Nein, die labern nur irgendwelchen Müll.

"Incels" geben Frauen Schuld an ihrer Lage und driften in Hass und Gewaltfantasien ab, wodurch es auch schon zu Femiziden kam.

Wissenschaftlich gesehen ist das ein spannendes Thema, gesellschaftlich ist es zu verurteilen und bei (nicht selten vorkommenden) Straftaten strafrechtlich zu verfolgen.

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Nein

Für einen Beweis müsste man in einem Experiment das Schicksal manipulieren, und das geht per Definition schon nicht.
Was man allerdings tun kann, ist Esoterik (zu der Schicksal gehört) nach und nach zu widerlegen, was leider weniger mediale Aufmerksamkeit erregt als es sollte.

Wir wissen so viel über menschliche Denkfehler.
Schicksal kann man zusammenfassen als "wahrgenommene illusorische Korrelation", und das kann man wiederum belegen.

  • Immer wenn ich mich duschen will, klingelt mein Telefon -> kein Schicksal, eine Scheinkorrelation.
  • Immer wenn ich nachts heimfahre, läuft mir eine schwarze Katze vors Auto -> Scheinkorrelation.
  • Immer wenn ich an meine Freundin denke, ruft sie mich an -> Scheinkorrelation.

Menschen sind dazu geboren, überall Muster zu erkennen; auch da, wo gar keine sind.
Durch ein mangelndes mathematisch-statistisches Wissen (was sofort in der Schule gelehrt werden sollte) wird der Zufall massiv unterschätzt.
Die Zahlenfolge 11-12-13-14-15 ist genauso wahrscheinlich zu losen wie 89-47-139-10-33.
Fühlt sich komisch an, ist aber so.

Ich finde, wenn man sich wissenschaftlich und vor allem statistisch gut auskennt, ist Schicksal nichts als eine Vorstellung, durch die man sich geborgen fühlt.

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Ich bin gegen Volksentscheide auf Bundesebene.

Ich fände Volksentscheide super, aber ich bin zu pessimistisch bei der Frage, ob man das der Bevölkerung zutrauen kann oder nicht. Zurzeit tendiere ich zu "Nein".

Jede politische Frage ist sehr komplex, und auch wenn ich oft mit den Entscheidungen "meiner Regierung" nicht zufrieden bin, so sind das trotzdem Menschen, die diesen Job hauptberuflich machen.

Natürlich gibt es auch positive Beispiele, bei denen Volksentscheide funktioniert haben.
Dieses Argument beweist doch aber nur, dass es funktionieren kann, und eben nicht muss.

Für eine Entscheidung zu einem politischen Thema braucht es viele Informationen und viel Zeit.
In privaten Diskussionen zum Thema Volksentscheide höre ich immer wieder das Argument: "Aber ich arbeite doch Vollzeit, wie soll ich mich nach der Arbeit noch mit so komplexen Fragen beschäftigen? Schließlich habe ich Kinder, Hobbies und andere Verpflichtungen".
Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen, aber dann reicht es eben nicht für den Anspruch eines direkten Mitspracherechts.

Ich würde ja gerne mal ein Experiment machen:
Am 26. September (Wahltag) stellen sich Forscher*innen vor die Wahlkabinen, und die Wähler*innen beantworten freiwillig und anonym ein Quiz zum Parteiprogramm ihrer gewählten Partei.
Ich kann mich natürlich auch irren, aber ich vermute trotzdem, der Richtig/Falsch-Schnitt wäre erbärmlich.

Menschen wählen Parteien nach ihren eigenen Einstellungen.
Und diese Einstellungen haben oft keine informierte, sachkompetente oder wissenschaftliche Basis, sondern bestehen aus Emotion und Bauchgefühl.

Und genauso würden sehr viele Menschen auch bei Volksabstimmungen nach Bauchgefühl abstimmen.
Wenn Menschen denken, sie lägen im Recht, sind sie kaum vom Gegenteil zu überzeugen.
Diese Offenheit wäre aber gerade wichtig, um "die richtige" Entscheidung zu treffen.

Beispiel: Nehmen wir an, Bildung wäre Bundesangelegenheit und eine Volksabstimmung zum Thema "Dreigliedriges Schulsystem - Ja/Nein?" stünde in 6 Monaten an.
Wer von uns hätte jetzt schon den vollen Durchblick, und wer würde sich die Mühe machen, sich umfassend zu informieren?
Es gibt ein paar Antworten und Überlegungen, die ich mir bei vielen Leuten vorstellen könnte:

  • Ich finde die Dreigliederung gut, weil es mir nicht geschadet hat
  • Ich finde sie schlecht, weil sie mir Aufstiegschancen verwehrt hat
  • Meinen Kindern geht es gut auf dem Gymnasium
  • Meinen Kindern geht es schlecht in der Hauptschule
  • So war es schon immer, deswegen sollte es so bleiben
  • Wir brauchen Veränderung, deswegen sollte es nicht so bleiben

Natürlich gibt es noch mehr Reaktionen auf eine solche Frage, aber niemand kann mir erzählen, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten nicht genau so an die Sache herangehen würde.

