Dreimonatiges Kätzchen in Einzelhaltung als Wohnungskatze?

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8 Antworten

Die Tierheim-Angestellte meinte, dass die Kätzin ohne Probleme als Wohnungskatze gehalten werden kann, da sie noch nie Freigang hatte.

Sorry, aber diese Frau hat keine Ahnung, ein seriöses Tierheim wird das nicht gewesen sein. Mit 12 Wochen sollte ein Kätzchen erst von seiner Mutter weg, da ist klar, dass es noch keinen Freigang hatte, den sollte es auch erst mit etwa einem Jahr nach einer Kastration erhalten. Katzen, aber vor allem Kitten darf man nicht alleine halten. Bei erwachsenen Katzen ohne Freigang ist Einzelhaltung möglich.

Abgesehen davon können wir Sie auch vor der Kastration nicht rauslassen.

Wie oben schon geschrieben sollte man ein 12 Wochen altes Kätzchen auch noch nicht raulassen, unkastrierte Katzen haben draußen ohnehin nichts verloren.

Jetzt müssten wir die Katze also noch mindestens drei Monate als Einzelkatze in der Wohnung halten.

Weshalb? Holt euch noch ein Kätzchen.

Wir können uns leider keine zweite Katze in Ihrem Alter anschaffen, da der Vermieter ausdrücklich nur eine Katze erlaubt.

Über die Haltung von Katzen hätte man sich vor der Anschaffung Gednaken machen sollen.

Von daher führt jetzt eigentlich kein Weg daran vorbei, die Katze mindestens noch bis zur Kastration allein drinnen zu behalten. Langsam drängt sich mir der Gedanke auf, die Katze wieder ins Tierheim zu geben, damit sie in eine Familie kommen kann, die mehrere Katzen halten kann…aber das ist doch auch nicht die richtige Lösung, zumal ich die kleine Maus wirklich sehr ins Herz geschlossen habe (und sie uns auch).

Na dann führt ja doch ein Weg daran vorbei.

sie macht definitiv nicht den Eindruck, raus zu wollen. Ich habe sie auch mal auf den Balkon begleitet, da hatte sie allerdings furchtbare Angst und ist direkt wieder reingehuscht. Auch an der Wohnungstür macht sie keine Anstalten, mit raus zu gehen.

Natürlich hat sie Angst, sie muss sich auch erstmal an die neue Umgebung gewöhnen.

Ist es wirklich IMMER so, dass eine Katze in diesem Alter einen Gefährten braucht, oder schafft sie es auch ohne?

Sicherlich gibt es wahre Einzelgänger unter Katzen, aber das sind eher Ausnahmen. Auch von ihren (Vor)Besitzern desozialisierte Katzen können nicht mit anderen Katzen zusammenleben. Wenn man einer Katze jedoch ein artgerechtes Leben bieten möchte, sollte man definitiv einen Artgenossen für die Katze haben.

Miaut sie einfach nur momentan am laufenden Band, weil sie erst seit vier Tagen bei uns ist, und Aufmerksamkeit von uns will?

Möglicherweise ruft sie nach ihrer Mutter oder nach ihren Geschwistern.

Kann ein Freigang mit Leine Abhilfe verschaffen?

Nein.

Da sie wirklich nicht den Eindruck macht, raus zu wollen (was uns auch lieber ist), ist es dann besser, sie gegen Ihren Willen nach einer Kastration raus zu scheuchen, oder als Einzelkatze in der Wohnung zu lassen?

Dazu habe ich jetzt schon einiges geschrieben, sie ist jung und alles ist neu für sie, das wird sich aber sicherlich bald legen und die Neugierde wird siegen.

http://www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen.php

Grüße

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Die Einzelhaltung hat nicht wirklich was mit dem Alter der Katze zutun. Jede Katze benötigt einen Artgenossen. Katzen die andere Katzen nicht akzeptieren haben entweder eine Verhaltensstörung oder fehlendes Sozialverhalten. Was eben die Folge von Einzelhaltung ist.
Katzen können nicht auf Katzenart kuscheln, spielen, kommunizieren und sich nicht gegenseitig pflegen. Der Mensch kann dies in keiner Weise ersetzen.

