Haben Kinder in der DDR schläge bekommen?

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7 Antworten

Das hing natürlich von ihren Eltern ab. Es gab Eltern, die ihre Kinder gewaltfrei erzogen haben und es gab Eltern, die ihre Kinder geschlagen haben. So ähnlich war das sicher auch in der Bundesrepublik.

Mein Bruder und ich, geboren in der DDR, hatten eine sehr schlimme Kindheit, weil wir einen  total aggressiven, jähzornigen Vater hatten, der bei jeder Kleinigkeit ausgerastet ist und auf uns eingeschlagen hat.  Er hat uns sogar in der Öffentlichkeit verprügelt, z.B. auf einem Parkplatz oder an der Tankstelle.

Ich schildere mal meine Erfahrungen, denn was in anderen Familien lief, kann ich kaum beurteilen. Meine Geschwister und ich haben praktisch nie Schläge bekommen. Ich erinnere mich an insgesamt 2 Ohrfeigen. Und ich erinnere mich deshalb so gut, weil das absolute Ausnahmen waren. Meine Eltern waren von Beruf übrigens Lehrerin und Dozent. Es ist also möglich, daß ihre Erziehungsmethoden sich an den offiziellen Vorgaben der Pädagogikausbildung orientierten.

Allerdings gab es in der Familie meiner Ex-Frau wohl schneller mal eins hinter die Ohren. Deren Eltern waren gleichwohl Erzieher/ Lehrer.

Lies mal u. a. hier:

https://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20140217063514AAlU5Ta

Dann schaust Du Dir nochmal eine gängige Suchmaschine unter dem Stichwort "Makarenko" an. Der hatte in den 20/30-ern in Russland ein Heim für Waisenkinder geleitet und ihm rutschte mal die Hand aus, als ihm ein Zögling zu sehr auf den "Wecker" ging. Dieser Zögling ging ihm danach nicht mehr auf selbigen, worauf Makarenko eine Theorie von der "pädagogischen Ohrfeige" entwickelte.

Makarenko galt zwar als Leitfigur für DDR-Pädagogen, körperliche Züchtigung war in den Schulen und öffentlichen Einrichtungen allerdings verboten. 

Was da so mitunter in den Familien abging, wusste keiner so richtig. Mein Sohn musste mal mit dem Abdruck meiner Hand auf dem Po in den Kindergarten gehen, worauf ich mir einige unangenehme Fragen der Erzieherin gefallen lassen musste. Sie erklärte mir unumwunden, wenn das nochmal geschehe, müsse sie das Jugendamt einschalten bzw. Anzeige wegen Kindesmisshandlung erstatten.

Anmerkung: mein Sohn hat das überstanden und ist inzwischen promovierter Physiker!

Makarenko galt zwar als Leitfigur für DDR-Pädagogen, körperliche Züchtigung war in den Schulen und öffentlichen Einrichtungen allerdings verboten.

Wobei Makarenko spätestens seit den 70er Jahren in Lehre und Ausbildung von Pädagogen auch kritisch gesehen wurde.

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@PeVau

klar, die prrinzipien der 20-er jahre passten nicht mehr zur pädagogik der 70-er ff.

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Viele von ihnen, wenn sie etwas gemacht haben, dass den eltern nicht gepasst hat. Die eltern wollten eben auch meistens, dass sie mit dem anfangen, was sie aufhören (beruflich z.B.: Vater ist schmied, sohn wird schmied)

Wenn das mit der Berufswahl mal so einfach gewesen wäre.

War der Vater selbständiger Schmied, konnte der Sohn alle werden, aber eine Schmiedelehrstelle hat er nicht bekommen und sein Vater durfte ihn auch nicht offiziel ausbilden

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@BirdyDragon,

das, was du da schreibst, trifft vielleicht auf den Westen zu, wie du ihn kennst, aber nicht auf die DDR.

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Nein, die Kinder in der DDR haben keine Schläge bekommen, auch wenn der eine oder der andere das nicht wahr haben will.
Seit 1949 war die Prügelstrafe an den Schulen verboten.
Zuwiderhandlungen, die lt. meiner Mutter in den Anfangsjahren der DDR vereinzelt noch vorkamen, wurden sofort mit Suspensierung der Lehrkraft bestraft.

Ich bin von 1970 bis 1082 in die Schule gegangen und habe kein einziges Mal erlebt, dass ein Lehrer auch nur versucht hätte, einen Schüler körperlich zu züchtigen.
Man muss dazu sagen, dass auch das Lehrer-Schülerverhältnis ein völlig anderes war als heute (ich weiß es aus eigener Anschauung, und das nicht als Schüler!!!), dass Gemeinheiten untereinander, sprich Mobbing von Mitschülern oder gegenüber Lehrern so gut wie ausgeschlossen waren.
Das mag an den viel weniger ausgeprägten sozialen Unterschieden gelegen haben, an den Elternhäusern, die trotz fehlender Bananen und eingeschränkter Reisefreiheit kein soziales Abbseits kannten und somit ihre Kinder mit erheblich weniger Aggressionen und Ängsten konfontierten.

Eine "Unterschicht" im heutigen Sinne, deren äußere Zeichen u.a. oft  mangelnde Bildung und damit verbundenen Perspektivlosigkeit sind, hat es so nicht gegeben.

edit: Suspendierung

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Ich bin zu wenig auf die häusliche Gewalt eingegangen:
Die gab es durchaus noch, war aber kein Merkmal für Gewalt gegen Kinder ausschließlich in der DDR.

Viele Eltern, besonders die Generation meiner Mutter z.B., waren noch geprägt von den Erziehungsmethoden der Generation um  die Jahrhundertwende zum 20 Jh.
Da hat es in der einen oder anderen Familie schon noch Haue gegeben. Auch in meiner Generation kam es noch vor, aber mit dem Bildungsgrad der Eltern hatte sich auch dieses Phänomen verringert.

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wenn sie frech waren, schon. dann gabs ne nuss von papa

Das kam durchaus vor. Was in den Elternhäusern, besonders zu frühen DDR-Zeiten, zum Teil noch gang und gäbe war, gab es in den Schulen nicht mehr.

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Ein entsprechendes Gesetz gab es nicht. Nur in der Schule war es offiziell verboten, aber was ist schon offiziell?

Die DDR war offiziell ein demokratischer Arbeiter- und Bauernstaat

ein demokratischer Arbeiter- und Bauernstaat

Und was hat das mit der Frage zu tun??

Da hast davon wahrscheinlich zu viel eingesteckt, v. a. auf den Kopf!

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@666Phoenix

Extra dir werde ich den Sinn und Hintergrund der Antwort nicht erklären. Andere haben es offensichtlich verstanden.

Bleib, wie du bist!

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