Ist Freundschaft zwischen arm und sehr reich möglich?

15 Antworten

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Das mag in Einzelfällen vorkommen. Aber ich stelle mir das schwierig vor. Und wüsste nicht, wie das auf Dauer funktionieren kann. Denn der Arme wird mit dem Reichen nicht mithalten können. Weder Essengehen noch Reisen oder sonstwas - kann er sich alles nicht leisten. Somit wird entweder immer der Reiche bezahlen und der Arme zum "Schnorrer" oder zumindest Abhängigen - oder der Reiche verzichtet und wird dem Armen so ein schlechtes Gewissen machen. Alles andere ist unrealistisch.

Ich denke Freundschaft hängt nicht am Geldbeutel. Ein sehr unterschiedlicher Geldbeutel erfordet aber das man den Berücksichtigt.

So eine Berücksichtigung kann sein:

  • Geschenke zum z.B. Geburtstag in Perspektive setzen. Was für den reichen ggf ein sehr billiges Geschenk ist hat den armen ggf viel gekostet. Was der arme als viel zu teuer warnimmt findet der reiche ggf günstig. Daraus sollte man dann keine Vorwürfe entstehen lassen.
  • Aktivitäten anpassen. Einladen ist nett aber wenn einer immer einläd entstehen abhängigkeitsverhältnisse die sowohl dem einlader missfallen können (Thema: ausgenutzt fühlen) als auch dem eingeladenen (Thema: ich bin doch ein erwachsener Mensch). Wenn beide mal aktivitäten auf ihrem Budget organisieren ist das ausgeglichener.
  • Keine Kredit und möglichst keine Geldgeschenke, außer im Notfall. Siehe Punkt 2, abhängigkeit, ausgenutzt fühlen, nicht selbstbestimmt fühlen.

Hallo, mir ist noch etwas eingefallen: Also, ich habe seit zwei Wochen etwas Kontakt zu einer Person, die Kontakt hat in allerhöchste politische Kreise in Deutschland. Manchmal gibt es eben Zufälle im Leben... . Ich bin das Gegenteil davon und bin selbst arm wie eine Kirchenmaus (so ungefähr). U.a. schlage ich mich seit Jahren (u.a.) mit Minijobs und ähnlichem durch's leben. In Deutschland darf man ja nur einen Minijob gleichzeitig ausüben (nicht 2 oder 3). Eine sehr blödes Gesetz. Denn so kann man gar nicht zeigen, was man kann. Meine Frage: Würdet ihr eurem Kontakt (s.o.) erklären, dass ihr so seit Jahren ausgebremst werdet? Theoretisch könnte er ja SEINE Kontakte nutzen und das Gesetz ändern lassen. Ist nur ein Hirngespinst... . Er ist jedenfalls ein Mensch, der das Thema "Zeigen wir der Welt, was wir können" thematisiert :-). Das hat er auch zu mir gesagt. Nur wie soll ich das tun, wenn ich ausgebremst werde?

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@Frenchgirl709

Ich finde die Situation schwierig.

Zum einen hat du mit der Person grade mal 2 Wochen Kontakt. Das ist dann schon was anderes als z.b. Beste Freunde seit 20 JAhren.

Dann muss ich gestehen das ich deine Problematik mit dem Minijob nicht verstehe. Du darfst durchaus mehrere Jobs haben. Es wird dann nur ne Steuerfrage wenn du über 450 € kommst.

https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/01_grundlagen/01_450_euro_gewerbe/04_mehrere_beschaeftigungen/node.html

Und warum bremst dich das aus? Wo ist das Problem einer Haupttätigkeit in der du zeigen kannst was du kannst?

In Summe klingt es halt nach "ich hab ein Problem, lös es für mich" was ich in keiner Konstelation, unabhängig vom Einkommen, gut finde.

Man kann Freunde um hilfe bitte z.b. bei der Jobsuche, man kann generelle Probleme angehen wollen und Freunde fragen ob sie das auch mit angehen wollen. Aber bei dir klingt es halt nach "das Gesetz ist schuld, lös das Problem für mich". Und das ist ne ganz andere Hausnummer.

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@dieLuka

Hallo dieLuka, ich will aber über 450 Euro kommen. Ich hätte gerne zwei oder drei Minijobs, um zu zeigen, was ich kann!! Ich habe einen großen Schicksalsschlag erlitten, der mich jahrelang aus dem Erwerbsleben katapultierte. :-( Nun, dann kam die große Wende durch ein sehr gutes Medikament. Dieses nehme ich seit sieben Jahren (!), schlage mich aber immer noch mit sehr prekären Jobs herum. Mein Studium konnte ich so während der letzten Jahre auch nicht abschließen und so gerät man doch in einen Teufelskreis... . Und es gibt viele Leute, die trotz Medikamenten erfolgreich studieren!!

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@Frenchgirl709

Ich verstehe wirklich nich was das eine mit dem anderen zu tun hat.

Niemand verbietet dir zu studieren, aber wer Vollzeit studieren will darf halt nur ne begrenzte Anzahl von Stunden nebenbei arbeiten.

Niemand verbietet dir über 450 € zu verdienen aber wenn du das willst geht das ggf eben nicht neben einem Vollzeitstudium und nicht steuerfrei.

So sind die Spielregeln für alle.

Du hast die Option eines ganz normalen Hauptjobs in STK1 (vermute ich mal) bei dem du selbst auf Mindestlohn bei 40 Stunden die Woche merklich über 450 € verdienst. Ungelernt nicht ganz einfach aber machbar. Ggf. begleitet von eine Fernstudium aber da kenn ich die Spielregeln nicht.

