Ist der Mensch ein Raubtier oder ein Fluchttier?

24 Antworten

Ich würde sagen beides.

  • Unser Gebiss ist zum Verzehr von beidem ausgelegt.
  • Unsere Augen sind wie die eines Raubtiers am Körper zu finden.
  • Die natürliche Ausstattung des Menschen ist ansonsten nicht aufs Jagen ausgelegt. Der Mensch ist auf Hilfsmittel angewiesen. Mit bloßen Händen kann der Mensch kaum ein Tier fangen und erlegen.
  • Das im Fleisch mehr als in den meisten Pflanzen enthaltene Protein ist für den Menschen genauso wichtig wie andere Nährstoffe, die überwiegend in Pflanzen zu finden sind.
  • Ganz simpel erscheinend: Der Mensch kann und die meisten wollen sowohl Pflanzen als auch Tiere essen. Ein Tier, welches Pflanzenfresser ist, würde nie Fleisch fressen und umgekehrt.

Zum Fluchttier:

Es gibt Menschen, die werden ganz ruhig, wenn sie angegriffen werden (vgl. sich tarnende Tiere), es gibt Menschen, die suchen den Abstand (vgl. fliehende Tiere) und es gibt Menschen, die auf Gegenkonfrontation gehen (vgl. in Hierarchien lebende Tiere)

Auch hier gibt es die volle Spannbreite.

Raubtiere sind Löwen, Wölfe, Bären. Fluchttiere sind Pferde, Gazellen, Gnus, Antilopen.

Ich finde, beim Menschen steht in erster Linie die organisierte Gesellschaft im Vordergrund. Er ist ein Sozialwesen. Er kann in der Gruppe jagen und gemeinsam nach Gefahren ausschauen, zusätzlich aber auch Nahrungsmittel anbauen und Wirtstiere halten. Das ähnelt dann eher den Ameisen, Bienen, Wespen - auch wenn diese keine Individualisten sind - oder vielleicht den Erdmännchen, um nähere Verwandte anzuführen.

Von unseren Reflexen und Wahrnehmungen her sind wir wohl eher Fluchttiere, weil wir bei Geräuschen oder plötzlichen Bewegungen aufmerksam werden, Gänsehaut bekommen, sich der Herzschlag und Blutdruck erhöht und Adrenalin in die Venen schießt. Hingegen fehlt uns der Tötungsreflex. Zumindest hab ich bisher von wenigen Menschen gehört, die aus Reflex irgendwelche Vögel oder Mäuuse getötet haben und ihren Katzen auf die Fußmatte legen. (hhm, bei Mücken und Schnaken hab ich schon einen Tötungsreflex^^)

Ich denke, dass dies ein Vergleich verschiedener Kategorien ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Raubtiere

Raubtiere sind eine Ordnung der Säugetiere, dazu gehören die Hundeartigen und die Katzenartigen, aber nicht der Mensch.

"Fluchttier" ist aber keine Ordnung, das ist lediglich die Zuschreibung einer Eigenschaft. Wenn man sagt, dass ein Pferd ein "Fluchttier" ist, sagt man damit nichts über seine zoologische Zuordnung aus (in diesem Falle Unpaarhufer).

Auch Geparden (Raubtiere, siehe oben) flüchten manchmal vor Löwen (die sind deutlich kräftiger, aber nicht schneller). Ist ein Gepard deswegen auch ein "Fluchttier"?

Ein Mensch ist kein Raubtier. Und der Begriff "Fluchttier" ist keine Kategorie im Stammbaum der Tiere, sondern meiner Ansicht nach ähnlich wie "Obst" oder "Gemüse" eine eher umgangssprachliche Bezeichnung für eine bestimmte Eigenschaft (Tier haut ab, Obst schmeckt süß, Gemüse schmeckt eher nicht süß).

 

Diese Unterscheidungen in nur zwei Optionen ist ökologisch und biologisch natürlich Mumpitz und viel zu einfach gehalten. Jedes Tier ist immer gleichzeitig Raub- und Fluchttier: kann es bei der Begegnung mit einem anderen Organismus diesen überwältigen und fressen, ist es ein Raubtier, kann es das nicht und muss es seinerseits fürchten, gefressen zu werden, läuft es eben davon.

Das Wort "Raubtier" ist übrigens ebenfalls Käse, weil "Raub" eine moralisch verwerfliche Straftat bedeutet, man sollte also besser von "Beutegreifern" sprechen, wenn man ein Lebewesen meint, dass sich vor allem von selbsterlegter Beute ernährt, und von "Konsumenten", wenn es sich über andere sessile Lebewesen wie Pflanzen hermachr. Ein Schaf ist gegenüber eines Salatkopfes auch ein Konsument, flieht aber vor dem Wolf, und der Wolf ist gegenüber dem Schaf zwar ein Beutegreifer, würde vor dem Tiger oder dem Menschen allerdings fliehen.

Menschen besetzen korrekt ausgedrückt die ökologische Nische eines opportunistischen Omnivoren mit einer Präferenz auf pflanzliche, sehr stärkereiche Nahrungsquellen. Sie können allerdings nahezu jedes andere Lebewesen in ihrem Ökosystem überwältigen, töten und fressen, weshalb sie die Position eines Spitzenprädators haben. Sie selbst werden außerdem in der Regel nicht von anderen Tieren gejagt und gefressen.

Diese Überlegenheit schöpfen die Menschen allerdings nur aus dem Zusammenhalt in der Gruppe und ihrer Technologie. Ohne diese Technologie und völlig auf sich allein gestellt wird der Mensch jedoch seinerseits wieder schnell zur Beute für jeden anderen großen Beutegreifer.

Es kommt in der Natur also nicht nur auf die Spielregeln selbst an, sondern auch auf die Karten, die man dir in der jeweiligen Situation gibt.

Woher ich das weiß:Hobby – Jahrelange Begeisterung für die Natur und ihre Bewohner.

Biologisch ist der Mensch ein Raubtier, weil er damals sein Essen jagen und erlegen musste. Ähnlich wie Wölfe jagte der Mensch damals im Rudel. Durch seine erhöhte Intelligenz und das Benutzen von Werkzeugen sogar ziemlich erfolgreich. Die Flucht vor einem Kampf gibt es bei jedem Raubtier, das macht sie aber nicht zu Fluchttieren.

Die Tierhaltung heute ist einzigartig und eine weitere sparte neben Fluchttier und Raubtier schätze ich. Denn heute jage ich mein Schnitzel im Supermarkt. 🤪

LG Knom

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