Ist Kernspaltung gut oder schlecht für die Menschheit?

Das Ergebnis basiert auf 12 Abstimmungen

Schlecht 50%
Beides 25%
Gut 25%

11 Antworten

Beides

Eine Technik an sich ist nie gut oder schlecht, es kommt immer auf ihre Anwendung an.

Ups! Hier tuen sich jetzt dennoch einige Fragen der Verantwortung zu Erfindungen mit potentiell schlechter Anwendung auf, die bspw. durch Dürrematt in "Die Physiker" in sehr bekömmlicher Art und Weise erörtert werden. Einfach mal lesen, ist nicht dick, das Buch des Theaterstücks!

Die Kernspaltung in der Energiegewinnung hatte große Hoffnungen für die Menschheit bereit, leider wurde erst in den ersten Großanlagen realisiert, wieviel radioaktiver Abfall zu bewältigen ist. Selbst der "Schnelle Brüter" schaffte nicht, die in ihn berechtigter Weise, aber dann doch nicht realisierbaren Hoffnungen zu erfüllen. Dennoch ist die Geschichte der Energiegewinnung aus Kernspaltung nicht zu Ende geschrieben: In kleine Anwendungen, bspw. Raumsonden, wird sie wohl fortbestehen. Und sollten sich eine Technik von "Bleireaktoren" realisieren lassen, könnten wir auch abseits warmer Gefilde günstig und relativ ökologisch an Energie kommen.

Aber das ist ja nicht alle Kernspaltung: Natürliche Röntgenquellen (Röntgen aus Kernspaltung) werden in der Medizintechnik weit eingesetzt und haben ihre berechtigten Anwendungsfelder im Besonderen in der Tumortherapie. Weitere industriell-technische Anwendungen sind vorhanden und berechtigt ...

Wir müssen also auch diese Technik weise anwenden.

In natürlicher Form hält Kernspaltung einen Teil einer "Maschinerie" am Laufen, die für uns sehr wichtig ist: Die Erde. Im Erdinneren finden sich schwere Elemente, die dort durch Kernspaltung vor allem Wärme freisetzen. Das mindert die Abkühlung unserer Erde und sorgt damit auch für eine ausreichende Viskosität des Erdmantels, was wiederum für uns wichtig ist, da so das Erdmagnetfeld entsteht, was uns vorm Sonnenwind schützt. (Toller langer Satz! Hat mich gereizt ... sorry.)

Noch eine Note zur Energiegewinnung mittels Kernspaltungskraftwerken: Es wird regelmäßig außer acht gelassen, dass der Brennstoff nicht einfach so "geerntet" werden kann, sondern einer aufwändigen Aufbereitung bedarf. Und in dieser und beim Transport entsteht sehr wohl CO2 - auch für KKW! Und: Vergesst bitte auch nicht, dass nicht erst durch die Entsorgung sondern schon im Betrieb Radioaktivität freigesetzt wird. Beispielsweise hat jeder KKW-Reaktor einen Edelgas-Schlot, um radioaktive, gasförmige Spaltprodukte in die Umwelt zu entlassen. Vermutlich nicht direkt für uns schädlich, aber wiederum Teil eines "Großexperiments" mit unserem Wetter, da die Leitfähigkeit der Luft hierdurch verändert wird.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung
Schlecht

Für Energiegewinnung bei geringer CO²-Emission gibt es weitaus sicherere Alternativen.

Atomarer Müll ist leider nichts, was ein Mal die Woche von der Müllabfuhr abgeholt wird und man es nie wieder sehen muss... den werden wir nicht so einfach los und er wächst stetig.

Zudem geben Kraftwerke radioaktive Stoffe in Luft und Wasser ab.

Würde man irgendwann eine Lösung zur "Kalten Fusion" finden, wäre das sicher die Zukunft.

Diese Raumsonden haben übrig Radionuklidbatterien, welche Energie aus dem Kernzerfall gewinnen. Da dieser bekannterweise sehr langsam stattfindet, ist es somit eine sehr lang-haltbare Batterie und für solche Zwecke geeignet.

Dieser Vorteil im Weltraum ist ein Nachteil bei uns auf der Erde, weil der langsame Zerfall eben auch dafür sorgt, dass von unserem Atommüll noch viele Generationen nach uns ihre Freude daran haben werden...

25

Das einzig konstante bei der "Kernfusion" (bitte nicht kalte Fusion, dass war ein Riesenirrtum) ist die Zeit, in der sie einsatzbereit sein wird: In zehn Jahren. Egal, wann gefragt wurde. Und: Vor dem Bau der KKW bestand auch eine große Hoffnung in günstige und ökologische Energiegewinnung. Hat sich leider zerschlagen.

