Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

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18 Antworten

Tja… da kann ich nicht von entweder oder sprechen, eher von sowohl als auch…

Dabei ist kein Unterschied, ob männlich oder weiblich, höchstens vielleicht für den Mann selbst, der glaubt es sich nicht erlauben zu können/dürfen, damit seine Männlichkeit keinen Schaden nimmt. ;-)

Meine erste Lebenshälfte habe ich versucht mich innerlich abzuschotten, na sagen wir… fast abzutöten…, weil ich mit meinen Gefühlen und dieser Sensibilität nicht umgehen konnte. Mir war und ist es auch nicht möglich, mich abzugrenzen, mich zu schützen. Ich durfte an allen Energien um mich herum teilhaben, was mir von körperlichen Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindel, usw.) bis zu emotionalem Hin und Her, viele Unpässlichkeiten bescherte.

Allerdings habe ich bemerkt, dass ich mir selbst die größten Probleme bereitete, indem ich diese Sensibilität weder annehmen, noch akzeptieren konnte.

Innere Dialoge, wie … hab dich nicht so… andere schaffen das auch… sei nicht so empfindlich… Mit anderen Worten: das nicht zu mir stehen…, sondern noch dagegen ankämpfen. … war wohl das Schmerzhafteste daran.

Und langsam entdecke ich durch die Annahme und Akzeptanz auch den Segen, der darin liegt ;-)

Was deinen Beruf anbelangt: Du bist genau richtig, wenn du dich wohl fühlst! Fühlst du dich nicht wohl, bist du „falsch“. Vielleicht braucht deine innere Sensibilität diesen Gegensatz als Ausgleich?!

Angel84 20.07.2011, 12:42

Ich danke dir!

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Bei dir kommt zweierlei zusammmen. Zum Einen eine hohe Sensibilität, die ist eigentlich ein Segen. Zum Anderen eine Unfähigkeit, deine Aufmerksamkeit zu lenken (das fehlende "Lenkrad"), die diesen Segen zum Fluch macht. Diese Unterscheidung ist wichtig, sonst läuftst du in Gefahr, deine Sensibilität zu verfluchen, stattdessen auf deine Unfähigkeit stolz zu sein und jedes Lernen in dieser Hinsicht abzuwehren.

"aber dass das unmöglich ist, das habe ich mittlerweile verstanden." zeigt, dass du da schon auf dem falschen Weg bist. Es ist nicht unmöglich, du kannst und musst es lernen, dich und deine Sensibilität zu schützen vor negativen Einflüssen, die du noch nicht verarbeiten kannst. Du musst nicht alles mitmachen oder mit ansehen, was die anderen machen, zieh dich zurück, wenn es dir nicht gut tut. Wer dünnhäutig ist, braucht in einer kalten Umgebung einen dicken Mantel oder muss sich eine wärmere Umgebung suchen.

Das kommt immer drauf an ... vielleicht fällt es dir dadurch leichter auf andere Menschen und ihre Gefühle einzugehen und sie zu verstehen ! dann ist das schon eine gute eigenschaft aber in der berufswelt oder so ist das dann doch eher ein Nachteil vor allem als Mann ( weißt schon was ich meine) du musst immer wieder durch Konflikte und Herausforderungen überwinden ! Also werden das eine noch das andere

Ich kenne das was du beschreibst sehr genau. Schon als Kind habe ich alles sehr extrem wargenommen, aus dem Grund dessen da ich alles auch sehr extrem warnehme bin ich heute schizotypisch Persönlichkeitsgestört, was bedeutet, das ich mich um mich vor dieser Welt zu schützen in meine eigene Welt flüchte und mich nicht oder selten irgendwas traue. Im Internet ist es leicht über Probleme zu sprechen, aber vor Leuten ist es was anderes, weil man im Internet immer noch anonym ist. Ich bin zwar kein Mann, aber eine Frau bin ich auch nicht, und es ist schwer hart zu sein, auch wenn man es mittler weile gelernt hat keine Gefühle zuzulassen. In deinem fall finde ich, gibt es aber noch Hoffnung, da du aus deiner gefühlswelt keine Ohnmacht machst. Du lebst deine Gefühle noch und spürst sie noch anstelle wie ich sie innerlich zu beteuben, was schon krank ist. Filleicht kann dir ein Psychologe oder eine Lebenshilfegruppe anleitungen geben wie man mit der harten Welt umgeht. ineTherpie dürfte bei dir noch nicht nötig sein. Ich muss hingegen erst wieder lernen wie man gefühle animmt, zeigt und auch überhaupt zulässt.

