Eure Meinung zur Transsexualität?

5 Antworten

Sehr verwirrend ist, dass der Herr Ruben gar keinen wirklichen Bezug zu dieser Thematik hat, bis auf sein Dagegen-Sein. Das wird vor allem dann deutlich, als er das Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz anspricht und es mit operativen Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung in Verbindung bringt, insbesondere im Kontext von Kindern. Jeder der sich jedoch die Zeit nimmt, sich das gerade mal 3 1/2 Seitige Eckpunktepapier durchzulesen wird feststellen, dass das Selbstbestimmungsgesetz lediglich die amtlichen Eintragungen betrifft, wie Hana auch korrekt anmerkt.

Zu früheren Zeitpunkten in diesem Video wird deutlich, dass Ruben sich hier vor allem einem fear mongering bedient, also der Versuch, Angst auszulösen, obwohl dies nicht nötig ist. Da beziehe ich mich insbesondere auf seine Anmerkungen zur Thematisierung von geschlechtlicher Vielfalt im Schulunterricht, was vermeintlich Kinder verunsichern soll (während es keine wissenschaftlichen Hinweise auf die sogenannte social contagion ("soziale Ansteckung") gibt), sowie die Angst vor Re- bzw. De-Transitionern (eine ausführliche Antwort dazu habe ich hier verfasst). Insgesamt sind viele seiner Aussagen extrem unwissenschaftlich und fern der Realität.

Der Hana kann ich jedoch auch nicht einwandfrei zustimmen, da ich einige Formulierungen fragwürdig finde und manche Angaben zum Ablauf einer Transition an manchen Stellen etwas durcheinander sind.

Erinnert mich extrem an das ZDF Format "13 Fragen" zum Selbstbestimmungsgesetz, in welchem von der Contra Seite immer wieder falsche und verzerrende Aussagen getätigt wurden.

Moini,

meine persönliche Meinung dazu ist, dass Hanna es noch geschafft hat verhältnismäßig ruhig zu bleiben bei dem ersten falschen Fakt von Ruben (Selbstbestimmungsgesetz) weil es schon echt bitter ist, dass ein Politiker etwas so falsches als Fakt darstellt.

Ich finde man kann nicht verlangen, dass Hanna dann, bei der zweiten als Fakt dargestellten Lüge, ruhig bleibt. Vor allem weil das Thema Transsexualität für sie logischerweise ein sehr emotional geladenes Thema ist. Ich werde auch wütend wenn jemand bei einem Thema mit dem ich mich sehr gut auskenne mit irgendwelchen falschen Fakten um die Ecke kommt und uninformiert wirkt. An so einer Stelle macht eine Diskussion dann auch keinen Sinn mehr, weswegen ich es sehr gut verstehen kann, dass sie keine Lust mehr auf das Gespräch hatte. Außerdem hat Ruben auch überhaupt nicht verstanden, dass die Geschlechtsidentität nichts mit gesellschaftlichen Stereotyen zu tun hat.

Heute Nacht habe mit zwei Kollegen stundenlang über genau dieses Video diskutiert. Mein einer Kollege war der Meinung, dass Ruben ja ruhig geblieben ist und konnte gar nicht verstehen wieso Hanna so wütend geworden ist.

Mir verlangen solche Diskussionen immer sehr viel ab, da es mich schockiert, dass es viele junge Menschen gibt, die Hannas Wut nicht verstehen können.

Zum Schluss kann ich nur noch sagen, dass ich es sehr berechtigt finde, dass die Community so erbost reagiert hat. Volle Solidarität mit Hanna und allen Transgender Menschen.

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Meine Meinung zum Video:

Zu aller erst finde ich es super, dass das Team von Leeroy immer die Fakten zu den Dingen einblendet, die gesagt werden.

Minute 9: sie bezeichnet Transsexualität als Identitätsstörung.
Diese Sichtweise ist überholt, da die Identität bei Transsexuellen ja gleich bleibt und sie glücklich und gesund mit dieser Identität leben können, wenn sie ihr Leben und ihre Erscheinung an die Identität anpassen. Aber auch das blendet Leeroy ein...

Er fragt immer wieder, ob es nicht leichter wäre, sein Geschlecht zu akzeptieren. Auf diese Frage kommt er immer wieder.
Nun, das geht leider einfach nicht. Die Krankenkassen würden Transsexuellen doch nicht Psychotherapie, lebenslange Hormone und Operationen zahlen, wenn einfach nur eine Psychotherapie um "sein Geschlecht akzeptieren zu lernen" auch funktionieren würde.
Außerdem ist das, was Transsexuelle tun, genau das, was er sich eigentlich vorstellt. Man findet heraus, wer man wirklich ist. Lernt zu sich selbst zu finden und sich so zu akzeptieren wie man ist (nämlich ein Transsexueller). Nur transitioniert man dabei eben, um so zu leben, wie es sich richtig anfühlt.
Das will er nicht verstehen.
minute 10: Er sagt, "du hättest auch die Option zu sagen ich versuche mich so anzunehmen. Das ist auch eine Therapiemöglichkeit."
Das stimmt halt einfach nicht.

