Themenspecial 11.11.2020
Missbrauchsprävention
Am Mittwoch, den 11. November 2020, beantwortete die Beratungs- und Informationsstelle N.I.N.A. auf gutefrage, wie Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt geschützt werden können. Alles zum Themenspecial

Ist der aktuelle Umgang mit pädophilen Menschen in der Gesellschaft förderlich für den Schutz von Kindern?

2 Antworten

Hallo CurryPrinny, 

vielen Dank für die Nachricht sowie die Offenheit und das damit entgegengebrachte Vertrauen. Wir können uns gut vorstellen, wie belastend Ihre Situation für Sie sein muss. Niemand sucht sich die aus, pädophil zu sein. Darüber zu sprechen ist vermutlich (oder sicher) sehr schwer. 

Wir können also Ihre Situation grundsätzlich verstehen - besonders die Suche nach legalen und schadlosen Möglichkeiten, Sexualität zu leben. 

Dennoch befürworten wir aus ganz andere Grund die politischen Aktivitäten, die in Richtung Verbot von Kinder-Sexpuppen gehen. Gerne erläutern wir Ihnen auch, warum wir das tun. 

Sexueller Missbrauch ist sexuelle Gewalt und hat in den meisten Fällen weniger mit Sexualität als vielmehr mit Macht über einen anderen Menchen zu tun. Auch Sie weisen vollkommen zurecht darauf hin, dass viele Täter und Täterinnen nicht pädophil sind. 

Kindersexpuppen - davon sind wir überzeugt - unterstützen die Entwicklung, dass Kinder als Objekte gesehen werden, über die Macht ausgeübt werden kann. Sie suggerieren scheinbare Normalität und Legalität. Die Hemmschwelle, Kinder sexuell zu missbrauchen, sinkt - da der Sex mit einem „Kinderkörper“ praktisch zur Gewohnheit wird und es nur ein kleiner Schritt hin zur realen Gewalt gegen Kinder ist. 

Diese Erfahrung zeigt sich auch bei dem Konsum von Missbrauchs-Abbildungen (sogenante "Kinderpornografie"). Der Konsum von Missbrauchs-Abbildungen senkt die Hemmschwelle, Kinder real zu missbrauchen.

Kindersexpuppen sind somit alles andere als harmlos. Es ist ein weiterer Schritt der Entmenschlichung von Kindern, sie werden zu Objekten degradiert. Kindersexpuppen öffnen damit Tür und Tor zu Gewalt an Kindern und verhindern sie nicht. Davon ist auszugehen.

Sie haben schon andere Beiträge von uns gelesen. Daher gehen wir davon aus, dass Ihnen das Netzwerk “Kein Täter werden” bereits bekannt ist. Hier finden Sie adäquate Unterstützung, die Neigung zu kontrollieren und damit gut leben zu können: www.kein-taeter-werden.de

Viele Grüße und alles Gute vom N.I.N.A-Team!

Nur mal zur Klarstellung:

All ihre Gründe, die für sie gegen Kindersexpuppen, sprich für ein Verbot sprechen, sind unbelegte Annahmen. Auch wenn sie das für unwahrscheinlich halten, ist weiterhin die gegenteilige Annahme möglich, nämlich, dass Pädophile, die eine solche Puppe haben, weniger Interesse an echtem sexuellen Kontakt zu einem Kind haben. Und solange dies immernoch möglich ist, halte ich ein Verbot in Hinblick auf den Schutz von Kindern für absolut unverantwortlich.

Kindersexpuppen sind somit alles andere als harmlos. Es ist ein weiterer Schritt der Entmenschlichung von Kindern, sie werden zu Objekten degradiert.

Dann führen sicher auch Sexpuppen von Frauen zur Entmenschlichung und Degradierung zu Objekten dieser. Und Männer, die eine Sexpuppe von einer Frau haben, neigen auch eher zu Vergewaltigungen, weil sie ja dadurch lernen, dass Frauen Objekte sind.

