Ich komme mit meiner 7 jährigen Tochter nicht mehr zurecht

10 Antworten

irgendwas KANN doch nicht stimmen, wenn du einerseits aufzählst, wie gut ihr zusammenlebt, und sich andererseits das kind so seltsam verhält. natürlich ist sowas aus der ferne immer schlecht zu beurteilen, aber es gibt möglichkeiten sich bei solchen problemen helfen zu lassen:frage doch einfach mal beim jugendamt nach, was DIE für möglichkeiten sehen. ich kenne einen "fall", bei dem ein in der entwicklung stark zurückgebliebenes kind zeitweise in einer kompetenten pflegefamilie untergebracht wurde, und schon nach einem jahr seine defizite abgebaut hatte.

Ich kann aber nicht meine Tochter in eine andere Familie schicken weil sie schwierig ist. Ich hoffe ja irgendwie das es ne Möglichkeit gibt den Grund ausfindig zu machen warum es mittlerweile so ist. Das mit der pflegefamilie ist so, wie bei manchen Tabletten. Sie schaffen es die Symptome zu lindern, aber nicht die Ursache zu bekämpfen

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Mir scheint, dass euch aufgrund der Situation ein wirklich liebe- und verständnisvoller Blick auf eure Tochter nicht mehr möglich ist. Ihr seid an eure Grenzen gestoßen - was gar nicht schuldhaft sein muss, sondern sich aus Verkettungen von Ereignissen ergeben kann.

Das Problem ist, dass ihr aus dieser Misere nur rauskommt, wenn es euch gelingt, euren Blick auf das Mädchen wieder zu verändern.

Aussagen wie die, alles Mögliche versucht zu haben oder bestimmte Ursachen einfach auszuschließen, helfen euch dabei nicht weiter - im Gegenteil: Solange ihr glaubt, euch rechtfertigen zu müssen, um nicht als "schlechte Eltern" dazustehen, habt ihr keine Chance auf Veränderung.

Es geht nicht um "Schuld". Die wenigsten Eltern geraten schuldhaft in Erziehungskrisen. Es geht schlicht um ein Problem, das dringend eine Lösung braucht, wenn es nicht völlig eskalieren soll. Dazu gehört die Erkenntnis, dass man alleine offensichtlich nicht weiterkommt. Wäre das anders, stündet ihr nicht vor dieser Situation.

Im System Familie bedingt immer das Verhalten eines Mitglieds jedes andere Verhalten anderer Mitglieder. Es gibt demzufolge niemals nur einen Verursacher, sondern es sind immer aller zu gleichen Teilen daran beteiligt, ob das System funktioniert oder nicht. Dennoch besteht schnell die Gefahr, die Verantwortung von sich weg auf ein anderes Mitglied zu schieben, um sich selbst zu entlasten. Genau das passiert gerade auch bei euch.

Mein Rat: Holt euch Hilfe. Anlaufstellen wären die Erziehungsberatung oder auch ein Familientherapeut. Nur wenn ihr für euch entscheidet, euren Teil der Verantwortung zu übernehmen, um eure Familie zu retten, kann das auch gelingen.

Eure Tochter ist nur ein Kind. Sie agiert mit den Mitteln, die sie zur Verfügung hat und lernt im Augenblick täglich dazu. Das tut sie nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Gründen, die sie möglicherweise nicht einmal selbst benennen kann, weil ihr das Begreifen von Zusammenhängen noch nicht gelingt. Ihr könnt aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass es ihr mindestens ebenso schlecht geht, wie euch - auch wenn sich das im Moment für euch nicht so anfühlen mag.

Den Kreislauf, der sich gerade zu entwickeln beginnt, könnt nur ihr Erwachsenen unterbrechen. Tut das bald, sonst geht euch noch viel mehr verloren, als nur die Kontrolle.

Hallo :-) Wir hatten gestern ein Gespräch bei einem kinderpsychologen und einer Heilpädagogen. Soweit die beiden es einschätzen können (von einem Gespräch) liegt wohl das Problem eher in der anderen Familie und infolgedessen auch bei uns.

Der großen werden auf der anderen Seite wohl Dinge vermittelt wie zum Beispiel das ab und an Lügen okay sei. Der Papa lügt seine "neue" Frau und mich auch an, und das so das die große es auch hört/von ihm gesagt bekommt. Das stundenlanges tv schauen Super ist (er macht es sich scheinbar recht einfach) und auch das wenn man nur lange genug wegen einer Konsequenz oder einem einfachen "nein" weint, man seinen Willen doch durchgesetzt kriegt. Wenn die stiefmama was verbietet, geht's zum Papa und er erlaubt es, daraufhin gibt es anscheinend ständig Streit zwischen den beiden.