Wichtig wäre der wissenschaftliche Forschungsstand dazu.
Wer beschäftigt sich mit dem Thema Schule? Die Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, Soziologie, die Lerntheoretiker*innen, die Padagogik, die Philosophie, die Kulturwissenschaften, die Politikwissenschaft und die Wirtschaftswissenschaften (mindestens).

Das bedeutet: Alle, die sich für Volksabstimmungen einsetzen, sollten bereit sein, täglich viele Stunden für das Lesen von Grundlagenliteratur einzuplanen.
Wenn man dazu nicht bereit ist, haben Volksabstimmungen keinen Sinn, weil dann uninfomierter Murks herauskommt.

Ein ebenso großes Problem wäre der sich verstärkende Populismus.
Der würde wahrscheinlich vor allem von der Opposition kommen, worauf die Regierungsparteien ebenso mit Populismus reagieren müssten, um ihre Themen durchsetzen zu können.

Und uninformierte, desinteressierte Menschen -egal wie hoch der Prozentsatz sein mag- wären eine Gefährdung für die Wissenschaftlichkeit.

Ich schreibe das wirklich nicht gerne, denn die Idee der direkten Demokratie gefällt mir wirklich gut.
Aber in Zeiten, in denen nicht einfach alles beim Alten bleiben kann oder bleiben wird, kann ich einfach noch nicht genug Mündigkeit dafür erkennen.

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die meisten sind integriert

Eine Bestandsaufnahme des Migration Policy Institute spricht eine klare Sprache.
Das Paper lässt sich außerdem kostenlos im Netz finden (Foroutan, Naika.2013. Identity and (Muslim) Integration in Germany.)

Ich sehe ein Problem der deutschen Bevölkerung, dass oft 'Integration' mit 'Assimilation' gleichgesetzt wird.
Es kommt nämlich nicht darauf an, dass sich Migrant*innen oder Menschen mit Migrationshintergründen in irgendeiner Weise als "gute Deutsche" präsentieren müssen oder sollen.

Unsere Kultur ist nicht homogen, sondern von den unterschiedlichsten Einflüssen geprägt.
Angefangen mit unserer Sprache, unseres Zahlensystems, unseres Sports, unseres Essens, unserer Kunst, usw.
All das wäre - vor allem durch die Arabische Hochkultur des 13. Jahrhunders- kaum möglich gewesen.

Integration muss in erster Linie nicht von den Zugewanderten kommen, im Sinne von "Ich integriere mich jetzt mal" - was das auch immer bedeuten soll.
Der erste Schritt muss immer sein, dass man die Menschen als Teil des Landes nicht nur toleriert, sondern akzeptiert.
Das bedeutet, die Mehrheit muss die Minderheit erstmal annehmen.
Nur dann kann ein gegenseitiger Austausch überhaupt entstehen.
Natürlich muss es auch die andere Seite geben, die überhaupt in Austausch treten möchte.

Aber eine königliche Haltung gegenüber Zugewanderten, die sich als Untertanen gefälligst anpassen sollen, scheitert zwangsläufig.
So auch die erste Gastrarbeiter*innen-Generation von Türkeistämmigen in den 1950er Jahren.
Man wollte keinen Austausch, da man sich sicher war, diese Leute würden bald wieder "verschwinden", nachdem sie ihre Arbeit erledigt haben.
Dass die türkischen Gastarbeiter*innen sich hier aber niederlassen und leben wollen würden, ist damals lustigerweise nie jemandem in den Sinn gekommen.

Somit wurden ganze Ghettos geschaffen, in denen die türkischen Familien leben sollten, "unter sich".
Das führte sich in den Schulen weiter, in denen türkischstämmige Kinder teilweise in eigene Klassen separiert wurden, damit sie ihre eigene Sprache sprechen können.

Mit diesem widerwärtigen Hintergrund deutscher Politik im Hinterkopf finde ich es extrem bemerkenswert, wie gut - anders kann man es anhand damaliger Hürden nicht nennen - sich alles über die Zeit entwickelt hat.

Natürlich gibt es nicht nur türkische Muslim*innen in Deutschland, wegen der Größe habe ich im Vergleich aber verkürzt.

