Ist es verwerflich Marschlieder aus der NS Zeit zu hören?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Derlei Lieder zu hören ist nicht per se verwerflich, sofern man damit nicht das NS-Regime und deren Verbrechen glorifiziert. Wenn du dich rein aus geschichtlichem Interesse damit befasst, ist es eher löblich. Wie so oft hängt es vom Kontext ab.

Im Übrigen heißt das erste Lied "Teufelslied der A/88", nicht wie von dir geschrieben "SS marschiert in Feindesland". Das Lied hat seinen Ursprung im Lied "Marschlied der Legion Condor" von Erich Schlecht und Hans Teichmann, welches nach meinem Wissen später von Oberleutnant Wolfram Philipps und Oberleutnant Christian Jährig von der Aufklärungsstaffel 88 umkomponiert wurde. Im Jahr ~1939 wurde das Lied erneut umgetextet und wurde so zu einem Marschlied für die Waffen-SS angepasst.

Wie dem auch sei - sich damit zu befassen ist nicht verwerflich. Verwerflich wäre es nur, wenn du es nur hörst, um damit den Nationalsozialismus zu glorifizieren. Ich selber höre auch gelegentlich solche und andere Marschlieder. Wobei ich mich mehr für die Lieder vor der Zeit des Dritten Reiches interessiere. Sei es Liedtexte von Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860), Ferdinand Radeck (1828 - 1903) oder Ludwig Bauer (1832–1910). Lieder von denen kann man sich u.a. auf dem YouTube-Kanal von Dr. Ludwig anhören. Wer etwas dafür übrig hat, viel Spaß beim Stöbern. :)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Plato: Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele.

Danke, das ist sehr interessant.

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Danke sehr für die neue Info ich glorifiziere damit natürlich nicht die NS Zeit die Lieder hören sich um erblich zu sein einfach gut an

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@Lolmonanime

Kurz und knapp: Hör einfach das, was du gerne hören möchtest. Solange du dir bewusst machst, in welchem Zusammenhang dieses oder jenes Lied steht und gesungen wurde und damit nicht die NS-Zeit glorifizierst, sehe ich da eigentlich kein Problem. Wie schon geschrieben, höre ich hin und wieder auch so manches (Marsch)lied ganz gerne. Darunter so Sachen wie "Preußens Gloria" oder "O Deutschland hoch in Ehren".

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Es ist der Liedtext der Nazis verwerflich, nicht aber die Musik.

Das Wessel-Lied hatte mehrere Vorlagen von Volksliedern:

https://www.volksliederarchiv.de/liedergeschichten/horst-wessel-lied/

von "Aus Feuer ward der Geist geschaffen (1817)" bis zu

"O Potemkin, du Stolz der Flotte" (1920)

Die politische Ausrichtung eines Liedtextes ist zeitlich den Umständen angepasst.

Selbst die Nationalhymne der DDR wurde zuletzt nicht mehr gesungen, nur intoniert.

Die öffentliche Aufführung von mindestens zwei von vieren dieser Lieder ist in Deutschland verboten, da es sich um nach

https://dejure.org/gesetze/StGB/86.html

strafbare Verbreitung von NS Propaganda handelt. Das Erika Lied ist nicht verboten und wurde und wird auch weiter öffentlich verbreitet, bei Ade Polenland weiß ich es nicht. Es ist mir aber egal. Alleine die Verwendung von NS Propaganda sollte deine Frage schon hinreichend beantworten.

https://en.wikipedia.org/wiki/Nazi_songs

Nein, es ist meiner Ansicht nach nicht verwerflich. Der Gesetzgeber ist da jedoch andererer Meinung weshalb das abspielen bzw singen dieser Lieder in Deutschland verboten ist

Woher ich das weiß:Hobby – Ich interesiere mich für Geschichte und Politik

In Neukölln solltest Du Dich beim Singen aber nicht erwischen lassen.

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Es ist nichts verwerfliches dran, wenn man stolz auf die taten seiner Vorfahren ist.

Es wird erst verwerflich wenn man diese Sachen gut heißt und sich selbst nicht reflektiert.

Wo ist noch mal gleich der Unterschied zwischen "stolz drauf sein" und "gutheißen"? 🤔

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