Ist es möglich / sinnvoll, als Atheist eine Religionswissenschaft zu studieren?

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12 Antworten

Vergleichende Religionswissenschaft(en) kannst Du auf jeden Fall studieren, sowie alle anderen Fächer, die mit einem kulturellen bzw. historischen Blick auf Religion(en) schauen.

Ich bin z.B. keine Christin, werde aber trotzdem ab Oktober Kulturgeschichte des Christentums studieren. Habe mich vorher bei der Studienberatung meiner Uni darüber informiert, dass ein christliches Bekenntnis nicht Voraussetzung für dieses Studium ist und dieses Fach allen Interessenten, egal welchen Glaubens, offen steht.
Es gibt an meiner Uni sogar Leute, die Kulturgeschichte des Christentums und Orientalistik mit Schwerpunkt Islam miteinander verbinden.

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Theologie geht natürlich nicht, aber vergleichende Religionswissenschaften z.B. schon. Es ist übrigens nichts neues, dass gerade Atheisten oft sehr viel mehr über die realen Grundlagen einer Religion wissen, als Gläubige, die sich mit Dogmen aufhalten. Erlebe es teils sogar bei Diskussionen mit "Bibelkennern" wie den ZJ, dass ich mehr über die Bibel weiß, als jene.

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Kommentar von Dummie42
01.09.2015, 11:16

Ja von wegen, ein durchaus beachtlicher Teil aller Theologiestudenten glaubt nicht und ist nur als Karteileiche in der Kirche gemeldet.

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Kommentar von wildcarts2
01.09.2015, 17:36

Es ist übrigens nichts neues, dass gerade Atheisten oft sehr viel mehr über die realen Grundlagen einer Religion wissen

Zur Gänze falsch! Atheismus bezeichnet genau das Gegenteil, nämlich UNkenntnis über Gott, Religion und Glauben.

Auf Antitheisten und Agnostiker dagegen, trifft deine Aussage zu.

Theologie geht natürlich nicht,

Selbstverständlich geht das. Man muss lediglich Mitglied in einer Kirche sein, was aber nichts darüber aussagt, ob jemand Gläubig ist oder nicht.

Wie bereits in meiner Antwort gesagt: Gerade Ungläubige sind im Vorteil, wenn sie Religion studieren, da sie keine oder zumindest weniger Vorurteile mitbringen.


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Kommentar von vonGizycki
01.09.2015, 19:58

Da stimme ich Dir absolut zu! Das erlebe ich regelmäßig. Franz Buggle hat ein interessantes Buch geschrieben und er hat Recht.

Denn sie wissen nicht was sie glauben oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann.

Hier ist die Buchbesprechung:

https://www.ibka.org/artikel/miz92/buggle.html

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ja, sicher - abgesehen davon, dass es wahrscheinlich eine eher brotlose Kunst ist...

es gibt heute ziemlich breite Studien über die historischen Grundlagen der Bibel, archäologie, etc... wenn man das studiert, ist man besser atheist, denn meistens kommt raus, dass es historisch etwas anders war, als es in der bibel steht...

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Kommentar von wildcarts2
01.09.2015, 17:38

Atheist ist man dann nicht mehr, denn sobald man etwas über Religion weiss, kann man kein Atheist mehr sein.

Eine brotlose Kunst ist ein Studium der Religionswissenschaften in keinem Fall. Es werden immer mehr Leute benötigt, die sachlich über Religion sprechen können. Beispielsweise in der Integrationsarbeit und der Presse

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Kommentar von vonGizycki
01.09.2015, 20:00

Auch das stimmt.

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Kommentar von Viktor1
05.09.2015, 11:48
 wenn man das studiert, ist man besser atheist,
 denn meistens kommt raus, dass es historisch
etwas anders war, als es in der bibel steht.

Das ist ziemlich unlogisch - von dir unsinnig (weil du dies besser wissen müßtest ?) - weil der Glaube an einen Gott (wie auch immer) mit der Bibel, ihren Aussagen und ihrem geschichtlichem Hintergrund nicht das geringste zu tun hat.
Auch das (richtige) Christentum wird durch irgendwelche Ergebnisse
der Bibelforschung nicht im geringsten in seiner Botschaft berührt. Nur die "Bibelgläubigen" müßten Probleme bekommen - aber die kann ja bekanntlich nichts erschüttern.
Andererseits hat ein Atheist meist nicht das "spirituelle Verständnis"
welches oft erforderlich ist, um Aussagen religiöser Schriften zu verstehen. Dies sieht man z.Bp. man an den grausigen Beurteilungen von vielen Atheisten hier im Forum zu Bibeltexten welche hirnlos raus gepustet werden.Nun gut - "Bibelgläubige" sind da auch oft nicht besser.

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Grüß Dich gesuch! 

