Ist das Bachelor-Mathematikstudium in 4 oder 5 Semestern zu schaffen?

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6 Antworten

Den Abschluss des Bachelors in vier Semestern in einem so anspruchsvollen Fach wie Mathematik halte ich für kaum möglich. Mag sein, dass es in fünfen geht, aber auch das erscheint mir kaum sinnvoll.

Zu allererst steht dem natürlich die Arbeits- und Prüfungsbelastung entgegen. Ich glaube dir auf jeden Fall, dass du dich fit fühlst und motiviert bist, aber das Tempo und die fachliche Tiefe an der Universität ist mit der Schule nicht mehr zu vergleichen. Je mehr Veranstaltungen du belegst, desto weniger Zeit hast du, diese ordentlich und gewissenhaft vor- und nachzubereiten. Außerdem bedeuten mehr Veranstaltungen auch mehr Prüfungen am Ende des Semesters und damit eine kürzere Vorbereitungszeit pro Prüfung. Wenn du dir dein Semester also zu voll packst, werden sehr wahrscheinlich deine Leistungen darunter leiden.

Ein zweiter Punkt, den du nicht unterschätzen darfst, ist die Studienorganisation. Wenn du deutlich mehr Veranstaltungen belegen willst, als eigentlich im Semester vorgesehen, kann es zur Überschneidung von Lehrveranstaltungen und sogar Prüfungen kommen. Außerdem bauen in einem Studium wie Mathematik die Module recht stark aufeinander auf, so dass du Modul B nicht sinnvoll belegen kannst, ohne Modul A schon abgeschlossen zu haben. Und zu guter Letzt werden vielleicht auch gar nicht alle Module in jedem Semester angeboten, so dass du diese ohnehin nicht um ein Semester vorziehen kannst.

Ich möchte dir also dringend raten, nicht mit zu viel Tempo in das Studium zu gehen. Absolviere das erste Semester ganz normal, finde dich an der Uni und in den Studienalltag ein. Wenn du nach dem ersten Semester merkst, dass dir das alles ganz leicht von der Hand ging und du dann auch noch gute Prüfungsergebnisse hast, dann kannst du das Tempo immer noch etwas anziehen.

Niemanden interessiert nachher, ob du den Bachelor in 5,6 oder 7 Semestern gemacht hast. Wichtig ist, dass deine Leistungen stimmen. Und die Gefahr ist groß, dass diese unter einem zu hohen Anfangstempo leiden werden.

Beste Grüße und viel Spaß beim Studium!

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Ansegisel 13.07.2017, 09:23

VIelen Dank für den Stern!

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Allein dürfte das schon deshalb schwierig werden, weil viele Veranstaltungen aufeinander aufbauen und/oder parallel gehalten werden. Wenn Du jemanden hast, der etwas ähnliches vorhat, könnt Ihr parallele Vorlesungen abwechselnd besuchen und Euch den Stoff dann gegenseitig erklären.

Ob Dein Plan so sinnvoll oder gesund ist, dazu haben sich schon andere ausgelassen ;) Ich kenne aber zumindest jemanden, der in Regelstudienzeit Mathe und Informatik abgeschlossen hat (er legt aber Wert auf die Feststellung, dass er sich das jeweils andere Fach als Nebenfach anrechnen lassen konnte)

Von daher könnte es von der Belastung her auch möglich sein, den Bachelor zu beschleunigen. Falls das nicht klappt, kannst Du alternativ aber auch mal nachsehen, ob Du Veranstaltungen aus dem Master in den letzten Bachelorsemestern vorziehen kannst. Das beschleunigt dann zwar nicht den Bachelor, aber es verkürzt die gesamte Studiendauer.

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Haha, bist du auf Crack!?

Du weißt aber schon, dass 70 - 80 Prozent aller Studienanfänger in den ersten beiden Semestern einfach mal rasiert werden. Die kommen überhaupt nicht zurecht. Von den 20 - 30 Prozent, die durchkommen, muss etwa gut die Hälfte nochmal Zeit dranhängen. Die studieren also 7 oder 8 Semester, weil man als normaler Mensch eben mal eine Klausur verhaut und das Modul wiederholen muss. Und du fragst danach, ob man es in 5 oder gar VIER (4!?) Semester packt!? Welche Drogen nimmst du?

