Ein oder zwei Paar Springglocken?

14 Antworten

Hallo BlauesKrokodil,

ob und wie viele Glocken du brauchst, ist abhängig davon was du mit dem Pferd machst und wovor du es schützen möchtest:

Normalerweise verwendet man Hufglocken nur an den Vorderbeinen. Dann braucht man die Glocken aber eigentlich auch bei der Dressur und nicht nur beim Springen. Folgende mögliche Gründe kann es geben:

  • Das Pferd "streicht" mit den Vorderhufen am inneren Kronrand  des anderen Hufes. Das erkennt man an hellen Stellen an der Innenseite der Hufe.
  • Das Pferd ist noch relativ untrainiert, überbaut oder schlecht geritten und läuft daher auf der Vorhand. Dann bekommt es die Vorderbeine nicht schnell genug hoch und tritt mit den Hinterhufen in die Vorderhufe. Beim Reiten hört man dann im Trab ein deutliches Klacken.
  • Es sieht schick bzw. sportlich aus.

Zusätzlich oder statt dessen kann man auch hinten Hufglocken verwenden. Glocken hinten sind aber unüblich und werden nur bei wirklichem Bedarf eingesetzt. Folgende Gründe kann es geben:

  • Man springt schon etwas höher und das Pferd ist relativ empfindlich am Kronrand, so dass es höhere Sprünge verweigert, um nicht "anzuschlagen".
  • Beim Springen über feste Hindernisse, um die Kronränder zu schützen.
  • Das Pferd noch sehr unausbalanciert (frisch angeritten) ist und sich an den Innenseiten gern mal auf den Kronrand tritt (vor allem beim Halten, Vor- und Hinterhandswendungen). Das kann aber auch passieren, wenn die Hufe schlecht bearbeitet sind, der Beschlag zu eng ist oder das Pferd Beinfehlstellungen hat.

Bei der normalen Stangenarbeit (Cavalettis oder Stangen auf dem Boden) benötigt man normalerweise keine zusätzlichen Hufglocken. Wenn dein Pferd (wie du unten schreibst) etwas paddelig ist und daher auf die Stangen drauftritt, halte ich Glocken eher für kontraproduktiv, da das Pferd beim "Anschlagen" noch weniger die Stange spürt und daher weniger "Vorsicht" entwickelt.

Auf Stangen zu treten kann gefährlich sein, da das Pferd leicht wegrutschen kann. Dagegen helfen aber auch keine Glocken! Versuche die Aufgaben ständig zu variieren (Abstände, Farben, Höhe), damit sie aufmerksam wird und "Vorsicht" entwickelt. Viel loben, wenn sie mal nicht berührt und "Enttäuschung zeigen", wenn sie die Stange berührt. Pferde können dann sehr ehrgeizig werden ;)

Möchtest du etwas für ihre Sicherheit tun, weil sie wirklich noch sehr paddelig ist, nutze statt der runden Stangen normale Leisten/Latten aus dem Baumarkt (ca. 3cmx10cm). Die können nicht wegrollen und das Pferd verletzt sich nicht, wenn es aus Versehen drauftritt.

VLG - Feivel

Huhu,

erstmal antesten, ob sie die überhaupt braucht und das mit eurem Hufbearbeiter besprechen, falls Probleme auftreten. 

Kaum ein normales Freizeitpferd braucht für ein Bisschen normale Stangenarbeit Hufglocken. Bei Pferden mit wirklich sehr raumgreifenden Gängen, wie es zuchtbedingt immer öfter bei wirklich langbeinigen Pferden und Ponys auftritt, kann es dabei vorkommen, dass das Pferd sich auch trotz guter Hufe, Beine und Balance oft mit den Hinterbeinen in die vorderen Hufballen greift. Für diese Pferde sind Hufglocken dann sinnvoll. 

In der Regel greift ein Pferd auch aber nicht in die Vorderhufe und das ist das einzige, was normale Hufglocken abdämpfen. Gegen Stöße von vorne direkt gegen die Hufspitze oder von unten gehen die Hufsohle oder den Hufstrahl helfen sie überhaupt nichts. 

Du hast bei normaler guter Stangenarbeit auch keine so hohen Anforderungen, dass du das Pferd so überforderst, dass es sich mit den Beinen so verhaspelt, dass es greift. Im Gelände und auf der Wiese ist dass Pferd ja auch ohne Glocken unterwegs, oder? Es ist immer noch ein Pferd - die können mit normalem Körperbau ihre Beine ganz gut alleine sortieren, auch wenn du ein paar Stangen in den Weg legst.