Laut Tierschutzgesetz §2, verstößt es auch gegen die artgerechte Haltung.
http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html

Leider ist es nicht möglich, eine Katze ohne Artgenossen artgerecht zu halten. Und das eigene Ego sollte nicht im Vordergrund stehen. Der Vermieter sollte sich auch erstmal über die Tierhaltung und das Tierschutzgesetz informieren, bevor er so schlechte Entscheidungen trifft.
Leider tun viele Menschen das nicht. Ohne Fachwissen sollte sowieso kein Tier gehalten werden.

Ob sie unglücklich wirkt, kann man so bei Katzen gar nicht feststellen. Katzen leiden still und leise. Bei körperlichen Problemen zeigen sie ihre Schmerzen erst, wenn es schon fast zu spät ist. Das sie ständig miaut kann mehrere Ursachen haben. Die Einzelhaltung, die neue Umgebung usw.

Wenn sie von alleine nicht raus will, sollte das akzeptiert werden. Sie kennt es auch nicht, daher kann in dem Fall auch mehr passieren. Aber wenn sie irgendwann raus möchte, solltet Ihr sie auch lassen. Sowas sollten Katzen alleine entscheiden.

Die Leine verschafft zwar Sicherheit, aber auch da entscheidet die Katze alleine. Ein Halsband sollte sie aber auf gar keinen Fall tragen. Weder drinnen, noch draußen. Das ist lebensgefährlich.

Aber unterm Strich kann sie auf keinen Fall alleine bleiben. Das ist nicht artgerecht und hat Verhaltensstörungen und fehlendes Sozialverhalten zur Folge. Bei Freigängern kann man ein Auge zudrücken, aber es macht die Sache auch nicht wirklich besser.

Ihr solltet da an die Katze denken und nicht an Euch. Natürlich ist es Mist, so wie es jetzt ist. Aber die Katze sollte nicht der Leidtragende sein. Dann entscheidet Euch lieber für eine Ältere, die eben durch die Einzelhaltung, keinen Artgenossen mehr akzeptieren würde.
Aber Eurer jetzigen werdet Ihr damit absolut keinen gefallen tun.

Für weitere Infos:

http://www.artgerechtes-katzenleben.de/

http://haustiger.info/

http://www.petsnature.de/infoseiten/katzen-ratgeber/katzen-haltung/zusammenfuehrung-von-katzen

http://www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen.php

http://katzen-babys.com/katzenlaute-bedeutung-verstehen/

http://www.the3cats.de/jaspers-offener-brief-an-alle-frauchen-und-herrchen-zum-thema-katzenernahrung/


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Kommentar von dandy100
18.07.2016, 15:23

Bei Freigängern kann man ein Auge zudrücken, aber es macht die Sache auch nicht wirklich besser. 

Wie bitte?

Eine artgerecht lebende Katze, die rein und raus kann, wann sie will, braucht und will keinen Gefährten!

Katzen sind absolute Einzelgänger und keine Rudeltiere

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Einige Katzen sind durchaus gerne alleine und lassen sich prima als Einzel-Wohnungskatze halten. Wenn Eure jetzt miaut, vermisst sie ganz sicher noch ihre Geschwister. Ihr müsst die nun ersetzten, was spielen, Toben, Schmusen betrifft. Ansonsten sind Katzen auch verschieden gesprächig, Miauen ist immer nur ein Ruf nach der Mutter (oder nach dem Menschen) und eine von unseren (13 Jahre alt, Freigänger, aber eher freiwillige Wohnungskatze) miaut auch ständig jämmerlichst...z. B. wenn wir weg waren und sie uns gesucht hat. Oder sich nicht an den Nachbarn vorbei in den Garten traut).