Selbstverständlich kann man das. Es ist auch durchaus möglich,  durch das Studium ein religiöser Atheist zu werden. Nicht an einen Gott zu glauben, aber dennoch innerliche Verbindung zum Geheimnis des Seins zu empfinden und dies auch in der Welt zu erleben, also Ergriffenheit über das Wunder des Seins zu empfinden, welches ein religiöses Gefühl ist. Das kann auch von einen Atheisten so empfunden werden. Gott spielt da keine Rolle.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Kommentar von vonGizycki
01.09.2015, 13:25

Das Fach ist schon richtig: Religionswissenschaft, besser gesagt vergleichende Religionswissenschaft.

http://www.dvrw.uni-hannover.de/rewi0.html

Kurzer Auszug von dort:

"Nach Verständnis des Vorstandes der DVRW ist Religionswissenschaft eine bekenntnisunabhängige Gesellschafts- und Kulturwissenschaft. Sie beschäftigt sich kulturvergleichend mit menschlichen Handlungen, Vorstellungen und Institutionen in Geschichte und Gegenwart, die gemeinhin und aus Gründen, nach denen die Religionswissenschaft selbst forscht, als „religiös“ betrachtet werden." 

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Kommentar von wildcarts2
01.09.2015, 17:33

religiöser Atheist 

Derartiges gibt es nicht und kann es nicht geben. Es ist ein Paradoxon!

Atheismus schließt Religion und Glauben zur Gänze aus, da ei Atheist jemand ist, der keinerlei Kenntnisse über solche Dinge hat.

dennoch innerliche Verbindung zum Geheimnis des Seins zu empfinden und dies auch in der Welt zu erleben, also Ergriffenheit über das Wunder des Seins zu empfinden, welches ein religiöses Gefühl ist.

Diese Aussage ist ebenfalls unlogisch, da es kein "Geheimnis des Seins" gibt. Wir wissen alle was wir sind und wo wir herkommen: Aus einer Reihe von Entwicklungen. Wir sind einfach nur eine von vielen Tierarten auf diesem Planeten, die alle keinen Sinn oder Zweck erfüllen. Wir sind einfach da und fertig.

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Kommentar von vonGizycki
01.09.2015, 19:42

Es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß. Ich bin z.B. religiöser Atheist. Und wenn Du Religionswissenschaften studieren willst, dann könnte das ein Aha-Erlebnis werden. Und unlogisch ist es auch nicht. Das letzte Geheimnis ist bewundernswürdige und anhand was ist, ist deo schöpferische Kraft deutlich erlebbar, wenngleich damit kein letztes absolutes Wissen darüber exsistiert.

Vielleicht magst Du mal eine Sendung aus dem NDR-Kulturradio anhören mit dem Titel: Glaubenssachen

https://db.tt/wQFjQkqk

Albert Einstein machte ein eindeutige Aussage über seine Religiosität. Und das was er sagte, das gilt auch für mich. 

Das Wort Gottes ist für mich nicht mehr, als der     Ausdruck und das Produkt menschlicher Schwächen. Die  Bibel ist eine Sammlung ehrbarer, aber dennoch  primitiver Legenden, welche doch ganz schön kindisch sind. Keine Interpretation, wie feinsinnig sie auch sein mag, kann das für mich ändern. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine  unbegrenzte Bewunderung der Struktur der Welt, soweit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.

Und:

Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen. Es liegt der Religion sowie allem tieferen Streben in Kunst und Wissenschaft zugrunde. Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir wenn nicht wie ein Toter, so doch wie ein Blinder. Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen ist, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös.(…).“

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Wer sollte dich daran hindern ? Ob es "Sinn" macht, kannst nur du für dich entscheiden.
Meine persönliche Meinung:
Wenn jemand diese Frage stellt dann macht es keinen Sinn überhaupt etwas zu "studieren", es fehlt da irgendwas - ein Mindestmaß an Urteilsvermögen ? Oder was ?

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Theologie wäre schwierig, Religionswissenschaft ist möglich.

Ob es sinnvoll ist, kommt darauf an, was du machen willst. Wenn du nachher in einer Anwaltskanzlei arbeiten möchtest, ist es nicht sinnvoll. Aber wenn du in diesem Bereich weiter machen willst, kann es sinnvoll sein.

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das kannst du ruhig machen

religionswissenschaft hat nichts mit glauben zu tun, sondern stützt sich lediglich auf dokumente

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Das ist ganz sicher möglich. Was mich interessiert - du bist sicher von reichen Eltern. Wenn du darauf angewiesen wärest, durch Arbeit deinen Lebensunterhalt zu finanzieren, stelltest du dir die Frage, welchen Beruf du als Atheist mit religiösem Studium eigentlich ergreifen solltest. Aber ich kenne Theologen, die haben Beamtenstatus in einer Kirche, obwohl sie völlig ungläubig sind. Findest du so etwas erstrebenswert?

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Kommentar von wildcarts2
01.09.2015, 17:43

Deine Aussage finde ich sehr merkwürdig. Was hat es damit zu tun, wieviel Geld die Eltern haben? JEDER kann studieren was auch immer er will, unabhängig davon, ob sich damit später Geld verdienen lässt oder nicht.

Auch dir sei gesagt, dass es keine "Atheisten" mit religiösem Studium geben kann, da man als Atheist gar nicht weiss, was Religion ist.

