kauffrau für spedition und logistikdienstleistung oder kauffrau für büromanagement?(ausbildung)

Das Ergebnis basiert auf 4 Abstimmungen

Büro 50%
Spedition 50%

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Spedition

Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen: Ganz klar das erste.

Direkt arbeiten und ins kalte Wasser? Sofort mit Kunden telefonieren? Genialer und schneller Lerneffekt. Wäre mir persönlich lieber, als das erste Jahr zuschauen und Kaffeeküche machen zu "dürfen".

Zum Lernen müssen wir Fehler machen. Die zeigen uns, was zu verbessern ist. Jeder von uns ist etwa 10000 mal hingefallen, bevor er/sie laufen konnte. Also ist es in meinen Augen echt spitze und hilfreich, wenn man dich gleich Sachen machen lässt, die dich eventuell am Anfang überfordern.

Beispiel? Ich habe mal Koch gelernt und bin inzwischen recht erfolgreicher Manager. Ich musste nach der ersten Lehrwoche die kalte Küche alleine "schmeißen", weil sonst keiner da war. Ist teilweise frustrierend und hart am Anfang, aber ich war nach einem halben Jahr weiter als Mitschüler teilweise noch in der Prüfung. Die haben halt im großen Hotel mit 20 Azubis strikt nach Lehrplan gelernt. Ich bin bis heute dankbar für meine "harte Schule".

Für deine Ausbildung hast du die Berufsschule, und der teilweise krasse Unterschied zwischen Theorie und Arbeitspraxis wird dir in einem Betrieb mit tatsächlicher Arbeit viel schneller klar.

Zusatzplus sind die Fremdsprachen mit "Arbeitswortschatz". Du glaubst gar nicht, wie groß die Lücke zwischen Nachfrage nach und Bestand von Leuten ist, die (berufsbezogen) mehrsprachig sind.

Also, für Spedition spricht: 

- voll viel abverlangt, gleich ran an den Kunden, nette Leute und lockere Atmosphäre, viel mit Fremdsprachen, bessere Zukunftschancen

für Büro:

- geregelte Arbeitszeiten, bekannt für gute Ausbildung


Mich fragt heute keiner mehr nach der Qualität meiner Ausbildung, auf Dauer musst du in der Arbeitswelt halt gut sein, um weiter zu kommen. Die Spedition mag eine harte Schule sein, die dir aber langfristiger helfen sollte. Lieber mal drei Jahre lang evtl. ein wenig länger arbeiten und keine 100% geregelte Arbeitszeit, aber danach die restlichen 35 Jahre Arbeitszeit bessere Chancen und Möglichkeiten, dir deinen Traumjob und deine Arbeitszeiten auszusuchen. Gutes Fundament = mehr Möglichkeiten...

sehr hilfreiche antwort, würde mich über weitere solcher kommentare sehr freuen !! :)
mit qualität der ausbildung meinte ich aber, dass für mich immer jemand da ist, ich sehr viel gezeigt bekomme, verschiedenste sachen machen darf... bei der spedition waren dei arbeitsabläufe oft immer das gleiche und man hatte wenig zeit um sich um mich zu kümmern :/ hab leider auch vergessen zu erwähenn, dass ich eine tierhaarallergie habe und dort ein hund anwesend ist!! müsste also auch immer medikamente nehmen

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@falulu

Das mit der Allergie ist natürlich ein Faktor, den du je nach Intensität und Gesundheitsbedenken selbst einschätzen musst. 

Frag dich und dein Umfeld bei jeder Arbeit, warum du sie machst, und warum auf diese Weise. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand und mit der Unterstützung der Fachtheorie lernst du deinen Beruf dann sowieso. Immer viel Zeit für dich halte ich generell für eine Utopie, und auch nicht wirklich für wahnsinnig hilfreich.

Denk selber, mach selber, probier aus, mach Fehler.

Ein guter Ausbildungsbetrieb ist meiner Meinung nach einer, der das zulässt. Ich konnte auch erst radfahren, nachdem die Stützräder weg, die Knie aufgeschürft und die Tür des Nachbarautos eingedellt war. Aber ich konnte fahren.

Noch ganz allgemein: Etwas Neues lernen und machen ist am Anfang hart und schwer, und teilweise frustrierend. Egal, um was es geht. Aber je früher dieses Lernen startet, desto länger bist du später gut. ;)

Ich würde mich an deiner Stelle fragen, ob ich die Dinge der täglichen Arbeit alle jetzt, mit dem "Schutz" des Azubis, lernen (und damit potenziell mal falsch machen) will, oder später, wenn es schwerer ist und evtl. auch nicht mehr so sehr akzeptiert wird. 

