Ist ein studium an einer FH kein richtiges studium?

6 Antworten

Danke, daß ich und tausende Kollegen mal wieder als Ingenieure zweiter Klasse betitelt werden. Aber hast du dich eigentlich schon mal darüber informiert, was der Unterschied zwischen einem Studium an der FH und einer Uni ist? Du solltest dir mal darüber Gedanken machen.

Am besten fangen wir mal mit der englischen Übersetzung von FH an: University of Applied Sciences!

Du hast richtig gelesen: Universität für angewandte Wissenschaften. Was heißt das nun? Bis vor einigen Jahren galt, daß Fachhochschulen keine Grundlagenforschung betreiben dürfen. Diese war ausschließlich den Unis vorbehalten. Dies ist aber in dieser Form nicht mehr gültig. Heute wird auch in FHs Forschung betrieben, besonders zusammen mit der Industrie.

Und hier sind wir beim zweiten Aspekt einer FH. Diese sind näher an der Industrie und am Mittelstand und damit näher an der Praxis. Daher ist die Ausbildung und das Studium näher an der Praxis ausgerichtet. Das heißt aber noch lange nicht, daß man hier von Schulunterricht sprechen muss. Jeder Professor hat die freie Wahl (genauso wie an der Uni), wie er seine Vorlesung gestaltet, was er in seiner Vorlesung bringt.

Ich hatte in meinem Studium alle Formen: Eigenstudium, Vorlesung, unterrichtsähnliche Vorlesung. Dies kommt aber in den Ingenieurwissenschaften auch zustande, da viele Vorlesungen mit weniger Studenten besetzt sind als in einer Uni. Manche Professoren provozieren daher auch Fragen der Studenten oder Diskussionen.

Am besten du überlegst du auch einmal wieviele Dipl.-Ingenieure (FH) an den Dingen entwickelt haben, die du täglich benutzt. Wenn du das alles aus deinem Leben entfernst, wirst du ohne Telefon, Computer, Handy, Kühlschrank und vielleicht auch ohne Dach über dem Kopf dastehen. Letzteres wurde vielleicht von einem Bauingenieur oder Architekten mit FH-Diplom geplant.

8

Ich bin doch selber Student an einer FH

0
15
@MrKnife

Dann frage ich mich, ob du dir bewusst bist, was du machst.

2

"kein richtiges Studium?" - Wer sagt denn was?

Das Studium an der FH ist mehr praxisorientiert - sollte es zumindestens sein. Und es ist vor allem auch für Leute, die keine Hochschulreife haben, mit der sie an einer Universität zugelassen werden.

Man kann übrigens mit einem FH- Abschluss (Prädikatsexamen mindestens 2,4) an einer Universität zur weiteren Ausbildung zugelassen werden.

Noch etwas: das Grundstudium ist auch an der Uni seit der Bologna-Reform stark "verschult" - der Traum vom freien Studentenleben ist schon lange ausgeträumt. Wenn Du Deine Arbeit nicht machst, bekommst Du Deine Scheine nicht und wird auch auf weiteren Stufen des Studium nicht zugelassen, d.h. du bekommst schlicht und einfach keinen Seminarplatz.

An der Uni sind die ersten Semester in den meisten Ingenieurwissenschaftem, z.B. Elektrotechnik, Maschinenbau die Anforderungen in Mathe und Physik deutlich höher als an der FH. Die Zahl der Studienabbrecher nach den ersten zwei Semestern ist hoch.

Das Niveau an der FH ist deutlich tiefer. Man lernt Schülerartig und wird nicht geschult zu denken und alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Dafür ist es sehr praktisch und man kann eher sofort arbeiten. Studenten sind oft zu Beginn etwas abgehoben und sie sind teurer. Drum jobmässig ist es vermutlich zu Beginn einfacher, erreicht aber selten die grossen Angestellten Gehälter und komplexen Projekte. Man kann aber führende Positionen erreichen und Firmen gründen.

15

Ich hoffe, daß du kein Auto, keinen Kühlschrank, keine Waschmaschine oder keinen Backofen hast. Denn ansonsten solltest du alles so schnell wie möglich loswerden. Alle diese Güter werden von Ingenieuren entwickelt, die ihren Abschluß an einer FH gemacht haben. Sie haben dort ingenieurmässiges Denken und entwickeln gelernt, haben dort gelernt innovative Lösungen zu finden und diese in serienreife Produkte umzusetzen. Auch Grundlagenentwicklung wird von FH-Ingenieuren gemacht.

Und auch als FH-Absolvent kann man viel erreichen - Teamleiter, Gruppenleiter, Abteilungsleiter oder auch Vorstandsvorsitzender eines Weltkonzerns. All das ist möglich.

2
42
@Chauze

Schreib ich doch. 

Aber sie entwickeln in der Regel keine neuen komplexen Superbrücken, sind betreffend hydraulischer Berechnungen und Wasserbau auf einfachere Projekte beschränkt (integral und co) usw.

Und zb im Bereich Umwelt gilt sie sind keine Wissenschafter, haben nicht dieses Knowhow sondern machen eher ausführende, einfachere Arbeiten. Keine komplexen Versuchsplanungen, wiss. Auswertungen auf weltklasseniveau.

Wenn man das will sollte man studieren.

0
15
@2AlexH2

Dann weiss ich nicht, was ich in den letzten 16 Jahren gemacht habe. Darunter waren auch hochkomplexe Projekte im Bereich der Luftfahrt, die in der industriellen Forschung waren und für die es keine Referenzen gab.

Und zwischen der Ausbildung eine Ingenieurs an der Uni und der FH ist nicht der Unterschied, den du gerne sehen möchtest. Das was du beschreibst, sind Aufgaben, die jeder Ingenieur im entsprechenden Fachbereich kann.

1
42
@Chauze

Chauze

wieso fühlst du dich so angegriffen? Ist doch schön, wenn du dich spannend und interessant einbringen konntest. 

Ich kenne dich nicht, aber es ist klar man kann sich immer alles auch selber erarbeiten. Kann es sein, dass du dich so engagierst, weil du merkst das in der Arbeitswelt der Titel eben zählt, auch wenn man super Leistung bringt? 

Wenn jemand so gut ist wie du, würdest du ihm oder ihr wirklich empfehlen fh und nicht uni zu machen? Denkst du nicht es gibt mehr Lohn und Möglichkeiten im komplexen Bereich? 

Es geht ja nicht darum fh schlecht zu machen, für jeden gibt es das richtige Studium, fh oder uni. kommt auf Ehrgeiz und Fähigkeit drauf an.

Persönlich stelle ich im Umweltbereich nur Uniabgänger an und sehe die Beschränkung der Studienabgänger fh in meinem Job. Das sehen auch meine Kunden. Sehe die Unterschiede auch deutlich im Bauingenieurbereich, wobei es klar eine Grauzone mit simpel denkenden Uni Abgänger gibt und komplex denkenden FH.

Aber es gibt ja viele die keine Freude an Integral, Analyse und komplexen Aufgaben gibt und da ist FH gut. Ist es anders ist Uni die Wahl.

1
23
@2AlexH2

Wenn Du so ein geistiger Überflieger bist - warum bist Du denn nicht gleich auf eine Uni oder TU gegangen. Du hast doch Abitur - oder habe ich das falsch verstanden?

0

Was möchtest Du wissen?