Erstes Mal Rennrad tipps?

3 Antworten

Das mit den Bremsen lässt sich einstellen. Ansonsten ist vieles learning by doing.

Lieber Somebody696

Ergonomie

Als erstes solltest du unbedingt darauf achten, dass die Rahmengrösse dir entspricht. Zweitens sollte der Lenker maximalst 10 cm höher als der Sattel sein. Der Sattel selbst sollte ergonomisch gewählt und eingestellt sein, so auch die Höhe. Im Stillstand solltest du auf dem Sattel sitzend den Boden mit beiden Füssen mit den Zehenspitzen oder jeweils circa mit dem vorderen Viertel der Sohle des Schuhs berühren und dabei das Rad stabil halten können.

Wackelig ist zu Beginn alles... ob als Baby krabbelnd zur Seite kippend oder in der Entwicklung zum Kleinkind den aufrechten Gang erlernend, dann auf den Baum kletternd oder schliesslich auf dem allerersten Fahrrad sitzend, es wackelt immer zuerst, weil du dich daran gewöhnen musst. Das ergibt sich von selbst. Nach der ersten Fahrt auf dem Rennrad ist diese wackelige Angelegenheit vorbei!

Halt deinen Oberkörper möglichst gerade, circa in einer Linie mit den Waden, vor allem den Hals, auch bergauf bei nicht allzu steilem Anstieg.

Ja, das mit den Bremsen kann gut sein in deinem Alter.

SEHR WICHTIG: Sicherheit geht vor

Fahr stets sehr umsichtig, vorausblickend und „rückblickend“, besonders beim Einbiegen auf Strassen und linkswärtigen Abbiegen sowie beim Ausweichen auf Radwegen.

Geh immer davon aus, du seist für deine Verkehrsteilnehmer unsichtbar.

Schau bei solchen Manövern deshalb bewusst von Anfang an immer mindestens zweimal nach hinten und zur Seite (Schulterblick, d.h. gesamten Kopf kurz und bündig nach hinten drehen und 👀 sofort wieder zurück in Fahrtrichtung ausrichten), bevor du den deinen Arm als Blinker einsetzt und erst hernach den Lenker wirklich eindrehst.

Speziell bei Gleisen, Bahnübergängen, denk daran: Gleise sind deine Feinde, du musst sie austricksen, sonst kriegen sie dich, und das Auto, das dir folgt, womöglich auch. Die Strategie ist einfach und gilt sowohl für die Gleise der Strassenbahn in der Stadt als auch für jegliche Zuggleise auf dem Land:

Entweder mach den Schulterblick in Fahrtgeschwindigkeit, und wenn hinten alles frei ist oder der Verkehrsteilnehmer deinen Blick erwidert hat, dann fahr ab 100 m Entfernung zum Bahnübergang in Richtung Fahrbahnmitte und streck deine rechte Hand mit leicht wedelnder Bewegung rechtsseitig aus (damit signalisierst du, dass niemand an dir vorbeifahren soll und das Vorsicht geboten ist, ausserdem wird spätestens dann dem durchschnittlichen deutschen Autofahrer klar, was du vorhast, sofern dieser vom Bahnübergang Kenntnis hat) und überquer die Gleise mindestens im 40-Grad-Winkel.

Oder brems einfach ab auf Schrittgeschwindigkeit, lös einen Fuss aus den Pedalen und überquer das Gleis idiotensicher, insbesondere wenn kein Platz zur Seite vorhanden ist.

Halt lieber zu viel als nur ausreichend Abstand.

Wenn dich jemand bedrängt oder anderweitig verunsichert, am häufigsten durch zu wenig Abstand verursacht, dann fahr zur Seite, halt an und lass diese Person passieren.

Besonders auf Land- und Nebenstrassen geh oder bleib in Sitzposition und tritt nicht in die Pedale, sobald ein grösseres Vehikel mit viel Luftwiderstand sich dir nähert. Der Fahrtwind eines blockigen LKW, der dir auf der Gegenspur mit 60–100 Sachen entgegen kommt, kann dich abrupt und empfindlich treffen und mitsamt deinem Rennrad stark aufschaukeln. Sei dir im Klaren, dass dich auch ein LKW, der dich in Fahrtrichtung mit weniger als 1 Meter Abstand — und das ist der Regelfall — überholt, durch den erzeugten Unterdruck zu seiner Seite hinziehen kann — je näher, desto extremer.

Merke: Ein einziger kleiner Stein oder eine schlecht sichtbare Unregelmässigkeit am Untergrund kann dich zum Fall bringen. Bei einem Sturz mit nur 20 km/h kommst du gut davon, wenn du dir nur Verstauchungen und Prellungen an Hand, Knie und Schulter zuziehst, eine Fissur z.B. am Fingerknochen ist dabei keine Seltenheit.

Deshalb, fahr vorsichtig! Speziell bergab und vor Kurven kann ein Rennradfahrer nie zu früh bremsen. Bei nicht zweispuriger Fahrbahn würd ich niemals schneller als 60 km/h fahren. Wenn du nur schon bei 3–5 % Gefälle mit 45 stürzt, kannst du dir die Haut bis zum Knochen abrasieren und du wirst sehr wahrscheinlich nicht nur einen Knochenbruch erleiden. Fährst du schnell (50+ km/h) bergab, muss dir bewusst sein, dass nicht nur der Bremsweg deutlich länger ist als in der Ebene, sondern auch ein möglicher Sturz eine weitaus längere Rasierspur mit unschönen Verbrennungen am Körper nach sich zieht.

Ich schreib das nicht, um dich zu erschrecken, sondern um dich abzuschrecken, um dir bewusst zu machen, was sehr viele Fahrer — längst nicht nur Radfahrer — unterschätzen.

Abgesehen von alldem kannst du nicht viel falsch machen.

Ich schreib hier aus eigener, gut 10-jähriger Rennraderfahrung. Und ich hab schon sehr vieles gemacht und mach es noch immer und immer mehr: Langstrecken, Bergtouren, Höchstgeschwindigkeitstouren.

Wenn du mehr wissen willst, meld dich einfach jederzeit bei mir!

*Zweitens sollte der Sattel maximalst 10 cm höher als der Lenker sein.

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@seifreundlich2

Wie kommst Du auf solche Richtlinien? Sachen wie die Sattelüberhöhung sind individuell auf die Morphologie, die Flexibilität, die Vorgeschichte in Sachen Verletzungen, etc und die sportlichen Ziele jedes einzelnen.10cm sind für einen 150cm großen Fahrer eine ganz andere Welt als für einen z.B. 200cm großen.

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@Cyclocross

Nicht umsonst schrieb ich maximalst. Und das sind keine Richtlinien, sondern schlicht persönliche Empfehlungen basierend auf meinen Erfahrungen.

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Rennrad fahren ist immer etwas wackliger, der Vorlauf an der Gabel ist geringer als bei anderen Radtypen. Nach spätestens 1 Monat hat man sich aber dran gewöhnt.

Greifen der Bremsen von oben halte ich für zwingend nötig, weil die üblichste Griffart. Falls eine bessere (höhere) Positionierung der Griffe nicht ausreicht, es gibt auch ein paar wenige, kleinere Griffe. (Nur Brems- oder Bremsschaltgriff?)

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