Ist diese Bibel falsch übersetzt?

8 Antworten

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Die als recht genau und wortgetreu geltenden Übersetzungen "Schlachter 2000" und "Elberfelder" übersetzen Philipper 2,5-7 mit:

Schlachter 2000: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen."

Elberfelder: "Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden."

Auf keinen Fall gehören die in der Frage dick gedruckten Worte in diese Verse. Sie würden den Sinn entstellen und anderen Bibelversen widersprechen (z. B. Jesaja 9,5; Sacharja 12,10; 1. Johannes 5,20; Titus 2,13).

Vielen Dank für den "Stern", ganz liebe Grüße und Gottes Segen!

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@Desmodo

Stimmt!

Und Jesus Christus ist die Wahrheit: "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich" (Johannes 14,6).

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Hallo,

die erste Übersetzung ist sehr interpretierend.

hägeomai heißt halten für.

harpagmon ist ein äußerst seltenes Wort, das man mit Rauben, Beute, aber auch Zufallsfund, Glückstreffer übersetzen kann.

Ob ihm das zustand oder nicht, läßt der Urtext offen.

In der Gestalt Gottes existierend hielt er es nicht für einen Raub/ für Beute/ für einen glücklichen Fund, wie Gott zu sein wäre eine textnahe Übersetzung.

Natürlich kann man das Partizip in einen konzessiven Nebensatz: obwohl... auflösen, man könnte ihn auch temporal: während... übersetzen oder beiordnen: Er war in göttlicher Gestalt und hielt es nicht...

Das ist letztlich eine Frage der Interpretation.

Der Zusatz 'was ihm nicht zustand' geht dagegen gar nicht und hat in einer seriösen Bibelübersetzung nichts verloren.

Herzliche Grüße,

Willy

Viel wichtiger ist die Denkweise, der jeweiligen Positionen zu der Zeit. Der Kontext der Bibel kann gut in Deutscher Denkweise verstanden werden. Die Bibel mit einer Hebräischen Denkweise statt mit der uns Europäern bekannten Griechischen Denkweise zu betrachten, ist weit sinnvoller als verschiedene Texte in derer spekulativen Meinung, der selbst definierten Genauigkeit zu studieren.

Wenn nur einer so übersetzt, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • er ist genialer als alle anderen
  • der erste hat einen Fehler gemacht, alle anderen (bis auf den einen) haben von ihm abgeschrieben
  • er hatte eine andere Quelle als alle anderen

Man sieht sofort, dass die Bibel die du zitierst eine Sinn verständige Bibel ist. Jedes Kleinkind mit einem Dictionary kann Raub oder Beute einfügen. Geschrieben wird hier aber nicht über Bankräuber oder Piraten.

Deine Luther 1912 ist sogar so schwer zu verstehen, dass man meinen könnte Gottes Sohn der Christus wollte wie der Satan den Thron und die Macht Gottes haben. Eine Bibel nur wortwörtlich auszulegen, dann aber das Fragezeichen wegzulassen das in diesem Fall notwendig wäre um den Vers im Zusammenhang mit dem Vers 7 zu erklären spricht für eine eher schlechte Übersetzung. Die Luther 2017 nutzt hier eigene Worte die im Mittelalter unter Bauern gebräuchlich waren. Also auch nicht wortgetreu.

Die letzte Fußnote die seit dem Jahr 126 zu Philipper 2:6 existiert Johannes 14:28 klärt auf warum Jesus nicht an eine Stellung als Herrscher dachte. Denn er kehrt zurück zum Vater im Himmel. Und sagte: "den der Vater ist größer als ich". Jesus hat es damit klar wiedergegeben das nur Gott berechtigt ist zu herrschen, weil er der bessere Herrscher ist. Und Jesus sich ihm unterodnet.

Aber deine Bibel aus der du zitierst gibt den Text nicht einfach nur sinngemäß wieder. Es gibt eine Weitere Anmerkung zu der wortwörtlicheren Übersetzung:

  • Oder „zog er keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht“.

Wer Beute macht oder raubt, der nimmt den Besitz eines anderen. Er ergreift ihn. Also ist diese Übersetzung hervorragend, da sie sowohl die wortwörtlichen als auch die Sinnvolle Übersetzung liefert.

Die andere Fussnote führt zu Hebräer 1:3. Jesus setzt sich zur Rechten Gottes. Und Kolosser 1:15. Als erstes Geschöpf der Schöpfung Gottes kennt Jesus seinen Rechtmäßigen Platz also.

Lies nochmals Vers 8. Jesus hätte auf der Erde wohl alles sein oder werden können. Er erniedrigt sich selbst, wurde in eine atme Familie geboren und gab sein Leben für Gottes Vorsatz. Unsägliche Qualen. Dabei dachte er nicht eine Sekunde an sich. "Dein Wille geschehe, nicht der meine" betete er vor seinem Tot"

Hammer gut deine Bibel.

Woher ich das weiß:Beruf – Studium - Ausbildung zum Lehrer - 20x Bibel studiert.

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