.....eher wie eine Bestrafung?......ich denke, dass das sich ändern würde, wenn du dich genauso annimmst wie du bist. gefühlsbetonte menschen/männer finde ich klasse. die meisten trauen sich kaum über ihre gefühle zu sprechen, oder finden das "weichei-mäßig". schade eigentlich. wie gesagt, nimm dich so an, wie du bist, und versuche nicht wie "alle anderen" zu sein

Mir geht es ganz genauo und ich sehe es auch als totale Betrafung an, das schlimmste ist das man e nicht teuern kann. Versuche seit Jahren dagegen etwas zu tun, scheitere ständig. Hast du schon mal den Gründen auf den Grund zu gehen?

koch234 16.07.2011, 00:31

hakt dein s auch? ;-) und das Schlimmste ist, dasS man eS nicht Steuern kann

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Deine Titelfrage ist zugleich Titel eines Kapitel in der Monographie "Zart besaitet: Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen" von Georg Parlow - kann ich Dir uneingeschränkt empfehlen. In Deinen Antworten wollte ich mir einen Einblick in Dein Seelenleben "gewähren" - war allerdings erstaunt, wie knapp und pragmatisch sie sind.

Der Titel "Segen oder Flucht" ist naturgemäß populär, da Hochsensibilität zwischen diesen beiden Extremen oszilliert. Sie schenkt Betroffenen das Privileg, intensiv zu denken und zu fühlen, vieles in stark differenzierenden Nuancen zu erfahren und einen emotionalen Reichtum aufzubauen, was ihnen auch die Fähigkeit verleiht, Empathie zu entwickeln, andere vor Seelentritten zu bewahren und sozial gerecht zu wirken. Andererseits sind diese Menschen häufig sehr verletzlich, fühlen sich deprimiert, wenn all ihre erdenklichen Anstrengungen fehlschlagen - sie kämpfen meist zäh und intensiv weiter, auch wenn sie scheitern (müssen - da ihre Ziele zu utopisch sind ?). Häufig wird ihnen Eigenwilligkeit unterstellt, zumindest sind sie eigensinnig. Ihr Seelenleben wird geschwächt durch ihre empfindliche Wahrnehmung der Außenwelt: sie sind nicht selten geräuschempfindlich, haben auch besonders gut ausgeprägte Geruchs- und Geschmacksnerven. Hochsensible fühlen sich schnell angegriffen, leiden unter Gleichgültigkeit der Umwelt bis zu physischem Schmerz. - Insofern sind sie "auserwählt und leidend".

Hochsensibilität ist genetisch bedingt, ein sehr empfehlenswertes Buch gibt es von Elaine N. Aron, "Sind Sie hochsensibel?".

Ob Du als Baustoffverkäufer fehl besetzt bist, gilt es für Dich selbst raus zu finden. LG

Nach allen urteilen etc. über hochsesibilität würde ich mich auch als solches bezeichnen. Das mit dem gefühle abstellen wäre eine schöne alternative...

um af die frage zurück zu kommen: ich empfinde es als sehr anstrengend. für mich ist es wie ein fluch oder ähnliches, der mich innerlich langsam auffrisst. ich bin grade wohl in einer kritischen phase (so habe ich das gefühl) und weiß nicht wie es weiter gehen soll

aber andererseits ist all dies was mich ausmacht. natürlich habe ich auch noch andere eigenschaften aber ohne diese tiefgründigkeit, -die´se verzweiflung in mir-, wäre ich nicht ich selbst : und davor habe ich angst. ich bin lieber total sensiebel und weine mich in den schlaf etc. als naiv zu sein

aber wie zu anfang gesagt, hätte ich gerne mal auch eine auszeit von all diesem mist ...

naja ich weiß zwar nicht ob ich dir damit helfen kann aber so würde ich meine einstellung beschreiben

lg

Fehlbesetzt warum ?

Hochsensible Menschen hat es schon immer gegeben. Woher käme dann die schöne Musik, die Kunst allgemein, die schönen Häuser und Städtchen von früher ?

Also wir brauche diesen Typ unbedingt, sonst, wo führt das hin. Würde mich an deiner Stelle als jemanden sehen, den es auch braucht, sozusagen als Gegengewicht zur kalten, sterilen, zielstrebigen Welt.

Klar hst du es nicht immer leicht, andere eben auch nicht, nur denen sieht man es nicht an. Die sind einfach so in einer "bin gut drauf Stimmung", die es meistens gar nicht gibt. Die reden sich das nur ein, dumm ist, wer es glaubt.

Auch die harte starke Masche ist doch nur Schein. Tief drinnen ist jeder Mensch sensibel, was meinst du denn, wie das bei den Andern da aussieht.?