Ups! KKW setzen Radioaktivität in die Umwelt ins Wasser frei? Nennst Du mir bitte noch den Weg? Danke!

0
36
@MacMadB
Ups! KKW setzen Radioaktivität in die Umwelt ins  Wasserfrei? Nennst Du mir bitte noch den Weg? Danke!

Es liest sich fast so als würdest du das in Frage stellen... das wäre allerdings so absurd, das ich es mir nicht vorstellen kann.

Das Ergebnis einer kurzen Recherche:

https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dk040517.pdf

https://www.kernenergie.de/kernenergie-wAssets/docs/service/014emissionsbroschuere2008.pdf

https://de.nucleopedia.org/wiki/Liste_von_Verklappungen

https://www.contratom.de/2011/04/24/die-ostsee-ist-das-am-starksten-verseuchte-meer-der-welt/

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article115539849/Faesser-mit-Atommuell-verrotten-im-Aermelkanal.html

Vielleicht findest du den einen oder anderen Weg, wie Emissionen ins Wasser geraten können...................

0
35
@thetee99

Die Einträge durch aktive Kernkraftwerke selbst sind dabei aber (soweit ich das sehe) sehr gering, fast vernachlässigbar.

Die größten Quellen sind mehr oder weniger absichtliche Kontaminationen der Umwelt und damit auch größtenteils vermeidbar.

2
25
@thetee99

He! Nicht so polemisch! Den Weg, über den Stoffe ins Wasser abgegeben werden, hätte mir schon gereicht ...

Wenn ich die Quellen mal trenne und nur die für den regulären Betrieb von KKWs betrachte (also andere Umweltthemen und im Besondern kriminelle Handlungen auslasse), dann lerne ich:

Tritium und Jod wird mit Kühlwasser verdünnt und in den Vorfluter abgegeben, siehe einer an! Das war mir nicht bekannt. Auch wenn hier wieder die Hundertstelmillisievertgrenze gilt ...

1
36
@MacMadB
He! Nicht so polemisch!

Sorry, man gewöhnt sich hier auf GF.net schnell an die rhetorische Meinungsverstärkung mit der Brechstange ;)

Auch interessant ist, dass Wasser der kontaminierte Arbeitskleidung beim Waschen in den hauseigenen Wäschereien ins Abwasser gelangen kann, wobei moderne AKW's in der Regel eine interne Wasserversorgung haben und das Abwasser selbst filtern und wiederverwenden.

1

Die Sonne arbeitet ja wie ein Atomreaktor. Allerdings ist es umgekehrt und das ist gut so. Ohne deren Spaltung gaebe es zwar die Erde, allerdings waere sie eiskalt und somit unbewohnt und auch ohne sonstige Vegetation.

Somit ist das eine gute Sache. Nimmt man im weitesten Sinn noch die Roentgenstrahlen dazu, dann ist das ein weiterer Gewinn.

Das Material fuer die Stromerzeugung ist nur vordergruendig guenstig, wenn es darum geht, wohin mit den Abfaellen, dann wird es wieder kritisch.

Ausserdem ist die Pechblende, die dazu Verwendung findet, endlich. Somit waere auch hier mit irgendwann Schluss und eine andere Loesung muesste her.

Nimmt man die zerstoerende Seite dieses Materials, dann sagen die Optimisten, sie bewahrt uns den Frieden. Gerne moechte man es glauben, allerdings trau schau wem?

Woher ich das weiß:
Recherche
45

Nein, die Sonne arbeitet keinesfalls wie ein Atomreaktor und eine Spaltung gibt es dort schon gar nicht.

0
50
@Mikkey

Dich haelt niemand davon ab, dich hier zu erklaeren.

0
36
Die Sonne arbeitet ja wie ein Atomreaktor.

Fast. Im Sonnenkern findet eine Kernfusion statt, keine Kernspaltung wie im Kraftwerk. Durch die enorme Masse der Sonne, entsteht so ein großer Druck im Sonnenkern, dass Wasserstoff-Atome zusammengepresst werden und daraus Helium-Atome entstehen. Sterne sind also Elementen-Schmieden ;)

Kernfusion wäre übrigens das non-plus-ultra der Energieerzeugung, es ist nochmal wesentlich effizienter als die Kernspaltung, aber aus technischen Gründen (bisher) nicht reproduzierbar für die Menschen.

2
25

Nicht nach außen, sondern nach innen hättest Du Dich richten müssen: Der Erdkern wird durch Kernspaltung warm gehalten ...

0

Was möchtest Du wissen?