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@WatchingTheSky

Vielleicht noch eine kurze Ergänzung - da wir das oben nicht so deutlich erwähnt haben. Wir können uns durchaus vorstellen, dass diese Puppen für Menschen mit Pädophilie hilfreich sein können (ohne dass sie deswegen in der Folge Kinder real missbrauchen). Wir sehen aber gleichermaßen die oben benannte Gefahr, was potentielle Täter*innen (damit meinen wir nicht pädophile Menschen, die keine Kinder missbrauchen wollen und werden) betrifft. Und diese Gefahr werten wir tatsächlich höher als den Nutzen dieser Puppen für Menchen mit Pädophilie. Darüber kann man sicher sehr unterschiedlicher Meinung sein und Beweise haben wir nicht. Wir kennen keine Studien hierzu. Sie aber auch nicht, oder doch?

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@N.I.N.A. e.V.

Natürlich kenne ich keine Studien dazu. Aber für ein Verbot braucht es genau diese. Daher bin ich natürlich dafür, beide Thesen zu untersuchen. Sollte sich dabei herausstellen, dass ihre Annahmen zutreffend sind, unterstütze ich selbst ein Verbot von kindlichen Sexpuppen. Nur darf es in einem Rechtsstaat keine Verbote geben, die nur auf vagen Behauptungen fußen.

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@WatchingTheSky

Es wäre bestimt interessant, sich hierzu mit Menschen auszutauschen, die professionell mit Tätern und Täterinnen arbeiten (therapeutisch). Wir haben uns mit diesen Einrichtung bisher noch nicht zu dieser Frage ausgetauscht - wäre aber sicher hilfreich. Adressen von Institutionen - falls Sie sich selbst erkundigen wollen - finden Sie unter folgendem Link: https://www.dgfpi.de/files/ueber-uns/hilfefinden/Einrichtungslisten/2020-10-27_Liste_von_Einrichtungen_die_mit_erwachsenen_Sexualstraftaetern_arbeiten.pdf

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@N.I.N.A. e.V.
Es wäre bestimt interessant, sich hierzu mit Menschen auszutauschen, die professionell mit Tätern und Täterinnen arbeiten (therapeutisch).

Und wieso nur mit Täter*innen? Wieso nicht auch die Erfahrungen von nicht straffälligen Pädophilen untersuchen?

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@WatchingTheSky

"Kein Täter werden" wäre sicher auch interessant. Dann hätten Sie auch diese Zielgruppe erreicht.

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@N.I.N.A. e.V.

Sie irren sich vollumfänglich wenn sie auch nur annehmen, dass ein wesentlicher, für solche Studien wichtiger Teil aller pädophiler Menschen diese Einrichtung aufsucht um sich "therapieren" zu lassen und eine Rolle für solche Studien spielt.

Um so eine Studie durchführen zu können, benötigen Sie Aussagen von pädophilen Menschen die Kinderpornografie, entsprechende Puppen oder andere zur Befriedigung ihrer maslowschen Grundbedürfnisse nützlichen Dinge besitzen. Diese aktiv nutzen und nicht wegen sexuellem Missbrauch von Kindern juristisch belangt worden oder in Erscheinung getreten sind.

Wenn sie dieser Gruppe und sie wissen genau das sie existiert, keine juristische Immunität garantieren, wird es solche Studien, die ihre Annahmen oder genau das Gegenteil beweisen, nie geben.

Die meisten Pädophilen leiden nicht unter ihrer Neigung, sondern direkt unter dem gesellschaftlichen Stigma welches damit verbunden ist.

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@N.I.N.A. e.V.
Wir haben uns mit diesen Einrichtung bisher noch nicht zu dieser Frage ausgetauscht - wäre aber sicher hilfreich.

Wäre sicher Hilfreich, doch fragt sich mir: Wie will man Kinder schützen, wenn man sich nicht mal mit den Beweggründen und Gedanken der Täter auseinandersetzt? Denn nur wenn man den Täter und sein Denken kennt kann man Wissen was ihn antreibt und wie man potentielle Opfer schützen kann. Alles andere ist nur, "Ich habe gehört das einer Gelesen hat was einer mal von jemanden erfahren der das wo gelesen hat."

Hier finden Sie adäquate Unterstützung, die Neigung zu kontrollieren und damit gut leben zu können: www.kein-taeter-werden.de

Ich bin zwar nicht mit der Aktuellen lage vertraut, aber ich weiß das die Regierung schon vor Jahren die Finanzielle unterstützung drastisch zurückgefahren hat, das obwohl es angeblich sehr gut von potentiellen Tätern angenommen wurde.