Ein Argument von ihm: Man würde doch dann darunter leiden, dass man als Transfrau niemals wie eine biologische Frau kinder kriegen kann und als Transmann niemals Kinder zeugen kann.
Auch das Argument ist sinnlos. Sowohl TFs als auch TMs können ihrem biologischen Geschlecht entsprechend Kinder kriegen, wenn sie das unbedingt wollen. Transfrauen können spermien einfrieren. Transmänner können, wenn sie die entsprechenden Organe nicht operativ entfernen lassen, immer noch schwanger werden, auch wenn sie schon jahrelang Testosteron genommen haben. Nur weil man sich entscheidet zu transitionieren, muss man also nicht darauf verzichten, leibliche Kinder zu bekommen.

Minute 12: Er kritisiert, dass jetzt schon in der Schule über Transsexualität aufgeklärt werden soll. Er scheint Angst zu haben, dass Jugendliche dadurch trans werden.
Dass Jugendliche Rollen ausprobieren und herausfinden wer sie sind, ist ganz normal und natürlich. Es ist okay, wenn ein Jugendlicher eine Zeit lang glaubt, trans zu sein. Der Weg um Hormone und Operationen zu bekommen, ist lang. Das geht nicht einfach mal schnell. Genug zeit um zu merken, dass man doch nicht trans ist.

Minute 14: Sie sagt er würde sie als eine Art Monstrum darstellen.
Nunja, das hat er so nicht gesagt.

Minute 16: Er spricht das kommende Selbstbestimmunggesetz an. Künftig soll man einfach zum Standesamt gehen und dort seinen Vornamen und seinen rechtlichen Geschlechtsantrag ändern können. Irgendwie glaubt er, dass man auf die gleiche Art auch Operationen bekommen soll (aktuell braucht man dafür mehrere psychologische Gutachten, Monatelange Psychotherapie und Alltagstest, ausführliche Anträge usw.) Das stimmt einfach nicht. Er behauptet er hätte "das extra noch mal nachgeschaut" und sei sich sicher, dass man sich nun auch einfach so operieren lassen kann. Ein Armutszeugnis, dass ein Politiker dermaßen Fehlinformiert ist und nicht zugibt, dass er keine Ahnung hat. Darüber diskutieren sie geschlagene 5 Minuten.

Minute 22: er spricht ein zweites mal das thema Familienplanung an, dazu habe ich mich schon geäußert.

Minute 23: Er behauptet die Hormontherapie sei gesundheitlich schädlich.
Das habe ich noch nie gehört. Jow, wenn ein transsexueller Junge Testosteron bekommt, bekommt er pickel und nach und nach Geheimratsecken. So ist das halt, wenn man in die Pubertät kommt.

Minute 24 und irgendwo vorher auch schon mal: Er scheint zu glauben, dass Jungs "trans werden", weil sie sich gerne Schminken oder gerne Ballet tanzen und glauben, dass sie deshalb ein Mädchen sein müssten.
Das ist einfach quatsch. Jeder, der ein bisschen Ahnung von Transsexualität hat, weiß dass das nichts mit klischeehaften Geschlechterrollen hat. Natürlich kann ein Junge sich schminken und trotzdem ein Junge sein. Es gibt auch transsexuelle Jungen, also körperlich weiblich, die sich trotzdem gerne schminken. Geschlechterklischees haben damit nichts zutun.

Minute 24: Er würde seinen Sohn nicht verstoßen wenn er trans wäre. na immerhin.

Minute 25: Er würde es aber nicht glauben, wenn sein Kind dann nach der Transition viel glücklicher wäre (was statistisch gesehen der Fall ist!). Er glaubt das wäre dann gespielt.
Er kommt noch mal auf Geschlechterklischees zurück. Seine Frage: Warum müssen transsexuelle immer das Klischee abbilden (Transfrau-> lange haare, viel schminke).
Erstens ist das nicht bei allen so. Und die, die Klischees entsprechen, tun das meistens, weil sie sonst schlicht und ergreifend nicht ernst genommen werden.

Minute 26: WICHTIG: er Sagt: Es gibt statistiken, dass 40% der Transsexuellen sich umbringen.
Das stimmt schlichtweg nicht. Das blendet Leeroys Team zeitgleich auch ein. Diese zahl von 40% ist ein Mythos. Sehr oft lese ich auch die Behauptung, dass 40% der Transsexuellen sich nach den Operationen umbringen würden. Allerdings konnte noch NIE mir jemand diese Studie zeigen.
"Da gibt es Studien, das weiß ich doch ganz genau." Und sowas von einem Politiker. Unfassbar.

Anschließend wird wie wütend "ohne scheiß digga, der labert nur müll, an dieser stelle will ich abbrechen. Es ist gefährlich wenn junge Menschen so eine scheiße sehen digga" usw. Das ist natürlich auch nicht professionell... aber recht hat sie.

Ich akzeptiere Transgender aber empfinde das Video ein bisschen mehr als Streit als Diskussion.

Stimme mit den Meinungen der Frau überein.

Der Afd Typ reden unwissenschaftlichen Unsinn und redet am Thema vorbei.

Mit welcher Frau? Da war doch gar keine anwesend.

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@paradox1899

Mir ist das absolut egal wie du die Menschen nennen willst.

Ich nenn sie so, wie sie gerne genannt werden möchten, ganz einfach.

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Eure Meinung zur Transsexualität?

Falls du das Video selbst gesehen hast, weißt du, dass dies nicht die richtige Bezeichnung ist, da die Identität rein gar nichts mit der Sexualität zu tun hat.

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