Ist Vergebung besser als Rache?

34 Antworten

Vergebung ist ist das Einzige, das hilft. Vergeben bedeutet nicht, sich wieder auszuliefern, es bedeutet, einen Stachel aus dem eigenen Herzen zu nehmen und sich von einem Vorfall zu lösen und dadurch nicht mehr an die Vergangenheit gebunden zu sein. Nur Vergebung macht frei; sie ist das Waschmittel des Universums.

Vergebung wendet sich an zwei Seiten: an Dich selbst, und hier stimme ich Dir ohne Einschränkung zu: Die Befreiung der eigenen Seele, die vollständige Heilung der Wunde ist für den Verletzten selbst die beste Lösung. Dem Verletzenden die Vergebung mitzuteilen und sie mit ihm zu leben, ist hingegen nicht in jedem Fall Garantie für eine positive Entwicklung (s. meine Ausführungen in der Antwort).

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@gottesanbeterin

Hallo gottesanbeterin,

ich habe einmal gehört, dass es einen Unterschied zwischen Vergebung und Versöhnung gibt: Die Vergebung befreit das Opfer von der Gebundenheit an das Böse, das ihm angetan wurde. Versöhnung bedeutet, wieder mit diesem Menschen Beziehung haben zu können.

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@Gritti

Es geht doch gar nicht nur, um das"Böse", das jemandem persönlich angetan wurde, es geht um alles, was jemals Jemandem angetan wurde. Man soll(te) alles, was jemals Jemand Unrechtes oder Grausames getan hat, verzeihen; nicht nur, was einem persönlich angetan wurde. Auch soll man sich selbst seine Fehler oder vermeintlichen Fehler verzeihen.

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Kurzfristig gesehen ist Rache eine schnelle, einfache Möglichkeit der Vergeltung. Langfristig gesehen, tritt man sich aber meistens selbst damit in den Hintern. Vergebung kann auf lange Zeit gesehen mehr bringen.

Rache zu nehmen bedeutet, daß man anderen schadet UND sich selbst, denn man muß mit den Folgen auch selber leben. Vergebung ist schwierig, läßt aber keinen Trümmerhaufen zurück. Gruß, q.

Als im Geist des Idealismus und des Nachkriegs-Christentums Herangewachsene fühle ich mich durch die Frage nach Schuld und Vergebung existenziell berührt. Ohne meine schon ziemlich fortgeschrittene persönliche Lebenserfahrung hätte ich Dir prompt geantwortet: "immer ist Vergebung die bessere Variante, vor allem auch für Deine eigene Seele". Rache zieht Dich auf den Level dessen herunter, der Dich verletzt und geschädigt hat, aber Rachegedanken sind zumindest in der Phase der ersten, noch nicht aufgearbeiteten Stufe des Traumas meines Erachtens als Ventil legitim, um Zorn und Hilflosigkeit zu kanalisieren, solange man diese primitivste Form der Abwehr im Reich der Phantasie belässt. Was die Vergebung angelangt, hat sich mein "jugendlich-totaler" Anspruch doch etwas modifiziert. Sie ist m. E. nur da am Platze, wo der "Gegner" Anlass zu Hoffnung auf eine positive Entwicklung gibt. Einem Menschen, der zu jung und unreif war, das Unrechtmäßige seines Tuns zu erkennen kann man vergeben, denn es besteht die Chance einer verspäteten Einsicht, eines Lernvorgangs also. Einem Menschen, der bereits begriffen hat, welchen Schaden er verursacht hat, und um Verzeihung bittet, kann man vergeben, denn er besitzt Empathie und reflektives Denken und wird vermutlich in Zukunft vorsichtiger sein. Einem skrupellosen, amoralischen Menschenverächter und Egomanen möchte ich heute nicht mehr vergeben, weil die Welt durch die fortschreitenden moralische Liberalisierung und die öffentliche Akzeptanz von Zynismus immer inhumaner wird, und ich einen solchen Menschen durch mein Entgegenkommen nur in seiner Haltung bestärke, da ihm die Vorstellungen von menschlicher Größe längst abhanden gekommen sind. "Gegnern" dieser Couleur sollte man eine wirksame Barriere entgegensetzen, die sie in ihrer Selbstherrlichkeit bremst, sofern es überhaupt möglich ist. Das ist natürlich eine schwierige Gratwanderung, im Bereich der "Zivilcourage" zu bleiben, ohne in die Niederungen der destruktiven Rache zu verfallen. Dies ist meine eher differenzierte Ansicht zu diesem Thema. Alles Gute für die Verarbeitung des hier angebotenen Spektrums für Dich selbst!

Den schaden richten immer die an die die Lügen verbreiten. Nicht umgekehrt. Verschweigen ist eigentlich auch eine Lüge. Womit wir bei informatielle Selbstbestimmung wären. Gibt es die in wirklichkeit? Ich denke wohl nicht. Das fängt schon bei Unternehmen an die ihre Unternehmens/Produktgeheimnisse sichern müssen. Für jede Information muss man in irgendeiner weise bezahlen. Das fängt beim internet anschluss an wo man die Kosten für den "Anschluss" bezahlen muss. Und das alles immer inhumaner wird hat seinen Grund ganz einfach darin das die Menschen sehen das man wenn man ehrlich ist ordenlich auf die schnauze fliegen kann. Wäre von anfang an alles auf ein ehrliches system aufgebaut worden, gäb es diese ganzen Probleme garnicht.

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Ich wurde zweimal vor den Kopf gestossen. Vergeben konnte ich nicht, ich zog mich zurück - ohne ein Wort. Das war mein Wunsch und ich bin zufrieden. Es berührt mich nicht, daß es nie mehr so sein wird, wie es einmal war.

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