Endung -"LEIN": männlich?

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8 Antworten

Die Verkleinerungsformen "-chen" und "-lein" können mit männlichen, weiblichen und sächlichen Substantiven verwendet werden. Die Wörter werden dann alle Neutrum.

Welches du verwendest, hängt wohl eher vom Klang des Wortes ab und davon, wie es eingebürgert ist. Oft geht auch beides.

das Männlein, das Männchen
das Weibchen
das Frauchen, aber das Fräulein
das Püppchen (wenn du aber "Püppilein" sagst ist das okay)
das Bäumchen
etc. 

gschyd 06.09.2016, 11:30

Frauchen und Fräulein haben allerdings nicht dieselbe Bedeutung, hier hinge es also von der beabsichtigten Aussage ab.

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Es kann eigentlich beides sein, weil ich kenne genug Geschichten bei denen von "Männlein+Weiblein" gesprochen wird, -lein ist hier quasi die Verniedlichung. "Männchen+Weibchen" wäre so die normale Form.
Hoffe ich konnte helfen,
Susi

An dem "Puppilein" sieht man, dass Genus und (natürliches) Geschlecht (Sexus) streng zu unterscheiden sind. Deshalb sind auch die Begriffe "männlich" und "weiblich" fehl am Platze, was zur systematischen Verbiegung des Deutschen durch nicht sachkundige, aber gutmenschliche Gendereiferer geführt hat.

"Maskulinum" und "Femininum" sind nicht viel bessere Bezeichnungen, aber leider historisch-traditionell. Ich ziehe sie deshalb den irreführenden "männlich" und "weiblich" vor.

"Puppilein" ist ein Beispiel dafür, dass die Form des Wortes (hier das Suffix "-lein") das Genus (hier Neutrum) bestimmt, egal, ob mit "Puppilein" eine Frau bezeichnet wird oder das Lieblingspony.

Man kann ja seine Frau auch mit "Liebling"anreden, obwohl "Liebling" wie alle Nomina auf "-ing" maskulinum ist (DER Liebling). Noch gibt's keine *Lieblingin, aber die Eiferer haben das nur noch nicht entdeckt. "Passagierin" habe ich schon in der Zeitung gesehen, "*Mitgliederin" auch.

gschyd 06.09.2016, 11:34

noch abstruser ist Mit-/Ohneglied ...

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Hallo,

leider gibt es zum richtigen Artikel im Deutschen nur sehr wenige
Regeln. Außerdem gibt es zu jeder Regel wenigstens eine Ausnahme – Ausnahmen bestätigen die Regel!

Das Geschlecht richtet sich nach dem biologischen Geschlecht:

die Frau – die Lehrerin, die Ärztin, die Fremde, aber: das Mädchen

der Mann – der Techniker, der Lehrer, der Kater, der Fremde

weiblich (= die) sind die Endungen

- heit (Freiheit, Menschheit)

- tion (Information, Kalkulation)

- keit (Heiterkeit, Einsamkeit)

- tung / ung (Zeitung, Vermutung, Meinung, Betonung)

- t (Fahrt, Naht) aber: der Bart

- e (Zunge, Reise, Freude) aber: der Junge etc.

- schaft (Mannschaft, Bekanntschaft)

- ei (Bäckerei, Schreinerei, Bücherei)

männlich (= der) sind die Endungen

- er (Finger, Fehler) aber: das Fenster, die Leiter

- ling (Frühling, Sperling)

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sächlich (= das) sind wiederum die Endungen

- chen / -lein wiederum sind Mädchen, Mäuschen, Tischlein, Entlein

chen und lein machen die Wörter klein! heißt es im Deutschen.

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Das Geschlecht kann an der Bedeutung erkennbar sein:

weiblich:

- Motorradmarken (von: die Maschine) – die Harley-Davidson, die Yamaha

männlich:

- Tageszeiten – der Abend, der Vormittag, der Nachmittag aber: die Nacht

- Wochentage – der Montag, der Freitag, der Samstag

- Monate – der Mai, der Dezember

- Jahreszeiten – der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter

- Himmelsrichtungen – der Norden, der Osten, der Süden, der Westen

- Wetter – der Wind, der Schnee aber: die Wolke

- alkoholische Getränke – der Wein, der Cognac aber: das Bier

- Automarken – der Audi, der BMW

sächlich:

- Farbnamen: das Blau, das Violett

(Quelle u.a.: deutschalsfremdsprache.ch)

Zusammengesetzte Hauptwörter (Nomen, Substantive, Namenwort) bekommen immer den Artikel des hinteren Wortes vorangestellt:

- der Tisch - das Tuch --------> das Tischtuch,

- das Bett - die Decke -----------> die Bettdecke

Bei ins Deutsche übernommenen Wörtern werden häufig Analogien gebildet u. ä.

Welcher Artikel richtig ist, kannst du im Duden (duden.de) nachschauen.

Auch gibt es landschaftliche Unterschiede.

Wo ich herkomme, sagt man z.B. die Fanta,

wo ich jetzt daheim bin, sagt man das Fanta.

Ein lustiger Text zum Thema Artikel im Deutschen:

spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-der-butter-die-huhn-das-teller-a-432890.html

:-) AstridDerPu

Deponentiavogel 03.09.2016, 10:57

Auch wenn uns diese Regelungen zum Genus von Substantiven nicht ersichtlich sind, stehen sie doch hartcodiert im Sprachzentrum. Ansonsten gäbe es wohl ein heilloses Durcheinander bei der Verteilung des grammatischen Geschlechts.

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Lein ist eher eine verniedlichung

Die Endung -lein ist weder männlich noch weiblich, sondern grammatikalisch NEUTRUM - wie auch die Endung -chen.

das Männlein (steht im Walde...)

das Mädchen

das bisschen

das Kind(e) lein

das Fräulein


Da es eine Endung ist denk ich das Es vom vorderen Wortteil abhängig ist

Neutrum.

Vielleicht ist es dir aufgefallen, dass es nicht "der Männlein" und nicht "die Puppilein" heißt, sondern immer "das".

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