Dreißig oder Dreißich?
Wie wird die Zahl 30 ausgesprochen
44 Stimmen
10 Antworten
Ich spreche das eher drei-ßich aus, aber es könnte auf die Region bzw. den Dialekt ankommen.
Es gibt z.B. Regionen, in denen man Krieg mit g am Ende ausspricht und andere, in denen man standardmäßig das Wort mit einem weichen Ch am Ende ausspricht. Keine Version ist falsch, es sind nur andere Dialekte.
Meines Wissens werden z.B. im Ruhrgebiet G- und K-Laute sehr stark betont, da würde man eher "drei-ßig" oder sogar "drei-ßik" sagen.
Wird denn dort nicht immer G oder K stark betont? Ich kenne einige Menschen aus dem Ruhrgebiet, allerdings ältere, die das tun, also bspw. "brinGen" mit betontem G sagen oder besonders G oder K am Wortende betonen, auch wenn an der Stelle eigentlich keine Betonung vorgesehen ist.
Auf Hochdeutsch ist es "dreißich", hinten wie "ich" gesprochen.
In süddeutscher Anwendung des Hochdeutschen kommt aber schon auch das „g“ am Ende ausgesprochen vor. Das ist eine teilweise Übertragung aus regionalen Dialekten, wie dem Bairischen.
Auf LEO kannst du es hören, wenn du den kleinen Pfeil neben dem Wort klickst.
https://dict.leo.org/german-english/drei%C3%9Fig
Lass dich nicht verwirren, weil die Mehrheit es diesmal nicht raus hat...
Es gibt nicht nur bundesdeutsches Hochdeutsch, sondern auch österreichisches Hochdeutsch! Und da da ig auch ig bleibt, ist die gesprochene -ig Form mindestens gleichwertig der norddeutschen Aussprache.
Die Überheblichkeit der Nordlichter mit ihrer "Bühnensprache" passt mir nicht.
“Süddeutsche Anwendung des Hochdeutschen” ist doch genau, was ich da gemeint habe. In Österreich werden südbairische Dialekte gesprochen, außer in der Steiermark oder so (ok, im Detail weiß ich es auch nicht). Und da ist das „ig“, wie man’s schreibt, aber im dortigen Hochdeutsch auch.
Da geht aber der Vorteil der Standardisierung teilweise verloren.
Du musst bedenken, dass wir im Norden unsere eigene Sprache aufgegeben haben, um die Standardisierung zu erlauben. Dann muss es aber ganz genau gemacht werden, sonst könnten wir ja wedder op Platt snacken.
Weil ich aber in der Westschweiz wohne, sage ich sogar nie „Hochdeutsch“ sondern immer "Standarddeutsch" oder "Schriftsprache", wenn ich mal bei den bourbines in der Deutschschweiz bin. Weil „hoch“ zu eingebildet klingt.
Vorarlberg ist die sprachliche Ausnahmeregion, nicht die Steiermark, oder? Weil es nutzloses Wissen ist, schlage ich es jetzt mal nicht nach...
Im in Deutschland gültigen Standarddeutsch wird die Endung -ig immer weich ausgesprochen, also [ç]. Die harte Aussprache [k] ist jedoch in Österreich und der Schweiz korrekt, da diese Länder vom Bundesdeutschen unabhängige Standardsprachen besitzen. Du wirst aber v. a. in Süddeutschland auch die harte Aussprache häufig zu hören bekommen, da diese in den dortigen Dialekten üblich ist. Die meisten Menschen wissen nicht einmal, dass das nicht der Standardaussprache entspricht.
Der Laut [ɡ] kommt im Deutschen niemals am Wortende vor, sondern nur am Wortanfang oder mitten im Wort. Es handelt sich dabei um einen stimmhaften Verschlusslaut, wie auch bei [d] und [b]. Am Wortende spricht man im Deutschen jedoch ausschließlich stimmlose Verschlusslaute, also [k], [t] und [p]. Die Schreibung mit g, d oder b kommt von den Pluralformen her, bei denen die stimmhaften Laute gesprochen werden.
Der Süden spricht jedes -ig auch als -ig. Auch den König!
Selten höre ich dreißge mit dem e hinten und ohne i, ich glaub das kommt mehr aus Altbayern. Hier in Bayrisch-Schwaben ist es fast immer dreißig. Mehr weiß ich nicht
okay, dazugelernt
wenn ich es recht überlege, hab ich das schon auch gehört. Nur wird der Dialekt immer weniger, da fällt das nicht mehr so auf.
Die deutsche Hochsprache verlangt für die Nachsilbe -ig die Aussprache ich (außer, wenn ein Vokal folgt), "man" spricht es aber in weiten Bereichen ik aus, und dies nicht nur, wenn die hochsprachliche Regelung unbekannt ist.
Du solltest daher deine Umfrage ändern:
"Die korrekte Aussprache von 'dreißig' ist dreißik"
und
"Die korrekte Aussprache von 'dreißig 'ist dreißich" .
Als Drittes schlage ich vor:
"Egal, wie die korrekte Aussprache von 'dreißig' richtig ist, ich sage dreißik"
Also im Ruhrgebiet auf jeden Fall auch "dreißich"