Um von der Sozialpolitik mal zur Sozialpsychologie zu kommen:
Nach der Selbstkategorisierungstheorie ordnet man sich selbst und andere in Eigen- und Fremdgruppen anhand des Metakontrast-Prinzips ein.
Das heißt Gruppenunterschiede werden salient (also "auffällig"), wenn die Unterschiede der eigenen Gruppe als kleiner wahrgenommen werden als die Unterschiede zur Fremdgruppe (Metakontrast).
Das hat wiederum zur Folge, dass man die eigenen Gemeinsamkeiten mit anderen Gruppenmitgliedern stärker wahrnimmt als Gemeinsamkeiten mit Fremdgruppenmitgliedern.
Das nennt man Komparativer Fit.
Wird das kombiniert mit dem Normativen Fit (z.B. eigene Vorurteile), entsteht die Salienz, also die augenscheinliche Auffälligkeit der Unterschiede.

Was will ich damit sagen?
Oft sind wahrgenommene Unterschiede zu anderen Gruppen ("Türken", Muslime) kleiner als man denkt, weil man sich soziale (nicht objektive) Realitäten selbst konstruiert.
Jedenfalls bis zu meiner Abstimmung war diese Verzerrung deutlich an den Abstimmungen anderer Leute hier sichtbar (Farbe rot).

Natürlich gibt es Ballungsgebiete, in denen das Zusammenleben nicht besonders gut läuft.
Aber auch das ist ein komplexer Zusammenhang zwischen Politik und sozialer Dynamik der Gruppen.

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Ich teile die Frage schon gar nicht.
Es gibt eine emotional aufgeheizte Stimmung bei diesem Thema, völlig richtig.
Jede*r darf sich aufregen, den eigenen Unmut äußern und Verbesserungsvorschläge machen.
Ich erkenne aber oft ein allgemeines, plumpes Dagegen in Stammtisch-Manier.
Einfache Antworten auf komplexe Zusammenhänge sind selten realistisch.

Ich finde, man darf sich mit genau diesen Leugner*innen nicht gemein machen, und das passiert offensichtlich bei so gut wie jeder Demo zurzeit.
Denn in jenem Moment, in dem ich sehe, dass Reichskriegsflaggen und "Impfen macht frei"-Sternchen hochgehalten werden, sollte ich die Demonstration verlassen.

Im privaten Bereich bekomme ich oft mit, dass fatalerweise ständig pauschalisiert wird.
Im idealen Fall erkennt man die Gefahr des Virus an, ist aber mit den Maßnahmen nicht einverstanden.
Ist das aber die Regel?

Wie kann ich über Impfungen sprechen, wenn ich nicht weiß, was ein Adenovirus ist, wie das Immunsystem funktioniert und warum der Begriff "Nebenwirkung" bei Impfstoffen eigentlich nicht zulässig ist?

Wie kann ich über die Gefahren von Schulschließungen auf die Kinderpsyche sprechen, wenn ich mich nicht eine Sekunde lang mit Metastudien der Psychologie auseinandergesetzt habe?

Ganz allgemein: Wie kann ich über wissenschaftliche Themen sprechen, wenn ich gar nicht weiß, wie Wissenschaft eigentlich funktioniert?

Was ich damit sagen will: Es ist für mich absolut unverständlich, wie man bei jedem Thema mitreden will, ohne sich die Mühe zu machen, sich mit einem speziellen Themenkomplex längerfristig zu beschäftigen?
Denn es dauert mitunter Monate, sich in Grundlagenliteratur einzulesen.
Da reicht ein Artikel einer Lokalzeitung nicht wirklich aus.

Darum haben wir Menschen, die das für uns übernehmen.
Es geht gar nicht anders, denn kein Mensch kennt sich in allen Bereichen aus.
Zurzeit brauchen wir Leute aus den Bereichen Virologie, Epidemiologie, Psychologie, Soziologie, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften, Pädagogik, Informatik und noch viele mehr.
Wenn man deren Meinungen nicht teilt, muss das extrem gut begründet werden.

Da diese Gegenbeweise oft nicht erbracht werden können, greifen viele Leute auf Desinformation und fake news zurück; um zu verwirren, zu verängstigen und anderweitig zu beeinflussen.

Das kenne ich gut von Esoteriker*innen, die Dich so sehr mit physikalischem Geschwurbel überhäufen, dass Du als Nicht-Physiker*in gar keine Chance hast zu widersprechen.

Deswegen muss fundiert argumentiert werden, ein "Ich will aber nach 21 Uhr auf die Straße gehen, deswegen behaupte ich einfach, Ausgangsbeschränkungen taugten nichts" reicht eben nicht aus.