Ihre Skepsis bezüglich des Fragethemas kann ich verstehen und teilweise zustimmen.

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@Frooopy
Die meisten Pädophilen leiden nicht unter ihrer Neigung, sondern direkt unter dem gesellschaftlichen Stigma welches damit verbunden ist.

Das ist allgemein so, das selbe hat man als Arbeitsloser. Prompt bist du zu faul zum Arbeiten.

Wenn sie dieser Gruppe und sie wissen genau das sie existiert, keine juristische Immunität garantieren, wird es solche Studien, die ihre Annahmen oder genau das Gegenteil beweisen, nie geben.

Klingt etwas seltsam. Was in der Studie da sein muss ist schlicht, die Ärztliche oder Medizinische Schweigepflicht und halt die Garantie das nichts was die Probanten sagen oder besitzen, zur Strafrechtlichen Verfolgung führt. Das Größte Problem was ich aber sehe und das zeigt, fürchte ich auch N.I.N.A., neutrale Studienmacher und Personal zu finden.

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Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort und ihr Mitgefühl.

Ja, meine Situation ist belastend, aber nicht meine Gefühle für Kinder sind das was mich dabei belastet, sondern der Umgang der Gesellschaft mit Menschen wie mir.

Ich kann Ihren Gedanken bezüglich des Verbotes solcher Puppen folgen - festzuhalten ist an dieser Stelle aber auch, dass es hierzu weder Studien noch konkrete Belege gibt. Jede getroffene Aussage zu diesem Thema entspricht der persönlichen Meinung und hat keinen wissenschaftlichen Hintergrund - es wurde und wird schlichtweg nicht dazu geforscht. Die Begründung hierfür sind ethische Gründe, dennoch wird ein Verbot allein aufgrund von Meinungen und Gefühlen verlangt.

Ich habe deshalb eine andere Meinung zu diesem Thema, weil ich darin den Versuch sehe, pädophile Menschen dafür zu strafen, dass sie empfinden wie sie es tun. Wir sind wie wir sind und wir müssen mit unserer Neigung leben, selbstverständlich ohne dabei Kindern zu schaden. Das heißt für mich allerdings, dass es ziemlich unfair uns gegenüber ist, uns sämtliche Alternativen wegnehmen zu wollen - und das sage ich als eine Person die selbst keine Puppe besitzt. Ich finde, dass auch wir ein Recht darauf haben unsere Sexualität so auszuleben, dass wir Freude daran empfinden können.

Ich finde auch den Vergleich zu realen Missbrauchsabbildungen nicht treffend, da es sich hierbei immer noch um echte Kinder handelt. Unter schadlosen Alternativen verstehe ich alles, woran keine echten Kinder beteiligt sind. Fiktive Texte, Zeichnungen und somit auch Puppen.

Das Argument:

Kindersexpuppen - davon sind wir überzeugt - unterstützen die Entwicklung, dass Kinder als Objekte gesehen werden, über die Macht ausgeübt werden kann. Sie suggerieren scheinbare Normalität und Legalität. Die Hemmschwelle, Kinder sexuell zu missbrauchen, sinkt - da der Sex mit einem „Kinderkörper“ praktisch zur Gewohnheit wird und es nur ein kleiner Schritt hin zur realen Gewalt gegen Kinder ist.

Könnte man auch auch auf den Gebrauch Erwachsenensexpuppen übertragen - hierbei geht man allerdings davon aus, dass Menschen die diese nutzen den Unterschied zwischen einem Gegenstand als Sexspielzeug bei der Selbstbefriedigung und einem echten Menschen kennen. Auch für die meisten pädophilen Menschen ist dies nicht anders.

Ich bin der Ansicht, dass man dieses Thema auch genau andersherum betrachten kann. Nämlich, dass ein pädophiler Mensch der sich bewusst dazu entscheidet lieber eine Puppe zu nutzen anstatt ein echtes Kind, sich schon entschieden hat kein Kind zu missbrauchen, sonst würde er nicht den Aufwand betreiben sich Alternativen zu suchen.