Da es sich ja eh nicht ändern lässt: behaltet sie drinnen, zumindest, bis sie kastriert ist. Danach könnt ihr ihr ja ermöglichen, raus zu gehen, wenn sie möchte. Auf gar keinen Fall zwingen. Katzen erobern ihre Welt schrittchenweise mit Rückzugsmöglichkeit. Die meisten sind auch zufrieden in ihrem Revier, vor allem weibliche, und brauchen gar keine andere Katzen.

Unsere 3 gehen sich eigentlich immer relativ aus dem Weg, die beiden Mädels  (13 J., Wurfschwestern) zicken sich an, der Kater (12) spielt manchmal kurz mit seiner Mutter oder wird von ihr geputzt.. aber das war's auch.

Und ob man eine oder 2 hat, die machen in der Wohnung einiges kaputt, solange sich noch jung sind.

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Kommentar von Katzenbaerin
18.07.2016, 15:22

Vielen Dank für die Antwort. Ich hatte bisher nur ältere (Freigänger-)Katzen, die zufrieden waren, wenn Sie in der Wohnung viel Zeit für sich hatten. 

Also kann ich davon ausgehen, dass die Katze, wenn sie dauerhaft miaut, auch dauerhaft unsere Aufmerksamkeit möchte? Des Öfteren habe ich auch schon gelesen, das "konsequentes Ignorieren" der Schrei-Katze besser hilft, als ständige Aufmerksamkeit, aber das kommt mir zu grausam vor...

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Auch eine dreimonatige Katze ist noch ein Kitten! Kitten sollten ja sowieso frühestens in diesem Alter von Mutter und Geschwistern getrennt werden.

Kitten sollten nicht einzeln gehalten werden, das ist völlig korrekt. Auch wenn dein Mann die ganze Zeit Zuhause ist und das Kätzchen bespasst, so kann er einen Katzenkumpel, mit dem euer Kätzchen auf Katzenart raufen, spielen und toben kann, eben doch nicht ersetzen. Das allerbeste, was ihr dem Kätzchen tun könnt, ist wirklich, ein zweites Kätzchen dazuzuholen!! Ich frage mich sowieso gerade, was das bitte für ein Tierheim war, dass euch ein Kitten in Einzelhaltung abgegeben hat! Jedenfalls kein gutes! 

Was für Argumente hat der Vermieter denn, die gegen die Haltung mehrer Katzen sprechen? Vielleicht lassen sich diese entkräften. Wenn nicht, wäre es für das Kätzchen wohl das Beste, wenn ihr ihm ein schönes Plätzchen sucht bei Menschen, die bereits Katzen haben oder aber bereit wären, ein zweites dazuzuholen.


Zum Thema Freigang:

Dass euer Kätzchen jetzt noch etwas ängstlich ist, wenn es beispielsweise auf den Balkon rausgeht, liegt wohl daran, dass sie erst seit kurzem bei euch ist und sich noch richtig an die neue Umgebung gewöhnen muss.

Dass ihr sie dann nach der Kastra "gegen ihren Willen rausscheuchen" müsstet, glaube ich nicht. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass eine Katze, die einmal richtigen Freigang hatte, diesen auch weiter einfordern wird. Es gibt in ihrem Revier draussen einfach zu viele spannende Dinge, die auf sie warten ;-) 

Von Freigang mit Leine würde ich euch dringend abraten. Die Gefahr, dass sich die Katze mit diesem Geschirr strangulieren könnte, wäre mir persönlich zu gross. 

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Gibts denn wirklich gar keine Möglichkeit, der Katze über kurz oder lang Freigang zu ermöglichen?

Man braucht wirklich keine Fachberatung, um sich klarzumachen, wie grausam es ist, ein Tier ein Leben lang einzusperren, ganz egal, wie lieb man zu ihm ist - wenn Du lebenlänglich im Knast sitzen müsstest, wäre es wohl auch kein großer Trost, dass die Wärter wenigstens nett sind und das Essen gut.

Katzen sind im Gegensatz zu Hunden Einzelgänger, die draussen ein Eigenleben führen und dabei keine Begleitung wollen - an der Leine zu gehen, akzeptieren Katzen sehr selten.