Ich sehe außerdem jeden Tag, dass Kritik von allen Seiten kommt, sogar aus den eigenen politischen Reihen einer Partei.
Diese Wahrnehmung, jeder Widerspruch würde sofort diffamiert, stimmt nicht.
Wissenschaftler*innen sitzen auch tagtäglich in Talkshows oder bei Twitter, und machen ihren Unmut breit, weil eben vieles falsch läuft.
Es gibt Widerspruch aus allen Parteien, ganze Familien diskutieren am Mittagstisch.
Verharmlose und verzerre ich allerdings die Erkenntnisse der Wissenschaft, vereinfache und biete schnelle Lösungen an, könnte für mich der Eindruck entstehen, dass alle gegen mich wären.
Man muss sich doch mal klar machen, in welcher pluralistischen Welt wir leben.

Niemand hat aber Anspruch darauf, dass den eigenen Äußerungen nicht widersprochen werden darf.
Und erzähle ich Blödsinn, habe ich auch keinen Anspruch darauf, als vernünftige*r Kritiker*in durchzugehen.

Sich im eigenen Opferdenken zu suhlen, halte ich für nicht produktiv.
Für manche Themen reicht oft eine politische Grundbildung, in internationalen Krisen kann nur die eigene Weltanschauung aber nicht der Maßstab sein.

Oder abschließend gefragt; was sind denn Deine/Eure vernünftigen, rationalen Thesen, wegen denen Ihr diffamiert werdet?

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Für mich ist sie ehrlich gesagt kaum erträglich.
Natürlich ist sie rhetorisch gut und in ihrer Kernkompetenz, der Wirtschaftspolitik, kann ich ihr weitesgehend zustimmen.

Aber in fast allen anderen Punkten, die über Wirtschaftsfragen hinausgehen, kann ich mich nur über sie wundern.
In der aktuellen Situation glänzt sie in meinen Augen eher als Verharmloserin; zum Beispiel sagt sie über die Querdenkerszene Dinge, die nach aktuellen soziologischen und sozialpsychologischen Erkenntnissen nicht haltbar sind.

Sicherlich sind die Teilnehmer*innen der Corona-Proteste sehr heterogen, mit unterschiedlichen Hintergründen und Zielen.
Wie bei vielen anderen Situationen schiebt sie die Gründe aber auch hier nur auf benachteiligte und abgehängte Lebensumstände - das begründet aber weder das Marschieren mit Reichskriegsflaggen, noch ist "Stürmen des Reichstags" oder das Bedrängen von Bundestagsabgeordneten eine demokratische Kritikäußerung.
Impfgegner*innen sind auch nicht Impfgegner*innen geworden, nur weil "die bösen Kapitalisten" Profite machen und Amazon fast keine Steuern zahlt.

Gebetsmühlenartig höre ich von ihr immer nur dieselben Antworten auf unterschiedliche und komplexe Probleme.
Deswegen würde ich mir wünschen, dass sie sich, wie eingangs erwähnt, auf ihre Kernkompetenz konzentriert, und eben nicht fast schon wissenschaftsfeindlich Innenpolitik betreibt.

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Ein Leben im Bereich der Armutsgrenze bringt Dich auch nicht auf die Beine, sondern verschlimmert alles.
Nicht umsonst hat die DAK in einer Studie gezeigt, dass knapp jeder zweite Mensch in Hartz4 psychisch nicht gerade gesund ist.

Auch wenn es Dir jetzt nicht gutgeht, Du hast noch ein paar Jahrzehnte vor Dir.

Du solltest Dir Hilfe suchen, am besten am Montag direkt zur hausärztlichen Beratung.
Bis dahin wäre es sinnvoll, Dir folgendes zu überlegen:

Stelle Dir vor, Du könntest Deinen Zustand auf Knopfdruck ändern und Dich besser fühlen.
Welche Ziele hättest Du dann? Wo würdest Du mit der Umsetzung anfangen?
Welche Barrieren und Hindernisse könnten auftreten? Wie kann man diese Hindernisse überwinden?

Sicher nur ein kleiner Schritt, aber solche Gedankenexperimente können eine andere Perspektive aufzeigen!

Alles Gute.

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Hört sich für mich danach an, dass die Coil kurzzeitig trockenläuft, das kann auch am Anfang passieren.
Wenn es danach nämlich nicht mehr verkohlt schmeckt, ist wieder Liquid nachgeflossen.

Hast Du die Luftzufuhr ganz offen?
Liegt die Wattzahl im angegebenen Bereich?

Ich würde die Airflow mal komplett aufdrehen, die Wattzahl auf minimal wie angegeben stellen, und dann sachte ziehen.

Meinen Selbstwickler halte ich ab und zu für eine oder zwei Sekunden verkehrt herum, dass sich das Liquid besser verteilt.