Ich stimme Ihnen zu, dass solche Puppen wahrscheinlich keinen Missbrauch durch Ersatzhandlungstäter verhindern. Warum sollten sie auch, diese werden sich keine Kinderpuppen zulegen, denn sie haben wie der Name schon vermuten lässt, ja andere Gründe echte Kinder zu missbrauchen - sie finden Kinder nicht ansprechend - und über einen Gegenstand kann man keine Macht haben.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass wenn es zukünftig konkrete Belege dazu geben sollte, dass solche Puppen Missbrauch an Kindern fördern, ich ebenfalls für ein Verbot wäre. Das versteht sich hoffentlich von selbst.

Ihren letzten Absatz empfinde ich dagegen als ziemlich beleidigend mir gegenüber. Ich hatte nie ein Problem damit kein Kind zu missbrauchen, die Pädophilie ist kein Drang oder Trieb. Ich habe eine gewöhnliche Libido, wie Sie auch. Nur, weil ich pädophil bin, ist diese nicht unkontrollierbarer oder stärker.

Unter anderem Aussagen wie diese empfinde ich deswegen als sehr stigmatisierend. Aber ich kann Sie beruhigen - ich war bereits vor Jahren bei Kein Täter Werden und habe dort gesagt bekommen, dass ich keine Therapie aufgrund meiner pädophilen Neigung brauche, weil ich meinen Umgang damit bereits gefunden habe. Ich habe kein Interesse daran ein Kind zu missbrauchen, gerade weil ich Kinder mag.

Dennoch danke ich Ihnen für Ihre ehrlichen Antworten und das Eingehen auf meine Frage, da ich mehr Austausch zwischen pädophilen Menschen und anderen Menschen als extrem wichtig erachte.

mit freundlichen Grüßen

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@CurryPrinny

Ich kenne aus einem Narzissten Opfer Forum den Fall wo sich ein 12 jähriges Mädchen zu einem entweder Pädophilen oder Hebephilen geflüchtet hat, vor ihrer Mutter. Sie wusse was er ist und er hat sich Wochen oder gar Monate nicht angerührt, allerdings wohl eine Hherausforderung für ihn und bevor er die Kontolle verlieren konnte, warf er sie schlicht raus. Das ist ein Fall welcher deine Ausage stützt. Es zeigt aber auch das es selbst für potentielle Opfer, dinge gibt welche noch schlimmer sein können wie das Wissen das sie jeder Zeit Opfer von Sexuellen Missbrauch werden können.

Muss aber zur Meinung von N.I.N.A. sagen das ich deren bedenken teilweise teilen kann, denn selbst ohne Studien kann man es an eigenen Erfahrungen als Standard Hetero, der einfachheit halber so, sagen das man sich mit der Zeit an Dinge gewöhnen kann mit denen man in Kontakt kommt, auch mit anderen Extremen. Es kommt dann auf das Bewusstsein desjenigen an wie er das kontrolliert. Klar kann das im Bezug auf die Puppen durchaus auch ein Positiver effekt sein.

Ich vermute mal es wird sowohl als auch geben, Potentielle Täter welche es vom realen abhält und einige welche dadurch eher zu Tätern werden. Unterm Strich würde aber wohl nur eine Studie klären können welcher Effekt stärker ist, der Schutz oder die Gefahr.

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"Kindersexpuppen - davon sind wir überzeugt - unterstützen die Entwicklung, dass Kinder als Objekte gesehen werden, über die Macht ausgeübt werden kann. Sie suggerieren scheinbare Normalität und Legalität. Die Hemmschwelle, Kinder sexuell zu missbrauchen, sinkt - da der Sex mit einem „Kinderkörper“ praktisch zur Gewohnheit wird und es nur ein kleiner Schritt hin zur realen Gewalt gegen Kinder ist. "

Also in Ermangelung so einer unbewiesenen Annahme, wie sie ja selber zugeben, halte ich es für fatal solche generellen Verbote auch noch aktiv zu unterstützen. Sie wissen doch gar nicht ob das was sie da unterstützen vielleicht genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sich damit eigentlich erreichen wollen?

Vielleicht haben diese Alternativen genau den gegenteiligen Effekt insbesondere für pädophile Menschen. Sie stimmen zu, dass man nicht pädophil sein muss um sexuelle Gewalt gegenüber Kindern auszuüben.

Kernpädophile Menschen haben gar kein Interesse an Gewalt gegenüber Kinder und suchen vielleicht in der Tat aktiv nach Ersatz um genau eben dem nicht weh tu tun, in das sie sich verlieben und schätzen.

