Gab es Geld bei der Bundeswehr früher als es noch Wehrpflicht/Zivildienst gab?

10 Antworten

Ja, gab es, nur war es sehr wenig. Ich war mitte 68 bis ende 69 bei den PIONIEREN bekam 90 DM, also ca. 45 €, das musste reichen.

Jetzt soll es ja 2.300€ Netto geben und einie Vegünstigunen.

Da Wehrpflicht und die Pflicht zur Grundausbildung galt, gab es einen Tagessold von etwa 9 bis 10 Euro am Tag.

Was vollkommen reicht. Man wird verpflegt und untergebracht.

Einzig das Problem mit der Wehrgerechtigkeit war immer ein Problem.

Es wurde viel zu viel ausgemustert.

Hier sollte man im Zweifel jeden zum Ersatzdienst verpflichten.

Ob Zivildienst oder bei den Hilfsorganisation über 7 oder 10 Jahre aktiv sein.

Wurde man dafür wenigstens entlohnt?

Ja. Ledige bekamen umsonst Unterkunft, Verpflegung, freie Heilfürsorge und ein Bahnticket. Dazu gabs als Taschengeld den Wehrsold. Der betrug vor 15 Jahren etwa 250,- Euros im Monat. Das wären heute inflationsbereinigt rund 350,-

Für besondere Dienste gab es weitere steuerfreie Zulagen. Bei der Marine waren das z.B. Bordzulage, Auslandszulage, Überstundenzulage etc. pp, sodass noch eine erkleckliches Summe von ein paar Hundert Euros dazukam.

Verheiratete, mit Familie oder eigenem Hausstand erhielten zusätzliche Leistungen, um die heimatlichen Fixkosten auszugleichen.

Welche Entlohnung bei einer neuen Wehrpflicht geplant ist, weiß ich allerdings nicht.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung
Monatliches Gehalt im Freiwilligen Wehrdienst
  • Einsteiger (z. B. Schütze, Flieger, Matrose): ca. 1.837 € brutto pro Monat

Während der Wehrpflicht und heute bei Freiwilligen Wehrdienst

der Bundeswehr erhielten die Soldaten neben einem kleinen monatlichen Wehrsold auch zahlreiche kostenlose Leistungen. Dazu gehörte die vollständige Unterbringung in Kasernen, meist in Mehrbettzimmern mit einfacher Ausstattung wie Bett, Spind und Tisch.

Die Unterkunft war kostenfrei, ebenso wie Strom, Wasser und Heizung. Auch die Verpflegung war vollständig abgedeckt: Es gab täglich drei Mahlzeiten – Frühstück, Mittagessen und Abendessen – die in der Truppenküche oder Kantine ausgegeben wurden. Sonderkostformen wie vegetarische oder religiös bedingte Ernährung konnten auf Antrag berücksichtigt werden.

Zusätzlich stellte die Bundeswehr die komplette Dienstkleidung zur Verfügung, darunter Uniformen, Stiefel, Sportkleidung und bei Bedarf auch Winterausrüstung wie Jacken und Handschuhe.

Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta oder Rasierzeug wurden ebenfalls bereitgestellt, je nach Standort und Bedarf. Die medizinische Versorgung erfolgte durch Bundeswehrärzte und war für die Wehrpflichtigen kostenlos. Dazu zählten auch notwendige Medikamente und Impfungen.

Auch Fahrten im Rahmen des Dienstes, etwa zu Übungen oder Versetzungen, wurden organisiert und bezahlt. In bestimmten Fällen konnten Heimfahrten bezuschusst oder erstattet werden.

Darüber hinaus bot die Bundeswehr Zugang zu Sporteinrichtungen, Bibliotheken und Freizeitangeboten innerhalb der Kaserne. Schulungen, Lehrgänge und teilweise sogar Führerscheinausbildungen waren ebenfalls möglich und wurden nicht privat finanziert.

Insgesamt war der Alltag während der Wehrpflicht stark geregelt, aber die Grundversorgung war umfassend und kostenfrei. Man musste kaum eigenes Geld ausgeben, sodass der Wehrsold meist als Taschengeld diente. 

Wer sich bei der Bundeswehr reinhängen tut wird gut bezahlt nach der Ausbildung. Hauptmann (A11): ca. 4.000–5.300 € brutto

Major (Stand 2025)
  • Grundgehalt: zwischen 5.046,30 € (Stufe 1) und 6.427,89 € (Stufe 8) brutto pro Monat
 

Fragender7352 
Beitragsersteller
 27.08.2025, 18:37

Von Freiwilligendienst kann man wohl kaum sprechen, wenn man zur Bundeswehr eingezogen wird !

WattReaper  27.08.2025, 18:41
@Fragender7352
Während der Wehrpflicht und heute bei Freiwilligen Wehrdienst
Lese genau was ich geschrieben habe.Gesetzliche Grundlage

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 4 Absatz 3, garantiert:

„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“

Dieses Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen war die Basis dafür, dass junge Männer den Wehrdienst bei der Bundeswehr ablehnen konnten – insbesondere wegen der Waffenausbildung oder dem Einsatz militärischer Gewalt.

Verfahren zur Verweigerung

Wer den Dienst an der Waffe verweigern wollte, musste einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen – früher beim Bundesamt für den Zivildienst, später beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).

  • Der Antrag musste schriftlich begründet werden, oft mit einer persönlichen Gewissensdarlegung.
  • Bis 2003 gab es sogar mündliche Anhörungen, um die Ernsthaftigkeit zu prüfen.
  • Nach Anerkennung wurde man nicht zur Bundeswehr eingezogen, sondern dem Zivildienst zugewiesen.
Ersatzdienst: Der Zivildienst

Statt Wehrdienst leisteten anerkannte Kriegsdienstverweigerer einen Zivildienst in sozialen Einrichtungen wie:

  • Krankenhäusern
  • Altenheimen
  • Rettungsdiensten
  • Behindertenhilfe
  • Umwelt- oder Katastrophenschutz

Der Zivildienst dauerte meist etwas länger als der Wehrdienst (z. B. 9 statt 8 Monate), um die fehlende militärische Ausbildung auszugleichen.

Fragender7352 
Beitragsersteller
 27.08.2025, 18:44
@WattReaper

Okay, dann machst eben Zivi und bekommst vermutlich genausowenig. (als es noch Pflicht war und die Wahlfreiheit hatte)

Einen monatlichen Sold

lieber Fragender,

gab es nur für Zeitsoldaten, bzw. solche Wehrdienstleistenden, die sich bei der Bundeswehr zum Wehrdienst verpflichtet hatten - bis zur Aussetzung der Wehr-pflicht zum 1. Juli Juli 2011.

Die anderen Wehrpflichten erhielten damals ein geringes Entgeld. Zusätzlich erhielten sie in der Kaserne kostenlose Unterkunfr und Verpflegung und Kleidung gratis. Und kostenlose Fahrt mit der Deutschen Bundesbahn innerhalb des Bundesgebiets..

Dafür wird ihnen für die Zeit des damals geleisteten Wehrdienstes aber bei ihrer Rente angerechnet und sie erhielten dafür mehr Rente als diejenigen, die nicht "beim Bund" waren!

Liebe Grüße und gute Wünsche!

Regilindis

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich bin studierte Geisteswissenschaftlerin & Historikerin