Und hältst du dich jetzt für was Besonderes, weil du nicht auf Parties gehst, gute Mathenoten hast und Bücher liest? Die meisten Mathestudenten lesen vorher schon Mathebücher und haben gute Noten. Sonst würden sie es nicht studieren. Und ob du während des Semesters auf Parties gehst, ist ziemlich egal. In der Prüfungsphase kommt eh keiner mehr dazu und nur die Phase zählt. Also hast du da auch keinen Vorteil. Ergo du bist ein ganz normaler Student ohne jeglichen Vorteil in irgendeiner Hinsicht. Daher gilt für dich dasselbe wie für jeden anderen: Versuch irgendwie die ersten drei Semester zu überleben! Danach kannst mal gucken, ob du es schaffst, das Studium in der Regelstudienzeit zu Ende zu bringen.

Nachdem ich mich jetzt abreagiert hab, noch eine etwas rationalere Antwort: An meiner ersten Uni hat es überhaupt keiner geschafft, in unter 6 Semester fertig zu werden und da waren Leute dabei mit einem Bachelorschnitt von 1,2. An meiner Masteruni hab ich mitgekriegt, dass von allen Leuten, die ich so kenne, eine Einzige den Bachelor in 5 Semestern hingekriegt. Also einer von 200 hat es gepackt. Jetzt kannst du als angehender Mathematiker mal die Wahrscheinlichkeit schätzen, mit der das auf dich zutrifft.

Skripte mit 300 - 500 Seiten gibt es in Mathe üblicherweise nicht. Sowas kriegst du in den Laberfächern wie BWL oder Psychologie (das ist dann dein Nebenfach, das du wählen musst). Da muss man halt stupide auswendiglernen und nichts kapieren. Da du in Mathe kapieren musst, kommt es hier mehr auf Übungsaufgaben an. Die Vorlesungsmitschrift bzw. das Skript liegt meist bei 2, 3 Heften (handschriftlich) oder 80 - 100 Seiten (gedruckt). Dazu kommen eben etwa 13 Übungsblätter mit jeweils etwa 4 Seiten Lösung.

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HiederJuuk 13.07.2017, 04:36

Ich nehme gelegentlich die wunderschöne Droge Nash-Gleichgewicht. Aber du hast recht. Einmal rasieren ist genug.

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Drainage 13.07.2017, 10:32
@HiederJuuk

Die einleitende Theorie über Nash-Gleichgewichte ist auch recht easy. Jedoch wird dir das Zeug im Bachelor vermutlich nicht über den Weg laufen. 

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Ja, das Studium läßt sich problemlos in der Regelstudienzeit bewältigen (auch incl. Parties). Ob und in welchem Umfang es Skripte gibt, entscheidet jeder Dozent selber - aber 500 Seiten sind jetzt auch nicht unbedingt viel.

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HiederJuuk 12.07.2017, 05:17

"500 Seiten sind jetut auch nicht unbedingt viel" 😏

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tryanswer 12.07.2017, 05:24
@HiederJuuk

Dir ist schon klar, daß Uni - und sei es nur ein Bachelor-Studium - anders funktioniert als Schule.

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oelbart 12.07.2017, 13:11
@HiederJuuk

Die reine Seitenzahl sagt recht wenig aus. Ich kenne aus Skripte, bei denen es mich pro Absatz eine halbe Stunde gekostet hab, bis ich dahintergekommen bin, dass ich den Inhalt des Absatzes schon kenne...

Und die Relativitätstheorie hat im Orginal auf 18 Seiten gepasst...

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Wenn du eine exzellente Karriere in der Forschung anstrebst und darin deine Selbstverwirklichung siehst, dann wirst du es in vier Semestern schaffen. Um das soziale nicht ganz zu vernachlässigen, solltest du dich um ein Austauschsemester an einer starken Partneruni bewerben, z.B. als fünftes.

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Ja, das Studium ist zu schaffen.

Wär ja auch unsinnig nen Studiengang einzuführen, wenn ihn keiner schaffen würde ;)

Zu den Skripten kann ich nichts sagen.

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HiederJuuk 12.07.2017, 05:18

Offensichtlicherweise ist er zu schaffen. Jedoch habe ich vor, mir die letzten 2.Semester zu sparen um mit dem Master anzufangen.

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HiederJuuk 12.07.2017, 05:18

*zu beginnen.

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Tannibi 12.07.2017, 06:12

Du hast schon mal von den Repetitorien bei den Juristen gehört? Und dass bei denen eine 3 ein akzeptabler Abschluss ist?

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HiederJuuk 13.07.2017, 05:14

Eine hingeschmissene 4 ist bei mir auch akzeptabel.

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