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@mmbtc

Das mit der Fragerei ist so eine Sache, das Telefon klingelt dort alle 5 Sekunden, so wie ich die Probetage erlebt habe, haben sie nicht immer die Zeit dafür, mir alles zu erklären. Gerade weil ich an den Probetagen mehr gefragt als spontan gearbeitet habe, schienen sie abgeschreckt :-( Das mit den Fehlern wurde ja anscheinend nicht so locker gesehen, sonst wären sie nicht so unschlüssig gewesen, ob sie mich überhaupt haben wollen. Es gab nur keine andere Bewerber, sonst hätten sie vielleicht jemand anderes auch genommen! Ich habe angst, dass ich denen nicht gut genug bin und die mich später dann wieder rauswerfen :-((

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@falulu

Ich kann ja den tatsächlichen Zustand des Ladens nur anhand deiner Beschreibung beurteilen. Ist denke ich generell ein Unterschied, ob ich irgendwo ein paar Tage bin oder ne komplette Lehre mache.

Ich habe meinen Probanden auch nicht immer alles erklärt, weil Erklärung in der nötigen Wissenstiefe Zeit und Energie kostet, und das ist irgendwann für einen kurzen Probeaufenthalt halt einfach nicht effizient.

Natürlich kann das auch ein schlechter Laden sein, die eine billige Arbeitskraft wollen und sich nicht um dich scheren, das kann ich natürlich nicht beurteilen.

So lange ich oberflächlich (und was anderes ist eh nicht sinnvoll auf dieser Ebene) einschätzen sollte, ist meine Meinung:

Lieber eine etwas anstrengendere, entbehrungsreichere Ausbildung mit hoher Eigenerkenntnistiefe, als durch eine leichte Lehre trudeln und dann die nächsten 40-45 Jahre mit allen anderen Low Performern um schlecht bezahlte, langweilige Jobs zu kämpfen.

Warum sollte jemand später genau dich wollen, und dir viel Geld für was bieten, was Tausende andere auch können?

Willst du nach einer 08/15 Lehre nochmal Jahre bei weniger Bezahlung aufwenden, um dich in irgendwas zu spezialisieren, wo du bessere Zukunftschancen hast?

Ist leider überall im Markt so: Was ist die USP (Alleinstellungsmerkmal)?

Die ganzen Floskeln und Sprüche haben schon einen Wahrheitsgehalt:

"Happiness is effort".

Bzw.

"Was nichts kostet, ist nichts wert". 

Bzw.

"Willst du gelten, mach dich selten."

usw.

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Tatsächlich musst du das selbst entscheiden was aber wirklich für büromanagment spricht ist dass du da verschiedene Abteilungen durchläufst und du dadurch in sehr viele Bereiche Einblick bekommst. Und wenn der Betrieb nen Guten Ruf hat würde ich es machen weil es gibt leider nicht mehr allzu viele gute ausbildungsbetriebe.

Das ist auch eine Frage, was Du für ein Typ bist: Blühst Du bei Stress (im Sinne von Arbeitsdruck) eher auf? Magst Du Herausforderungen? Falls ja, würde ich zur Spedition raten.

Die nächste Frage ist: Wo möchtest Du später arbeiten? Wenn Dir das Probearbeiten schon Spaß gemacht hat, dann wäre es ja vielleicht sinnvoll, eine Arbeit in solch einem Betrieb anzustreben? Und dafür solltest Du wiederum in der Spedition anfangen!

Man hört immer wieder, es gäbe einen Mangel an Speditions-Fachleuten, aber das sehen wohl manche so und manche anders:

https://www.xing.com/communities/posts/fachkraeftemangel-in-spedition-und-logistik-status-sommer-2012-1003995827

Hallo, ich würde dir kauffrau für Büromanagement empfehlen. Eine freundin von mir hat das gemacht und sie hatte in der schule nur einsen und zweien geschrieben. Sie ist sehr zufrieden mit diesem beruf und er macht ihr sehr viel Spaß. Letztendlich liegt die Entscheidung bei dir. Viel Glück :-)

gute noten würde ich so oder so haben, darum geht es bei mir nicht *grins*
keine ahnung nur ob mir das spaß machen wird, der Beruf wird ja auch gerne "Tippse" genannt, aber Überstunden sind auch sch****

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ja das stimmt, da hast du recht mit den Überstunden. überleg es dir in ruhe nochmal. du wirst dich schon richtig entscheiden. Viel Glück :-)

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Büro

Vom Gesetz her darfst du nicht mehr als 40h in der Woche arbeiten. Und falls du Probleme hast, mit der Arbeit kannst du das ruhig sagen und da dass ein Familienbetrieb ist, mit eh nur so wenigen Menschen, wird das kein Problem sein! Zeit müssen sie sich nehmen, das sollte ihnen klar sein, wenn du bei ihnen eine Ausbildung anfängst.

die haben mir aber leider deutlich gemacht, dass ich öfters mal eine halbe stunde bis eine stunde länger bleiben muss. Nach der beruffschule muss ich dort auch immer noch 4-5 stunden arbeiten :// wenn ich denen mit Gesetzen ankomme in der Ausbildung, schmeißen die mich raus!!

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