Kündigung wegen keiner Krankmeldung?

9 Antworten

Ich würde an deiner Stelle gegen diese Kündigung vorgehen. Du musst dafür allerdings innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage erheben.

Fakt ist, dass du dich nicht krank gemeldet hast und dass das ein Verstoß gegen deine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen ist. Dass du dafür eine Abmahnung kassierst, ist durchaus berechtigt, auch wenn du deine psychischen Probleme glaubhaft machen kannst.

Selbst unter psychischer Last wird von dir verlangt, dass du dich krank meldest, denn der Arbeitgeber muss ja irgendwie seine Arbeit disponieren können. Auch wenn es dir noch so schlecht geht, raffe dich bitte künftig auf und schleppe dich ans Telefon!

Was ich bedenklicher finde, ist die Geschwindigkeit, mit der die Abmahnung und die Kündigung aufeinander folgen. Eine Abmahnung soll einen Arbeitnehmer veranlassen, seine Verpflichtungen künftig exakt einzuhalten. Die Chance scheint man dir nicht gegeben zu haben, sondern man hat dich - nachdem du auch noch eine psychische Erkrankung als Grund angegeben hast - schnellstmöglich zu entsorgen versucht.

In deinem Fall würde ich aber einen Fachanwalt für Arbeitsrecht befragen, welche Chance du vor dem örtlich zuständigen Arbeitsgericht hast.

Man wird es nicht glauben, aber da gibt es große Unterschiede. Die Klage aber kannst du erst mal auch ohne Anwalt einreichen. Hier drängt die Zeit.

Woher ich das weiß:Beruf – langjährige Tätigkeit im Personalbereich

Nach spätestens 3 Tagen musst du ein Attest vorlegen. Manche Arbeitgeber verlangen sofort ein Attest, und das ist ihr Recht.

Ob eine Kündigung in deinem Fall gerechtfertigt ist kann ich nicht sagen.

Aber das du in der Woche keinen einzigen Moment gefunden hast, dich zu entschuldigen halte ich für eine Ausrede. Es hätte genau so gut ein anderer für dich anrufen können, möglicherweise sogar dein HA.....

Nach spätestens 3 Tagen musst du ein Attest vorlegen.

Wo, in welchem Gesetz soll das denn wohl konkret stehen?

Im Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG - das hier infrage käme - jedenfalls nicht!

0
@Familiengerd

Herzlichen Glückwunsch! 💐

Du hast soeben den Senftopf in Gold gewonnen!

Anstatt hier sämtliche Antworten von Usern zu korrigieren, bitte ich darum, als erstes dem FS seine Frage bestmöglich zu beantworten. Danach darfst du nach Herzenlust dein unerschöpfliches Almanach an Wissen ausleben!

0
@Cepha
Anstatt hier sämtliche Antworten von Usern zu korrigieren

Ich habe nicht "sämtliche" Antworten korrigiert, sondern bei drei- z.B. Deiner - wegen einer bestimmten Aussage nachgefragt und bei zwei Aussagen zur fristlosen Kündigung kommentiert. Die Frage selbst habe ich nicht beantwortet, weil für eine sachgemäße Antwort die Umstände des Falles viel zu unpräzise sind.

Außerdem steckt in meinem Kommentar z.B. zur Antwort von Mila175 mehr grundsätzlich Substanzielleres zur Frage als in den Antworten hier!

Und was Deinen Link betrifft:

Wo steht da irgend etwas davon, dass nach spätestens 3 Tagen ein Bescheinigung vorgelegt werden müsse? Nirgends!

Offensichtlich "durchblickst" Du den Sachverhalt nicht richtig! Wenn Du wissen willst - vielleicht ist das ja der Fall, und eventuell lernst Du sogar noch etwas, denn auch der Artikel nach diesem Link hat Dir beim Verständnis wohl nicht weiter geholfen -, wie es sich damit richtig verhält, dann lies meine Antwort unter https://www.gutefrage.net/frage/bis-wann-muss-man-die-krankmeldung-bei-seinem-arbeitgeber-einreichen#answer-324867177 .

Im Übrigen musst Du schon - gefälligst - mir überlassen, wann ich selbst eine Antwort geben (und an kompetenten und hilfreichen Antworten zum Thema Arbeitsrecht mangelt es bei mir nicht!) und wann "nur" kommentiere oder nachfrage.

Den "Senftopf in Gold" - was immer das heißen soll - verdient man mit Antworten wie Deiner und den anderen hier!

0
@Familiengerd
Nicht selten gehen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber davon aus, dass es keiner Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AUB) vom Arzt bedarf, wenn sie weniger als drei Tage krank sind und diese Zeit wird häufig als „Karenztage“ bezeichnet. Bei einer bis zu drei Tagen dauernden Erkrankung besteht nach den gesetzlichen Regelungen keine Attestpflicht. Somit muss die AUB dem Arbeitgeber spätestens am vierten Tag nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit zugegangen sein. 

