ICE Wildunfall?

2 Antworten

Wenn es nicht in unmittelbarer Nähe zum Triebfahrzeugführer passiert, sondern einige Wagen entfernt, dann merkt er das nicht.

Aber das Wildtier merkt es. Ganz sicher.

Ich hatte vor vielen Jahren so einen Fall, da war ein Wildschwein nachts einen Hang runtergerannt und in einen Güterzug (ungefähr mittleres Drittel) gestürzt. Der massive Körper brachte ein Drehgestell zum Entgleisen. Bei 700m Zuglänge hat der Triebfahrzeugführer natürlich nichts davon mitbekommen. Der Zug fuhr unbeeindruckt weiter und ramponierte Gleise, Weichen und warf dabei durch die Schläge seine Spiralfedern aus dem Drehgestell. Auf einer Weiche dann fädelte dieses Drehgestell wieder ins Gleis ein, wie es auf der Modellbahn auch manchmal klappt. So fuhr der Zug noch 200km weiter ohne weitere Schäden oder Gefährdungen auszulösen. Zwischenzeitlich leuchtete beim Fahrdienstleiter alles an Lämpchen auf, was ging und meldete Störungen an Schaltelementen an Gleisen und Weichen. Als der Entstörungstrupp mit mir als Mitarbeiter in der Morgendämmerung an der Stelle ankam, bot sich uns ein Bild der Verwüstung. Wir waren zwei Wochen mit Schwellenwechseln und Schienen tauschen beschäftigt. Schon allein, da nicht sofort alles Benötigte vorrätig war. (Weichenteile) Aber das Wildschwein wirkte relativ unversehrt. Die Haut hielt den zerbröselten Inhalt gut zusammen. Erst als der Tierverwerter nach langer Zeit das Schwein bergen konnte, platzte es. Der Geruch hielt sich ein paar Wochen an dieser Stelle.

Ein ICE wäre natürlich, aufgrund der vielen verbauten Sensoren, sofort stehengeblieben.

Und wieder ein beleg, wie schlecht die DB aufgstellt ist: Die deutschen verhindern, dass international Entgleisungsdetektoren verbait werden müssen. Wahrscheinlich, weil die bestehenden rein mechanisch funktionieren und die Sicheristeinesmanerhältnurschrott Firma nichts verdient:

Verbesserte Sicherheit von Schienenfahrzeugen – Entgleisungsdetektoren von Knorr-Bremse - YouTube

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@guru61

Danke für den Link.

Diese Kuppeln (meist grau) habe ich schon oft bei Güterwagen gesehen, aber ich dachte es sei GPS zur Überwachung wo der Wagen abgeblieben ist.

Ich hatte, nach diesem Vorfall, selbst versucht eine mechanische Variante in Radnähe (an der Feder) zu entwerfen. Aber ich war noch jung und voller Ideale. Dazu war die Gleislage auf manchen mir bekannten Strecken so dermaßen miserabel, dass er dauernd ausgelöst hätte.

PS.: Wenn ich so einen Entgleisungsversuch sehe, dann tut mir das innerlich richtig leid. Aber es muss halt sein. Vielleicht musste ich bereits zu viel davon reparieren. Gerade auch wegen meiner Nähe zu einem Rangierbahnhof.

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Das merkt man kaum. Daher fahren sie auch weiter.