Hausarbeit in der Uni?

2 Antworten

Ja, das ist ein Plagiat.

Du musst auch dann Quellen angeben, wenn Du fremde Gedanken übernimmst oder Inhalte übernimmst.

Je "loser" die Übernahme ist, desto unwahrscheinlicher ist es natürlich, dass sie gefunden wird. Wenn die Übereinstimmung sehr gering ist, kann man eventuell auch kaum mehr sagen, ob sie "zufällig" oder beabsichtigt war, aber eine gesamte fremde Arbeit in eigenen Worten wiederzugeben ist natürlich ein ziemlich eindeutiges Plagiat. Wenn es gefunden wird, kann er ggf. sogar seinen akademischen Grad verlieren.

Beim Bequellen daher immer sehr penibel sein. Eine ganze fremde Arbeit zu übernehmen ist natürlich niemals legitim. Wenn man in der eigenen Arbeit eine längere fremde Argumentationskette übernimmt, z. B. ein längeres Paper auf zwei Seiten oder ähnlichem zusammenfasst, sollte es okay sein, anzugeben, dass [..] die folgenden [N] Abschnitte sinngemäß aus [XYZ] stammen [..] oder [..] die anschließende Argumentation derer von [ABC] folgt [..]. Natürlich sollte insgesamt noch genügend Eigenleistung darin stecken. Etwas ohne Quellenangabe übernehmen ist aber nie zulässig.

2

naja in Grunde hat er ja die Orginalquelle (das Fachbuch) angegeben. also eigentlich ja völlig oke. er fast quasi ja nur den Inhalt welcher bereits zusammengefasst wurde noch mal zusammen. also doch eigentlich oke

1
42
@MarcelGorz

Naja ... sagen wir's mal so.

Wenn er nur eine Stelle aus einer BA übernimmt, an der widerum aus Fachliteratur zitiert wird, dann kann er natürlich die Fachliteratur direkt zitieren. (Natürlich sollte er sie dann auch selbst gelesen haben.) Das ist okay. Er hat quasi nur die Literatur über eine andere Arbeit gefunden. Das ist bei der Literaturrecherche völlig legitim. Das würde ich sogar empfehlen, wenn ich mich in ein neues Thema einarbeite. Ein paar Paper suchen, die thematisch gut passen und dann schauen, was die zitieren ... und dann natürlich die Originalquellen lesen. Die dann in einer eigenen Arbeit zu verwenden, ist okay.

Schwierig wird es dann, wenn die BA z. B. aus 10 verschiedenen Quellen zitiert, er die selbe Argumentation bringt, die auch in der BA zu finden ist, und anschließend die selben Quellen (oder eine größere Teilmenge davon) bringt. Das ist dann nicht mehr okay.

Die Frage, die Du Dir stellen solltest, ist im Grunde: "Hättest Du diese Argumentation auch dann gebracht, wenn Du die Arbeit X nicht gekannt hättest?" - Dabei musst Du natürlich ehrlich sein! Wenn Du sagst, okay, wenn man diese Primärquellen liest, muss man zu diesem Schluss kommen, dann musst Du die Arbeit X, die ebenfalls zu diesem Schluss kommt, eventuell nicht unbedingt zitieren. (Du kannst es aber natürlich machen und es wäre auch fair.)

Bei all dem solltest Du im Hinterkopf behalten, dass es nicht "ehrenrührig" ist, eine andere Arbeit (auch sinngemäß) zu zitieren. Im Gegenteil! Es beweist, dass Du die Literaturrecherche gründlich betrieben hast.

Ich gebe zu, das ist nicht ganz das übliche Vorgehen, aber wenn ich z. B. eine Aussage X in meiner Arbeit belegen möchte, dann recherchiere ich eventuell sogar, ob es bereits Literatur gibt, die ebenfalls die Aussage X tätigt, auch dann, wenn ich "selbst darauf gekommen bin". Zum einen verhindere ich so, dass ich in den Verdacht gelange, ein Plagiat zu begehen. Zum anderen ist es aber auch für meine eigene Argumentation besser, wenn ich auf eine Quelle zeigen kann und sagen: "Das steht hier!" - Anstatt dass ich mir das Argument selbst "zusammenwurstel". Eventuell ist die Quelle ja glaubwürdiger, als ich, oder vielleicht kann ich es ja sogar noch auf eine andere Art und Weise zeigen, als die entsprechende Quelle es gemacht hat und dann haben wir sogar schon zwei Belege für eine bestimmte Hypothese, was das ganze natürlich sehr viel solider macht.