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Die freie Entfaltung, wozu auch Körperschmuck wie Tattoos zählt, ist natürlich kein negatives Kriterium für mich.

Wahrscheinlich wäre die Person für mich als Tattooträger eher sympathischer als unsympathischer.
Viele haben ja immer noch das Stereotyp im Kopf, dass Leute mit Tattoos unseriös seien.
Die genauen Zahlen kenne ich nicht, gehört habe ich mal, jede vierte Person in Deutschland wäre tattoowiert.
Wo genau liegt dann der Unterschied zwischen einem kleinen Symbol auf dem Knöchel und einem Tattoo auf dem Arm im Bezug auf die Seriösität?

Ehrlich gesagt sehe ich es als Problem, wenn Menschen ihren eigenen Vorurteilen erliegen und dadurch andere diskriminieren.

Ein gutes Beispiel ist wohl Mark Benecke, der tattoowierte Kriminalbiologe - ein totales Ass auf seinem Gebiet.
Oder seine ehemalige Frau Lydia Benecke, die Kriminalpsychologin mit Neigung zu Gothic-Kleidung.

Die Zeiten ändern sich nunmal; die Kleidung wird kürzer, die Ärme tattoowierter, die Frisuren ausgefallener.
Wer im Gestern lebt, kommt damit eben nicht klar.

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Rechtsextremisten

Zurzeit: 52% für Linksextremismus.

Hat da wer geschlafen?
Gibt es ein linkes Pendant zu dem Walter-Lübcke-Mord? Oder zum Halle-Anschlag? Oder noch aktueller, zur "NSU 2.0"?

Aber klar, ist man "deutsch", muss man sich eben davor auch kaum fürchten (außer man gehört der Union, SPD, Grüne, Linke, FDP an).

Natürlich stehe ich auch gegen Gewalt von links, denn Gewalt ist immer abzulehnen.
Nur treten linke Extremist*innen keine Migrantenkinder aus der S-Bahn, urinieren auf Geflüchtete oder zünden Asylunterkünfte an.
Und das sind eben keine Einzelfälle.
Seit der Wiedervereinigung haben Rechte knapp 200 Menschen ermordet.
Kabarettist*innen wie Serdar Somuncu mussten mit schusssicherer Weste auf die Bühne.

Auch heute stehen Mord- und Bombendrohung auf der Tagesordnung.
Leuten mit muslimischem oder jüdischem Glauben werden Kippa/Kopftuch heruntergerissen.
Rassismus lässt sich in etlichen Studien immer wieder belegen.
Bei jeder Umfrage geben ca. 20% der Befragten an, "Juden nicht zu mögen".

Ihr könnt ja bei einer Synagoge oder Moschee in Eurer Nähe mal anrufen und nach der Anzahl der Bombendrohungen im Jahre 2020 fragen.
Ich gehe soweit und sage, nicht besonders viele werden sagen, sie hätten dieses Jahr noch keine bekommen.

Nach all diesen Ereignissen ist es relativ wie absolut statistisch falsch, das Hufeisentheorem zu benutzen.

Ein bisschen soziologische Recherche würde der ein oder anderen Person hier sicherlich guttun.

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Ja

Hier sind scheinbar wieder Bauchgefühls-Antworten beliebt.
Gehen wir das Ganze doch wissenschaftlich an?

In einer Metaanalyse (=Zusammenfassung der bisherigen Studien) haben Gerlach, P., Teodorescu, K., & Hertwig, R. (2019) 565 Experimente mit knapp über 44.000 Versuchspersonen dazu aufgearbeitet.

Insgesamt scheinen Männer häufiger zu lügen, nämlich 42% zu 38% bei Frauen.
Für mich ist der Unterschied fast schon zu gering, vor allem bei Betrachtung alternativer Erklärungen.
Trotzdem muss Deine Frage erst einmal mit "Tendenziell ja" beantwortet werden.

Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sagte zu seiner Studie:
"Möchte man wissen, in welchem Ausmaß Menschen geneigt sind, sich unehrlich zu verhalten, muss man unbedingt berücksichtigen, mit welchen experimentellen Situationen und Versuchungen man Menschen konfrontiert. Dies deutet daraufhin, dass Unehrlichkeit nicht einfach nur die Eigenschaft einer Person ist, sondern systematisch mit den Bedingungen der Umwelt zusammenspielt:"
(Quelle: https://www.mpib-berlin.mpg.de/pressemeldungen/psychologie-der-unehrlichkeit)

Diese 'Umwelt' drückt sich laut der Studie auch in sozialen Normen aus, z.B. der Faktor 'Risikofreudigkeit', da sind Männer eindeutig Vorreiter.
Da einige Untersuchungen auch widersprüchlich sind, kann man aus meiner Sicht wohl nur mit dem Begriff "Tendenziell" arbeiten.

