Ist es ein Nachteil oder ein Vorteil und sogar herrlich, ein Atheist zu sein?

11 Antworten

Ich bin Buddhist und damit sowohl religiös, als auch atheistisch.

Konkrete Nachteile kann es meiner Meinung nach höchstens bei der Berufswahl geben, wenn der potentielle Arbeitsplatz einen kirchlichen Träger hat und die Konfession somit ein Einstellungskriterium wäre.

Außerdem können Atheisten in einer Krisensituation womöglich nicht auf das Gefühl religiöser Gewissheit einer Erlösung zurückgreifen, so dass ihnen dieses emotionale Ventil nicht bewusst zur Verfügung steht.

Meiner Meinung nach könnte es auch sein, dass es gänzlich areligiösen Menschen, ohne Bezug zur Transzendenz und Spiritualität an einer gewissen Tiefe mangelt, unabhängig davon, ob sie an einen Gott glauben.

Einen wirklichen Nachteil sehe ich sonst eigentlich nicht.

Ein Atheist lebt nicht in der Furcht vor einem strafenden Gott, ist nicht an religiöse Regeln gebunden und unterliegt nicht der Vorstellung der Sünde. Er hat also viele Freiheiten, die einigen religiösen Menschen verwehrt bleiben.

Ein Atheist ist nicht automatisch unmoralisch, nur weil er womöglich keine religiösen Werte vertritt, sondern er kann sich beispielsweise an humanistischen Idealen orientieren.

Grundsätzlich sehe ich weder Religion noch Atheismus als schlecht an. Allerdings sind mir Arroganz und Absolutheitsansprüche von beiden Seiten zuwider.

Ich finde einen fanatischen Atheisten, der ständig meint über seinen Nichtglauben reden zu müssen, genau so unangenehm, wie einen fanatischen Gläubigen, der mich ständig irgendwelchen Bekehrungsversuchen aussetzt.

Ich respektiere den Glauben, sowie den Unglauben anderer Menschen - wenn aber im Rahmen einer Ideologie die persönlichen Freiheiten massiv beschnitten werden und Diskriminierung und Manipulation daraus folgen, sehe ich Grund zu offenes Kritik.

Religionen beschneiden doch die persönlichen Freiheiten unter Zuhilfename von Manipulation und Indoktrination

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@Qochata

Ich sehe auch positive Aspekte in den Religionen, so dass ich sie nicht auf diesen isolierten Einzelaspekt reduzieren würde.

Ähnliches könnte man immerhin auch von gesellschaftlichen Normen, oder Gesetzen sagen, die uns entweder manipulieren, oder in unseren Selbstausdruck beschränken.

Für mich ist Religion nicht das große Übel, als das es von eingen Menschen wahrgenommen wird.

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@Enzylexikon

Meiner Meinung nach könnte es auch sein, dass es gänzlich areligiösen Menschen, ohne Bezug zur Transzendenz und Spiritualität an einer gewissen Tiefe mangelt, unabhängig davon, ob sie an einen Gott glauben. 

Aus Interesse: inwiefern?

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@Baoshan

Aus Interesse: inwiefern?

Erst einmal vielen Dank, dass du es offenbar nicht als Beleidigung aufgefasst hast, manche Menschen sind da ja seeehr empfindlich.

Zu deiner Frage:

Wir hatten hier beispielsweise mal eine Diskussion zum Thema Dankbarkeit  - unter anderem auch Dankbarkeit für Nahrung.

Da sagte jemand sinngemäß:

"Ich brauche niemandem zu danken, auch nicht dem Bauern für seine Arbeit, schließlich wird er dafür bezahlt".

Bei so einer Einstellung mangelt es dieser Person meiner Meinung nach an einer gewissen geistiger Tiefe.

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@Enzylexikon

Das hat aber nichts mit Religiosität zu tun. Zudem Atheisten halt mehr froh oder glücklich über etwas sind, während religiöse Menschen eher dankbar sind. So habe ich es zumindest erlebt. Ich bin Froh das ich gesund bin, christen (als beispiel) dankbar. Wem sollte ich auch danken, dass ich Gesund bin. Mir selbst weil ich auf meine Ernährung achte? Wenn es keine höhere Macht gibt, brauch ich ihr auch nicht dankbar sein. Aber ich kann froh sein, dass alles ist wie es ist.

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Wenn die Bibel recht hat:

- gibt es einen Gott
- hat unser Leben einen wirklichen Sinn und
eine Zukunft, die über das irdische Leben hinaus in eine wundervolle
ewige Existenz reicht
- kennt und liebt dieser Gott jeden einzelnen und nimmt Anteil an unserem Leben
- trennt uns Sünde (unser Egoismus und seine Folgen) von Gott
- bleibt diese Trennung auch über den Tod hinaus bestehen, wenn wir nie bewusst auf die Seite Gottes treten
- gibt es weder eine Wiederverkörperung (Reinkarnation) noch Höherentwicklung noch Selbsterlösung
- sind Himmel und Hölle Realitäten
- gibt es nur einen Weg, mit Gott versöhnt zu werden
- können wir über unsere Zugehörigkeit zu Gott eine klare persönliche Gewissheit erlangen.