Ich versuche, bei der Literaturrecherche / Quellenarbeit immer so ein bisschen von dem reinen Plagiatsgedanken wegzukommen. Quellen sind Dein Freund! Je mehr, desto besser. ;-)

0
2

wow. vielen dank für die Nachricht. klar die Literatur hat er gelesen damit er vielleicht andere wichtige Inhalte (für ihn) einbringen kann. also verstehe ich richtig: wenn Fachliteratur zitiert wird kann er die verwenden Thesis zwar benutzen aber nicht als Grundlage sondern als Ideenschöpfung ... natürlich sollte er auch eigene Quellen einbringen die in der BA nicht zu finden sind bzw hat er. vielen lieben Dank für die lange Nachricht

1
42
@MarcelGorz

Ja, so würde ich das sehen.

Du darfst natürlich fremde Arbeiten lesen, so viele Du willst. Du darfst sie aber natürlich nicht inhaltlich "abkupfern". In der Regel hat man ein ganz gutes Gespür dafür, wann gewisse Parallelen noch okay sind und wann es ein Plagiat wird. Wenn zum Beispiel gewisse Aussagen in einem gewissen Fachgebiet "Grundwissen" sind, dann wird man eventuell nicht umhin kommen, diese zu erwähnen. Nur weil ein anderer diese dann in seiner Arbeit auch erwähnt, ist das nicht unbedingt ein Plagiat.

Wenn ich z. B. in meiner Bachelor- oder Masterarbeit in Informatik die Grundlagen der Komplexitätstheorie erkläre, weil ich das für irgendeine Argumentation brauche, ist das natürlich nicht als Plagiat zu sehen, nur weil es vermutlich hundert weiterer wissenschaftlicher Arbeiten und sonstiger Texte gibt, in denen die Grundlagen der Komplexitätstheorie erklärt werden. In einem solchen Fall würde ich auf die entsprechende Primärliteratur verweisen.

Allerdings solltest Du in einem solchen Fall natürlich penibel überprüfen, ob die Literatur, auf die Du verweist, die entsprechenden Aussagen auch tatsächlich "hergibt", sonst kann man Dir ankreiden, dass Du diejenige Arbeit plagiiert hast, in der die entsprechende Aussage getätigt wurde.

0

https://www.bachelorprint.de/plagiate/

Scroll hier mal runter zu den Beispielen.

Plagiate entstehen ja nicht nur, beim wörtlichen Zitieren ohne die Textquelle zu nennen. Man kann auch sinngemäß zitieren. Dass er als Quelle die Fremde Bachelorthesis angegeben hat, spielt da gar keine Rolle, da er sie konkret als Zitatquelle vermutlich nicht angegebn hat. Er wird ja kaum hingeschrieben haben, dass er bei seiner Hausarbeit im Prinzip seitenlang sinngemäß zitiert hat.

2

Er hat quasi die nutzbare Literatur übernommen also Quelle. dann hat er sich die Kapitel der Thesis angeschaut und quasi die Kernaussagen rausgeschrieben und diese dann in seinen Worten wieder aufgeschrieben und die Quellen welche die Kernaussagen betreffen angefügt. ist das oke gewesen?

1
42
@MarcelGorz

Nein, es ist nicht okay.

Der genannte Fall ist allerdings gemeinhin schwierig, weil eine Bachelorarbeit für gewöhnlich nicht zitierfähig ist.

Das heißt, im Grunde kann er die Inhalte überhaupt nicht verwenden. Zitieren darf er sie eigentlich nicht und plagiieren (übernehmen ohne Zitat) schon gar nicht.

0

Aus selbstgeschriebener Hausarbeit Gedankengänge für die Bachelorarbeit übernehmen?

Hallo,

ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit über ein Thema, über das ich (teilweise) vor 2 Jahren auch schonmal eine Hausarbeit geschrieben habe. Natürlich habe ich nicht vor, die Textpassagen zu kopieren, aber sinngemäß in anderen Worten zu übernehmen. Zusätzlich sind mir noch weitere Überlegungen gekommen, die ich ebenfalls einbringen mölchte. Jetzt meine Frage: Ist das ein Plagiat, wenn ich meine eigenen Gedanken weiterentwickel und nicht angebe, woher ich sie habe? Es würde mir ziemlich komisch vorkommen, wenn ich im Literaturverzeichnis eine Hausarbeit von mir angebe... In der Prüfungsordnung habe ich jetzt auch nicht direkt was dazu gefunden.

Schon mal vielen Dank im Voraus!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?