Ein Hengst..Vorteile und Nachteile?

9 Antworten

ein hengst muss gekört sein, damit er als deckhengst nutzbar ist. ausserdem musst du und der hengst einem zuchtverband angehören. die hengste für die saison stellen nicht die besitzer auf, sondern der zuchtverband.

ausserdem muss er gesund sein.

und wenn du schon eine hengststation gründen willst, solltest du auch einen eigenen hof haben - mit gastboxen oder gastpaddocks für stuten.

gerade in den letzten jahren gibts immer wieder und immer mehr probleme mit übertragbaren krankheiten - da sieht es kein reiterhof gerne, wenn da ständig fremde pferde ein- und ausgehen.

schwierig ist auch das unterbringen eines hengstes. nur wenige höfe stellen hengste ein.

es ist ungleich schwerer, einem hengst ein artgerechtes leben zu bieten, als das bei einem wallach oder einer stute der fall ist.

6 jahre reiterfahrung und noch keine erfahrung in der pferdehaltung - da solltest du auf einen hengst zunächst verzichten und noch erfahrungen sammeln.

beim ganzen rest schlesse ich mich kaltblüterin bedingungslos an. auch einem gentleman-hengst musst du in deiner denke immer einen wimpernschlag voraus sein. wenn du erst REAGIEREN musst, statt zu agieren, hast du in den allermeisten fällen verloren.

Oft schwierig in der Unterbringung, weil sie nicht jeder Stall nimmt. Da ist dann möglicherweise nix mit dem günstigen Stall in der Nähe, sondern da muss man wahrscheinlich schon länger suchen, bis man einen geeigneten Stall findet, der unter Umständen auch ein paar Euronen mehr kosten kann.

(Ich schreib das jetzt nicht, weil solche Ställe pauschal teurer sind, sondern weil durch einen Hengst die Stallwahl wahrscheinlich nicht ganz so einfach sein dürfte und man eben nicht den "Stall um die Ecke" nehmen kann).

Hengst im Deckeinsatz. Wenn man selber keine Ahnung von der Zucht hat, würde ich persönlich meinen Hengst nicht als Deckhengst anbieten. Wenn Decken, dann ordentlich in einem Zuchtverband und nicht nur weil er schön und lieb ist über jede Stute "drüberlassen".

Decken selbst: Ich habe das im letzten Jahr bei uns im Stall mal annähernd mitbekommen, was das für ein Aufwand ist und was die Leute dort dafür alles beachten haben. Die Leute habe allesamt mehr als 6 Jahre Reiterfahrung und geben selber von sich zu, noch mehr Erfahrung im Bereich Zucht zu brauchen. Aber wenigstens können sie den Deckakt so handeln, dass dabei weder Tier noch Mensch zu schaden kommt. Würde ich mir persönlich mit einer etwas längeren Reiterfahrung als du auch nicht zutrauen.

Hat der Hengst gedeckt, ist fraglich, ob er im Umgang weiterhin so anständig und brav bleiben wird. Ist längst nicht bei jedem Hengst so.

Reiten: kann mit unentspannten Hengst auch nicht so entspannt sein. Gibt natürlich auch superbrave Exemplare, nur, wer garantiert einem, dass das entspannte Exemplar auch nach dem Kauf so entspannt bleibt.

Da hat man oft schon mit einer Stute/Wallach nach dem Kauf schon genug zu tun, dass der Stand der Erziehung/Ausbildung erhalten bleibt. Mit einem Hengst ist man dann möglicherweise noch mehr gefordert.

Meiner Meinung nach sind das aber alles Dinge, die man mitkriegt, wenn man "sich ganz gut mit Pferden auskennt". Die liegen für den "Normalreiter" auf der Hand.

Bei uns im Stall steht ein superlieber Hengst, sehr brav, deshalb bin ich trotzdem noch nicht davon überzeugt, dass Hengsthaltung für jedermann geeignet ist. Schon zu viel gesehen, was Hengste so anstellen können. Die Frage ist dann: warum hat der Halter einen Hengst, wenn es doch ein Wallach auch tun würde.

Hat der Hengst, den du dir ausgesucht hast, nicht die super-duper Abstammung, gibt's keinen Grund, warum er nicht zum Wallach werden sollte. Was hast du davon, deinen xyz-Hengst als Deckhengst anzubieten, außer - ganz ketzerisch gefragt - dass er eine Einnahmequelle bietet ?

Ein Hengst ist so gesehen auch nicht anders im Umgang, als ein Wallach oder eine Stute, sofern er gut erzogen ist.

Problematisch wird ein Hengst erst, wenn er rausbekommen hat, dass er mit dem zuviel an Testosteron die Überhand gewinnt und eben Imponiergehabe den/die Besitzer/in auch einschüchtern oder gar verletzen kann. Angst ist das allerletzte, was man im Umgang mit Hengsten gebrauchen kann, denn sie durchschauen dich schneller und besser, als ein Mensch das je könnte.