Was meiner Meinung nach wichtig ist, aber nicht beachtet wurde, sind soziale Gefüge.
In einer Zeit, in der Männer leider immer noch mehr verdienen als Frauen, ist es sicher nicht verwunderlich, dass Männer eher bereit sind, für Geld zu lügen (Bestandteil der meisten Experimente).

Man könnte das jetzt noch weiter aufdröseln, ich bleibe aber mal bei der Formulierung "Tendenziell ja".

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Ich finde sie gut, weil...

Zunächst muss man festhalten: Es gibt "Die Antifa" nicht.
Es ist keine Partei, kein Verein; es gibt keine zentrale Anlaufstelle, keine Vorsitzenden, keine Struktur; es gibt keinen Mitgliedsantrag und demnach auch keine Mitglieder im engeren Sinne.

Soviel sei also zur Verallgemeinerung in Deiner Beschreibung gesagt.
Es gibt z.B. auch nicht "Die Konservativen".
Klar, die Union bezeichnet sich so, aber auch in der SPD, bei den Grünen, ja sogar in der AfD soll es noch ein oder zwei "richtige" Konservative geben.

Nach Deiner Logik könnte ich also sagen "Die Konservativen sind alle reaktionär und wollen in die 50er Jahre zurück.".
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Natürlich gibt es Menschen, die sich der Antifa zurechnen, mit denen ich nichts zu tun haben möchte.
Gewalttätige Steinewerfer, Autoanzünder und ähnliche Idiot*innen unterstütze ich nicht, und in einer Demokratie haben solche Aktionen für mich auch nichts zu suchen.

Mein Problem mit Deinen Anführungen ist aber, dass Du nur diejenigen Dinge beschreibst, die im Fernsehen, in der Zeitung, im Radio und im Internet über "Die Antifa" breitgetreten werden: Schlagzeilen.

Was meiner Meinung nach auch einige Schlagzeilen verdient hätte, sind öffentliche Aufklärungsarbeiten, Infostände, soziale Vernetzungen, politische Kaffee-Treffen, Ehrenämter und ähnliche Aktivitäten von antifaschistisch engagierten Menschen.

Und deswegen hat der Begriff 'Antifaschismus' und alle sich als Antifaschist*innen bezeichnende (demokratische) Personen meine volle Unterstützung.

Wenn Du hingegen nur den schwarzen Block als "Die Antifa" verstehst, kann ich Dir wirklich nur zur Quellenprüfung raten.

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Wenn es Dir gefällt, ist das doch in Ordnung.
Was andere denken kann ich Dir nicht sagen, aber Vorverurteilungen sollte man sowieso nicht tolerieren.

Wie auch das Kopftuch im Islam muss das Kreuz kein religiöses Zeichen sein, sondern kann auch rein ästhetischer Natur sein.

Wenn viele Leute bestimmte Dinge mit Religion assoziieren, ist das dann mein (Dein) Problem? Zum Glück nicht.
Du findest es schön, Du weißt was es bedeutet, Du musst niemandem was beweisen und Dich schon gar nicht rechtfertigen!

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Generell widersprechen sich die Schilderungen sehr.
Drohungen, Beleidigungen, Herabsetzungen und emotionale Wärme?
Scheint mir sehr seltsam, und ich lehne Deine Schilderung natürlich ab.
Das ist keine Erziehung, sondern genau das Gegenteil.
Man verhunzt die Kinder damit; das belegen auch Studien:

Von MacCoby&Martin (1983) stammt eine Tabelle, die zwei Kriterien miteinander verbindet: Anforderung und Akzeptanz.
Wenn beide Determinanten gleichermaßen hoch ausgeprägt sind, entsteht der 'Autoritative Erziehungsstil' (Achtung! Nicht "autoritär"), oft auch 'Demokratischer Stil' genannt.

Die Eltern haben zwar hohe Ansprüche und lenken ihre Kinder in gewisser Weise, schätzen aber andererseits die eigenständige Entwicklung der Kinder, und vor allem: Lassen ihren Kindern ihren eigenen Charakter und ihr eigenes Temperament.

Das hat sich als fördernd für die soziale und intellektuelle Reife bewiesen.

