Kind bekam kein Weihnachtsgeschenk - anonym beschenken?

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Erstmal: Ich finde es super anständig und lieb von dir, so zu handeln!

Allerdings wäre ich doch etwas vorsichtig. Denn du kennst mitnichten den Grund, warum der Junge kein Geschenk bekommen hat.

Es gibt tatsächlich so einige Familien in Deutschland, die mit voller Absicht auf Geschenke am Weihnachtsabend verzichten, oft eben genau aus Glaubensgründen: Sie lehnen ein christliches Fest als konsum- und materiellfixiertes Fest ab, was ich völlig nachvollziehen kann. Natürlich schmeckt das den Kindern nicht, wenn alle ihre Freunde tolle Geschenke bekommen und sie nicht.  

Weiterhin kann es doch sein, dass er bereits früher ein Geschenk erhalten hat, das er eben früher gebraucht hat als an Weihnachten (zB eine neue Jacke oder ein Fahrrad oder einen Rucksack etc.) und er dann an Weihnachten nichts Zusätzliches bekam weil das Geld eben knapp ist. Auch das schmeckt Kindern natürlich nicht, auch wenn es praktisch ist (so ging es mir früher ab und an ^^).

Weiterhin ist es ebenso möglich, dass der Junge schlicht nicht die volle Wahrheit gesagt hat. Ich kann mich gut erinnern an ein Kind aus unserer Schule, das behauptete, es hätte von den Eltern nichts zum Geburtstag bekommen. Ein paar Mütter hatten Mitleid und legten zusammen für ein Geschenk, und bei der Überreichung an die Mutter kam dann ans Licht, dass der Junge sehr wohl ein Geschenk bekommen hatte, das aber einfach nur umgetauscht werden musste, weil es kaputt war beim Einschalten.

Es gibt da viele Möglichkeiten, daher wäre ich mit der Verurteilung und Empörung über die Eltern sehr, sehr vorsichtig! Wenn du sie das nächste Mal siehst, spreche sie doch einfach einmal vorsichtig an, natürlich unter sechs Augen.

Nicht mit Bewertung, sondern einfach zunächst als beschreibende Beobachtung: "Als ihr Sohn bei mir zuhause war, wirkte er traurig und sagte, er hätte an Weihnachten kein Geschenk bekommen. Da habe ich ihm spontan ein kleines Geschenk gegeben. Ich hoffe, das ist für Sie in Ordnung?

Die Reaktion dürfte dir viel, sehr viel sagen.

Hallo!

Zuerst: Auch ich finde es lieb von dir, dass du, diesem Kind gegenüber, soviel Herzlichkeit zeigst. Es gibt leider nicht viele wunderbare Menschen, die so handeln, wie du. Respekt! 

Ja, dies würde ich für sehr zuvorkommend halten, wenn du dem Jungen zur Weihnachtszeit etwas vor die Tür legst. Vielleicht auch zu seinem Geburtstag?  

Mein Tipp: Lass es nicht die Eltern des Jungen wissen, dass das Geschenk von dir kommt, sonst beschämst du vielleicht die Eltern noch mehr. Schlimmstenfalls legen sie das Geschenk wieder zurück vor deine Tür, und der Junge hat gar nichts davon. Schreibe einfach auf das Geschenkpapier: "Vom Christkind", und den Namen des Jungen dazu. 

LG

Die Idee anonym ein Weihnachtsgeschenk vor die Tür zu legen finde ich GENIAL! So können die Eltern ein Geschenk auch nicht ablehnen, falls Sie sich schämen oder es einfach nicht wollen!

Ich weis wie es ist arm zu sein, wie sehr man sich oft  schämt etwas an zu nehmen, obwohl man ja froh drum wäre. Ich habe drei Kinder, aber Weihnachten ohne Geschenke ist nicht nur traurig sondern kann mit Sicherheit mit Kreativität, Ideenreichtum, gutem Willen und Liebe zum Kind, umgangen werden. 

Wenn ich merke dass jemand weniger hat als ich oder in einer Notlage ist, versuche ich zu helfen, auch wenn es "nur" 20.- Fr. oder einige Lebensmittel sind (20.- sind viel, wenn man selbst oft kaum alle Rechnungen bezahlen kann). Damit die Betroffenen nicht dankbar sein MÜSSEN oder sich mir gegenüber schämen, mache ich das entweder anonym oder ich lege einen Zettel bei, mit der Aufschrift: Von mir für Dich. Selbstverständlich bleibt das mein Geheimnis. Auch ärmere Menschen möchten nicht ein Leben lang Dankbarkeit zeigen oder gar vorführen müssen.