Viel hängt von deiner Körpersprache ab, deiner Stimmlage, deiner Art mit einem Hengst umzugehen, wobei man trotzdem Vorsicht walten lassen muss, denn es sind immer noch Tiere, die von Urinstinkten geprägt sind und von diesen auch geleitet werden. 

Manche müssen auf Biegen und Brechen die Anführer der Herde sein und wissen genau, wie sie Artgenossen einschüchtern oder vertreiben, anderen ist´s komplett Wurscht und denen geht´s dann an der Schweifrübe vorbei... Eine Charaktersache, wie bei uns Menschen auch.

Wie gesagt, das A und O im Umgang mit Hengsten ist wie immer das Vertrauen des Besitzers und natürlich die konsequente und ehrliche Erziehung. Ohne letztere wird´s schwierig mit einem Hengst und wer sich nicht richtig durchsetzen kann, zieht schnell den Kürzeren was auch richtig gefährlich werden kann.

Zu deiner Frage bezüglich als Deckhengst: da gilt das gleiche, wie ich bereits erwähnt habe, nur muss noch mehr darauf geachtet werden, dass der Hengst nicht den Kopf verliert, wenn er eine wohlig duftende Stute wahrnimmt. Er muss gelernt haben und wissen, wann er "darf" und wann nicht, denn einen Rüpel sehen weder die Stutbesitzer gerne (das macht übrigens schnell die Runde bei Züchtern) und kontrollierbar ist er dann auch nicht mehr. All das wirft einen ganz schlechten Schatten auf deinen Hengst und vor allem auf dich.

Warum muss es ausgerechnet ein Deckhengst sein, wenn ich fragen darf?

Aha, du das traust du einer Freizeitreiterin zu, die seit sechs jahren reitet? Lächerlich!

5
@Dahika

Hab ich das irgend wo geschrieben? Hab lediglich ein paar Sachen angerissen, die nicht ganz unwichtig sind, wenn es schon ein Hengst sein muss.

8
@kaltblueterin

Du romantisierst das Ganze aber. Das, was du schreibst, mag für sehr erfahrene leute gelten, die zudem einen eigenen Stall haben. Aber nicht für eine romantische Freizeitreiterin. Das gibt eher Tote als dass das Mädel glücklich wird.

6
@Dahika

Wo ist da romantisiert? Muss jeder gleich den Emotionen und dem Unmut freien Lauf lassen oder kann/darf man das auch sachlich beantworten für jemanden der eben nicht die Erfahrung hat?

Geht nicht um das, dass das Mädel jung ist, sondern um die Frage, nicht um deinen Gemütszustand, auch wenn du das als lächerlich abtust.

9
@Dahika

Verstehe dein Problem jetzt ehrlich gesagt auch nicht... Vor allem aber die Aussage "Freizeitreiterin, die erst 6 Jahre reitet". 

Muss man Turniere reiten, um einen Hengst zu halten? Da sammelt man ja auch so viel Erfahrung im Umgang mit Hengsten. Bzw muss man überhaupt reiten, um mit einem Hengst arbeiten zu können? Nein.

In 6 Jahren kann man viel lernen. Zumal lernt jeder unterschiedlich, manche sind für etwas geboren und brauchen nicht viel. Andere hingegen brauchen allein Jahrzehnte um einen Tierarzt zu rufen. ;) 

Die Antwort ist top! Hier spricht jemand, der auch wirklich Erfahrung mit Hengsten hat. Ich sehe hier nix Romantisches, sondern lediglich einen sachlichen Text, der vor allem nicht verallgemeinert sondern auf den FS eingeht. 

3
@VanyVeggie

Van Veggy, Das Madel,ist 13 und träumte kürzlich noch von einem Mustang oder einen Schlachtpferd, wenn ich mich recht entsinne....

Ich denke, diese Fragen sind sowieso rein hypothetisch. 

5
@Urlewas

Urle, wenns so ist, kann man das auch vorher sachlich im Kommi ansprechen, da muss man nicht rumgiften, wie ein pubertierender Jugendlicher und mir Romantisierung unterstellen oder meinen durchaus sachlichen Beitrag als Schwachsinn darstellen.

Hengsthaltung ist ein Thema für sich, das denke ich weiß jeder ansatzweise, der mit Pferden zu tun hat.

4
@kaltblueterin

Liebe Kaltblüterin, ich habe weder herumgegiftet, noch irgendjemandem irgendwas unterstellt oder dargestellt.

Sollte da etwas misverstanden worden sein, tut es mir leid.

Mein Ansinnen ist es, zu versuchen, Fragen möglichst so zu beantworten, wie es für die jeweilig fragende Person passend ist.

Und ich wüßte nicht, in wie fern ich da nun unsachlich gewesen sein sollte?

2
@Urlewas

Mir geht es hier um´s Prinzip. Wie kalti schon schrieb, das geht auch sachlicher. Zumal die Tatsache, dass die FS erst 13 Jahre alt ist hier nicht erwähnt wurde. Nein, stattdessen setzt man hier wohl Jahrzehnte Turniererfahrung voraus.

Ich denke als 13-Jährige darf man auch etwas träumen. ;)

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