können sich Autisten wenn sie WOLLEN in andere hineinversetzen, um die zu verstehen?

4 Antworten

Manche können es gut, andere mit Konzentration, andere können es nicht. Jeder Autist ist anders. Gemeinsam ist ihnen nur, dass ihnen der Perspektivwechsel als Kind relativ schwer fällt.

Das fällt aber auch glaub ich adhs'lern schwer, so wie ich hörte

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@MagKuscheltiere

ADS und Autismus haben einen gemeinsamen Kern: Die "Intense World", also die überfeine Verarbeitung von Sinnesreizen.

Dass sich daraus ähnliche Symptome ergeben, erklärt sich von selbst.

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Autisten können dies vermutlich genauso wenig wie umgekehrt sich neurotypische Menschen sich eben nicht in Autisten hineinversetzen können. Wären die Autisten in der Überzahl, dann hätten eben die Neurotypischen eine "Entwicklungsstörung". Wir leben in einer verrückten Welt!!!!

Also ich (Autist) kann mich hervorragend in Andere hinein versetzen um ihre Gefühle zu verstehen oder ihre nächste Handlung vorraus zu sagen.

mich hervorragend in Andere hinein versetzen ...

Also das kann mein autistischer Sohn auch - vorhersagen, was ich als nächstes tue, nämlich dann, wenn es sich um eine bekannte Standardsituation handelt.

Geht es allerdings um Situationen, welche Erwachsene normalerweise aus ihrem Wissen und Verständnis heraus leicht lösen können, er (29) aber diese Situation nicht kennt, dann ist er völlig ratlos und hilflos.

Wenn du das Beschriebene wirklich kannst, dann hast du möglicherweise nur leicht autistische Züge. Und wärst damit nicht unbedingt repräsentativ für Autisten.

Mein Sohn erzählt mir mitunter von Vorkommnissen mit Personen, die aus seinem Umfeld stammen. Er geht jedesmal davon aus, dass ich diese Personen genau so detailliert kenne - weil er sie kennt. Es irritiert ihn auch heute noch, wenn ich ihn dann unterbreche und frage "Wer ist XY?"   Dann antwortet er ganz erstaunt "Na, die aus der Bäckerei, die sich im letzen Jahr ..."

"Muss ich die kennen?"  "Wieso - kennst du die nicht ???"

Schritt für Schritt "erarbeiten" wir dann, dass ich weder die Bäckerei auf seinem Arbeitsweg noch die Verkäuferin dort kenne.
Nach und nach wird meinem Sohn dann bewusst, dass seine Kenntnisse nicht sofort auch meine sind.

Diese Art Dialoge gibt es, seit er nicht mehr zu Hause wohnt - also seit 15 Jahren.

Er kann sich nicht merken, dass andere Menschen einen anderen Wissens- oder Erfahrungshintergrund haben, was den Bereich von Erlebnissen und Personen betrifft. Auch das ist ein Aspekt des "Sich-nicht-in-andere-hineinversetzen-könnens".

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