Weder der Besitz von Kinderpornografie, noch solche Puppen korrelieren wissenschaftlich gesehen mit realem Missbrauch an Kindern. Falls dem so sein sollte, wo befinden sich die belastbaren, wissenschaftlichen Studien dazu? Diese können gar nicht existieren, weil ihnen hierfür die Vergleichsgruppe jener Pädophiler fehlt, die eben zugeben Kinderpornografie zu besitzen aber noch nie übergriffig wurden und zwar vielleicht genau aus dem Grunde.

Wenn es dort psychologische Zusammenhänge gäbe, müsste theoretisch auch die Nutzung von Egoshootern zu mehr realen Erschießungen oder Amokläufen führen und Erwachsenenpornografie zu mehr sexualisierte Gewalt z.B. gegen Frauen führen. Wenn dem so wäre, müsste beides sofort verboten werden.

Nur weil man bei Tätern, die im Rahmen von Ermittlungen gegen sexuellen Missbrauch, Kinderpornografie gefunden hat oder sich selbst eine Puppe bauen, muss das nicht heißen, dass alle Menschen die Kinderpornografie, wenn auch unrechtmäßig, besitzen oder so eine Puppe haben, zu Tätern werden.

Also wenn sie schon mit öffentlichen Behörden zusammenarbeiten, hätte ich mir zu diesem Thema mehr fundierte Fakten und Nachweise zu ihren Annahmen erhofft. Insbesondere bei einem so sensiblen und wichtigen Thema.

Unabhängig davon finde ich gut was sie tun. Aber bitte nicht auf dem Rücken von Menschen, die mit Ihrer Neigung alleine schon genügend belastet sind und nach legalen Alternativen suchen ohne auch nur ein Kind jemals angefasst zu haben. Pädophile ist nicht "heilbar" und das was unsere Gesellschaft von diesen Menschen verlangt ist unmenschlich und damit meine ich nicht den Verzicht auf sexuellen Missbrauch an Kindern.

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Erscheint mir wenig schlüssig. Vor allem wenn man annimmt, dass andere Täter die nicht pädophil sind eher die Gefahr sind. Kaufen denn eher Pädophile sich solche Puppen - oder eher andere die nicht pädophil sind und solche Straftaten begehen (aus dem familiären Umfeld)?

Ist es nicht eher so, dass diese Leute im familiären Umfeld sowieso schon direkten Zugriff auf Kinder haben - und gar keine Puppen erst kaufen müssen.

Und dass solche die Pornographie konsumieren von vornerein schon ne niedrigere Hemmschwelle haben. (Nicht Pornographie führt zu mehr Straftaten. Sondern ne dritte Variable die beides beeinflusst - dass die Leute Pornographie konsumieren und dann noch tätig werden.)

An Verbote sollte man immer starke Voraussetzungen legen. Vor allem da hier auch mündigen Bürgern die nie Straftaten begehen würden Einschränkungen auferlegt werden. Ein bisschen "könnte ja sein, dass ..." reicht meiner Meinung nach nicht. Das klingt eher so nach aus der moralischen Ecke komment. (Dass man Puppen nicht will weil das "verwerflich" ist.)

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@ParryHotterSD

"Dass man Puppen nicht will weil das "verwerflich" ist."

Meiner Ansicht nach ist dies das einzige "Argument".

Rational gesehen macht ein Verbot keinen Sinn und erhöht eher die Gefahr, dass sich pädophile Menschen, für die so eine Puppe in der Tat ein adequater Ersatz wäre, sich doch an realen Kindern vergreifen.

Diejenigen die dieses Gesetz beführworten, übernehmen direkte Verantwortung für diesen Effekt und auch für die desshalb verübten Taten.

Diejenigen die Kinder sexuell missbrauchen, ohne pädophil zu sein, weil die meisten Täter sind eben nicht pädophil, kommen gar nicht erst auf die Idee sie solche Puppen anzuschaffen. Für sie sind diese Gesetze und dieses geplante Verbot schlicht irrelevant. Diese Puppen sind zudem relativ teuer. Sexueller Missbrauch durch pädophile Menschen korreliert auch mit einem gewissen Grad an Intelligenz und damit auch an Einkommen. Pädophile Menschen, die über geringere Einkommen verfügen und gleichzeitig unreflektiert sind und damit ein höheres Risiko darstellen Täter zu werden, werden solche Puppen gar nicht nutzen können, weil sie sich diese Puppen schlicht nicht leisten können.

