Interssante Themen , die irgendwas mit Ethik zutun haben?

8 Antworten

Meinst Du "Karten" wie Landkarten oder wie Postkarten?

Im ersteren Fall könnte man z.B. auf einer Weltkarte mit Farben die relative Gewaltbetroffenheit von Männern und Frauen in den verschiedenen Ländern aufzeigen. (Also z.B. (hypothetisches) Land, in dem nur Frauen Gewaltopfer werden, dunkelrot, (hypothetisches) Land, in dem nur Männer Gewaltopfer werden, dunkelblaublau und die realen Länder halt entsprechend des Verhältnisses schattieren.)

Im zweiten Fall z.B. die Frage: Wieso ist es okay, eine Penisvorhaut zu beschneiden, aber böse, das gleiche bei einer Klitorisvorhaut zu tun ("Milde Sunna").

Wie wärs den mit Dilemmas? Also sowas wie: wenn du einen Zug siehst der auf fünf Leute zurast und du sie retten könntest wenn du die Weiche umlegst, dafür dann aber ein Mann auf den anderen Schienen stirbt, würdest du es dann tun?

Das kam bei uns dann immer zu guten Diskussionen.

Du kannst auf das Miteinder im nächsten Umfeld hinweisen.

Lege einen Bauplan als Grundlage und die verschiedenen Mieter.

Zeige da auf, wie wichtig es wäre anderen Mieter bei Problem zu helfen.

Alt zu Jung usw..

Tach,- das mit dem Zug ist eine alte (und auch ausgelatschte) Nummer, die nur über eine Zu(g)spitzung darauf abzielt klarzumachen, dass wir im Leben nicht immer nur "perfekte" Entscheidungen treffen können und das die Wahrscheinlichkeit für ein Dilemma in dem Maße steigt, wie wir vorher zu denkfaul waren, diese Situationen durch Vorausdenken zu antizipieren weil wir die falschen Schwerpunkte gesetzt haben - z. B. Effizienz vor Sicherheit usw.. Solche Beispiele lassen sich endlos wiederholen, ändern aber nichts an der Tatsache, dass Ethik logisch-prinzipieller Natur ist (im Gegensatz zum Moralbegriff) und deshalb nicht in das Belieben persönlicher Wissenshorizonte oder Ermessensspielräume gestellt ist.

Um ein anspruchsvolles Thema zu bemühen würde ich die Frage nach dem "Lebensrecht" behinderter Menschen stellen und damit verbunden die Frage was falsch ist: die Ideologie der (neoliberalen) Optimierungsökonomie oder die "Behinderten" und die Menschenrechte?

Bei letzterem wärst du dann auch direkt bei Kant und dem >Kategorischen Imperativ< und dem Auftrag (Denkanstoß), zu verstehen, welche einfache Plausibilität darin steckt, die uns in unseren Persönlichkeitsrechten heute das zentrale Argument an die Hand gibt, die Menschenrechte auch für jeden Einzelnen von uns selbst in seiner individuellen Lebensweise (aus-schließlich a-sozialer Gesellschaftsstrukturen) zu beanspruchen und davon zu sprechen, dass "die Würde des Menschen unantastbar ist". - "Was ist also die Würde des Menschen"? - Seine "Nützlichkeit"? Und wie definiert man die für wen / durch wen und für was? ;-)

Gruß

Wäre auch das Thema Helfersyndrom durchaus anspruchvoll ? Mir fällt aber irgednwie keine wirkliche Frage dafür ein....

Also wie wäre es damit : sind helfsüchtige Menschen hilflos ?

Uffff.

Aber was du vorgeschlagen hast , verstehe ich erhlich gesagt nicht.... was meinst du denn genau mit dem "Lebensrecht" behinderter Menschen ?

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@hilfegesucht67

N´Abend. Was ich damit meine ist, dass wir heute mehr denn je eine Auseinandersetzung um die Deutungshoheit des >Wertbegriffes< haben weil letztlich sich hieraus die Beanspruchung von Entscheidungs- und Handlungsrechten in einer Gesellschaft ableitet.

Seitdem also aus einer Kombination unterschiedlicher Ursachen (das würde hier jetzt den Rahmen sprengen) das ökonomische Denken zur Leitidee (zum Paradigma) gesellschaftlichen und individuellen Handels unserer Zeit geworden ist gilt das Prinzip der Nützlichkeit von Etwas (oder Jemand) im Sinne seiner Verwertungs- bzw. Wertschöpfungsfähigkeit um als (mehr oder weniger) "wertvoll" betrachtet zu werden. Dabei hat das Denken in ökonomischen Ver-Wertungsprozessen ganz nebenbei still und leise die Begriffe >Rationalität< und >Vernunft< vereinnahmt. Vernüftig ist heute das Handeln, dass betriebswirtschaftlichen Beurteilungs- und Kalkulationsmerkmalen folgt. Dies führt zu einer Be-Wertung von Etwas oder Jemand nach den Kriterien seiner Brauchbarkeit bzw. Nützlichkeit im Rahmen einer Optimierung ökonomischer Wertschöpfungsprozesse. Das wiederum führt zu der Frage: ab wann ist denn dann Etwas oder Jemand nichts mehr Wert im Sinne dieses Denkens - also eine Belastung oder ein Minus für diese Optimierung?