Einige Gründe dafür, dass die Bibel recht hat, finden sich m. E. hier: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048

abgelehnt

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@Qochata

Der bekannte Schriftsteller und Autor der Narnia-Bücher hat dazu einmal gesagt: "Am Ende werden nur zwei Gruppen von Menschen vor Gott stehen - jene, die zu Gott sagen: "Dein Wille geschehe", und jene, zu denen Gott sagt: "Dein Wille geschehe". Alle, die in der Hölle sind, haben sie sich erwählt."

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@chrisbyrd

Hm, da wurde ich, Atheistin, wie nowka20 oben beschreibt, weil mit "mangelnden Anlagen" geboren, kann deswegen nicht glauben, und nun muss ich wegen dieses angeborenen Defekts in Hölle!

Welch eine Gerechtigkeit!

Ich kann's nicht glauben.

DU: "Alle, die in der Hölle sind, haben sie sich erwählt."  Welche Wahl habe ich denn?

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Wenn die Bibel recht hat:

Korrekt: "Wenn die Bibel recht hätte:"

Denn schließlich hat sie an so vielen Stellen Unrecht.

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Für mich wäre es absolut unvorstellbar, ein Atheist zu sein. Ich will nicht nur vorübergehend glücklich sein - sondern ewig

Ich will nicht nur vorübergehend lieben und geliebt werden - sondern ewig.

Mein Ich soll nicht vergänglich sein, sondern nie vergehen

Ich ertrage keinen  Abschied für immer, sondern ersehne ein Wiedersehen

Traurigkeiten, Krankheit, Leid, Ängste, Sorgen, Tod muss auch ein Atheist aushalten, das finde ich eher trostlos als herrlich.

Als Vorteil wird von Atheisten gesehen, dass man das Leben ohne Tabus und Gewissensbisse  genießen kann, ohne dass es eine Rechtfertigung gibt. Diesen vermeintlichen Vorteil kann ich nicht erkennen, das Vergnügen des einen wird dem anderen meist zum Schmerz.

Eine Ewigkeit ohne Gott finde ich nicht herrlich, sondern furchterregend. Da du diese Möglichkeit aber ohnehin als größten Blödsinn bezeichnest, wird deine Frage somit  hinfällig und  dient nur der Provokation gegen gläubige Menschen.

"Als Vorteil wird von Atheisten gesehen, dass man das Leben ohne Tabus und Gewissensbisse genießen kann, ohne dass es eine Rechtfertigung gibt."

Sorry, aber das ist absoluter Blödsinn. Man brauch wahrlich keine theistische religion um Moral zu besitzen.

Im gegenteil, ich käme z.b. Nie auf die idee mich für dein oben beschriebenes ewiges leben in die luft zu sprengen.

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@Baoshan

Ja, genau. Und dann redet die Raubkatze vom ewigen  Glück. Glücklich sein ein Leben lang, schon das kann niemand, da Glück kein Dauerzustand ist  - immer mal wieder Glücks Momente erleben, das geht natürlich. Davon abgesehen können sich auch Atheisten ein Leben nach dem Tod vorstellen, da wir alle letztendlich aus Energie  bestehen. Und Energie hat ewigen Bestand, weil sie weder zu erzeugen noch zu vernichten ist - nur umwandeln lässt sie sich

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@Qochata

Und waren es in der Vergangenheit und in der Gegenwart nicht gläubige Mörder und Banditen, die im Namen ihrer Religion andere abgeschlachtet haben?

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Auch Atheisten müssen sich rechtfertigen.
Wenn ich heut lebe, als gäbe es kein Morgen, ist die Welt schneller kaputt. Ich versuche die Welt ein wenig besser zu machen. Überdenke meinen Konsum, überlege mir ob ich den Weg jetzt wirklich mit dem Auto fahren muss oder ob es nicht doch zu Fuß oder mit Longboard geht. Versuche Faire Produkte zu kaufen, die Umwelt nicht noch mehr zu zerstören. Damit ich meinem Kind sagen kann, dass ich alles in meiner Macht stehende getan habe, um ihnen eine bessere Welt zu hinterlassen. Deswegen bin ich auch politisch aktiv. Setze mich für den Humanismus ein und, das wird dir jetzt sicherlich nicht gefallen, für einen säkularen Staat. Also das Religion in Deutschland weiter an macht verliert. Ich sehe es eher umgekehrt. Da ja irgendwie alles Gottes Plan ist und Gott es ja richten wird, können religiöse Menschen leben als hätten wir noch drei oder vier Planeten auf Lager. Denn laut Bibel kommt eh irgendwann der Weltuntergang und Gott macht alles neu. Natürlich nur für die, die an ihn glauben.
Das war übrigens nur eines von vielen Beispielen, wo Menschen Rechenschaft ablegen müssen.
Was ich bei dir raus lese und was wohl der einzige Grund ist warum du an Gott glaubst ist, dass du irgendwann stirbst und dann alles vorbei ist. Du hast einfach nur Angst vor dem Tod. 

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@Rixon

Glaube ich an Gott? Ich glaube an Energie, die die Grundlage von allem ist. Ich habe Angst vor dem geistigen Tod. Dazu stehe ich auch.

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@Qochata

... Noch etwas weitsichtiger als der Atheist, könnte der Agnostiker schon sein.

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