Lohnt es sich von dem Standard Nikon Kit objektiv auf das 18-140mm umzusteigen?

4 Antworten

Hallo

lohnen ? bei Fotografie als Hobby "lohnt" sich weder diese Optik noch eine DSLR.

Am einfachsten ist in einen Laden gehen, die Optik an der eigenen Kamera austesten und daheim die Testbilder auswerten. Die Haptik der Optik reicht denn meisten 18-55 Besitzern schon zum "Impulskauf".

Ein Vergleich der "Schärfe" bzw der optischen Eigenschaften ist komplex und nur für die Brennweiten 18-24-35-50 machbar. Man muss sich halt vor dem Laden ein Testmotiv im Fernbereich und Nahbereich suchen und das mit beiden Optiken und einer Blendenreihe durchfotografieren. Korrekterweise müsste man das mit Stativ, Fernauslöser und SVA machen.

Das ist auch sinnvoll weil Optiken "streuen" und dezentriert sein können. 

Das AFS 18-140 VR ist eine solide Mittelklasse Optik mit für die 24MP Sensoren ohne Tiefpassfilter optimierten WW Ende (war auch bei D3200/5200 mit Tiefpass nötig) und ab 100mm leicht "abbauenden" Tele. Ein Grund dafür ist das Nikon der Optik ein "gutes" Bokeh spendierte (in etwa wie das Olympus 14-150). Ein massives Defizit der Optik ist das diese immer irgendwie und an den Enden "heftig" verzeichnet und dazu "weiche" Ecken hat. Selbst mit abblenden können bei Einsatz der Verzeichnisskorrektur extreme Ecken bei Details "matschig" werden vor allem bei 18mm, zudem gibt es Interferenzmuster bei feinen Details (zb mit Cordstoff testen). Wenn man mit RAW/NEF arbeitet ist das im Postprozess noch recht sauber lösbar, ansonsten hilft cropen. Bei 24MP hat man ja Reserve nur wer 75° braucht ist da am Ende. Die Optik hat ein Metallbjonett ist teilabgedichtet (aber nicht luftdicht), innenfocusiert und kann FTM an neueren Kameras mit entsprechender Firmware (A/M Umschalter). AF Speed ist Mittelklasse, unterhalb denn 16-85 und 18-200 und etwas über dem 18-105. VR ist ohne "Dynamikmodus" aber soweit auf einer Messe erkennbar recht gut. Optik kommt ohne Streulichtblende und braucht diese auch vermutlich nicht. Flare ist kein Problem im WW Bereich und oben raus ist die Streulichtblende eh zu kurz.

Der Zoombereich von 28-210mm Kleinbild überdeckt die klassischen Reportageausschnitte der 70er Jahre (28-35-45-55-75-90-105-135-180)

Bedenkpunkte sind

- die AFS/AFP 18-55 VR II nach 2013 (Faltzooms) haben alle eine etwas bessere optische Leistung auch im WW Ende und Verzeichnen sichtbar weniger. Das 18-140 wirft quasi nur seine bessere Fassung, mehr Bokehgüte und die lange Telebrennweite für um 300€ in die Waagschale. Weiterhin hat es um f4.5 bei 55mm Brennweite und damit mehr Freistellung. 

- das 18-140 ist als Reisezoom ausgelegt und keine echte Konkurenz für die AF Geschwindigkeit das AFS 18-200 VR und diese Optik ist in Grundstellung etwa gleich gross und eine Tafel Schokolade schwerer aber dafür auch in einer Pro-Fassung. Das 18-200 wird jetzt bald 15 Jahre gebaut und braucht als Reportageoptik keine hohen Auflösungen aber hohe Kontrast und geringe Verzeichnungen insofern sind die Optiken nicht direkt vergleichbar sonderen haben unterschiedliche Schwerpunkte/Käufer.

- bei Sigma und Tamron gibt es "mehr" Reisezoom fürs Geld gerade das Sigma 18-250 OS HSM kann trotz fast doppelten Zoomfaktor bei der optischen Qualität mithalten und ist zZ im Ausverkauf günstig schnappbar. Auch das Sigma 18-200 C OS HSM ist in der Preislage Aber diese Optiken haben keinen FTM und ist im AF Bereich schlechter. Das Bokeh ist im allgemeine unruhiger aber im mittleren Brennweitbereich durchaus OK 

- das AFS 18-105VR kostet um die 50% weniger und ist in der optischen Leistung ähnlich gut aber homogener und verzeichnet weniger. Nachteil vom 18-105 ist das Plastikbajonett (Sollbruchstelle) und andere "Sparzonen".

- wenn man ein langes Teleende braucht ist 140mm zu Kurz und qualitativ nicht so prikelnd. Ein AFS 55-300 VR ist Sinnvoller oder ein Tamron 70-300 VC USD

"Problem" bei Nikon ist das es dort keine "Gurkengläser" gibt und selbst die billigen 18-55 "gute" Optiken sind bzw diese wenn es nur um homogene Auflösung geht auch teuere Optiken von Nikon "überholen". Die 24MP Sensoren bzw deren Beugungsgrenze zwingt die Objektivhersteller dazu schon bei Blende 5.6-8 die Maximalleistung zu lieferen und das ist bei "Dunkelzooms" nur durch opfern anderer Eigenschaftem machbar dabei wird meist mehr Farbsaumneigung, Astagtismus, Vignetierung und Verzeichnung toleriert weil man diese Bildfehler im Guggkastensuchern nicht sieht und aus dem Bild "rausrechnen" kann.

Das 18-140 ist einzeln betrachtet eine gute Optik und Canon Fotografen hätten gerne was vergleichbares zu der Preislage.

Das Problem der meisten Einsteiger DSLR Käufer ist das diese Kopflos/Planlos/unstrukturiert einkaufen und immer erst mal die "grösste" DSLR und billigste Optik nehmen auch wenn es langfristig kein cleverer Kauf ist. Zum Kitaufpreis von um 60-€ wäre das 18-105VR und für um 150€ das 18-140 VR im Karton gelegen. Durch einen Nachkauf des 18-140 hat man um 150-200€ Preisvorteil "versemmelt" dafür gibt es das AFS 35/1.8 DX oder das AFS 50/1.8 FX

Ob es sich lohnt einen um 85mm längeren Brennweitenbereich zu haben für 270.-? Das musst Du wissen. Die Bildqualität ändert sich laut DXO-Mark weder wesentlich zum Guten noch zum Schlechten. Das Objektiv eines Drittanbieters mit etwas weniger Zoombereich, als das Kit und dafür etwas mehr Lichtstärke würde es etwas bessere machen https://www.dxomark.com/Lenses/Compare/Side-by-side/Nikon-AF-S-DX-NIKKOR-18-140mm-F35-56G-ED-VR-on-Nikon-D5200-versus-AF-S-DX-Zoom-Nikkor-18-55mm-f-3.5-5.6G-II-ED-on-Nikon-D5200-versus-17-50mm-f-2.8-EX-DC-OS-HSM-Nikon-on-Nikon-D5200__1208_850_160_850_377_850 aber dir gehts wohl eher ums Ranzoomen und da bleiben die Werte auf Kitniveau.

Naja. Ich möchte dir das AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR ans Herz legen.

70mm sind mir zu nah dran für nen "Kit" objektiv

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würde das dann als Kit objektiv benutzten

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Als Quasi Kitobjektiv ist das 18-140mm natürlich absolut tauglich.

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