Da war die Erwähnung von behinderten Menschen in unserer Gesellschaft nur der Versuch einer Veranschaulichung des Problems, welches sich aus einem Relativismus des "Nützlichen" ergibt. Es gäbe zahllose andere Beispiele.

Es geht also letztlich um den Gegensatz zwischen der Orientierung des eigenen Handelns an einem Wertbegriff, der entweder an die Begriffe Nutzen und Zweck und deren entsprechende Definitionsregeln gekoppelt ist, um letztlich zwischen "richtig" und "falsch" zu entscheiden oder aber um die Plausibilität des Regelwerks selbst als Anleitung für moralisches Handeln.

Und da kommt die Ethik ins Spiel. Sie ist, im Gegensatz zur Moral als einer Art "Psychologie des Gewissens im Alltagshandeln" , die begriffslogische Klärung des Gerechtigkeitsbegriffes. Sie formuliert sich mit der Qualität eines Prinzips, welches sich aus seiner eigenen Logik erklärt und so zur Unterscheidung von richtig und falsch, von gültig und ungültig führt.

Damit steht die Ethik als Disziplin logisch-plausibler Transformationen des Gerechtigkeitsbegriffes in verfaßtes und gelebtes Recht über dem eher psycho-logisch darstellbaren Moralbegriff.

Dies führt z. B. zu dem bedauerlichen Umstand, daß wir uns auch bei Unrechtshandlungen, die einer ethischen Plausibilitätsprüfung niemals stand halten würden, moralisch durchaus "im Recht" fühlen können.

Gerechtigkeit ist eben ein logisches Prinzip und keine Konvention eines Empirikerkongresses.

Der grundlegende Konflikt durchzieht die Philosophie schon lange: auf der einen Seite der sog. >Utilitarismus<, auf der anderen Seite die Prinzipienethik Kants.

Fazit: Nach welchem Prinzip könnte eine Gesellschaft also eher gerecht gestaltet werden? Ich sage es ist diejenige, in welcher ein Mensch sein Existenzrecht nicht abhängig von der Bewertung seiner Nützlichkeit nach Maßstäben relativistischer Zweckvorstellungen nachweisen muß.

Menschenrechte sind ein Prinzip. Und genau deshalb können sie von keinem Utilitaristen aus dieser Welt argumentiert werden.

PS: Es gab gerade heute eine sehr interessante höchstrichterliche Urteilsbegründung des BGH zur Frage "Wert des Lebens". ;-)

Gruß

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@Grautvornix16

PS: Das Helfersyndrom ist ein Frage- und Definitionskomplex aus der Psychologie. Das hat mit Philosophie / Ethik nichts zu tun. Das dir in diesem Zusammenhang dazu nichts einfällt liegt daran, dass es nicht zusammen gehört. Das spricht also eher für dich und deine Aufmerksamkeit. ;-)

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Umgang mit lebensmüden Personen und körperlich wie psychisch leistungsverminderten in unserer Gesellschaft und weltweit,

Umgang mit gewollt/ungewollt Arbeitslosen in unserer Gesellschaft und weltweit,

Umgang mit Prostituierten in unserer Gesellschaft und weltweit,

Umgang mit Obdachlosen/frauen in unserer Gesellschaft und weltweit,

Umgang mit Nicht-Heterosexuellen ----

Umgang mit vergewaltigten Frauen und vergewaltigten Männern ---

Umgang mit männlicher und weiblicher Gewalt ---

Umgang mit Kindern aller Art (Adoptiv, waisen, vaterlos, mutterlos, braun, gelb standard lol usw.) ---

Umgang mit Alkohol/Drogenkonsum ---

Hör dir dazu unbedingt die Meinungen derjenigen an, die eine Sucht hinter sich hatten. Trotzdem ist das Zeug billiger als Kondome.

Normverhalten/Mehrheitsverhalten (z. b. kannst du die frage stellen ob einige handlungen ethisch wertvoll sind, oder nur dazu dienen um das leid zu mehren. und inwieweit diese handlungen gerechtfertigt sind nur weil sie von der norm ausgehen.)

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