Zudem finde ich es fatal, dass sich die Justizministerin offensichtlich von medialem Empörjournalismus und Hysterie so beeindrucken lässt, dass sich ihre "fachliche" Meinung um 180 Grad dreht. Ihre erste Aussagen zu diesem Thema war "Nein, wir brauchen keine schärferen Gesetze, wir müssen die bestehenden nur anwenden".

Das erinnert an Herrn Maas als er noch Justizminister war und in Bezug auf die Vorratsdatenspeicherung genau das selbe Verhalten an den Tag gelegt hat. Wie ein Blatt im Winde...

Ich habe das dringende Gefühl, dass ausschließlich das Bundesverfassungsgericht in der Lage ist rationale, juristische Entscheidungen zu treffen aber mit Sicherheit nicht das Bundesjustizministerium.

Wenn es öffentliche, wissenschaftliche Arbeiten gibt, die diese Gesetzesänderungen nachvollziehbar untermauern und empfehlen, behaupte ich gerne das Gegenteil. Solange das nicht der Fall ist, ist zumindest das Verbot dieser Puppen inakzeptabel.

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@Frooopy

Ja. Das BVerfG trifft in der Regel noch gute Enscheidungen. Sollten mehr Leute sich bis dahin durchkämpfen.

In Zeiten in denen bei Corona-Regeln man schon Argumente hört wie ein "das könnte ja so sein" reicht nicht. In Zeiten wo gar nicht sooo weit in der Vergangenheit Homosexualität noch strafbar war under Männern.

Dass da viel die Freiheiten überall einschränkt werden ohne sinnvollen Grund merkt man auch an unsinnigem Kram wie Frauenquoten. Der Aktionismus bei Strafgesetzen ist aber immer die Krönung - und muss aktiv bekämpft werden, weil hier die Freiheitsrechte beschnitten werden.

(Und bei Amokläufen sind immer Hassekommentare und Gamer schuld - statt dass man sich um die psychischen Probleme der Menschen kümmert, damit weniger "durchdrehen". Lieber irgendwas verbieten und dem dummen Wahlvolk als einfache vermeintliche Lösung verkaufen. Wirkt halt ... weil viele trotzdem weiter dieselben Parteien wählen.)

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@ParryHotterSD

Der Unterschied zu Corona ist, dass es eben keine Erfahrung mit so einer massiven Pandemie gibt. Bedeutet im Prinzip weiß man nicht was genau hilft oder auch nicht.

"Frauenquoten" finde ich auch bescheuert. Wenn eine Frau gut oder besser ist als die anderen Bewerber, dann soll sie den Job doch haben aber eine Position an eine Frau zu vergeben, nur weil man eine Frauenquote durchsetzen will ist völliger Blödsinn.

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@Frooopy

meine Antwort in einem YoutubeVideo von einer AfD Parlamentarierin zum Thema Verbot von Kindersexpuppen, welches am Ende in einen Streit mit einem "die Grünen" Parlamentarier ausgeartet ist (inzwischen als privat gesetzt):

"Frau dworek danielowski, leben Sie mal 1 Monat ohne die Möglichkeit, Sexualität auszuleben. Dann möchte ich sehen wie es Ihnen dann geht. Pädophile sollen das aber 50 und mehr Jahre ohne irgendeine Alternative, die keinem realen Kind schadet? Das ist super einfach ein Verbot zu fordern wenn man nicht selbst betroffen ist. Sie und die meisten anderen hier können sich überhaupt nicht vorstellen was pädophil sein bedeutet, was für ein großer Anteil des Lebens, des Daseins verboten ist und mühevoll unterdrückt werden muss. Was das für Energie kostet. Als erwachsen Heterosexueller geht man mit dem Partner oder käuflichem Dienstleister ins Bett und lebt es aus. Und was denken Sie soll ein Pädophiler tun um die aufgestaute Sexuallust abzubauen wenn ihm sämtliche Möglichkeiten genommen werden, die überhaupt niemandem schaden? Nur weil Ihnen es nicht passt dass es solche Puppen gibt und Sie das eklig finden? Und das völlig ohne jede Forschung, ergebnisoffene Forschung, ob das Auswirkungen auf reale Taten hat. Ihnen scheint wohl lieber dass sich die Pädophilen statt den Ersatzpuppen Ihrer Tochter zuwenden?"