Wir sind hier für die große scheinbar das krasse Gegenteil. Bis auf das sonntagsmärchen bleibt hier der Fernseher aus, wir sind konsequent in unserem handeln und uns gegenseitig Ausspielen gelingt ihr nicht, da wir hier offen miteinander reden und nicht streiten.

Die Pädagogen/ der Psychologe sind meinten das die Vermutung naheliegt das die Große ihren Platz nicht findet, da die zwei Haushalte so extrem unterschiedliche regeln haben.

Ganz ehrlich? Ich mag hier auch nichts daran ändern. Kinder sollten sich an regeln halten, schon allein um später klar zu kommen. Deshalb haben sich heute alle soweit frei genommen und wir hatten gemeinsam ein Gespräch beim Jugendamt. Diese sind der Meinung, das wenn sich nicht innerhalb deren Familie was ändert und die bzw. mein ex sich nicht den regeln anpasst. Es erstmal besser fürs Kind ist wenn auf diese Wochenenden verzichtet wird und sie dann nur stundenweise dort ist, bis das sie sich an die Situation gewöhnt hat und er lernt sich auch an meine regeln zu halten

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@NeleBen

Ich finde es klasse, dass ihr diesen Schritt gegangen seid! Die Analyse klingt nachvollziehbar, aber ich lege euch dennoch ans Herz, euch nicht allein mit der Schuldzuweisung an die "andere Familie" zufriedenzugeben.

Diese Sichtweise wird sich eure Tochter nämlich ebenfalls zu eigen machen und in neue Konflikte geraten. Sie liebt euch alle und braucht die Sicherheit von allen Seiten, das auch zu "dürfen". In dem Augenblick, wo die Situation entsteht, dass ein Teil der Familie den anderen ablehnt, gerät das Kind ganz zwangsläufig in einen Konflikt, den sein kindlicher Verstand nicht lösen kann.

Erfolgreiche Erziehung bedeutet immer auch die Bereitschaft, eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen und gerade da genauer hinzusehen, wo es einem selber weh tut :).

Das kann für euch bedeuten, trotz aller verständlichen Vorbehalte eine gewaltige Toleranz dahingehend zu entwickeln, dass euere Tochter verstehen kann, dass bestimmte Verhaltensweisen in der "anderen Familie" nicht in Ordnung sind, dass sie aber dennoch ihren Vater und dessen Frau liebhaben darf. Gleichzeitig muss auch der Blick darauf fallen dürfen, dass auch in eurer Familie nicht immer alle Verhaltensweisen der Erwachsenen in Ordnung sein müssen.

Eine ziemliche Herausforderung, wie ich mir vorstellen kann, aber für das Seelenheil des Kindes enorm wichtig. Ihm wäre nicht geholfen, wenn ihm die "andere Familie" madig gemacht oder gar entzogen würde.

Da ihr aber ganz offensichtlich in der Lage sein, euch zu öffnen, sehe ich gute Chancen, dass ihr einen tragfähigen Weg findet!

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Ich denke auch das es funktionieren wird. Zumal wir (ihr Vater, seine Frau, mein Lebensgefährte und ich) uns immer relativ gut verstanden haben. Wir gehören auch nicht zu den Leuten die vor der großen irgendwelche Diskussionen führen, sondern wenn einem was stört, wird's gemacht wenn sie nicht dabei ist. So wie gestern und heute die Gespräche...

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Ich glaube, diese Frage lässt sich aus der Ferne kaum beantworten.Dazu müsste man sehen, wie ihr miteinander umgeht. Könnte es sein, dass deine Tochter insgesamt ein bisschen verwöhnt ist und dass sie auch sonst vom Charakter her ein wenig launisch ist und dazu neigt, sich ihren Willen zu ertrotzen? Seit einigen Monaten muss sie sich nun die Eltern (Mama und Stiefvater) mit dem kleinen Bruder teilen. Das passt ihr nicht wirklich. Und sie zieht alle Register. Denn sie merkt, dass Eure Gedanken jetzt nicht mehr nur um sie kreisen, sondern auch um den neuen kleinen Bruder. Einerseits darf man sich ihr Verhalten nicht gefallen lassen, aber andererseits benötigt deine Tochter Verständnis. Sie wird nämlich mit ihren negativen Gefühlen nicht fertig.

Vielleicht könntest du mit deiner Tochter allabendlich, z.B. beim Gute-Nacht-Sagen, nochmal über den Tag und seine Geschehnisse sprechen, sie in den Arm nehmen, kuscheln, und ihr zu verstehen geben, dass du sie ganz doll lieb hast. Das fände ich sehr wichtig.

Alles Gute Euch!

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