Um es anschaulicher zu machen, die vier Hauptstile lauten:

  • Autoritativ-Reziprok: Fordernd - Akzeptierend
  • Laissez-Faire: Nicht fordernd - Akzeptierend
  • Autoritär: Fordernd - Nicht akzeptierend
  • Vernachlässigend: Nicht fordernd - Nicht akzeptierend
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Dazu habe ich neulich einen tollen wissenschaftlichen Artikel aus der Sozialpsychologie gelesen:
https://www.spektrum.de/news/beliebte-boesewichte/1726306

Generell geht man davon aus, dass "wir" diejenigen Menschen sympathisch und attraktiv finden, die uns ähnlich sind.
Wir halten Menschen für relevanter, wenn wir bei ihnen Ähnlichkeiten mit uns entdecken.
Auch bei Freundschaften ist Ähnlichkeit ein wichtiges Kriterium.
Genau das lässt sich auch auf Deine Frage anwenden.

Natürlich kommt hinzu, dass wir klar zwischen Realität und Fiktion trennen.
Studien haben gezeigt, dass wir reale Kriminelle nicht auf die gleiche Weise sympathisch finden.
Natürlich gibt es Leute, die Ted Bundy super finden, das ist aber die Ausnahme
Trotzdem finden mehr Menschen Gefallen an fiktiven Bösewichten; eben, weil dabei niemand wirklich stirbt oder verletzt wird.

Es ist sicher beruhigend zu wissen, dass der Joker zum Beispiel nicht echt ist.
So können wir uns auf die Ähnlichkeiten konzentrieren, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

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Ich finde es schon eigenartig/traurig, dass Menschen immer dann geizig werden, wenn das Geld anderen Menschen zugutekommen soll.
Ist es für Banken, unsinnige Bauprojekte etc., machen nur die Wenigsten ihren Mund auf.

Somit ist die erste Frage nicht "Wer bezahlt das?", sondern "Ist es eine sinnvolle Idee?".
Wenn ja, dann kann man über die Finanzierung sprechen.
Wenn nein, ist jede weitere Diskussion über die Finanzierung sowieso überflüssig.

Anhand Deiner Formulierung in der Beschreibung gehe ich davon aus, dass Du es für keine sinnvolle Idee hältst.
1.) Für Menschen, die in Kurzarbeit sind/waren, wäre es sicherlich eine Entlastung

2.) Einmalzahlungen sind nicht mein Ding, ich halte ein Bedingungsloses Grundeinkommen für längst überfällig, und zwar unabhängig von Corona.

3.) Wenn ein Staat Geld für neue atomfähige Drohnen und Panzer hat, muss er auch Geld für Menschen und deren Versorgung haben.

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Bei Umfragen sind immer ungefähr 50% der Deutschen für ein Kopftuchverbot.

Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Meinung dazu führt, dass Trägerinnen eines Kopftuchs schräg angeschaut werden.
Und dass es eine gewisse Islamfeindlichkeit gibt, ist wohl auch unumstritten.

Was ich an der ganzen Sache aber nicht verstehe:
Wenn man gegen das Kopftuch, gegen Verschleierung und gegen Unterdrückung ist, sollte man muslimische Frauen und Mädchen doch gerade nicht ausgrenzen und abwertend anschauen, sondern sich für Hilfe stark machen!

Denn was passiert, wenn das Kopftuch verboten wird?
a) Freiwillige Trägerinnen ziehen es aus und sind genauso wenig unterdrückt wie vorher auch
b) Gezwungene Trägerinnen dürfen nicht mehr vor die Tür und werden immer noch unterdrückt

Somit verbietet man nicht Unterdrückung, sondern fördert Ausgrenzung!
Was wirklich hilft (wobei man nicht weiß, wie groß der Anteil der tatsächlich Unterdrückten ist), ist Bildung!
Menschen, die freiwillig dieses Kleidungsstück tragen (ja das gibt es!) sollten zu nichts gezwungen werden, auch nicht dazu, es abzulegen.

Schließlich kommen die Ehefrauen von christlichen Konservativen auch nicht besonders gut weg - wollte schonmal jemand das Dirndl verbieten, weil es ein Zeichen von An-Den-Herd-Fesseln ist? Die Antwort lasse ich mal offen.

Daraus schließe ich, dass es den betreffenden "besorgten Bürgern" eben nicht um die Frauen geht, sondern nur um deren Religion.
________________________________
Mein Plädoyer ist fertig, zurück zu Deiner Frage:

Was Denke ich also über Mädchen mit Kopftuch?
"Hoffentlich erleben sie keine Ausgrenzung von Leuten, die angeblich gegen ihre Unterdückung sind und werden behandelt wie Menschen.".

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Den Zug seinen Lauf lassen und 5 Personen töten

Für mich ist das kein Problem.
Wenn ich eingreife, bin ich für den Tod eines Menschen verantwortlich!
Wenn ich die Weichen nicht umstelle, kann ich immernoch rufen, winken oder sonst wie agieren, jedenfalls ist es dann keine Tötung, sondern ein (schlimmer) Zufall.
Man muss sich das mal vorstellen:
Die Leute, die hier mit "Weiche umstellen" abgestimmt haben, würden aktiv einen Menschen töten.
Versucht damit vor Gericht mal durchzukommen.