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@Phoenix2018

Nicht Betroffene setzen sich mit dem Gefühl ihre maslowschen Grundbedürfnisse nur eingeschränkt ausleben zu dürfen nicht auseinander, weil sie eben selbst nicht eingeschränkt werden.

Es ist aber unmenschlich genau dieses von anderen zu verlangen. Vielleicht müssen doch mal öffentlich klare und laute Worte dafür gefunden werden. Damit die Menschen lernen, dass es einen signifikanten und großen Unterschied zwischen sexuellen Missbrauch an Kindern und Pädophilie als solches gibt. Das verstehen die wenigsten. Wie sollen sie es auch verstehen, wenn sich selbst Bundesjustizminister bei dem Thema ignorant wegdrehen und folgsam der lauten Empörung einiger Chefredakteuren oder Kinderschutzorganisationen zuwenden, weil sie unter dem Druck zusammenknicken wie ein dünnes Streichholz.

Pädophilen alles wegzunehmen ist unmenschlich und würdelos und wird auf Dauer wahrscheinlich zu genau dem führen, was man eigentlich damit verhindern möchte.

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Diese Erfahrung zeigt sich auch bei dem Konsum von Missbrauchs-Abbildungen (sogenante "Kinderpornografie"). Der Konsum von Missbrauchs-Abbildungen senkt die Hemmschwelle, Kinder real zu missbrauchen.

Mhh OK dann müssten pornos im allgemein verboten werden, wenn dass die Hemmschwelle senkt. Dann werden Heteros die kein Geld haben und keine Frau nach dem pornikonsum auch Frauen? Logik?

Kindersexpuppen sind somit alles andere als harmlos. Es ist ein weiterer Schritt der Entmenschlichung von Kindern, sie werden zu Objekten degradiert. Kindersexpuppen öffnen damit Tür und Tor zu Gewalt an Kindern und verhindern sie nicht. Davon ist auszugehen.

Das selbe wie oben nur Puppen statt pornos einfügen.

Logik?

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Ich halte ein Verbot sowieso für fast unmöglich umzusetzen. Wie sollte ein Gesetz formuliert sein damit es auch Wirkung entfaltet? Das fängt schon mit der Frage an, was ein kindliches Aussehen? Reicht schon klein und zum Beispiel weniger Oberseite?! Oder die Option das man sich eine kleine "erwachse "Puppe kauft und dann modifiziert. Diese Puppen haben alle Austauschbare Teile. Möchte man auch jedes einzelne "Ersatzteil" prüfen ob es den gesetzlichen Vorschriften entspricht?! Das Gesetz wenn es wirklich kommen sollte, wird nicht mehr sein als Symbolpolitik.

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@Rtl0909

So wie das Gesetz derzeit formuliert ist zählen darunter alle Kindersexpuppen, die für den Betrachter ein kindliches Erscheinungsbild haben, also wahrscheinlich alle die in den Tanner-Stadien unter I, II und III fallen. Um genau zu sein steht in dem Gesetz  "körperliche Nachbildung eines Kindes oder eines Körperteiles eines Kindes". Bevor es ein erstes Urteil gibt, wird die Definition sowieso unklar sein. Dass Kindersexpuppen vom Zoll gefunden werden ist denke ich wahrscheinlicher als, dass jemals jemand wegen Lolicon angezeigt wird, daher wird das Gesetz mit Sicherheit nicht nur symbolisch sein.

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Mich beunruhigt nur, dass pädophile Männer meistens eher Jungen begehren. Ich weiß dass Schwule am liebsten junge Männer wollen , das kann man verstehen. Bei Inzest sind Mädchen häufiger betroffen. Und viele junge Männer sehen älter aus als sie sind. Sodass die Grenze zwischen Homosexualität und männliche Pädophilie nicht ganz klar ist. WEnn etwas gegen den Willen des Betroffenen passiert ist es ein Verbrechen egal wie alt dieser ist.

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