Mein Hund zieht bei Fremden/Freunden an der Leine?

2 Antworten

Deine Hündin glaubt vermutlich sie müsse die Gruppe schützen bzw. führen wenn ihr mit mehreren Leuten unterwegs seid. Du bist nämlich dann abgelenkt und das spürt die Hündin sofort.

Damit ist sie aber überfordert und reagiert deshalb so hektisch.

Du solltest "Übungsspaziergänge" machen. Also gezielt. Nimm jemanden mit aber sprich vorher ab dass Du Dich auf den Hund konzentrierst - die andere Person ist "nur dabei". Nicht plaudern und abgelenkt sein, sondern dem Hund zeigen dass Du alles unter Kontrolle hast - auch wenn jemand anders dabei ist. Sobald sie hektisch wird, korrigieren, Ruhe ausstrahlen usw. So als wärt ihr alleine. Die andere Person sollte auch Deinen "Anweisungen" folgen. Also stehenbleiben wenn Du es sagst, Richtung wechseln usw. Die Person sollte auch nicht vor Dir laufen sondern maximal neben Dir oder einen Schritt dahinter. Sobald das gut klappt und die Hündin sich entspannt, nimmst Du 2 Personen mit usw.

Geh auch keine unbekannten Wege sondern Gassistrecken die der Hund gut kennt und die für ihn nicht neu sind.

Ich habe leider das selbe Problem mit meinem Hund 🐕 Fiete ist ein Boxer 1 Jahr und 2 Monate alt und benimmt sich wie die Axt im Walde wenn meine Freundin mit uns eine Runde dreht schlimmer noch wenn Sie ihren Hund dabei hat.

Ich fand den Tipp so toll das wir es heute schon ausprobiert haben jedoch lief sie knappe 10 Meter hinter uns für meinen Hund schon eine Herausforderung da er sie so sehr liebt.

Ist es überhaupt Sinnvoll das wir so große Abstände wählen oder sollten diese gleich klein sein und sie nur ein paar Schritte hinter uns gehen ?

Ich wäre sehr dankbar wenn Sie mir helfen würden.

LG Sandra & Fiete

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@SannyausBerlin

Schau erstmal genau wie sich Dein Hund verhält wenn ihr alleine unterwegs seid. Versucht er da auch die "Führung" zu übernehmen ? Also immer vorne zu laufen oder sofort nach vorne zu gehen sobald z.B. irgendjemand kommt ? Dann ist es ein Problem dass Du in der Beziehung zu Deinem Hund hast. Der Hund vertraut nicht darauf dass Du das schon im Griff hast und regeln wirst sondern er denkt er muss das tun. Da musst du erstmal alleine üben.

Wenn Deine Freundin dabei ist dann probiert es mal aus. Wenn er sich da noch mehr aufregt, dann schau mal was er macht wenn Du mit Deinem Hund z.B. hinten gehst - also nur ein paar Schritte - keine 10 Meter. Dann geht Deine Freundin mal hinten - was macht Dein Hund ? Gibt es eine Konstellation in der er sich beruhigt ?

Aber das A und O ist dass Dein Hund es DIR überlässt jede Situation zu bewerten und zu regeln.

Mach Übungsspaziergänge in denen Du genau auf alles achtest. Also z.B. es kommen Leute von vorne - mach Deinen Hund ruhig aufmerksam und sprich mit ihm "Schau da kommt jemand - wir gehen mal zur Seite etc". Es spielt gar keine Rolle was Du sagst aber es muss immer ruhig und entspannt sein. Dann gehst Du etwas zur Seite - lässt die Leute vorbei, sag freundlich "Hallo" zu den Menschen - konzentrierst Dich dabei aber komplett auf Deinen Hund. Wenn er dann Dich anschaut und ruhig bleibt, kurz loben - aber kein Theater draus machen. Wenn irgenwo ein Jogger rumläuft, ein Radfahrer auftaucht usw. - mach ihn kurz darauf aufmerksam und geh dann ruhig und entspannt weiter. Wichtig ist Deine Ausstrahlung - also der Hund soll lernen dass Du das alles siehst und es für unwichtig und ungefährlich bewertest. Er soll sich darauf verlassen können dass DU das schon im Griff hast. Dann wird sich mit der Zeit auch der Hund entspannen.

Es bringt gar nichts einen Hund trainieren zu wollen der draussen nicht auf Dich vertraut. Du musst Dein Verhalten ändern - dann ändert sich auch der Hund.

Für einen jungen Hund ist es eine völlig aufregende Welt da draussen - da gibt es vieles das er als Hund gar nicht einschätzen kann. Er weiss ja nicht was das alles ist was ihm da begegnet (Kinder auf irgendwelchen lärmenden Plastikgefährten, Radfahrer, Menschen die sich komisch bewegen, irgendwelche Gegenstände die auf dem Weg stehen usw.). Was für Dich eine Mülltonne ist, kann für den Hund ein bedrohliches Objekt sein. Oder zumindest etwas das er genauer anschauen und untersuchen will.

Es ist Deine Aufgabe dem Hund wirklich alles zu zeigen und ihm klarzumachen was gefährlich ist und was nicht. Und dass Du in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahrst und das einschätzen kannst. Nur dann kann er sich Dir anvertrauen.

Es ist viel mehr Beziehungsarbeit als "Erziehung" am Hund. Du musst die Motivation Deines Hundes verstehen lernen (Warum macht der Hund etwas) und nicht nur einfach versuchen ein unerwünschtes Verhalten abzustellen. Das funktioniert nämlich nicht und frustriert den Hund. Dann wird er umso mehr versuchen zu tun was er für richtig hält.

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@William1307

Ich danke dir für deine ausführliche Antwort wenn wir beide alleine spazieren gehen ist alles gut er vertraut mir er bleibt zurück wenn unbekannte Dinge irgendwo stehen (gestern ein Autoanhänger) und wartet was ich mache fremde Menschen können 1 Meter neben uns laufen über eine lange Strecke es passiert rein garnichts Fahrradfahrer Interesse gleich 0 Bei Kindern guckt er schon noch gerade die die rum rennen und schreien aber da sind wir bereits dran.

Wir haben eben nur dieses Problem wenn andere dabei sind die er kennt und mag dann dreht er so durch oder meinst du das is noch der jugendliche Leichtsinn ?

Weil er sonst so gut funktioniert bin ich in dieser Situation immer so enttäuscht und auch sehr frustriert was er natürlich merkt.

Fiete ist auch nicht mein erster Hund ich hatte davor auch einen Boxer und dieses Problem hatte ich da überhaupt nicht ja er hat sich auch zu anderen gefreut aber ist trotzdem normal an der Leine gelaufen ....

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Üben und konsequent durchziehen.

Vermutlich lässt du ihr einfach (unbewusst kleinere) Dinge durchgehen, bist angespannter/aufgeregter, unaufmerksamer, später noch gereizt etc.
Das merken Hunde schnell und verhalten sich entsprechend anders.

Auch wenn jemand anderes mit ihr Gassi geht, legt sie den Turbo Gang ein

Völlig normal. "Irgendeine" Person wird ja auch nicht direkt als souveräne Führungsperson angesehen.
Es gibt Hunde, die bei jedem einfach so entspannt mitlaufen und es gibt solche, die eben in jeder neuen Situation, bei jeder neuen Person etc. nochmal prüfen, ob diese und jene Grenze noch gilt.

Solche Situationen müssen auch erstmal separat geübt werden. Von nichts kommt nichts: der Hund kann nur so viel, wie sein Halter ihm beibringt und vermittelt.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Hundehalterin

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