Steht da also nicht!?

Das der AG eine AU ab dem 1. Tag verlangem kann, laut Rechtslage habe ich in meiner Antwort ebenfalls erwähnt!

0
@Cepha
Steht da also nicht!?

Nein, tut es nicht!

Oder wo siehst Du da eine Bestätigung für Deine Behauptung "Nach spätestens 3 Tagen musst du ein Attest vorlegen."??

Offensichtlich verstehst Du nicht den Unterschied oder verwechselst einfach nur die konkreten Begrifflichkeiten,

1. wann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss, und

2. ab welcher Dauer der Erkrankung er ihre Bescheinigung durch einen Arzt verlangen kann.

Zu 1.: Hier schreibt das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 5 "Anzeige- und Nachweispflichten"Abs. 1 Satz 2) vor, dass die Bescheinigung (spätestens) am 1. (eigentlichen individuellen) Arbeitstag des Arbeitnehmers, der auf den 3. Tag der Erkrankung folgt, vorgelegt werden muss.

Nur für diesen gesetzlichen Fall gibt es also eine konkrete Bestimmung, wann die Bescheinigung dem Arbeitgeber tatsächlich vorgelegt werden muss; für alle anderen Fälle gilt, das die Vorlage unverzüglich, also ohne (schuldhafte) Verzögerung geschehen muss. Üblicherweise reicht dafür die Zustellung per Post. Der Arbeitgeber darf aber verlangen (das muss dann spätestens geschehen, wenn der Arbeitnehmer sich bei ihm - in der Regel telefonisch - krankmeldet), dass die ärztliche Bescheinigung sofort, also am gleichen Tag vorgelegt wird - selbstverständlich nur, wenn das dem Arbeitnehmer praktisch überhaupt möglich und zumutbar ist (wegen der Art der Erkrankung, der Entfernung zum Arbeitsort, der Möglichkeit der Erreichbarkeit).

Zu 2.: Nach dem EntgFG § 5 gilt, dass eine Bescheinigung erst erforderlich ist, wenn die Erkrankung länger als 3 Tage dauert (die ersten 3 Tage müssen dann nicht nachgewiesen werden).

Davon darf der Arbeitgeber abweichen und - wie Du (ausnahmsweise) richtig sagst - eine Bescheinigung schon für den 1. Tag der Erkrankung verlangen. Für die tatsächliche Vorlage beim Arbeitgeber aber (von der Du fälschlich behauptest: "Nach spätestens 3 Tagen musst du ein Attest vorlegen.") gibt es für diesen Fall keine gesetzliche Vorschrift, wann die Bescheinigung dem Arbeitgeber tatsächlich vorgelegt werden muss, sondern nur die von der Rechtsprechung entwickelte allgemeine Vorgabe, dass sie unverzüglich zu erfolgen habe (siehe unter "zu 1.").

Ich hoffe, Du hast jetzt verstanden, was der Unterschied ist, den Du bei Deinen Äußerungen nicht beachtet hast.

0

Wenn ich es richtig verstanden habe, hast du trotz Abmahnung wieder unentschuldigt gefehlt. Das ist ein Grund für eine Kündigung. Da du keine AU vorgelegt hast, bist du für den AG nicht krank.

Die Kündigung ist rechtens.

Man muss spätestens zum Arbeitsbeginn sich telefonisch bei dem Vorgesetzten abmelden.

Und innerhalb von drei Arbeitstagen muss die Krankmeldung bei dem Arbeitgeber sein.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Und innerhalb von drei Arbeitstagen muss die Krankmeldung bei dem Arbeitgeber sein.

Wo, in welchem Gesetz soll das denn wohl konkret stehen?

Im Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG - das hier infrage käme - jedenfalls nicht!

1

Das kommt auf die Kündigungsbedingungen an.

Im Prinzip hast Du eine Abmahnung bekommen. Wenn man sich anschließend erneut etwas zu schulden kommen lässt berechtigt das meines Wissens nach in der Regel zur fristlosen Kündigung.

berechtigt das meines Wissens nach in der Regel zur fristlosen Kündigung

So allgemein: Nein!

Das berechtigt zunächst einmal "nur" zu einer ordentlichen Kündigung - wenn für die vorangegangene Verfehlung das Aussprechen nur einer Abmahnung reichen sollte; denn bei geringfügigen Verfehlungen (sofern sie denn eine Abmahnung rechtfertigen) kann nur eine Abmahnung bei Wiederholung unter Umständen nicht ausreichend sein.

Für eine fristlose Kündigung im Wiederholungsfall ist Voraussetzung, dass eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses selbst für die Frist einer ordentlichen Kündigung nicht mehr zuzumuten ist.

0

Was möchtest Du wissen?