Du hast die Option in Vollzeit zu studieren aber dann eben nur begrenzt abreiten zu dürfen damit das studium nicht zu kurz kommt. Wenn das Geld nicht reicht muss ggf nen Studienkredit her wenn Bafög oder Unterhalt keine Option sind.

Alternativ besteht die Option einer Ausbildung in der Auch mehr als 450 verdient werden kann.

Wieso kannst du keine der Optionen nutzen?

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@dieLuka

Hallo dieLuka, doch, meine Familie will nicht, dass ich studiere. Eine andere Idee haben sie aber auch nicht. So gurke ich richtig herum. Deine Ideen sind schon gut (Vollzeit studieren oder Fernstudium und arbeiten). An einen Studienkredit habe ich auch schon gedacht (von der kfw). Ich überlege, diesen ab Oktober zu beantragen. Herzliche Grüße

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@Frenchgirl709

Ich habe vor kurzem ein Gespräch mit einem deutschen Großunternehmer geführt. Er besitzt große Unternehmensanteile an einem Unternehmen, welches einen Umsatz von über einer Milliarde EUR pro Jahr hat. Ich bin das Gegenteil von ihm, lebe von Minijobs und prekären Arbeitsverhältnissen (als Studienabbrecherin). Er verhielt sich bedeckt mir gegenüber, aber war super nett und ermutigte mich, dass ich der Welt zeige, was ich kann. Ja, das ist so 'ne Story. Ich meine, so eine Ermutigung ist sehr nett. Aber die Realität sieht anders aus. Ich habe während der letzten 10 Jahre kaum Chancen gehabt. Meinst du, ich könnte / sollte diesen Kontakt nutzen? Ich fand das super nett, diese Ermutigung... . Vielleicht könnte er mir helfen, dass ich mehr Chancen bekomme, um zu zeigen, was ich kann? (sinnvolles Studium, Mindestens erstmal Teilzeit arbeiten, später Vollzeit, bessere Berufschancen) - Bei mir geht es sowieso "nur" um Schadensbegrenzung, ich werde als Rentner sowieso arbeiten müssen.

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@Frenchgirl709

Du kannst den Kontakt, wenn er hilfe anbietet, absolut nutzen um z.b. Tipps bzgl. Bewerbungen, Möglichkeiten usw. zu bekommen.

Du solltest nur in soweit abgerenzen das du die Verantwortung immer noch bei dir hast.

Dein LEben, deine Verantwortung.

Begib dich nicht in abhängigkeit und versuch nicht dritte in die Verantwortung für deine Entscheidungen zu nehmen.

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@dieLuka

Zu dem Kontakt zu diesem sehr reichen Mann: Man kann sich ihm auch in den Weg stellen ;-) (mit Respekt, natürlich).

Ja, mein Leben - meine Verantwortung - das sehe ich genauso.

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Nein, zumindest nicht auf Augenhöhe. Je größer der Abstand wird, desto schwieriger ist es einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Ich sehe das genauso. Ehrlich gesagt verstehe ich immer noch nicht, wieso dieser Mann in mein Leben getreten ist!!! Er ist Mehrheitsgesellschafter eines Unternehmens, welches einen Jahresumsatz von 1 Milliarde EUR pro Jahr hat. Na klar... . Und er bietet mir einen Minijob an... Haha!!! Ich meine, veräppeln kann ich mich selbst. Er macht schon einen netten und engagierten Eindruck. Aber was will dieser Mensch von mir??? Er selbst sagt dazu nichts aussagekräftiges. Ich finde diese Situation irgendwie extrem schwierig. Ich habe den Eindruck, in meinem Leben ist eine Bombe eingeschlagen, seitdem er hinein getreten ist. Das, was aktuell fehlt, ist das Fundament. Vielleicht ist das alles für ihn ein Spiel? Für mich nicht!

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Das funktioniert in aller Regel nicht auf Dauer. Geld haben ist in unserer Gesellschaft nach wie vor das Synonym für Erfolg und es führt einfach dazu, dass sich Menschen mit wenig Geld den Menschen mit mehr Geld immer unterlegen fühlen. Auch wenn Menschen mit wenig Geld das immer mit Nachdruck bestreiten.

Es ist nicht so, dass ich dies gut heiße. Aber so ist es nun einmal.....

Ja, eine solche Freundschaft ist möglich.

Sie kann funktionieren so der Reiche nicht - auch wenn es ihm nichts ausmacht - den Armen permanent einläd, freihält, beschenken will und der Arme nichts davon annimmt.

Dann bleibt es eine Freundschaft um der Freundschaft willen. Ich bin Rentner und habe seit 12 Jahren einen Freund aus der Schweiz mit Eigentum in Basel und Zürich. Wieviel Geld und Liegenschaften er insgesamt besitzt hat mich nie interessiert. Er besucht mich in meiner Wahlheimat an der Ostsee jedes Jahr für 7 bis 10 Tage, dann darf er das Essen im Restaurant ruhig bezahlen 10 Tage lang, aber mehr auch nicht. Du würdest keinen schweizer Millionär vermuten würdest Du an unserem Tisch sitzen. Was ich ihm denn gäbe fragte ich ihn ?

Aufrichtige Freundschaft, nicht auf sein GELD aus sein, abschalten und nur Freund und Mensch sein und nicht millionenschwerer Geschäftsmann, einfach nur ein Urs aus der Schweiz. Das gäbe ich ihm sagte er.

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