Kann man eine dreibeinige Katze rauslassen oder ist das unverantwortlich?

19 Antworten

Moinmoin, ich habe auch einen dreibeinigen Kater - ein boshafter Nachbar war der Meinung, dass er mal ein paar Schlageisen aufstellen muss. So kam es, dass mein Blacky - gerade mal ein Jahr alt - eines Morgens dreibeinig nach Hause kam. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich das ganze Haus zusammengebrüllt habe, denn zwei Wochen vorher war seine Mutter vergiftet worden... Unsere Tierärztin hat ihre Praxis nicht weit weg und sie sagte, dass sie den Kater nicht töten wird, sie kennt viele dreibeinige Katzen, die mit diesem Handycap sehr gut zurecht kommen. Und sie hat recht behalten. Unser Blacky geht jetzt ins vierte Jahr und der ist genauso schnell wie ein vierbeiniger - klettert übern Zaun und auf Bäume - also drin einsperren lässt er sich nicht - er ist ein geborener Drinnen-Draußen-Kater und wird es wohl auch bleiben. Es ist genauso wie hier schon jemand geschrieben hat - er kann sich gut verteidigen und verdrischt andere, die ihn ärgern wollen... Anfangsprobleme hatte unser Black nur beim Pinkeln - da ist er die ersten Male immer umgekippt, weil ja das eine Hinterbein fehlt. Aber er hat das ganz schnell rausgefunden - lehnt sich jetzt mit dem Hinterteil immer an einen Baumstamm und macht sein Geschäft, da stützt er sich auch ab, um seine Löcher zuzukratzen - die Tiere sind doch schlau... Also - lasst eure Katze ruhig nach draußen, wenn die Wunde verheilt ist. Bis sie ihr Handycap richtig händeln kann, wird sie eh nicht weiter weg gehen - nur einsperren wäre für freilaufende Katzen die größte Strafe... Ich hoffe damit geholfen haben zu können.

LG von Kerstin samt zwei- und vierpfotigem Anhang

Bei mir gegenüber wohnt so ein Dreibein. Anfangs hatte ich sehr viel Mitleid, wenn ich ihn entlanghoppeln sah, den alten Kater - ja, er soll schon sehr alt sein (18 oder 20 Jahre), und das Hinterbein hat er schon lange nicht mehr (Autounfall). Aber der Gute kommt zurecht. Die anderen Katzen der Gegend haben sehr schnell gelernt, daß er Versehrter ist, und haben ihn bald geschont, sogar der gröbste Grobian, der immer MEINE Kater vermöbelt. Er sonnt sich viel, er tut sein Revier akustisch kund, er ist ein Lieber. Und seitdem ich gesehen habe, wie wieselflink er sein kann, wenn ein Auto naht, mach ich mir um diesen Kerl keine Sorgen mehr.

Auch wir haben eine Katze mit nur 3 Beinen, seit 2 1/2 Jahren, hatte schweren Unfall und mußte operiert werden, vorne rechts. Diese Katze war einem Tierarzt zugelaufen, und über unsere Tierärztin bekamen wir sie. Es war wohl noch eine zwar ausgewachsene, aber junge Katze, und sehr lieb und echt hübsch. Es hieß, ein fehlendes vorderes Bein sei kein Problem. Die Wunde war noch frisch, wir beobachteten sie den ganzen Tag und ließen sie nicht dahin, wo Treppen sind. Nach der Zeit merkten wir, daß sie anfing, alles zu meistern, sie springt jetzt sogar auf Möbel in fast 1 mtr Abstand, sie läuft, nur im Klo versucht sie vergeblich mit der fehlenden Pfote zu scharren, und wenn sie langsam geht, humpelt sie. Aber sie wird mit allem gut fertig. Auf die Straße lassen wir sie nicht, wäre zu gefährlich, sie käme auch nicht gegen andere kampflustige Kater an, Mäuse fangen weiß ich nicht. Bei uns kann sie in ein kleines Innengärtchen ohne Ausgang zur Straße. Sie versucht nicht, da raus zu gehen. Da sie damals noch sehr jung war nehme ich an, daß das für sie normal ist.

Tiere, insbesondere so gelenkige wie Katzen, kommen eigentlich sehr schnell mit solchen Beeinträchtigungen zurecht. Sofern die Wunde gut verheilt ist und sich Deine Katze in der Wohnung sicher bewegt, spricht nichts dagegen sie wieder rauszulassen.

Die Nachbarin meiner Grußmutter hatte auch so ein "Dreibei". Diese Katze hatte ihr rechtes Vorderbein nach einem schlimmen Zusammenstoß mit einem mähenden Traktor verloren. Sie konnte sogar die Bäume rauf und runter klettern.

Unser Kater hatte vor 2 Jahren ebenfalls einen Unfall weshalb wir uns dazu entschieden haben sein linkes Vorderbein abzunehmen. Wir hatten anfangs Angst, dass er damit nicht zurecht kommen würde und in allem sehr eingeschränkt sein wird. Diese Angst hat sich super schnell aufgelöst, er hat sich schnell an die neue Situation gewöhnt und ist weiterhin ein fröhlicher Freigänger. Es gibt nichts, was er vorher getan hat und jetzt nicht mehr kann. Wir sind überzeugt, dass die Entscheidung richtig war und ich würde jedem ebenfalls dazu raten und die Angst nehmen. Bitte schläfert eure Tiere nicht ein, nur weil ihnen ein Bein abgenommen werden muss! Sie kommen besser damit klar, als Menschen dies tun.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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