnlich. Aber im Endeffekt geht das auch keinen was an, wie sich wer wäscht, insofern.

Wenn eine Mutter das bei einem körperlich und geistig absolut gesundem Kind tut, stimmt etwas ganz gewaltig nicht.