Im Übrigen wirst du sowohl in Kirchenämtern als auch unter den Mitgliedern der Kirchen zu 90% Agnostiker finden. Den wenigsten geht es um die Religion, sondern entweder um den Job an sich, der tatsächlich erfolgsversprechender ist, als der eines Psychologen oder Philosophen (und eine passende Alternative dafür darstellt), oder aber darum, Menschen zu helfen. Da die Kirchen viele Dinge anbieten auf sozialem Sektor, hat es durchaus seine Berechtigung, wenn man als Agnostiker dort arbeitet.

Es ist sogar einfacher, weil man auf die Menschen eingehen kann und nicht den eigenen Glauben einfach nur weitergibt. Denn Glaube kann niemandem helfen.

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Also zunächst mal: Buddhismus ist keine Religion, sondern eine Philosophie mit religiös angelehnten Inhalten.

Und dann: DU BIST KEIN ATHEIST!

Denn ein Atheist ist jemand, der von Religion und Glaube keine Kenntnisse hat. Jeder Mensch kommt im passiven Zustand des Unglaubens, der Abwesenheit von Glauben, auf die Welt. Sobald er etwas über Religion und Glaube hört, ist dieser Zustand unwiderruflich weg.

Du bist entweder Agnostiker oder Antitheist, wobei ich auf ersteres spekulieren würde.

Ein Atheist kann de facto keine Religionswissenschaft studieren, da er dann kein Atheist mehr wäre, sobald er wüsste, dass es sowas gibt.

Aber als Agnostiker und Antitheist kannst du sogar sehr gut, wenn noch sogar besser als ein Gläubiger religionswissenschaften studieren. Ich mache das nämlich auch, und bin ein Gegner von Religion.

Außerdem würde ich gerne wissen, ob es auch möglich ist, Religion auf einer wissenschaftlichen und kritischen Grundlage zu studieren

Genau das macht man in einem Studium der Religionswissenschaften und auch im Studium der Religionsgeschichte.

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Kommentar von vonGizycki
01.09.2015, 20:04

Sag mal, wo kommst Du denn her? Du trittst mit einer Gewissheit von einem Fettnäpfchen ins andere, das ist unglaublich. Ich behaupte sogar, um ein richtiger und von mir aus auch ein religiöser Atheist zu sein, kann man das eigentlich nur, wenn man was von Religion versteht. Ein bloße Abneigung gegen Religion reicht da nicht aus, ansonsten kommt man in den Verruf, ein Fundamentalist zu sein. Es soll ja auch fundamentalistische Atheisten geben. Bist Du einer?

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Kommentar von gesuch
04.09.2015, 21:47

Ein Atheist ist jemand, der an keinen Gott glaubt, und nicht jemand, der noch nie was davon gehört hat, dass Religionen existieren.

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Als Religionswissenschaftler schaut man von der Außenperspektive auf die Religionen. Soll heißen, es ist sogar von Vorteil nicht religiös zu sein. Allerdings sollte man den Religionen auch nicht vollkommen ablehnend gegenüberstehen, dann ist man auch nicht objektiv. Eine Agnostische Haltung ist die beste.

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Kommentar von wildcarts2
01.09.2015, 17:46

Mit Agnostizismus hat das nichts zu tun. Denn das beinhaltet ja nur die Aussage, dass niemand beweisen könne, ob es Gott gibt oder nicht. Ich finde es wesentlich hilfreicher ein Realist zu sein, also jemand der u.a. WEISS das es keine Götter gibt.

Ich stehe Religion generell ablehnend gegenüber, eben weil ich weiss, was Religion ist. Ich studiere Religionswissenschaft nicht um zu erfahren, wie die Religionen entstanden sind oder was sie beinhalten (das weiss ich zum großen Teil), sondern weil ich gerne auch beruflich Menschen helfen möchte, Religion zu verstehen, wenn es um den Zwischenmenschlichen Bereich und die Gesellschaft geht. Daher studiere ich zeitgleich auch Soziologie.

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In unserem "so um Toleranz" bemühten Land glaube ich kaum, dass man als Atheist bei einem Theologiestudium benachteiligt oder diskriminiert wird, wenn man sich nicht selbst in provokanter Weise gegenüber Andersgläubigen hervortut. 

Ansonsten sehe ich in deiner atheistischen Einstellung beim Studium sowohl Vorteile, als auch Nachteile. - Manches wird man objektiver, weil nicht voreingenommen, sehen. Anderes wiederum wird man schwerer verstehen, weil einem eine gewisse "Antenne" fehlt.

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Kommentar von wildcarts2
01.09.2015, 17:48

Soetwas wie eine "atheistische Einstellung" gibt es nicht, da Atheismus keinerlei Aussagen enthält.

Was für eine "Antenne" soll das sein? Es gibt nichts was einem als Ungläubiger bei einem solchen Studium fehlt, ausser Vorurteile. Das was du wahrscheinlich als Antenne ansiehst, ist mit Sicherheit Einbildung, also Glaube. Und der ist generell fehl am Platz, wenn man sich wissenschaftlich mit Themen auseinandersetzt

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Das ist sogar am sinnvollsten dann hast du nämlich keine vorurteile und bist unparteiisch. Also überhaupt kein problem.

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