Es ist ein Unding, derart freiheitsliebende Tiere einzusperren - die Folge davon ist einen totale Verhaltensstörung, Scheu vor allem Fremden, und irgendwann extreme Angst davor rauszugehen, selbst wenn man erlauben würde.

Weil aber die meisten Menschen ein Tier anschaffen, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und nicht die des Tieres, rät man den Wohnungskatzenbesitzern zu einer zweiten Katze, damit das Katzenleid nicht so groß ist und ein bißchen Abwechslung da ist - das mach das Unrecht, das ma diesen Tiere antut, aber nicht kleiner.

Ganz ehrlich: Ich will Dich nicht persönlich angreifen, aber mach Dir mal klar, was es bedeutet, dass Dein kleines Kätzchen nie mehr in seinem Leben einen Grashalm unter den Pfoten spüren wird und niemals frei sei darf - ich persönlich als Hunde- und Katzenbesitzer glaube nicht, dass wir das Recht haben, einem Tier soetwas anzutun.


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Kommentar von BrightSunrise
18.07.2016, 15:23

Katzen sind im Gegensatz zu Hunden Einzelgänger, die draussen ein Eigenleben führen und dabei keine Begleitung wollen

Nein, Katzen sind Einzeljäger, die sehr gerne Kontakt zu Artgenossen pflegen. Einzelhaltung ohne Freigang ist nicht artgerecht.

http://www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen.php

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Kommentar von melinaschneid
18.07.2016, 16:36

Hmmm komisch wenn sich katzen draußen so aus dem weg gehen und sich sogar meiden kenne ich aber viele komische katzen. Ich weiß noch als letztes Jahr einer von 2 Brüdern bei uns am Stall verschwunden ist. (reine draußen katzen mit Schlafplatz im Stall). Der hat wochenlang gesucht und gejammert. Lag wahrscheinlich daran das die beiden unzertrennlich waren und man sie sehr selten mal alleine gesehen hat. Und warum? Weil katzen eben KEINE Einzelgänger sind.

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Kommentar von melinaschneid
18.07.2016, 16:39

und meinen beiden Mädels die gerade mal wieder eng kuschelnd auf dem Sofa liegen erkläre ich jetzt auch das sie das nicht dürfen. Sowas machen richtige Katzen nämlich nicht. 😂😂

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Vielen Dank für die vielen, aussagekräftigen Antworten. Es kristallisiert sich ja eindeutig heraus, dass es eindeutig besser wäre, der Katze einen Artgenossen oder Freigang zu gewähren, und die Katze sich nur mit viel Glück als Einzel-Wohnungskatze wohlfühlen kann. Dieses Glück möchte ich nicht ausreizen.

Von daher werde ich es so handhaben, dass wir sie vor der Kastration noch wohl oder übel allein in der Wohnung behalten, da es ansonsten keine andere Möglichkeit gibt, und nach der Kastration Freigang gewähren.

Zwar leben wir an einer stark befahrenen Straße, außerdem im zweiten Stock eines Mietshauses ohne Katzentür, aber ich denke, diese Umstände sind dann wahrscheinlich doch noch angenehmer für die Katze, als ein Wohnungsleben ohne Artgenossen.

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Was war das für eine Tierheimmitarbeiterin, die euch eine so junge Katze zur Alleinhaltung gegeben hat-? Kopfschüttel.

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Ja, das gilt auch für ein 3-Monatskätzchen. Das "wilde" Aler, wo ein Spielgefährte nötig ist, fängt ja gerade erst an. Wenn du an der Situation nix ändern kannst, hättest du die Frage nicht stellen müssen, ehrlich gesagt. Was hindert dich, in 2.Kätzchen dazuzuholen?

Kein gutes Tierheim, wenn die die nen eínzelnen Welpen gegeben haben.

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Kommentar von Katzenbaerin
18.07.2016, 15:03

Wie schon gesagt, der Vermieter ist strikt gegen eine zweite Katze. Leider haben wir uns da auf die Aussage des Tierheims verlassen...

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