Der Unterschied zu dir, die machen sich nicht so viele Gedanken darüber. Dadurch werden die Gefühle nicht noch zusätzlich verstärkt, und verschwinden schneller wieder.

Gewöhne dir das auch an. Sage dir: "Ich fühle mich so und so, Punkt, Thema wechseln."

So wirds auch für dich erträglicher.

möglicherweise bist du nicht hochsensibel, sondern leidest an einer psychischen erkrankung. so nett sich das als kompliment anhört, mit der feinfühligkeit. kann sich die unfähigkeit sich gegen umwelteinfüsse abzugrenzen dahinter verbergen. ich würde mal mit einem psychologen abklären, ob das normal ist oder eine störung und ob das mit einer therapie und/ode rmeikamenten behandelt werden muss.. immer wenn unser alltag immer wieder durch spezielle ticks oder besonderheiten gefährdet ist, lohnt sich ein blick, ob man nicht professionelle hilfe in anspruch nehmen sollte.. auf jeden fall weißt danach woran du bist.

Zunächst würde ich mir Klarheit verschaffen!

Lass das deshalb mal untersuchen bzw. prüfen - ob bei dir eine Hochsensibilität vorliegt - oder was anderes.

Falls eine H. vorliegen sollte - kann es sein, dass bestimmte Berufe evtl. besser geeignet wären - das könntestest du dann mit der Berufsberatung und mit deinem Arzt und/oder mit einem Psychologen besprechen.

Zur weiteren Info: Schau mal hier:

http://www.sensible-seele.net/41375.html

Alles Gute!

GevatterFisch 14.07.2011, 19:39

Gut mach ich. Cheers.

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Das ist furchtbar! Diese Welt ist sehr hart, wenn man empfindlich ist. Hin und wieder ist es sicher nett, einen sensiblen Menschen um sich zu haben, aber ich möchte diese Person nicht sein. Und ich wünsche dieser Person auch nicht, in meiner Nähe zu sein: ich bin salopp, direkt, undiplomatisch... Das wäre vermutlich nicht so toll für hochsensible Menschen.

Hoffentlich lernst du, damit umzugehen!

Ayaletta 14.07.2011, 16:16

ich hoffe, Du auch

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man könnte jz lang philosofiern.. aber es kommt raus: für DICH ist das auf jeden fall ein fluch...

für den rest der welt wärs eine bereicherung :)

So ich habs jetzt testen lassen. Es ist bei mir rausgekommen das ich einen ausgeprägten Borderlinepersönlichkeits-STIL besitze [was so manches erklärt]. Die Sensibilität ist zwar bei mir auch extrem ausgeprägt, aber anscheinend neige ich eher zum Borderline als zur Hochsensibilität. Ich danke euch allem trotzdem für eure Antworten denn sie haben mir auch sehr geholfen.

Hört sich jetzt zwar komisch an aber um in dieser Welt überleben zu können muss man ein Gefühlloses Ar.schloch sein... Ich sehe Hochsensibilität als Fluch. :( Oh man...... Versuch das beste daraus zu machen... :(

du musst lernen dich zusammen zu reißen. Gefühle gehen KEINEN anderen etwas an. Denk immer dadran, sie könnten dir zum Verhängniss werden.

Ayaletta 14.07.2011, 16:15

Neee, wenn ich keine Gefühle zeige, dann können mich die Leute nicht einschätzen. Und ohne Gefühle ist man schon tot, denn das Gehirn mit seinen Gefühlen (auch ausgesprochene) unterscheidet uns von Tieren und Dingen.

Wie soll ich man denn seinem Mann Liebe zeigen ohne Gefühle zu zeigen, oder seinen Kindern? Ganz gefühllos ist unsere Welt noch nicht. Wenn niemand mehr was fühlt oder Gefühle zeigt, dann ist es nicht schön auf dieser Welt. Lachen ist auch ein Gefühl, Trauer, Besorgtheit,

Soll es das alles nicht mehr geben? Denn was man nicht sieht oder spürt, das ist nicht da.

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DelfinaLouisa 14.07.2011, 16:59
@Ayaletta

dem eigenen Mann und den Kindern Liebe zeigen ist ok. Aber ich meinte damit das man in der öffendlichkeit nicht rum schreien soll weil man sauer ist, nicht hemmungslos heulen soll und sich nicht abknutscht.

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Wie kann man so dumm sein und das als Segen ansehen? oO

bankchef 14.07.2011, 21:48

was bitte ist denn an deinem kommentar wertvoll? ausser das er den thread unnötig in die länge zieht?

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