Können Pferde auch NUR Müsli essen?

7 Antworten

Es gibt Pferde bei uns die einer Isländerzüchterin gehören, deren Jungpferde in reiner Weidehaltung gehalten werden,die bekommen dann aber auch kein Müsli. Die sind sagenhaft gesund und munter. Die stehen, liegen, leben voll auf der Weide und ich habe noch keine gesünderen Pferde kennengelernt als diese.

Die Weiden sind sehr groß, recht mager, mit sehr viel Überstand, Bäumen und Büschen.

Eine Haltung wie du sie beschrieben hast wäre aber so nicht richtig, da die Pferde nachts nichts Fressen können. Das ist nicht gut für die Verdauung.

Aber im Grundprinzip bin ich durchaus der Meinung das ein Pferd vom Gras alleine leben kann. Allerdings sind unsere Pferde allesammt ob Box oder Offenstall nichtmehr in der Lage sich ihr Futter das sie wirklich brauchen zusammenzusuchen, und genau hier ist das Problem. Also müssen wir versuchen unsere Pferde so natürlich wie möglich zu füttern und das heißt bei uns auch Heu. -Da auf den wenigsten Weiden noch überständiges Gras steht. -Die Weiden überweidet sind und somit Vitamin und Mineralstoffarm sind.-Und die Sortenvielfalt immer mehr abnimmt.

Ja, das ist das Problem der Flächenbesiedlung bei uns. Kein Mensch kann sich so viel Weidefläche leisten, dass wirklich immer kniehohe Weiden zur Verfügung stehen. In nicht so dicht besiedelten Gegenden gibt es ein paar wenige Glückspilze, in Bayern beispielsweise sehe ich da weit und breit keine Chance.

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Meine Hafis stehen 24 Stunden auf der Weide im Sommer, im Offenstall mit Weide und 24 Stunden Heu im Winter.

Dabei muss man schon gut gucken, wann sie auf welche Weide kommen und wie die Weide vom Graszustand aussieht. Je mehr graues heuartiges Gras umso besser.

Sie bekommen KEIN Müsli. Und auch sonst kein Schnickschnackfutter außer Mineralfutter und Leinbrot im Fellwechsel.

Wir gehen erst spät im Frühjahr raus (diesmal erst Anfang Juni) wenn das Gras gut überständig ist. Meine können sich jederzeit auf großen Hangweiden frei bewegen.

Ich habe am Anfang bei dem Kleineren, den ich als Absetzer bekommen habe, zu vermenschlicht gedacht, dass Gras und Heu ihm bestimmt nicht reicht. Das genau tut es aber sehr wohl. Dieses ganze Beifutter ist relativ überflüssig in meinen Augen.

Leider ist es aber so, dass die wenigsten Müslis wirklich pferdegerecht sind. Da wird Zeugs reingekippt, damit es für den Menschen lecker riecht und Zuckerzeugs (Melasse ist Zuckersirup) damit das Pferd diesen Ramsch auch frisst.

Aber wirklich nutzen tut das nix.

Das Pferd ist ein Dauerfresser, weil der Magen ständig was zu tun braucht. Bei den heute normalen Stehpausen in der Box passiert das Folgende: das Pferd hat nix mehr im Magen. Daraufhin beginnt der, sich selbst zu verdauen dank der sehr säurehaltigen Magensäure, die eigentlich das Gras verdauen soll.

Ergebnis: Magenprobleme, Magengeschwüre.

Sag Deiner Freundin, sie soll jeden Abend ihrem Pferd einen prall gestopften Futtersack oder ein engmaschiges Futternetz mit Heu oder mit einem Heu- Strohgemisch mit mehr Heu als Stroh hinhängen.

Dadurch ist das Pferd länger beschäftigt und der Magen hat was zu tun.

Übrigens: Tiere fressen. Menschen essen. Meistens jedenfalls. ;-)

Okay danke an alle :-) Ich werde das meiner Freundin AUF JEDEN FALL sagen!!

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Bei den Menschen bin ich mir da nicht so sicher, wenn ich mich mittags in der Kantine so umschau... ;)

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Würde ich nicht machen.

Unsere Weiden sind zu energiereich für Pferdehaltung, hätte ich die Möglichkeit würde meiner nur sehr begrenzt den Zugang zu Weide bekommen (2-3Stunden über den Tag verteilt).

Hochwertiges Heu aus dem ersten Schnitt hingegen ist für das Pferd unverzichtbar, dies sollte 24Stunden am Tag zu Verfügung stehen.

Dabei gilt, 2kg Heu pro 100kg Pferd.

Ein Großpferd wiegt zwischen 500 und 600kg als Info

Müsli ist das Mc. Donalds für Pferde, es macht sie krank, schadet dem Stoffwechsel, der Verdauung, sorgt dafür das Pferde verfetten usw.

Also kein geeignetes Pferdefutter.