Man kann Menschenleben nicht aufwiegen, so als stünde man an der Metzgertheke.
Fünf Menschen sind nicht wichtiger als ein einziger; ein Mörder ist nicht weniger wert als ein Mordopfer, und junge Menschen sind auch nicht mehr wert als alte.

Es gibt ja auch die Trolley-Version mit 5 alten und 5 jungen Leuten.
Das ist zynisch, menschenverachtend und aus meiner Sicht einfach nur dumm.

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Nein

Dann müsste ich auch Angst davor haben, dass meine Handcreme Krebs verursacht.
Für beides gibt es keinerlei Evidenzen.

Ebenso halte ich es für Größenwahn, dass sich ein Gott genau eine Spezies heraussucht, die erst nach 200.000 Jahren die richtige Religion für sich entdeckt.
Dass sich der Schöpfer des ganzen Universums gerade für meine Sünden interessiert und dafür, was ich im Schlafzimmer tue.

Religionen möchten sich immer so darstellen, als stünden sie für eine demokratische freiheitliche Grundordnung.
Warum gerade ihr Gott (stellvertretend für die Hölle) mir diese dann nicht zugesteht, ist schon seltsam.

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Ich würde es mir gerne einfach machen und ja sagen, aber so einfach ist es dann doch nicht.
Ich habe ein großes Problem mit dem Begriff "schlecht", denn genau diese Sichtweise haben Nazis eben auch.
Sie sehen mich als "Gutmenschen", da bringt es wenig, dem selben Niveau zu folgen.
Die Frage, ob es überhaupt sowas wie schlechte oder böse Menschen gibt, ist sehr philosophisch.

Zunächst haben auch Neonazis eine Menschenwürde, auch wenn sie selbst anderen diese Würde absprechen.

Ich habe vor einigen Jahren einmal über eine Freundin einen Aussteiger aus der Szene kennengelernt.
Nach Jahren in Haft wegen rechtsextremer Straftaten ist er ausgestiegen und hat gegen Familienmitglieder und ehemalige Freunde ausgesagt, weswegen er umziehen und sich von seiner Familie abwenden musste, weil er danach selbst bedroht wurde.

Oft habe ich ihn nicht gesehen, und was aus ihm geworden ist, weiß ich auch nicht.
Aber es hat mich zum Nachdenken gebracht.
Wie bei vielen Ideologien werden Mitglieder herangezüchtet.
Denn oft ist es der Freundeskreis oder die Familie, die einem diese Ansichten regelrecht von kleinauf "einpflanzen".
Das soll natürlich weder eine Entschuldigung, noch eine Rechtfertigung sein.

Wie in religiösen Sekten auch können Menschen durch ihr Umfeld zu Nazis werden. Wenn man schon als Kind dahingehend bearbeitet wird, kann man sich kaum davon lossagen.
Bei diesem Bekannten kam die Einsicht auch erst mit Ende 20, und er war Opfer von Gehirnwäsche.

Es fällt mir wirklich schwer, Nazis in irgendeiner Weise als Opfer zu bezeichnen, wenn man aber die Manipulationen bedenkt, denen viele ausgesetzt sind und waren, muss ich ihnen das zugestehen.
Und wenn man sich in diesem "Sud" erstmal lange genug aufgehalten hat, ist es echt schwer, dieses Mindset zu überwinden und von selbst zur Einsicht zu kommen.

Stellen wir uns mal vor, es würde heute zweifelsfrei bewiesen, dass es keinen Gott gibt.
Ich denke nicht, dass sich die überwiegende Mehrheit der Gläubigen von diesem Glauben lösen würden.
Einfach deswegen, weil für diese Leute ihr Glaube der Mittelpunkt des Lebens war, und es wahrscheinlich auch bleiben würde.

Ich würde also sagen, die Meinungen und auch die Taten sind schlecht und verabscheuungswürdig.
Ich war auch schon selbst häufig auf Demos gegen Rechts und Demos gegen Pegida, und würde auch jederzeit Menschen bitten, sich zu engagieren.

Ich finde auch nicht, dass Parteien versuchen sollten, diese Wählerschaft "zurückzuholen", wie es immer so schön gesagt wird.
Und auch der Rechtsstaat muss hart dagegen vorgehen.
Und als Prävention: Bildung!

Wenn ich aber anfange, bestimmte Menschengruppen zu hassen (und nicht nur ihre Ideologie), bin ich wieder in einem Teufelskreis.

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