Wenn ich etwas schenke, erwarte ich keinen Dank, weil ich das so möchte. kommt ein Dank zurück, freue ich mich um so mehr!

Vielen vielen Dank für eure Meinungen, Anregungen und auch Kritik! Manchmal sieht man selbst ja den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und bei mir war das Geschenk eine spontane Aktion. Ich dachte in diesem Moment gar nicht an die Möglichkeit den Eltern damit möglicherweise auf die Füße zu treten. Ein Dankeschön möchte ich gar nicht, es sollte einfach eine nette Geste sein. Heute möchte ich euch den aktuellen Stand mitteilen.

Mit der Mutter des Jungen bin ich mittlerweile per DU (wir hatten ja schon ein paar mal auf Schulfesten Kontakt oder am Telefon, da unsere Kinder miteinander dieselbe Klasse besuchen und zusammen spielen ...).Ana (Mutter) habe ich ein paar Tage später beim einkaufen getroffen. Sie hat sich für das Geschenk (Harry Potter Zauberstab) bedankt. Die Kinder spielen damit in den Schulpausen. :-) Das finde ich sehr schön. Sie meinte, dass es zu Weihnachten ein gemeinsames Geschenk "für alle Familienmitglieder" gegeben hätte. Dieses Geschenk habe ich auch gesehen, als sie mich auf eine Tasse Tee eingeladen hat. Der VATER hat sich ein Schlagzeug geleistet!!! Da war ich ehrlich gesagt ganz schön platt. Was bitte soll daran ein Gemeinschaftsgeschenk sein? Keiner kann spielen!!! Der Vater versucht sich anhand von Youtube-Videos das spielen selbst beizubringen! Ich finde das egoistisch und nicht in Ordnung, und habe das auch klar gesagt. Das war Ana unangenehm, war mir aber in dem Moment egal. Dass der Hartz 4 Vater sich ein Schlagzeug zu Weihnachten leisten kann - da staunt man Bauklötze! Er scheint Ana finanziell sehr klein zu halten. Aber dem Kind nur eine Tafel Schokolade schenken die er nicht mag ... das sagt ja wohl alles. Und ich dummes Huhn dachte das läge an ihrem Glauben ...

Ich bereue es nicht dem Jungen was geschenkt zu haben. Im Gegenteil. Sie ist damit einverstanden, dass ich ihm jedes Jahr DIREKT oder über meinen Sohn eine Kleinigkeit zukommen lasse. Anonym möchte sie nicht.

Was mich freut ist aber, dass ich mit Ana auf dem Amt war und wir einen Bildungsgutschein für den Jungen bekommen haben. Seit heute steht er  auf der Warteliste für Musikunterricht (Schlagzeug), und freut sich wie bolle. Zu seinem Leidwesen bekommt er ab Februar auch Mathe-Nachhilfe über den Bildungsgutschein. Das fand er erst total doof, bis mein Sohn sagte, dass er auch schon mal Nachhilfe hatte.   ;-)  Und vielleicht schaffe ich es ja, sie noch vom Wunschbaum zu überzeugen!

ganz, ganz, ganz supertoll, was Du auf die Beine stellst. Sowohl die Kommunikation  als auch Deine Taten ... das rührt mich wirklich an.

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Ich kenne sowas auch..... früher als "Empfänger".. heute als "Geber".. aber anonym sollte es nicht sein.. echt nicht !..

ich plage mich heute noch damit rum, wer mir früher mal was geschenkt hat....

klar kann ich "annehmen"... und in der Tat habe ich auch schon "gegeben"... ohne mich zu erkennen zu geben... ( wenn ich vermutete.. es könnte den Empfängern "peinlich" sein...)

(aber das hat andere Gründe bei mir... ich versuche manchmal mich im Christentum zu üben... und auch meinen "Feinden" was zu geben.... und die würden es nicht akzeptieren.. wenn sie wüssten.. dass es von mir kommt...

....das ist eine persönliche Marotte von mir....)

gib doch einfach offiziell, evtl noch mit dem Hinweis/der Erklärung:

Weil wir Dich mögen.... !

Das würde evtl. zwei zwecke erfüllen:

1.) Ein Geschenk

2.) Das Gefühl, dass es Menschen gibt, für die ER wichtig ist, und die ihn wirklich "einfach so" mögen.. und die ER auch kennt....

ABER.

Das musst DU entscheiden, wie es Dir besser passt und angenehm ist.....

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