Ein hochwertiges Mineralfutter sollte jedes Pferd gefüttert bekommen, allerdings bekommt man dieses nicht für 30Euro a 10kg MiFu, da die Rohstoffe in der richtigen Bioverfügbarkeit schon deutlich teurer sind.

Kraftfutter ist nicht unbedingt Notwendig und wenn Notwendig dann sollte aufgrund der Verwertbarkeit auschließlich ungequetschter Hafer verwendet werden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Jahrelange Hunde Erfahrung

Danke schonmal :) Aber Heu ist heitzutage so teuer,es gibt keine andere Möglichkeit,man kann das Heu nicht ganz sein lassen,oder?

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@Dorina6794

Tierarztrechnungen um Krankheiten zu behandeln die aufgrund fehlendes Heu und minderwertiger Fütterung entstehen sind deutlich teurer als Heu.

Und wenn man sich eine Artgerechte Fütterung nicht leisten kann, sollte man das Pferd abgeben.

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@Dorina6794

Wenn man bei der Pferdehaltung jeden Cent zweimal umdreht, geht das letztendlich immer auf Kosten des Tieres. Also: Wenn ihr euch es nicht leisten könnt/wollt, haltet keine Pferde!

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@Dorina6794

Ich kriege das K*tzen!!!!!! Ich kann das gerade nicht so diplomatisch ausdrücken wie Wolpertinger! Der verdammte Geiz hört auf, wenn es um die Gesundheit der Tiere geht. Wenn "Deine Freundin" zu geizig ist, ihrem Pferd ordendliches Futter zu geben, dann soll sie es abgeben. Dieses Zickenpack, daß selbst immer die aktuellste Reitmode trägt und nichts für das Pferd übrig hat verursacht mir Brechreiz.

Wer sich kein Pferd leisten WILL, der sollte es lassen. Es geht nicht um leisten können. Ich kann mir meine 10 Pferde auch nicht leisten. Aber das geht zu lasten meiner eigenen Lebensqualität. Die Pferde bekommen ihre 6t (6000 Kg) erstklassiges Heu im Monat. Und wenn ich dafür selbst nichts zu Fressen habe.

Verdammte "Geiz ist g*il" Mentalität!!!!!!

Evtl. sollten die Leute von GF mal iher Moralvorstellungen wegen gewisser Worte überdenken. Wir sind hier nicht im Mädchenpensionat.

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@Dorina6794

Arrrgh! Um Himmelswillen! Nein.

Heu kann und DARF man nicht "ganz sein lassen". Gras kann man lassen. Müsli kann man lassen. Aber Heu kann man auf gar keinen Fall lassen.

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Absolut zu unterstreichen!

Was den Heupreis angeht: Deshalb glaube ich diesen "Billigställen", die behaupten, für 100 Euro Pferde in Haltergemeinschaften aufnehmen zu können, auch nicht. Denn ein Pferd frisst nunmal für etwa dieses Geld schon alleine Heu im Monat und was ist dann mit Instandhaltungskosten, Strom und Wasser und vielem mehr? Wenn ich mir die dann anschaue, weil ich ja immer wieder höre, dass nicht mehr bezahlt wird, so stecken da meist zwei Dinge dahinter: Diese Heuqualität, die die haben, würden meine Pferde selbst unterwegs am Straßenrand nicht nehmen dürfen, denn die macht Pferde krank und meist rechnen die Eigner einen kleinen Kauf bei BayWa oder ähnlichem, also mal schnell rüber fahren und 100 m Koppelzaunband kaufen, nicht mit. Das heißt, der Stalleigner spendiert sehr viel Geld, weil es ihm zu blöd ist, diesen "Kleinkram" auszurechnen. Daran mussten schon viele scheitern, weil ihnen ihr Geld plötzlich nicht mehr gereicht hat.

Wolpertingers Gedanken, die Weidezeit zu begrenzen, teile ich aber auch nicht, weil ich das bei uns beobachten kann, da gibt es die Möglichkeit über eine Selektionstüre. Unsere, die 24 Stunden freien Zugang zur Weide haben, mögen im Normalfall nur wenige Stunden raus, laufen da viel, fressen gemäßigt. Die rehegefährdeten, denen man die Weiden sperrt, können zwar nur 3 Stunden raus, aber wenn sie draußen sind, gibt es nichts, aber auch rein gar nichts außer futtern, futtern, futtern, was rein geht ins Perd. Die gehen dazwischen nicht zur Heuraufe, wie es unsere spätestens nach 30 min Gras machen, weil denen die Weidezeit zu wertvoll ist. Das kann man vergleichen mit einem Menschen, der sich selbst nie Knabberkram kauft und dann bei einem gemütlichen Vereinsbeisammensein das Wurstbrot stehen lässt und die Tüte Chips und danach noch die Flips und was so da ist, an sich reißt, weil er soooo selten sowas bekommt. Ob das gesünder ist als über's Jahr verteilt händchenweise zu knabbern, ist fraglich.

