DJ als Hauptberuf? Ist das Sinnvoll?

8 Antworten

Statistisch gesehen ist es unwahrscheinlich, dass er als DJ so erfolgreich wird, dass er nur davon (gut) leben kann.

Allerdings ist es mit 21 Jahren, wenn er sich ansonsten mit Jobs selbst finanziert, nicht verwerflich, es zumindest zu versuchen.

Schließlich willst Du studieren und die Familienplanung hat noch einige Jahre Zeit.

Lass ihn also erst mal machen. Wenn er sich nicht ganz dämlich anstellt, kann er, selbst wenn er es nicht schafft und in den nächsten Jahren doch auf eine klassische Ausbildung zurückgreift, durch das Auflegen einen netten Nebenerwerb einfahren und den finanziellen "Rückstand" so mit seinem Hobby aufholen.

Es gibt mittlerweile zu viele DJ's in allen Bereichen. Das er einen Kurs macht ist zwar gut, hat aber kaum etwas zu sagen und wird ihn kaum versichern an regelmäßige Gigs zu kommen. Ich selbst komme aus einer Musiker Familie, meine Eltern haben seit 15 Jahren eine Tanzband. Auch bei ihnen sehe ich, dass es einfach nicht mehr so gut läuft, da es zu viel Konkurrenz gibt. Als DJ bringt es dir nichts, wenn du mega gut auflegen kannst, dich aber nicht vermarkten kannst. Meine Meinung dazu: Als Nebenjob ja, ich würde aber immer noch ein anderes Standbein haben.

DJ als Hauptjob funktioniert nicht. Das kann ein nettes Zubrot sein aber davon Leben? DJ`s bekomme ich hier für rund 300 Euro pro Abend - inklu Musik- und Lichtanlage. Einige von den Clubs hier zahlen deutlich weniger- stellen dann abernatürlich Pult & Licht...Du musst natürlich deine legal erworbene Musik haben. Ich schätze mal gut ausgebucht ist ein DJ mit 3 Abenden die Woche. Damit komme ich bei 300 pro Auftritt auf 3600 Euro brutto in einem guten(!) Monat.

3600 Klingt nach richtig richtig viel Geld.

Ab davon gehen aber: Anlage, Steuer, Musik, Lizensen, Gema, Werbung, Büro Auto zum Anlage transportieren, Steuerberater und natürlich Krankenversicherung, Altersversorge, Pflegeversicherung, Rücklagen für auftragsarme Zeit und noch vieles mehr...Und zack ist deine Riesen Brutto Summe eine ziemlich kleine Nettosumme.

Und solchen Luxus wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Krankengeld gibts nicht. Wenn Du Urlaub machst, hast Du keine Einnahmen.

Dann ist die Konkurrenz riesig. Inzwischen schimpft sich jeder mit einer Misch-Sotware auf dem Tablet DJ. Endsprechend eng ist der Markt.

Leben als DJ?? Wenn Du saugut bist vielleicht....

Lass Deinen Freund noch eine Weile träumen und macht die Kinder,wenn er aufgewacht ist:)

Ein DJ Kurs muß wohl selbst bezahlt werden. Die Bescheinigung einer Agentur ist nicht so hilfreich.

Selbst SAE Abschlüsse sind eher theoretischer Natur, beim Livemixing mit Digitalpulten auf Festivals geht man unter...

Einige meiner Kumpels sind seit Langem Resident DJs in Clubs, u. a. auch auf Kreuzfahrtschiffen, dazu braucht es aber auch Jahrzehnte.

Einige DJs produzieren selbst, sind damit erfolgreich, aber das dauert auch lange.

Das sind eher wirre Vorstellungen, nun erfolgreich zu werden.

Er soll besser eine duale Ausbildung anstreben mit Berufsschule, entweder Berufe bei der IHK oder Handelskammer. Kaufmann evtl. oder auch Mechatroniker etc.

Sonst hat 82 Thomas eine gute Antwort gegeben. Ich vermiete nur die Anlagen, kenne aber viele DJs, die auch als Arbeitnehmer arbeiten (müssen)

Meine Meinung: Die Zeiten, in denen man als DJ Hauptberuflich noch unbekümmert und gutes Geld verdienen konnte, sind vorbei. Dank Laptop und MP3s nennt sich heute jeder 16-jährige "DJ", der auf dem Schulhof mit Freunden MP3s tauscht und von den Eltern zu Weihnachten einen Controller geschenkt bekommen hat. 80% der Kunden orientieren sich eher am Preis als an der Leistung. Daher ist der Markt überlaufen und die Preise am Boden.

Ich kenne einige DJs, die das tatsächlich hauptberuflich machen. Klingt ja erstmal auch super: Nur zwei Tage in der Woche abends arbeiten, den Rest frei haben und machen was man will. Wie viel Arbeit aber wirklich dahinter steckt, erkennen viele erst dann, wenn es zu spät ist. Kundenaquise, Werbung, Equipmentbeschaffung und -Pflege, all das frisst Unsummen an Zeit und Geld, wenn man es richtig anpacken will.

Mein Fazit nach 15 Jahren: Ich würde es mir nicht antun meinen Job dafür aufzugeben, nur noch DJ zu sein. Man ist automatisch selbständig, muss sich selbst krankenversichern und zahlt vom Gewinn noch mal mindestens 20% Steuer. Um davon leben zu können müsste man jedes Wochenende mindestens 1 Gig zu je 1.000€ haben. Das ist aber nur für die wenigsten DJs realisierbar. Der große Rest hat alle zwei Wochen mal einen Gig für 500-800€. Davon kann kein Selbständiger mit Familie leben...

Und: wie lange will er das denn durchhalten? Mit 40+ hast Du weder das Image, dass sich die meisten Kunden für ihr Event wünschen, noch die Nerven dich jedes Wochenende von besoffenen Spinnern anschreien zu lassen, weil Du nicht sofort ihr Lieblingslied spielst. Ganz zu schweigen von der körperlichen Fitness, die es erfordert nachts durchzuarbeiten und das Equipment auch schon mal über zwei Etagen zu schleppen.

DJ-Kurs? Schön und gut. Mit 21 ist er meiner Meinung nach reichlich spät dran. Mit dem Kinderkriegen bist Du hingegen mit 19 recht früh dran.

Mein Rat: Lass es ihn versuchen. Wenn er es nach einem Jahr noch nicht geschafft hat davon leben zu können, schafft er es vermutlich nie.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit 2002 DJ. -> www.plus1dj.de / www.dj-lexikon.info

Was möchtest Du wissen?