Liebe Grüße

kein normales Freizeitpferd braucht Glocken? deswegen hat mein Haffi sich auch schon 2 Paar kaputt getreten bei der Arbeit und die echt nur Freizeit-gerittene Stute meiner Freundin hatte gerade einen Ballentritt den sie sich bei locker traben zugezogen hat ...

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@HihihiMeee

Die meisten Reiter sehen leider nicht, wenn ihre Pferde so grottige Hufe haben (sonst würden nicht 70% der Pferde, die ich sehe auf eigentlich funktionsuntüchtigen Hufen rum tapsen müssen), dass man die mal so bearbeiten müsste, dass sich die Pferde nicht treten. Mit der Glocke deckt man das Symptom ab statt die Ursache, die noch viel mehr Nachteile hat zu beheben. Mit einem Pferd, das sich rein tritt, würde ich keine Stangenarbeit machen, das würde ich gar nicht arbeiten, sondern erst mal sein Problem lösen.

Wenn sich das Pferd nur unterm Reiter rein tritt, dann sitzt das Problem oben drauf und da sollte auch der Reiter erst mal von vorne im Schritt beginnend reiten zu lernen, bevor man dann halt dem armen Pferd, das man völlig aus Takt und Balance bringt und dem man damit langfristig schadet, Glocken drauf zieht, nur damit man sich nicht mit seinem schlechten Reiten beschäftigen muss.

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Wenn dein Pferd ungeschickt ist, brauchst du eine Ganzkörperglocke....nee Spass! Was macht die Stute denn bei Bodenstangen? Klopft sie mit den Vorder- oder Hinterhufen an? Ich bin mit meiner ersten Stute Dressur bis LM, Springen bis L und Vielseitigkeit gegangen, sie war eine hektischer Schussel, aber sie hatte gute Hufe. Habe auch etliche Jungpferde angeritten, immer über Bodenstangen und Cavaletti gearbeitet, meine jetzigen 3 Therapie- Hafis ebenso, alle Pferde barfuss. Ich habe nie diese Gummiglocken gebraucht. Manche Pferde merken sich eine Stange vielleicht auch besser, wenn sie mal "anklopfen" und das spüren. Wer sagt, dass du diese Glocken verwenden sollst? Vielleicht sinnvoll, wenn du für ein Mächtigkeitsspringen trainierst, aber bei Bodenstangen??????

Hehe, ja, mein Pferd ist komisch. Sie springt sehr oft auf die Stange selber drauf oder knallt mit dem Ballen dagegen. Leider lernt sie es auch nie wirklich, habe es schon oft probiert, es funktioniert aber nie richtig, auch beim Freispringen springt die auf die kleineren Sprünge drauf. Auf die größeren dann nicht mehr :p die nimmt sie dann wohl ernster. Im Schritt klappt alles, im Trab und Galopp jedoch nicht so wirklich.

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@BlauesKrokodil

Wenn sie auf die Stangen draufspringt, nützen aber die Gummiglocken auch nichts. Die Hufsohle, also auch der Ballen ist ja auch durch die Glocken nicht geschützt. 

Wenn du sie über Stangen reitest, kannst du ihr vielleicht helfen, indem du sie am langen Zügel reitest, dass sie runterschauen kann, und ihr ein Zeichen gibst, wenn eine Stange kommt (Schnalzen oder "Hopp" oder ein ganz sanfter Touch mit der kurzen Gerte an der Schulter). Vielleicht sieht sie schlecht oder träumt oder passt einfach nicht auf. 

Mit der Stimme kannst du sie auch beim Freispringen aufmerksam machen. Verwende halt immer das gleiche Signal oder Wort, damit sie es schneller lernen kann. Ich würd mal im Schritt beginnen, wenn sie wirklich träumt, kann sie sich da nicht wehtun. Dann Trab, und Galopp erst, wenn sie sicher ist. Und vielleicht klappt es auch gar nicht, es gibt auch Pferde, die es nicht checken oder einfach nicht wollen. Viel Erfolg!

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Ob du vorne und hinten, oder nur vorne Glocken benutzt ist völlig egal. Das musst du selbst entscheiden.

Schaden tun sie nicht und wenn sich deine Stute nicht an den Glocken stört kannst du auch vier verwenden. wie gesagt, das musst du auch mal testen und dann selbst entscheiden.

Ich habe bei meinem Großen immer vorne Glocken dran. hinten bekommt er nie welche dran.

Wenn dein Pferd sich mit den Hinterbeinen vorne in die Eisen tritt, brauchst du nur vorne Glocken. Hinten brauchst du eigentlich nur welche, wenn sich das Pferd auch da tritt oder extrem dolle streift... Sowas habe ich aber noch nie gesehen (also dass ein Pferd hinten wirklich Glocken braucht).

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