Müsli würde auch ich in der Tat gar nicht geben, es sei denn, mein Pferd kann grad ein bisschen Junkfood vertragen.

Das gute Mineralfutter erkennt man neben dem Preis wegen der Bioverfügbarkeit auch daran, dass es eben kein Junkfood-Müsli mit Mineralien ist, sondern ein Futter nur aus Mineralien. Von dem gibt man im Normalfall 80 Gramm pro Tag, also einen größeren Messlöffel.

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@Baroque

DH! Absolut richtig.

Die Rehegefährdeten, die man nur wenige Stunden am Tag aufs Gras lässt, die wissen ganz genau, dass danach Schmalhans wieder Küchenmeister ist und die hauen sich in dieser Zeit so dermaßen die Hucke voll mit lecker saftig grünem Gras, dass man dadurch sehr schnell auch wieder Reheschübe oder andere Kalamitäten aufs Pferd beschwört.

Wobei ich mal davon ausgehe, dass ein Pferd, in das ich noch Müsli reinkippen mag eher zu schmal als zu gut im Futter sein wird, also eher ein Kandidat für Magenprobleme oder Mangelerscheinungen sein wird.

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@Zousaittout

Ach, das Auge ist so an fette Pferde gewöhnt, dass ich genug dicke sehe, die mit 100 kg Übergewicht immer noch täglich 1 bis 2 kg Müsli bekommen. Wenn heute ein Pferd wirklich top sportlich ist, also eigentlich ein rundum schönes Tier, kann es einem schon passieren, dass es als Mager bezeichnet wird, weil man nicht dran gewöhnt ist, Konturen zwischen den Muskeln erkennen zu können.

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@Baroque

@Baroque, Charlie ist aufgrund seiner Lebensgeschichte wie ein spanischer Straßenhund, der steht jetzt durchschnittlich 8-10Stunden auf der Weide und frisst und frisst und frisst - und vom Gras bekommt er einfach Kotwasser.

Das hat er nicht, wenn er begrenzt Weidezugang hat und dafür vermehrt Heu frisst.

Alles sehr individuelle Entscheidungen - Weide ja/Weide nein.

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Ok

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Zum Thema " Müsli ist das mc Donalds fürs Pferd" ist totaler Blödsinn. Ich füttere meinen seit Jahren Müsli als Kraftfutter 1,5 kg pro Tag er wird 3-4 mal die Woche im Gelände geritten. Er ist weder fett, noch hatte er Kolik oder verdauungsprobleme. Im Gegenteil: Verdauung funktioniert super :) Lasse regelmässig ein Blutbild machen und wir hatten weder eine über- noch eine Unterversorgung. Mineralfutter muss ich noch zufüttern da das Müsli ausreichend mineralisiert liberalisiert. Also wo habt ihr das nur alle her das Müsli ungesund sei???

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Fragen wir mal anders,

kannst du dich nur von Süßigkeiten ernähren?

Denn in etwa das ist Müsli für Pferde.

Das Heu für Pferde ist so wie das Brot, die Kartoffeln, Nudeln oder Reis für uns Menschen. Es sorgt dafür das wir etwas im Bauch haben und satt werden und bleiben.

Jedes Pferd sollte ausreichend Heu bekommen. Pferde sind langsam Fresser und schnell trinker. In der freien Wildbahn laufen die Pferde viel um ausreichend Futter aufzunehmen. Bei uns stehen Sie in der Box oder auf fetten Weiden.

Raufutter ist sehr wichtig für Pferde, du wirst ja vom Bonbons lutschen auch nicht satt.

Wenn Pferde über den Tag verteilt nicht genügend Fütter (also auch im Volumen) aufnehmen drohen hohe Tierarztrechnungen wegen Koliken und Magengeschwüren woran ein Pferd dann ein Lebenlang zu leiden haben.

Es spricht nichts dagegen nach dem reiten mal ne Hand voll Müsli oder Hafer zu füttern, aber in Maßen und nicht in Massen. Heu oder Heulage und Stroh ist immer die Bessere und günstigere variante.

Och, wenn man sich ausreichend Bonbons reinpfeift, dann hört der Hunger irgendwann auch von selber auf.

Bloss: auch DAS hat dann Konsequenzen, wie alles IMMER Konsequenzen hat.

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@Zousaittout

Kann ich so nicht bestätigen, hab von Süß- und Knabberkram immer zuerst Magen-Darm-Probleme, lange bevor Sättigung einsetzen würde, von daher kam ich noch nicht so weit.

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Wenn das Pferd sein Müsli am Abend sein Müsli gefressen hat, sollte es dann die ganze Nacht nichts zu fressen bekommen, auch kein Stroh?

So lange Fresspausen sind für den Verdauungsapparat der Pferde tötlich!

Ansonsten stimme ich Wolperdingers Antwort zu

Richtig. Als Faustregel sagt man, ab 4 Stunden Leerlauf gibt's definitiv Magengeschwüre.

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