Je religiöser desto weniger gebildet?

32 Antworten

Hallo Pacaveli7.

Selbst wenn Statistiken das zeigen (Habe mich noch nicht damit befasst), erinnert mich das schon stark an sämtliche Sarrazin-Hypothesen, beispielsweise Westdeutsche seien durchschnittlich schlauer als Ostdeutsche.

Ich werfe Menschen ungern in Kategorien und Schubladen, da Statistiken meiner Meinung nach oft unsinnig sind. Obwohl ich zum Beispiel Eier hasse, esse ich 200 Stück pro Jahr laut der aktuellen Statistik. Ist also nichtssagend.

Bin selbst Atheist, und viele Denker waren ebenfalls Atheisten, aber ich würde nicht sagen, dass religiöse Leute im klassischen Sinne "dümmer" sind.

Was sie meiner Meinung nach trotzdem sind, ist zum einen abhängiger (im Sinne von sich bevormunden lassen; nicht so sehr ein Freigeist) und dann instabiler (Alles nur meine Ansicht). Instabil deshalb, weil sie ein Wesen brauchen, auf das sie vertrauen können, sobald eine schlechte Zeit ansteht.

Wenn ein Verwandter stirbt ist es für mich sicherlich schlimmer wenn ich denke, dass nach dem Tod nichts mehr kommt und diese Person einfach weg ist, aber ich weiß lieber, anstatt zu glauben. Und wenn die Wissenschaft eben noch nicht so weit ist das zu wissen, dann glaube ich lieber gar nichts.

Denn der Unterschied zwischen mir und einem Gläubigen ist, dass ich nichts behaupte und als Wahrheit verkaufe, was ich nicht beweisen kann. Wenn sich Gott heute zeigt bin ich wohl der Letzte, der ihn leugnen würde.

Ich halte deine Frage für kritisch, kann man so nicht sagen finde ich. Man kann wohl die ein oder andere Eigenschaft zuordnen, hat aber nichts mit dem IQ zutun.

LG

Ich habe auch schon vieles gelesen. Die Frage wäre, welche Argumente stecken hinter solchen Aussagen? Irgendwas schreiben kann jeder.

Spontan bin ich von dieser Aussage nicht überzeugt. Tendenziell und mit Blick auf die Menschen in meiner Umgebung scheint mir eher das Gegenteil der Fall zu sein.

"Schlauer" möchte ich nicht sagen, stattdessen "ehrlicher zu sich selbst", aber sicher auch nur in Teilbereichen. Religionen (egal welche) haben es an sich, in sich selbst widersprüchlich zu sein (in der Lehre finden sich auch Aussagen, die sich gegenseitig ausschließen, und die erweiterte Lehre setzt sich teilweise aus Interpretationen zusammen, die oftmals darauf hinauslaufen, daß man dies und jenes ganz anders sehen soll als es geschrieben ist). Überzeugte Anhänger solcher Religionen nehmen solche Widersprüche entweder häufig gar nicht mehr wahr oder sie ignorieren sie, ohne selbst aktiv bereit zu sein, nötige Korrekturen vorzunehmen.

Das alles ist aber keine Sache der Bildung oder der Intelligenz, sondern eine rein psychische Angelegenheit, bei der Urängste und Gruppendynamik Teile der Selbstkritik blockieren.

Unter dem Strich - wenn man gleichzeitig andere Lebensbereiche unter die Lupe nimmt - sind die Unterschiede aber eher unbedeutend. Wer nicht an einen Gott glaubt oder wer seine ganz persönliohe Glaubensstruktur aufbaut, die in keine der existierenden Religionsgemeinschaften paßt, ist zumeist nicht besser dran, die Probleme zeigen sich lediglich an anderer Stelle.

Interessant sind in solchen Zusammenhängen z. B. politische Überzeugungen. Jemand, der es gelernt hat, sich religiös nicht in die eigene Tasche zu lügen, kann mich keineswegs beeindrucken, wenn er gleichzeitig beharrlich irgend einer bestimmten politischen Richtung anhängt, die auf ihre Weise voller innerer Widersprüche ist.

Als ich gläubige wurde habe ich mit erstaunen festgestellt das es unter denn Ministranten nur Realschüler und Abiturienten gab. Zwei von ihnen haben damals den Wechsel von der Hauptschule zur Realschule geschaft. Folglich sind die guten Schulleistungen weniger auf die Intelligenz der Ministranten zurückzuführen als viel mehr auf das bildungsfreundliche Umfeld. (Was als Problem betrachtet wurde, da damit die "Verbindung" zu denn ärmeren Menschen geschwächt ist).

Da entsprechende Untersuchungen stark durch die Bildung der Probanden beeinflusst werden sind sie wenig aussagekraftig, ähnlich wie das bei Migranten ist. Außerdem lassen sie sich leicht manipulieren. Sind deine gläubigen Türken (niedrige Bildung) oder Araber (höhere Bildung) die Auswahl des Stadtteils in dem du untersucht bringt das gewünschte Ergebnis, je nach dem wer gewinnen soll

LGKlaus

Bei Rolf Dobelli's "die Kunst des klugen Handeln's", beschrieb Dobelli einen Abschnitt (ungenau definiert), wo Stand "Glauben sie nicht jeden Mist der ihnen spontan einfällt".

Dort ging es um einen sogenannten "CRT (Cognitive Reflection Test)-Wert", dieser hat (wer möchte, dem kann Ich eine Quellenangabe schicken), darüber ausgesagt, ob Menschen intuitiver Antworten oder eher deduktiver.

Weiters beschrieb er, dass ein Harvard-Psychologe namens Amitai Shenhav kam auf die Idee, zu prüfen ob der CRT-Wert irgendetwas über den glauben aussagen könnte. Und das tat er auch, Menschen mit einem hohen CRT-Wert waren eher Atheisten, hingegen welche mit niedrigem CRT-Wert an "unsterbliche Seelen", und "Gott", glaubten.

Wenn ein Mensch eher intuitiv ist, desto unvernünftiger ist er und des klaren denken's weniger mächtig.

Je deduktiver, desto vernünftiger und klarer denkt er.

Es kann sein, dass Ich nicht 100% richtig liege oder was falsch beschrieb. Es ist eher so, dass der unreligiöse Mensch neugieriger ist, da er mehr hinterfragt, wohingegen der religiöse mehr Intuition einsetzt und einfach das glaubt, obwohl er nicht genau weiß, ob etwas stimmt oder nicht.

Dass jedoch zu pauschalieren wäre nicht weise, denn es gibt auch vo ll idi oten Atheisten und sehr intelligente Menschen die an Gott glauben.

Von daher,

LG Dhalwim

Nun eigentlich sollte man double - oder triple CRT durchführen.

Warum? Nun, wie kann ein Kluger Denker nach EINEM CRT sicher sein, dass er sogleich das zutreffende Ergebnis hat.

cheerio

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@gromio

N...ok in diesem Fall ein mehrfachtest. Garnicht mal so schlechter Ansatz. DH!

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